Traditionsfest erst 2022: ein Jahr Auszeit für das Freischießen Anja Peper Minden. Ursprünglich sollte die Entscheidung erst jetzt im Januar fallen. Doch schon im Oktober beschloss das Mindener Bürgerbataillon, das Freischießen 2021 abzusagen. Neuer Termin ist im August 2022. Heute im zweiten Lockdown ist klar: Eine goldrichtige Entscheidung. Denn das Traditionsfest erfordert von den 415 Mitgliedern des Bataillons einen deutlich höheren Aufwand, als für die Besucher ersichtlich ist. „Viele Kameraden nehmen sich frühzeitig Urlaub für die Freischießen-Woche“, sagt Stadtmajor Heinz Joachim Pecher. Anders wäre es nicht zu machen. Wer zum Beispiel mittwochs mit zum Grünholen fahren möchte, braucht dazu zwingend einen kompletten freien Tag. Auf Planwagen und mit Omnibussen fahren die Männer in die Wälder, um mit dem Grün später die Häuser in der Stadt zu schmücken. Der Unterschied zu anderen Veranstaltungen besteht darin, dass der gemeinnützige Verein alles komplett selber macht: Planen, organisieren, finanzieren – und das traditionelle Programm persönlich mitgestalten. Stadtmajor Pecher: „Wir sind schließlich auch die Gastgeber.“ Da reicht es nicht, alle zwei Jahre den schwarzen Anzug samt Zylinder und Degen aus dem Schrank zu holen und sich in die Reihe der Marschierenden einzureihen. Gerade der Umzug bedeutet enormen Aufwand, auch in finanzieller Hinsicht. Das Freischießen ist traditionell ein Zuschussgeschäft. Einen Höhepunkt stellen die Reiter der Eskadron dar. Die Straßen der Mindener Innenstadt sind eng umsäumt mit großen und kleinen Menschen, die Fähnchen schwenken und den Einheiten des Parademarsches zu jubeln. Tausende Zuschauer sind dabei. „Für diese Umzüge brauchen die Reiter entsprechend ausgebildete Pferde.“ Rund 50 speziell geschulte Umzugspferde aus einem Stall in Krefeld übernehmen den Job. Dem Bürgerbataillon ist es wichtig, die beliebten Programmpunkte wie den Umzug, die Serenade, die Konzerte und den Zapfenstreich bei Fackelschein weiter ohne Eintritt realisieren zu können. Ermöglicht wird das durch die Beiträge der Mitglieder und die Unterstützung von treuen Sponsoren. Wer sich einer der Kompanien anschließen möchte, zahlt jährlich einen Vereinsbeitrag. Wo das nächste Freischießen gefeiert werden soll – in der Innenstadt oder auf dem Simeonsplatz wie 2019 – hängt von den Quartieren der Einheiten ab, da zwei Kompanien aufgrund von baulichen Veränderungen in der Innenstadt umziehen müssen. Neben dem Ort ist das richtige Timing wichtig für die Planung. Da in 2022 die Fußball-WM in Katar erst im November und Dezember ausgerichtet wird, gibt es durch dieses internationale Event im Sommer 2022 keine Konkurrenz“, so Pecher. Da die Sommerferien nächstes Jahr sehr früh angesetzt sind, soll das Freischießen direkt im Anschluss vom 11. bis 14. August ausgerichtet werden – sofern es die Situation zulässt.

Traditionsfest erst 2022: ein Jahr Auszeit für das Freischießen

Eigens für den Parademarsch lässt die Eskadron 50 speziell geschulte Umzugspferde aus Krefeld zum Freischießen kommen. Foto: MT-Archiv/Alex Lehn) © Lehn,Alexander

Minden. Ursprünglich sollte die Entscheidung erst jetzt im Januar fallen. Doch schon im Oktober beschloss das Mindener Bürgerbataillon, das Freischießen 2021 abzusagen. Neuer Termin ist im August 2022.

Heute im zweiten Lockdown ist klar: Eine goldrichtige Entscheidung. Denn das Traditionsfest erfordert von den 415 Mitgliedern des Bataillons einen deutlich höheren Aufwand, als für die Besucher ersichtlich ist. „Viele Kameraden nehmen sich frühzeitig Urlaub für die Freischießen-Woche“, sagt Stadtmajor Heinz Joachim Pecher. Anders wäre es nicht zu machen. Wer zum Beispiel mittwochs mit zum Grünholen fahren möchte, braucht dazu zwingend einen kompletten freien Tag. Auf Planwagen und mit Omnibussen fahren die Männer in die Wälder, um mit dem Grün später die Häuser in der Stadt zu schmücken.

Der Unterschied zu anderen Veranstaltungen besteht darin, dass der gemeinnützige Verein alles komplett selber macht: Planen, organisieren, finanzieren – und das traditionelle Programm persönlich mitgestalten. Stadtmajor Pecher: „Wir sind schließlich auch die Gastgeber.“ Da reicht es nicht, alle zwei Jahre den schwarzen Anzug samt Zylinder und Degen aus dem Schrank zu holen und sich in die Reihe der Marschierenden einzureihen. Gerade der Umzug bedeutet enormen Aufwand, auch in finanzieller Hinsicht. Das Freischießen ist traditionell ein Zuschussgeschäft.

Einen Höhepunkt stellen die Reiter der Eskadron dar. Die Straßen der Mindener Innenstadt sind eng umsäumt mit großen und kleinen Menschen, die Fähnchen schwenken und den Einheiten des Parademarsches zu jubeln. Tausende Zuschauer sind dabei. „Für diese Umzüge brauchen die Reiter entsprechend ausgebildete Pferde.“ Rund 50 speziell geschulte Umzugspferde aus einem Stall in Krefeld übernehmen den Job.

Dem Bürgerbataillon ist es wichtig, die beliebten Programmpunkte wie den Umzug, die Serenade, die Konzerte und den Zapfenstreich bei Fackelschein weiter ohne Eintritt realisieren zu können. Ermöglicht wird das durch die Beiträge der Mitglieder und die Unterstützung von treuen Sponsoren. Wer sich einer der Kompanien anschließen möchte, zahlt jährlich einen Vereinsbeitrag.

Wo das nächste Freischießen gefeiert werden soll – in der Innenstadt oder auf dem Simeonsplatz wie 2019 – hängt von den Quartieren der Einheiten ab, da zwei Kompanien aufgrund von baulichen Veränderungen in der Innenstadt umziehen müssen. Neben dem Ort ist das richtige Timing wichtig für die Planung. Da in 2022 die Fußball-WM in Katar erst im November und Dezember ausgerichtet wird, gibt es durch dieses internationale Event im Sommer 2022 keine Konkurrenz“, so Pecher. Da die Sommerferien nächstes Jahr sehr früh angesetzt sind, soll das Freischießen direkt im Anschluss vom 11. bis 14. August ausgerichtet werden – sofern es die Situation zulässt.

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