Tourismus soll Potenzial von 70 Millionen Euro pro Jahr haben: Das ist das große Plus in Minden Ursula Koch Minden. „Die Kanal-Weser-Fahrt ist für unsere Gäste einfach toll“, sagt Cordelia Peters, Geschäftsführerin eines Reisebüros in Lüdinghausen, das Tagesfahrten nach Minden im Programm hat. „Das sind zwei Stunden Fahrtzeit, das ist ideal“, sagt die Reise-Expertin. Ihre Fahrgäste seien vor allem Senioren, „die stöbern nicht von einem Geschäft ins nächste“. Wichtig sei darum, dass möglichst alle Angebote bequem mit dem Reisebus zu erreichen sind. „Unsere Gäste wollen einen schönen Tag haben, der muss nicht vollgestopft sein.“ Minden könne mit einer schönen Innenstadt punkten, dazu die Fußgängerbrücke und die Schiffmühle – das lasse sich alles zu Fuß erreichen, hebt sie einen weiteren Pluspunkt hervor. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal würde sie dagegen nicht ins Programm nehmen, weil es schwierig sei, das Denkmal mit dem eigenen Bus anzusteuern. Peters hat im Sommer auch eine Expedienten-Reise mitgemacht, für die Marketing-Gesellschaften aus OWL ein gemeinsames Programm angeboten hatten. Dazu gehörten ein Stadtrundgang in Herford, Lemgo, Porta und Minden mit einer Schiffstour zum Schloss Benkhausen und schließlich noch Borgholzhausen und die dortige Lebkuchenproduktion, das Böckstiegel-Museum in Werther und die Ravensburg. „Das war ein tolles, gemischtes Programm“, urteilt die Reise-Anbieterin. Davon werde sie sicherlich das eine oder andere ins Programm nehmen. „Solche Reisen sind wichtig für uns, um Orte kennenzulernen. Ich nehme da immer viel mit, auch wenn man nicht alles sofort umsetzen kann.“ Das Tourismus-Geschäft in Minden ist nach Auskunft von Dr. Jörg Friedrich Sander durch Corona eingebrochen. Das Wertschöpfungspotenzial sei sicherlich um ein Drittel zurückgegangen. Die Stadtführungen seien von 12.000 im Vorjahr auf 3.000 im vergangenen Jahr zurückgegangen. Die Zahl der Besucher in der Tourist-Info sank von 33.000 auf knapp 20.000. „Die Stadtführungen liefen vor Corona super. Das baut sich jetzt langsam wieder auf“, sagt Sander. Auch die Führungen mit begrenzter Teilnehmerzahl fänden guten Zuspruch. Nach der Krise müsse nun vor allem das Gastgeber-Verzeichnis überarbeitet werden. Es seien etwa 20 Prozent der Anbieter, überwiegend von Privatzimmern, ausgeschieden. „Wir brauchen einen Reset nach Corona“, sagt Sander. Die Minden Marketing stehe darum in enger Verbindung mit dem Kreis, der als Schnittstelle zur Teutoburger-Wald-Touristik fungiere. Tatsache sei aber auch, dass Minden in den beiden großen touristischen Gebieten Teutoburger Wald und Weserbergland eher Randgebiet sei. Darum ist es Sander wichtig, die digitalen Schnittstellen auszubauen. Mit seinem „historischen Markenkern“ verfüge Minden über Alleinstellungsmerkmale in NRW. Über Reenactment lasse sich Geschichte lebendig vermitteln. Damit könne Minden auf NRW-Ebene punkten. „NRW wirbt bundesweit sogar mit Mindener Angeboten“, sagt der Marketing-Mann. Zu den Punkten, mit denen die Region Touristen anziehen kann, zählt er das Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Die Schiffmühle sei ebenfalls beliebt. Bei Bustouristen komme die Schifffahrt kombiniert mit einer Stadtführung am besten an. Das Wertschöpfungspotenzial aus dem Tourismus habe für die Stadt Minden laut einer Hochrechnung vor Corona bei 70 Millionen Euro gelegen. Davon entfiel mit 60 Millionen Euro der größte Teil der Einnahmen auf Tagestouristen. Für den Kreis Minden-Lübbecke nennt Sander sogar 441 Millionen Euro jährlich.

Tourismus soll Potenzial von 70 Millionen Euro pro Jahr haben: Das ist das große Plus in Minden

Eine Schifffahrt auf der Weser und dem Mittellandkanal und dazu eine Stadtführung, das sind die Angebote, die die meisten Bustouristen nach Minden locken. Foto: MT-Archiv/Lehn © Lehn, Alexander

Minden. „Die Kanal-Weser-Fahrt ist für unsere Gäste einfach toll“, sagt Cordelia Peters, Geschäftsführerin eines Reisebüros in Lüdinghausen, das Tagesfahrten nach Minden im Programm hat. „Das sind zwei Stunden Fahrtzeit, das ist ideal“, sagt die Reise-Expertin. Ihre Fahrgäste seien vor allem Senioren, „die stöbern nicht von einem Geschäft ins nächste“. Wichtig sei darum, dass möglichst alle Angebote bequem mit dem Reisebus zu erreichen sind. „Unsere Gäste wollen einen schönen Tag haben, der muss nicht vollgestopft sein.“ Minden könne mit einer schönen Innenstadt punkten, dazu die Fußgängerbrücke und die Schiffmühle – das lasse sich alles zu Fuß erreichen, hebt sie einen weiteren Pluspunkt hervor. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal würde sie dagegen nicht ins Programm nehmen, weil es schwierig sei, das Denkmal mit dem eigenen Bus anzusteuern.

Peters hat im Sommer auch eine Expedienten-Reise mitgemacht, für die Marketing-Gesellschaften aus OWL ein gemeinsames Programm angeboten hatten. Dazu gehörten ein Stadtrundgang in Herford, Lemgo, Porta und Minden mit einer Schiffstour zum Schloss Benkhausen und schließlich noch Borgholzhausen und die dortige Lebkuchenproduktion, das Böckstiegel-Museum in Werther und die Ravensburg. „Das war ein tolles, gemischtes Programm“, urteilt die Reise-Anbieterin. Davon werde sie sicherlich das eine oder andere ins Programm nehmen. „Solche Reisen sind wichtig für uns, um Orte kennenzulernen. Ich nehme da immer viel mit, auch wenn man nicht alles sofort umsetzen kann.“

Das Tourismus-Geschäft in Minden ist nach Auskunft von Dr. Jörg Friedrich Sander durch Corona eingebrochen. Das Wertschöpfungspotenzial sei sicherlich um ein Drittel zurückgegangen. Die Stadtführungen seien von 12.000 im Vorjahr auf 3.000 im vergangenen Jahr zurückgegangen. Die Zahl der Besucher in der Tourist-Info sank von 33.000 auf knapp 20.000. „Die Stadtführungen liefen vor Corona super. Das baut sich jetzt langsam wieder auf“, sagt Sander. Auch die Führungen mit begrenzter Teilnehmerzahl fänden guten Zuspruch.


Nach der Krise müsse nun vor allem das Gastgeber-Verzeichnis überarbeitet werden. Es seien etwa 20 Prozent der Anbieter, überwiegend von Privatzimmern, ausgeschieden.

„Wir brauchen einen Reset nach Corona“, sagt Sander. Die Minden Marketing stehe darum in enger Verbindung mit dem Kreis, der als Schnittstelle zur Teutoburger-Wald-Touristik fungiere. Tatsache sei aber auch, dass Minden in den beiden großen touristischen Gebieten Teutoburger Wald und Weserbergland eher Randgebiet sei. Darum ist es Sander wichtig, die digitalen Schnittstellen auszubauen.

Mit seinem „historischen Markenkern“ verfüge Minden über Alleinstellungsmerkmale in NRW. Über Reenactment lasse sich Geschichte lebendig vermitteln. Damit könne Minden auf NRW-Ebene punkten. „NRW wirbt bundesweit sogar mit Mindener Angeboten“, sagt der Marketing-Mann.

Zu den Punkten, mit denen die Region Touristen anziehen kann, zählt er das Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Die Schiffmühle sei ebenfalls beliebt. Bei Bustouristen komme die Schifffahrt kombiniert mit einer Stadtführung am besten an.

Das Wertschöpfungspotenzial aus dem Tourismus habe für die Stadt Minden laut einer Hochrechnung vor Corona bei 70 Millionen Euro gelegen. Davon entfiel mit 60 Millionen Euro der größte Teil der Einnahmen auf Tagestouristen. Für den Kreis Minden-Lübbecke nennt Sander sogar 441 Millionen Euro jährlich.

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