Termine werden ab Montag vergeben: So läuft die Corona-Impfung Anja Peper Minden. Schon Post bekommen? Bis gestern Mittag hatte Dieter Pohl noch nichts im Briefkasten. Aber weil er über 80 ist, wird er vermutlich bis Ende dieser Woche noch eine Einladung zur Corona-Impfung erhalten. Pohl zählt zur Gruppe mit der höchsten Priorität: Weil der Impfstoff knapp ist, sind 80-Jährige und Ältere sowie das Personal in Heimen und Kliniken zuerst an der Reihe. Für den Vorsitzenden des Mindener Seniorenbeirats ist es keine Frage: „Natürlich werde ich mich impfen lassen." Doch er ist auch skeptisch. Mit der bundeseinheitlichen Telefonnummer 116 117 (Ärztlicher Bereitschaftsdienst) hat er nicht nur gute Erfahrungen. Bundesweit werden impfwillige Senioren ab Montag versuchen, darüber einen Termin zu ergattern. Schon jetzt zeichnet sich ab: Wer bei der Terminvergabe anruft, wird sich auf Warteschleifen einrichten müssen. Das Problem beginnt mit dem knappen Impfstoff Der Impfstoff ist zu Anfang knapp. Grund dafür sind die hohe Nachfrage und die begrenzten Produktionskapazitäten. „Wir können nur so viele Termine vergeben, wie Impfstoff da ist – und dieser ist im Moment begrenzt." Das erklärt der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) in einer aktuellen Mitteilung. Weiter heißt es: „Jeder, der möchte, wird geimpft – nur eben nicht alle auf einmal." Wann jemand einen Termin bekommt, wann die weiteren priorisierten Personengruppen dran sind, welcher Impfstoff verimpft wird – all diese Fragen hängen in erster Linie von einem Faktor ab: der Verfügbarkeit. Hinzu kommt, dass der Impfstoff gekühlt werden muss. Der Hersteller liefert die Dosen in Trockeneisboxen bei den Heimen und Impfzentren aus. Bis zu fünf Tage kann der Impfstoff in handelsüblichen Kühlschränken bei zwei bis acht Grad aufbewahrt werden. Die Terminvergabe beginnt am 25. Januar Wer geimpft werden möchte, muss impfberechtigt sein. In der ersten Phase sind dies Menschen, die 80 Jahre oder älter sind. Die Impfung ist nur mit Termin möglich. Die Terminvergabe erfolgt in Westfalen-Lippe ab kommenden Montag, 25. Januar. Es gibt zwei Möglichkeiten: Die erste ist die Online-Buchung unter www.116117.de. Darüber hinaus werden Termine auch unter den kostenfreien Telefonnummern 116 117 und ausschließlich in Westfalen-Lippe auch unter 0800 116 117 02 (täglich von 8 bis 22 Uhr) vergeben. Wer sich für den Anruf entscheidet, muss Geduld mitbringen und in jedem Fall Wartezeiten einkalkulieren. Die KVWL rät außerdem: „Halten Sie am besten Stift und Papier bereit, um den Termin und ggfs. weitere Informationen zu notieren." Die Terminvereinbarung können auch Angehörige oder andere Vertrauenspersonen übernehmen. Um einen vollständigen Impfschutz zu gewährleisten, wird neben dem Termin für die Erstimpfung auch ein weiterer Termin für die zweite Schutzimpfung vereinbart. Die Impfung ist freiwillig und kostenlos. Was man zum Termin mitnehmen muss Im Impfzentrum wird zunächst die Impfberechtigung überprüft. Dazu müssen die Senioren ihren Personalausweis vorzeigen. Neben dem Ausweis sollten Bürger auch ihre elektronische Gesundheitskarte (Krankenkassenkarte) und ihren Impfpass mitbringen. „Außerdem sollten sie unbedingt einen Mund-Nasen-Schutz tragen, denn auch im Impfzentrum gelten die allgemeinen Hygienevorschriften während der Corona-Pandemie", schreibt die KVWL. Bevor es mit der Impfung losgeht, erhalten die Impflinge die Möglichkeit, sich noch einmal ausführlich über die Impfung zu informieren und sich von einem Arzt beraten zu lassen. Die Impfung wird dann von einem Arzt oder medizinisch geschultem Personal durchgeführt. Anschließend bleibt man noch etwa 30 Minuten zur Nachbeobachtung. Die Impfung wird in den Impfpass eingetragen, sollte dieser nicht vorhanden sein, erhalten die Bürger eine Impfbescheinigung. Der Biontech-Impfstoff wird in zwei Dosen innerhalb von drei Wochen verimpft, um sicherzugehen, dass ein Impfschutz gegen das Virus erreicht wird. Die zweite Impfung läuft wie die erste ab. 53 Impfzentren in NRW starten am 1. Februar Die 53 Impfzentren in Nordrhein-Westfalen nehmen am 1. Februar ihren Betrieb auf. Das gilt auch für das Impfzentrum für den Kreis Minden-Lübbecke in der Sporthalle Unterlübbe. Die örtlichen Gegebenheiten machen es möglich, die sechs vorgegebenen Impfstraßen unterzubringen ebenso wie die dazugehörigen Räumlichkeiten für Anmeldung und Nachbereitung. Es ist daher wichtig, Wartezeit einzuplanen. Nach der Anmeldung werden die Teilnehmer ausführlich von einem Arzt oder von einer Ärztin beraten. Dabei geht es sowohl um die medizinische Vorgeschichte als auch alle Fragen rund um die Impfung. An der Halle stehen rund 50 Parkplätze zur Verfügung. Idee aus der Stadt Winsen: Impfpaten Wie sollen die Leute nach Unterlübbe kommen? Auch zu der Frage wünscht sich der Mindener Seniorenbeirat zeitnah Antworten. Längst nicht jeder über 80-Jährige ist noch mobil. Wer schon etwas wackelig auf den Beinen ist, wird vermutlich auf Unterstützung angewiesen sein. Die Adresse des Impfzentrums ist Schulstraße 18, 32479 Hille-Unterlübbe. Wer grundsätzlich kein Auto zur Verfügung hat, kann den Bus nutzen. Laut Kreissprecherin Sabine Ohnesorge wird die Linie 513 nach regulärem Fahrplan direkt vor dem Impfzentrum in Unterlübbe halten. Die Linie fährt ab Minden ZOB im Stundentakt jeweils zur halben Stunde in Richtung Unterlübbe. Eine interessante Idee hat das Familienbüro der Stadt Winsen (Landkreis Harburg) entwickelt: Es vermittelt Impfpaten, berichtet NDR Info. Sie sollen alte Menschen unterstützen, wenn sie Termine für eine Corona-Impfung abmachen oder zum Impfen gefahren werden möchten.

Termine werden ab Montag vergeben: So läuft die Corona-Impfung

Wer geimpft werden möchte, muss impfberechtigt sein. In der ersten Phase sind dies Menschen, die 80 Jahre oder älter sind. Die Impfung ist nur mit Termin möglich. Symbolfoto: © imago images/ULMER Pressebildagentur

Minden. Schon Post bekommen? Bis gestern Mittag hatte Dieter Pohl noch nichts im Briefkasten. Aber weil er über 80 ist, wird er vermutlich bis Ende dieser Woche noch eine Einladung zur Corona-Impfung erhalten. Pohl zählt zur Gruppe mit der höchsten Priorität: Weil der Impfstoff knapp ist, sind 80-Jährige und Ältere sowie das Personal in Heimen und Kliniken zuerst an der Reihe. Für den Vorsitzenden des Mindener Seniorenbeirats ist es keine Frage: „Natürlich werde ich mich impfen lassen." Doch er ist auch skeptisch. Mit der bundeseinheitlichen Telefonnummer 116 117 (Ärztlicher Bereitschaftsdienst) hat er nicht nur gute Erfahrungen. Bundesweit werden impfwillige Senioren ab Montag versuchen, darüber einen Termin zu ergattern. Schon jetzt zeichnet sich ab: Wer bei der Terminvergabe anruft, wird sich auf Warteschleifen einrichten müssen.

Das Problem beginnt mit dem knappen Impfstoff

Der Impfstoff ist zu Anfang knapp. Grund dafür sind die hohe Nachfrage und die begrenzten Produktionskapazitäten. „Wir können nur so viele Termine vergeben, wie Impfstoff da ist – und dieser ist im Moment begrenzt." Das erklärt der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) in einer aktuellen Mitteilung. Weiter heißt es: „Jeder, der möchte, wird geimpft – nur eben nicht alle auf einmal." Wann jemand einen Termin bekommt, wann die weiteren priorisierten Personengruppen dran sind, welcher Impfstoff verimpft wird – all diese Fragen hängen in erster Linie von einem Faktor ab: der Verfügbarkeit. Hinzu kommt, dass der Impfstoff gekühlt werden muss. Der Hersteller liefert die Dosen in Trockeneisboxen bei den Heimen und Impfzentren aus. Bis zu fünf Tage kann der Impfstoff in handelsüblichen Kühlschränken bei zwei bis acht Grad aufbewahrt werden.

Vier Schritte für einen Piks: So läuft die Corona-Impfung ab. MT-Grafik: - © Alex Hoffmann
Vier Schritte für einen Piks: So läuft die Corona-Impfung ab. MT-Grafik: - © Alex Hoffmann

Die Terminvergabe beginnt am 25. Januar

Wer geimpft werden möchte, muss impfberechtigt sein. In der ersten Phase sind dies Menschen, die 80 Jahre oder älter sind. Die Impfung ist nur mit Termin möglich. Die Terminvergabe erfolgt in Westfalen-Lippe ab kommenden Montag, 25. Januar. Es gibt zwei Möglichkeiten: Die erste ist die Online-Buchung unter www.116117.de. Darüber hinaus werden Termine auch unter den kostenfreien Telefonnummern 116 117 und ausschließlich in Westfalen-Lippe auch unter 0800 116 117 02 (täglich von 8 bis 22 Uhr) vergeben. Wer sich für den Anruf entscheidet, muss Geduld mitbringen und in jedem Fall Wartezeiten einkalkulieren. Die KVWL rät außerdem: „Halten Sie am besten Stift und Papier bereit, um den Termin und ggfs. weitere Informationen zu notieren." Die Terminvereinbarung können auch Angehörige oder andere Vertrauenspersonen übernehmen. Um einen vollständigen Impfschutz zu gewährleisten, wird neben dem Termin für die Erstimpfung auch ein weiterer Termin für die zweite Schutzimpfung vereinbart. Die Impfung ist freiwillig und kostenlos.

Was man zum Termin mitnehmen muss

Im Impfzentrum wird zunächst die Impfberechtigung überprüft. Dazu müssen die Senioren ihren Personalausweis vorzeigen. Neben dem Ausweis sollten Bürger auch ihre elektronische Gesundheitskarte (Krankenkassenkarte) und ihren Impfpass mitbringen. „Außerdem sollten sie unbedingt einen Mund-Nasen-Schutz tragen, denn auch im Impfzentrum gelten die allgemeinen Hygienevorschriften während der Corona-Pandemie", schreibt die KVWL.

Bevor es mit der Impfung losgeht, erhalten die Impflinge die Möglichkeit, sich noch einmal ausführlich über die Impfung zu informieren und sich von einem Arzt beraten zu lassen. Die Impfung wird dann von einem Arzt oder medizinisch geschultem Personal durchgeführt. Anschließend bleibt man noch etwa 30 Minuten zur Nachbeobachtung. Die Impfung wird in den Impfpass eingetragen, sollte dieser nicht vorhanden sein, erhalten die Bürger eine Impfbescheinigung. Der Biontech-Impfstoff wird in zwei Dosen innerhalb von drei Wochen verimpft, um sicherzugehen, dass ein Impfschutz gegen das Virus erreicht wird. Die zweite Impfung läuft wie die erste ab.

53 Impfzentren in NRW starten am 1. Februar

Die 53 Impfzentren in Nordrhein-Westfalen nehmen am 1. Februar ihren Betrieb auf. Das gilt auch für das Impfzentrum für den Kreis Minden-Lübbecke in der Sporthalle Unterlübbe. Die örtlichen Gegebenheiten machen es möglich, die sechs vorgegebenen Impfstraßen unterzubringen ebenso wie die dazugehörigen Räumlichkeiten für Anmeldung und Nachbereitung. Es ist daher wichtig, Wartezeit einzuplanen. Nach der Anmeldung werden die Teilnehmer ausführlich von einem Arzt oder von einer Ärztin beraten. Dabei geht es sowohl um die medizinische Vorgeschichte als auch alle Fragen rund um die Impfung. An der Halle stehen rund 50 Parkplätze zur Verfügung.

Idee aus der Stadt Winsen: Impfpaten

Wie sollen die Leute nach Unterlübbe kommen? Auch zu der Frage wünscht sich der Mindener Seniorenbeirat zeitnah Antworten. Längst nicht jeder über 80-Jährige ist noch mobil. Wer schon etwas wackelig auf den Beinen ist, wird vermutlich auf Unterstützung angewiesen sein. Die Adresse des Impfzentrums ist Schulstraße 18, 32479 Hille-Unterlübbe. Wer grundsätzlich kein Auto zur Verfügung hat, kann den Bus nutzen. Laut Kreissprecherin Sabine Ohnesorge wird die Linie 513 nach regulärem Fahrplan direkt vor dem Impfzentrum in Unterlübbe halten. Die Linie fährt ab Minden ZOB im Stundentakt jeweils zur halben Stunde in Richtung Unterlübbe.

Eine interessante Idee hat das Familienbüro der Stadt Winsen (Landkreis Harburg) entwickelt: Es vermittelt Impfpaten, berichtet NDR Info. Sie sollen alte Menschen unterstützen, wenn sie Termine für eine Corona-Impfung abmachen oder zum Impfen gefahren werden möchten.

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