Theaterstück thematisiert "häusliche Gewalt" Ursula Koch Minden. Zwischen Stehtisch, Couch und Schreibtisch ist Stella Ballare im einen Moment eine starke berufstätige Frau und liebevolle Oma, die über ihre eigene, wenig glückliche Kindheit nachdenkt. Im nächsten Moment ist sie bittende Ehefrau, der ihr Ehemann sowohl Geld verweigert, damit sie für sich und die Kinder etwas zu essen kaufen kann, als auch das Treffen mit der Freundin durchkreuzt. Dazwischen trägt die Schauspielerin in völlig neutralem Tonfall statistische Zahlen über Gewalt gegen Frauen und Mädchen vor. „Was wäre wenn...“ fragt Ballare mit dem ersten Theaterstück, das sie allein entwickelt hat. Die Mindenerin ist seit vielen Jahren als Mitglied der VHS-Theaterwerkstatt bekannt, tritt als Pantomimin auf und hat zusammen mit Birgit Klingsiek das Kinderstück „Käpt’n ausgestorben“ entwickelt. Seit 2001 ist sie außerdem als freiberufliche Theaterpädagogin tätig.Was wäre sie für ein Mensch, wenn sie ihre Träume hätte leben können? Das ist die Frage, die für sie hinter diesem Theaterstück steht. Für die Regie hat sie Julia Raphaela Müller gewonnen, die seit 2018 als Theaterpädagogin arbeitet. Das Thema häusliche Gewalt beschäftigt Ballare schon lange, einerseits durch eigene Erfahrungen, aber auch durch die Begleitung anderer Frauen. Sie ist ehrenamtlich für den Verein Wildwasser tätig und hat einige Jahre die Nachbereitung des pädagogischen Theaterstücks „Mein Körper gehört mir“, das in Schulen aufgeführt wird, geleitet. Sie habe sich lange mit dem Thema häusliche Gewalt beschäftigt, das mit den Lockdowns zusätzliche Brisanz erhalten habe. „Die Bühne ist mein Metier, wo ich etwas sagen kann“ sagt die Schauspielerin. Der Text habe sich ganz allmählich in ihrem Kopf geformt, bis sie ihn schließlich Anfang des Jahres aufgeschrieben habe. „Ich möchte Betroffenen Mut machen, sich helfen zu lassen“, sagt Ballare über ihre Motivation. Alle anderen Zuschauer möchte sie sensibilisieren, genau hinzuschauen. Ihr sei von Anfang an klar gewesen, dass es ein Ein-Personen-Stück werden müsse. Und sie wollte unbedingt eine Frau für die Regie. Julia Raphaela Müller habe sofort zugesagt, als sie ihr das Thema vorgestellt hat. „Sie weiß sofort, was ich meine“, schwärmt Ballare. „Das ist ein sehr intensives Stück. Das Publikum wird einbezogen, dadurch entsteht eine große Dichte“, sagt Müller. Immer dann, wenn es für die Bühnenfigur am schwierigsten wird, sind Brüche eingebaut. Etwa in Form von Kinderreimen oder Liedern, die zum Thema passen, etwa von Bettina Wegner, Hermann van Veen oder Klaus Hoffmann.Bei jeder Aufführung sind Frauen von Wildwasser dabei, um Zuschauerinnen auffangen zu können, betonen Ballare und Müller. Auch die Frauenberatungsstellen seien zu den Aufführungen eingeladen. Die Aufführungen haben sie bewusst in die landesweite Aktionswoche „Gegen Gewalt an Frauen“ gelegt, die vom 22. bis zum 27. November von Wildwasser auch im Kreis Minden-Lübbecke organisiert und von Oliver Roth mit einer Licht-Installation begleitet wird. „Was wäre wenn...“ wird am 26. und 27. November jeweils um 20 Uhr, und am 28. November um 18 Uhr im Jugendkreativzentrum Anne Frank aufgeführt. Karten sind im Vorverkauf im Bücherwurm erhältlich, können unter was.waere.wenn@mein.gmx reserviert werden oder sind an der Abendkasse erhältlich. Für den Besuch gilt die 3G-Regelung.

Theaterstück thematisiert "häusliche Gewalt"

Stella Ballare ist in „Was wäre wenn...“ Autorin und Schauspielerin in einer Person. MT-Foto: Ursula Koch

Minden. Zwischen Stehtisch, Couch und Schreibtisch ist Stella Ballare im einen Moment eine starke berufstätige Frau und liebevolle Oma, die über ihre eigene, wenig glückliche Kindheit nachdenkt. Im nächsten Moment ist sie bittende Ehefrau, der ihr Ehemann sowohl Geld verweigert, damit sie für sich und die Kinder etwas zu essen kaufen kann, als auch das Treffen mit der Freundin durchkreuzt. Dazwischen trägt die Schauspielerin in völlig neutralem Tonfall statistische Zahlen über Gewalt gegen Frauen und Mädchen vor.

„Was wäre wenn...“ fragt Ballare mit dem ersten Theaterstück, das sie allein entwickelt hat. Die Mindenerin ist seit vielen Jahren als Mitglied der VHS-Theaterwerkstatt bekannt, tritt als Pantomimin auf und hat zusammen mit Birgit Klingsiek das Kinderstück „Käpt’n ausgestorben“ entwickelt. Seit 2001 ist sie außerdem als freiberufliche Theaterpädagogin tätig.

Was wäre sie für ein Mensch, wenn sie ihre Träume hätte leben können? Das ist die Frage, die für sie hinter diesem Theaterstück steht. Für die Regie hat sie Julia Raphaela Müller gewonnen, die seit 2018 als Theaterpädagogin arbeitet.

Das Thema häusliche Gewalt beschäftigt Ballare schon lange, einerseits durch eigene Erfahrungen, aber auch durch die Begleitung anderer Frauen. Sie ist ehrenamtlich für den Verein Wildwasser tätig und hat einige Jahre die Nachbereitung des pädagogischen Theaterstücks „Mein Körper gehört mir“, das in Schulen aufgeführt wird, geleitet. Sie habe sich lange mit dem Thema häusliche Gewalt beschäftigt, das mit den Lockdowns zusätzliche Brisanz erhalten habe.


„Die Bühne ist mein Metier, wo ich etwas sagen kann“ sagt die Schauspielerin. Der Text habe sich ganz allmählich in ihrem Kopf geformt, bis sie ihn schließlich Anfang des Jahres aufgeschrieben habe. „Ich möchte Betroffenen Mut machen, sich helfen zu lassen“, sagt Ballare über ihre Motivation. Alle anderen Zuschauer möchte sie sensibilisieren, genau hinzuschauen.

Ihr sei von Anfang an klar gewesen, dass es ein Ein-Personen-Stück werden müsse. Und sie wollte unbedingt eine Frau für die Regie. Julia Raphaela Müller habe sofort zugesagt, als sie ihr das Thema vorgestellt hat. „Sie weiß sofort, was ich meine“, schwärmt Ballare. „Das ist ein sehr intensives Stück. Das Publikum wird einbezogen, dadurch entsteht eine große Dichte“, sagt Müller. Immer dann, wenn es für die Bühnenfigur am schwierigsten wird, sind Brüche eingebaut. Etwa in Form von Kinderreimen oder Liedern, die zum Thema passen, etwa von Bettina Wegner, Hermann van Veen oder Klaus Hoffmann.

Bei jeder Aufführung sind Frauen von Wildwasser dabei, um Zuschauerinnen auffangen zu können, betonen Ballare und Müller. Auch die Frauenberatungsstellen seien zu den Aufführungen eingeladen.

Die Aufführungen haben sie bewusst in die landesweite Aktionswoche „Gegen Gewalt an Frauen“ gelegt, die vom 22. bis zum 27. November von Wildwasser auch im Kreis Minden-Lübbecke organisiert und von Oliver Roth mit einer Licht-Installation begleitet wird.

„Was wäre wenn...“ wird am 26. und 27. November jeweils um 20 Uhr, und am 28. November um 18 Uhr im Jugendkreativzentrum Anne Frank aufgeführt. Karten sind im Vorverkauf im Bücherwurm erhältlich, können unter was.waere.wenn@mein.gmx reserviert werden oder sind an der Abendkasse erhältlich. Für den Besuch gilt die 3G-Regelung.

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