Trotz guter Auftragslage in der Krise: Die Bau-Branche kämpft mit Wucherpreisen und Kurzarbeit Christine Riechmann,Stefan Koch Minden. Erst war es nur das Holz. Dann kamen die Dämmstoffe hinzu. Und mittlerweile gibt es eine Fülle an Materialien, die knapp geworden sind. Der grassierende Mangel an Baustoffen ist auch in Minden spürbar – die Gründe sind vielfältig. Handwerksbetriebe geraten zunehmend unter Druck und Kunden müssen viel Verständnis bei der zum Teil schleppenden Abwicklung von Aufträgen mitbringen. Denn auch im Baugewerbe ist nichts mehr so, wie es vor der Coronakrise war. „Es ist schlimm, die Lage ist prekär“, sagt der Mitarbeiter eines Mindener Dachdeckerunternehmens, der wegen des für ihn peinlichen Themas nicht genannt werden möchte. „Schweißbahnen, Folien, Dachfenster, Holz, in allen Breiten und Lagen, Dämmungen sind knapp.“ Es gebe lange Lieferzeiten, die Einkaufspreise stiegen und seien täglich eine neue, unangenehme Überraschung. „Nur ein oder zwei Tage legen sich die Händler bei Preisabsprachen jetzt noch fest“, klagt der Dachdecker. Viele Handwerker müssten mittlerweile ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, weil kein Material mehr vorhanden sei. „Uns betrifft das zum Glück noch nicht.“ Für die Kunden ist der Materialmangel ebenfalls ein Ärgernis. „Wir haben größere Kunden und müssen Baustellen auch liegenlassen, wenn Trapezbleche oder Dämmungen dazu nicht geliefert werden können“, klagt der Dachdecker. Dabei sei die Ursache dieses Problems nicht einmal in den weiten Lieferwegen von China zu suchen, da die Baustoffe in Deutschland produziert würden. „Die Firmen arbeiten nämlich sieben Tage rund um die Uhr und können die Nachfrage trotzdem nicht befriedigen.“ Auch der vom MT befragte Mindener Malerbetrieb möchte im Zusammenhang mit den Lieferproblemen nicht genannt werden. „Bei Dämmmaterialien wird es schwierig, egal ob Hartschaumplatten oder Mineralwolle. Das kann man nur noch zum Tagespreis bei den Lieferanten bestellen“, sagt ein Mitarbeiter. Die Folge sei, dass er den Angebotspreis gegenüber dem Kunden nicht mehr halten könne. Bei Farben gibt es übrigens keine Kostenprobleme. Aber auch das könnte sich noch ändern – nicht etwa, weil dem Markt das Material ausgeht, sondern aus einem anderen Grund: Die Kunststoffeimer gehen aus. „Das liegt daran, dass die Plastikeimer aus Abfallprodukten der Kerosinerzeugung hergestellt werden. Da aber wegen der Pandemie der Flugverkehr eingeschränkt ist, wird weniger Kerosin produziert“, erklärt der Malermeister. Zudem hat er festgestellt, dass es auch schwierig wird, Geräte aus Niedriglohnländern zu bekommen. „Die Pandemie hat die Preisschere umgekehrt. Wo es früher im Handel den Wettlauf um das billigste Angebot gab, geht die Entwicklung jetzt in die andere Richtung“, meint er. „Die ganze Sache dreht sich um, und das wurde Zeit.“ Er hofft, dass auch das Handwerk nicht mehr im Preis gedrückt werde. Ingo Sültemeier, Inhaber der gleichnamigen Sanitär-Heizung-Service GmbH, ist noch optimistisch: „Im Großen und Ganzen stehen wir noch ganz gut da.“ Längerfristige Preisstabilität bei Angeboten sei jedoch auch bei ihm schlecht zu halten. Auch die Auftragsabwicklung dauere jetzt länger. „Eine gewisse Vorlaufzeit von bis zu zwei Monaten gibt es da schon.“ Sein Unternehmen verlegt unter anderem Rohrleitungen, baut Waschbecken und Toiletten ein. Das Material stammt meist aus Deutschland und anderen EU-Ländern. Bei der Lieferung gibt es keine Engpässe. Thomas Lenger, Mitarbeiter im Fliesen & Keramik Studio Hartum GmbH, ist ebenfalls vom Materialmangel verschont geblieben. „Bei der Lieferung von Fliesen gibt es keine Probleme.“ Allerdings könne es bei anderen Materialien wie Bauplatten oder Edelstahlschienen schon zu Engpässen kommen. „Wir bekommen aber immer noch ausreichend Produkte – auch bei uns ist die Preisbildung zu beobachten.“ Das ist nach seiner Erfahrung schon bei simplen Dingen wie Silikonmasse der Fall. Zur Nachfrage im vergangenen Jahr sagt er, dass dies ein gutes Jahr gewesen sei. „Auch jetzt können wir uns nicht beklagen.“ „Bei Einbaumaterial wie Schaum, Acryldichtmasse, teilweise auch Schrauben und Befestigungsmaterial gibt es Lieferengpässe und einige Hersteller brauchen längeren Vorlauf“, hat dagegen Kevin Holzapfel von Janßen Fenster Türen & mehr festgestellt. Die Preisangebote hätten teilweise auch nur eine geringe Gültigkeitsdauer, vor allem bei Bauholzprodukten zeige sich das. Bislang seien die Kunden noch ganz verständnisvoll. „Wir sind zum Glück nicht so stark betroffen.“ Lieferzeiten von Material könnten sich um mehrere Wochen verzögern. Wer nicht nur bauen oder modernisieren, sondern auch verschönern will, muss ebenfalls Geduld mitbringen. Das zeigt eine Anfrage bei den zur Schlau-Gruppe gehörenden Hammer-Märkten, wo es im Bereich Boden und Farben eng wurde. „Im Vergleich zu anderen Unternehmen unserer Branche haben wir jedoch den Vorteil, dass wir viele unserer Produkte in Deutschland oder Nachbarländern einkaufen. Dadurch haben uns die Engpässe etwas später getroffen als beispielsweise Unternehmen, die viel in Fernost einkaufen“, sagt Lisa Staehle, die für die Pressearbeit des Unternehmens zuständig ist. Hammer arbeite daran, in den Verhandlungen mit Lieferanten die Aufträge vorab zu platzieren, zudem gebe es Alternativprodukte. Vor allem durch den Lockdown und die verstärkte Arbeit im Homeoffice hatten viele Menschen das Bedürfnis, ihre eignes Zuhause wohnlicher zu gestalten. Das hatte dann auch in der Einrichtungsbranche einen gestiegenen Bedarf nach Waren und Beratungsleistungen zur Folge. Von den Toom-Baumärkten war ebenfalls zu erfahren, dass es zu vereinzelten Lieferengpässen gekommen sei, die aktuelle Kundennachfrage aber gedeckt werden könne. Vor einem Jahr waren die Baumärkte mit ihren Gartenzentren beim ersten Lockdown brechend voll. Den Materialmangel rund um den Bau bestätigt auch Thomas Brinkmann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Die Gründe dafür seien vielfältig. „Ein bisschen Corona – und ansonsten spielen die Konjunktur, die Zinslage und das Import-Export-Geschäft eine Rolle“, meint der Fachmann. Auch er hat beobachtet, dass sich, bedingt durch die Pandemie, die Menschen mehr auf ihre eigenen vier Wände konzentriert hätten und zusätzlich in der Schatulle des einzelnen auch mehr Geld sei. „Also bauen oder renovieren die Leute.“ Am deutlichsten sei der Mangel beim Holz zu spüren – da ginge viel ins Ausland – aber auch andere gängige Materialien, wie zum Beispiel Sand, seien schwer zu bekommen. Hauke Meinert, stellvertretender Geschäftsführer vom gleichnamigen Hoch-und Tiefbauunternehmen aus Kutenhausen hat festgestellt, dass besonders Material, das aus der Industrie kommt, aktuell schwer zu kriegen ist. Sogenannte KG-Rohre, Grundleitungen für Abwasser, seien doppelt so teuer geworden. Viele Firmen hätten zu Beginn der Pandemie Kurzarbeit angemeldet und nun seien die Bestände verbraucht und die Industrie käme mit der Produktion nicht hinterher, vermutet der Jungunternehmer. Schließlich sei die Baubranche in den vergangenen Monaten nicht eingeknickt – im Gegenteil. Dass der Bau-Boom nun wie ein Bumerang in die Branche zurückkommt, führe dazu, dass einige Baustellen sogar ruhen müssten. Mangelware sei neben den Rohren auch Dämmmaterial und Eisen. „Und alles total teuer geworden“, kommentiert Meinert, dem es auch unangenehm sei, dass den Kunden zu sagen. Recht gut sei noch an Steine zu kommen. „Wahrscheinlich, weil die maschinell hergestellt werden“, meint Hauke Meinert, der eine solche Krise in der Branche noch nicht erlebt hat. Das größte Problem seien gerade die Lieferzeiten, berichtet Frederic Wagner, der seit ein paar Monaten selbstständig als Zimmermann arbeitet. „Aber man muss ja froh sein, wenn man überhaupt etwas bekommt“, meint der Jungunternehmer, der sich auf Bauen im Bestand und Sanierungen spezialisiert hat. Noch kann Wagner, der sehr gut zu tun hat, arbeiten – wie lange noch, weiß er allerdings nicht. Er habe bereits gehört, dass es ab Spätsommer womöglich gar kein Holz mehr gebe. Für ihn bedeutet das, dass er im Voraus planen muss. Gerade habe er „ohne Ende Material bestellt.“ Auf die ungewisse Situation und die stark gestiegenen Preise – Konstruktionsholz sei doppelt so teuer wie zuvor und Lattenholz habe sich im Preis verdreifacht – reagierten die Kunden verständnisvoll. „Besonders seit das Thema durch die Medien geht“, hat der Zimmermann festgestellt. Da die Preise beim Großhandel aktuell nur für zehn Stunden gültig sind und sich stündlich verändern könnten, arbeitet Frederic Wagner nur noch mit Tagespreisen. „Bei Festpreisen zahlst du im Moment drauf.“

Trotz guter Auftragslage in der Krise: Die Bau-Branche kämpft mit Wucherpreisen und Kurzarbeit

Die Bau-Branche im Mühlenkreis steckt in der Krise. © Alex Lehn

Minden. Erst war es nur das Holz. Dann kamen die Dämmstoffe hinzu. Und mittlerweile gibt es eine Fülle an Materialien, die knapp geworden sind. Der grassierende Mangel an Baustoffen ist auch in Minden spürbar – die Gründe sind vielfältig. Handwerksbetriebe geraten zunehmend unter Druck und Kunden müssen viel Verständnis bei der zum Teil schleppenden Abwicklung von Aufträgen mitbringen. Denn auch im Baugewerbe ist nichts mehr so, wie es vor der Coronakrise war.

„Es ist schlimm, die Lage ist prekär“, sagt der Mitarbeiter eines Mindener Dachdeckerunternehmens, der wegen des für ihn peinlichen Themas nicht genannt werden möchte. „Schweißbahnen, Folien, Dachfenster, Holz, in allen Breiten und Lagen, Dämmungen sind knapp.“ Es gebe lange Lieferzeiten, die Einkaufspreise stiegen und seien täglich eine neue, unangenehme Überraschung. „Nur ein oder zwei Tage legen sich die Händler bei Preisabsprachen jetzt noch fest“, klagt der Dachdecker. Viele Handwerker müssten mittlerweile ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, weil kein Material mehr vorhanden sei. „Uns betrifft das zum Glück noch nicht.“

Für die Kunden ist der Materialmangel ebenfalls ein Ärgernis. „Wir haben größere Kunden und müssen Baustellen auch liegenlassen, wenn Trapezbleche oder Dämmungen dazu nicht geliefert werden können“, klagt der Dachdecker. Dabei sei die Ursache dieses Problems nicht einmal in den weiten Lieferwegen von China zu suchen, da die Baustoffe in Deutschland produziert würden. „Die Firmen arbeiten nämlich sieben Tage rund um die Uhr und können die Nachfrage trotzdem nicht befriedigen.“


Auch der vom MT befragte Mindener Malerbetrieb möchte im Zusammenhang mit den Lieferproblemen nicht genannt werden. „Bei Dämmmaterialien wird es schwierig, egal ob Hartschaumplatten oder Mineralwolle. Das kann man nur noch zum Tagespreis bei den Lieferanten bestellen“, sagt ein Mitarbeiter. Die Folge sei, dass er den Angebotspreis gegenüber dem Kunden nicht mehr halten könne.

Bei Farben gibt es übrigens keine Kostenprobleme. Aber auch das könnte sich noch ändern – nicht etwa, weil dem Markt das Material ausgeht, sondern aus einem anderen Grund: Die Kunststoffeimer gehen aus. „Das liegt daran, dass die Plastikeimer aus Abfallprodukten der Kerosinerzeugung hergestellt werden. Da aber wegen der Pandemie der Flugverkehr eingeschränkt ist, wird weniger Kerosin produziert“, erklärt der Malermeister. Zudem hat er festgestellt, dass es auch schwierig wird, Geräte aus Niedriglohnländern zu bekommen. „Die Pandemie hat die Preisschere umgekehrt. Wo es früher im Handel den Wettlauf um das billigste Angebot gab, geht die Entwicklung jetzt in die andere Richtung“, meint er. „Die ganze Sache dreht sich um, und das wurde Zeit.“ Er hofft, dass auch das Handwerk nicht mehr im Preis gedrückt werde.

Ingo Sültemeier, Inhaber der gleichnamigen Sanitär-Heizung-Service GmbH, ist noch optimistisch: „Im Großen und Ganzen stehen wir noch ganz gut da.“ Längerfristige Preisstabilität bei Angeboten sei jedoch auch bei ihm schlecht zu halten. Auch die Auftragsabwicklung dauere jetzt länger. „Eine gewisse Vorlaufzeit von bis zu zwei Monaten gibt es da schon.“ Sein Unternehmen verlegt unter anderem Rohrleitungen, baut Waschbecken und Toiletten ein. Das Material stammt meist aus Deutschland und anderen EU-Ländern. Bei der Lieferung gibt es keine Engpässe.

Thomas Lenger, Mitarbeiter im Fliesen & Keramik Studio Hartum GmbH, ist ebenfalls vom Materialmangel verschont geblieben. „Bei der Lieferung von Fliesen gibt es keine Probleme.“ Allerdings könne es bei anderen Materialien wie Bauplatten oder Edelstahlschienen schon zu Engpässen kommen. „Wir bekommen aber immer noch ausreichend Produkte – auch bei uns ist die Preisbildung zu beobachten.“ Das ist nach seiner Erfahrung schon bei simplen Dingen wie Silikonmasse der Fall. Zur Nachfrage im vergangenen Jahr sagt er, dass dies ein gutes Jahr gewesen sei. „Auch jetzt können wir uns nicht beklagen.“

„Bei Einbaumaterial wie Schaum, Acryldichtmasse, teilweise auch Schrauben und Befestigungsmaterial gibt es Lieferengpässe und einige Hersteller brauchen längeren Vorlauf“, hat dagegen Kevin Holzapfel von Janßen Fenster Türen & mehr festgestellt. Die Preisangebote hätten teilweise auch nur eine geringe Gültigkeitsdauer, vor allem bei Bauholzprodukten zeige sich das. Bislang seien die Kunden noch ganz verständnisvoll. „Wir sind zum Glück nicht so stark betroffen.“ Lieferzeiten von Material könnten sich um mehrere Wochen verzögern.

Wer nicht nur bauen oder modernisieren, sondern auch verschönern will, muss ebenfalls Geduld mitbringen. Das zeigt eine Anfrage bei den zur Schlau-Gruppe gehörenden Hammer-Märkten, wo es im Bereich Boden und Farben eng wurde. „Im Vergleich zu anderen Unternehmen unserer Branche haben wir jedoch den Vorteil, dass wir viele unserer Produkte in Deutschland oder Nachbarländern einkaufen. Dadurch haben uns die Engpässe etwas später getroffen als beispielsweise Unternehmen, die viel in Fernost einkaufen“, sagt Lisa Staehle, die für die Pressearbeit des Unternehmens zuständig ist. Hammer arbeite daran, in den Verhandlungen mit Lieferanten die Aufträge vorab zu platzieren, zudem gebe es Alternativprodukte.

Vor allem durch den Lockdown und die verstärkte Arbeit im Homeoffice hatten viele Menschen das Bedürfnis, ihre eignes Zuhause wohnlicher zu gestalten. Das hatte dann auch in der Einrichtungsbranche einen gestiegenen Bedarf nach Waren und Beratungsleistungen zur Folge. Von den Toom-Baumärkten war ebenfalls zu erfahren, dass es zu vereinzelten Lieferengpässen gekommen sei, die aktuelle Kundennachfrage aber gedeckt werden könne. Vor einem Jahr waren die Baumärkte mit ihren Gartenzentren beim ersten Lockdown brechend voll.

Den Materialmangel rund um den Bau bestätigt auch Thomas Brinkmann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Die Gründe dafür seien vielfältig. „Ein bisschen Corona – und ansonsten spielen die Konjunktur, die Zinslage und das Import-Export-Geschäft eine Rolle“, meint der Fachmann. Auch er hat beobachtet, dass sich, bedingt durch die Pandemie, die Menschen mehr auf ihre eigenen vier Wände konzentriert hätten und zusätzlich in der Schatulle des einzelnen auch mehr Geld sei. „Also bauen oder renovieren die Leute.“

Am deutlichsten sei der Mangel beim Holz zu spüren – da ginge viel ins Ausland – aber auch andere gängige Materialien, wie zum Beispiel Sand, seien schwer zu bekommen.

Hauke Meinert, stellvertretender Geschäftsführer vom gleichnamigen Hoch-und Tiefbauunternehmen aus Kutenhausen hat festgestellt, dass besonders Material, das aus der Industrie kommt, aktuell schwer zu kriegen ist. Sogenannte KG-Rohre, Grundleitungen für Abwasser, seien doppelt so teuer geworden. Viele Firmen hätten zu Beginn der Pandemie Kurzarbeit angemeldet und nun seien die Bestände verbraucht und die Industrie käme mit der Produktion nicht hinterher, vermutet der Jungunternehmer. Schließlich sei die Baubranche in den vergangenen Monaten nicht eingeknickt – im Gegenteil. Dass der Bau-Boom nun wie ein Bumerang in die Branche zurückkommt, führe dazu, dass einige Baustellen sogar ruhen müssten.

Mangelware sei neben den Rohren auch Dämmmaterial und Eisen. „Und alles total teuer geworden“, kommentiert Meinert, dem es auch unangenehm sei, dass den Kunden zu sagen.

Recht gut sei noch an Steine zu kommen. „Wahrscheinlich, weil die maschinell hergestellt werden“, meint Hauke Meinert, der eine solche Krise in der Branche noch nicht erlebt hat.

Das größte Problem seien gerade die Lieferzeiten, berichtet Frederic Wagner, der seit ein paar Monaten selbstständig als Zimmermann arbeitet. „Aber man muss ja froh sein, wenn man überhaupt etwas bekommt“, meint der Jungunternehmer, der sich auf Bauen im Bestand und Sanierungen spezialisiert hat. Noch kann Wagner, der sehr gut zu tun hat, arbeiten – wie lange noch, weiß er allerdings nicht. Er habe bereits gehört, dass es ab Spätsommer womöglich gar kein Holz mehr gebe. Für ihn bedeutet das, dass er im Voraus planen muss. Gerade habe er „ohne Ende Material bestellt.“

Auf die ungewisse Situation und die stark gestiegenen Preise – Konstruktionsholz sei doppelt so teuer wie zuvor und Lattenholz habe sich im Preis verdreifacht – reagierten die Kunden verständnisvoll. „Besonders seit das Thema durch die Medien geht“, hat der Zimmermann festgestellt. Da die Preise beim Großhandel aktuell nur für zehn Stunden gültig sind und sich stündlich verändern könnten, arbeitet Frederic Wagner nur noch mit Tagespreisen. „Bei Festpreisen zahlst du im Moment drauf.“

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