Tanzen auf vier Rädern: So war die erste Auto-Disco in Minden Kerstin Rickert Minden. Kreativ sein, mal etwas Anderes ausprobieren: In Zeiten von Corona entstehen auch ungewöhnliche Ideen – wie die, eine Auto-Disco zu veranstalten. Rund 1.000 Musikbegeisterte waren bei der alternativen Party auf vier Rädern am vergangenen Samstag auf Kanzlers Weide dabei – und hatten offensichtlich jede Menge Spaß. Dicht an dicht stehen rund 300 Autos vom Kleinwagen bis zum Van auf dem hinteren Teil der großen Freifläche nahe der Fußgängerbrücke. Maximal vier Personen sitzen in jedem Wagen. Die Autokennzeichen verraten, dass die Besucher aus fast ganz OWL und dem angrenzenden Niedersachsen kommen, aber auch aus Dortmund oder Gummersbach. Eine riesige Bühne ist im vorderen Bereich des abgesperrten Areals aufgebaut. Davor schießen bunt beleuchtete Wasserfontänen in die Höhe. DJs heizen die Stimmung an. Den Anfang macht DJ Morris. Der 29-Jährige ist auch Veranstalter der ersten Auto-Disco Minden, die beim Partyvolk ganz offensichtlich gut ankommt. Fast ein bisschen zu gut. Immer mal wieder wird die Musik von einer Durchsage unterbrochen: „Leute, bitte bleibt in Euren Autos.“ Fast alle haben die Fensterscheiben heruntergekurbelt. Der coronabedingte Partyverzicht in den vergangenen Wochen, das gute Wetter und die heißen Sounds von der Bühne, die über die Radiofrequenz 88,4 unmittelbar in den Autos empfangen werden, lassen den einen oder anderen Besucher schon mal ein wenig übermütig werden. Ein junger Mann sitzt im geöffneten Fenster seines Pkw und ist kaum zu bremsen. „Es kribbelt schon ganz schön, die Tanzfläche fehlt natürlich, um so richtig abzurocken. Aber was will man machen, es geht ja nicht anders“, sagt er, während sich sein ganzer Körper zur Musik bewegt. In einem Auto ein paar Meter weiter sitzen zwei Frauen, die auch gerne tanzen würden. Weil das im Wagen aber schlecht geht, ist für sie die Auto-Disco zwar „eine Alternative, die wir mal ausprobieren wollen, aber natürlich nicht dasselbe wie eine richtige Disco“. „Wir machen einfach das Beste draus“, lautet ihr Fazit. So sehen es wohl die meisten Besucher. Viele haben sich auf diesen Abend gut vorbereitet, sich mit Essen, Getränken und Partyutensilien eingedeckt. Auf einem Autodach werden Cocktails gemixt, aus einem Schiebedach ragt im Rhythmus der Musik buntes Wasserspielzeug in Form einer Palme und einer Gitarre empor. Von der Bühne und den Autos dröhnt Musik aus den Boxen, die auch immer mehr Neugierige anlockt. Veranstalter Morris Stegink bittet die ungebetenen Zaungäste zu gehen. Die Party darf nur im Auto gefeiert werden – diese Regel gilt für alle und ist Teil der Auflagen. Was allerdings ein paar ganz Gewiefte nicht davon abhält, hinter der Bühne im Auto „für lau“ mitzufeiern. Mittlerweile hat DJ Noel Holler aus Bielefeld übernommen und bringt die Menge mit elektronischen Festival-Sounds in Wallung. Seiner Aufforderung „Ich möchte alle Autos wackeln sehen“ kommt die Partygemeinde immer wieder gerne nach. Zu den Beats von Headliner DJ Fabian Farell tanzt die Blechlawine im Takt, Lichthupen begleiten eine eindrucksvolle Lasershow. Ab und zu drückt auch mal einer übermütig auf die Hupe, aber im Großen und Ganzen geht es gesittet zu und die Partygäste halten sich an die Regeln. Das bestätigt auch die Polizei, die den ganzen Abend vor Ort ist. „Keine besonderen Vorkommnisse, alles ist ohne Probleme verlaufen“, heißt es vonseiten der Kreispolizeibehörde auf MT-Nachfrage am Montag.

Tanzen auf vier Rädern: So war die erste Auto-Disco in Minden

Wasserfontänen, Laser und Musik sorgten am Samstag auf Kanzlers Weide für Partystimmung. Rund 1.000 Besucher feierten in ihren Fahrzeugen. Foto: Kerstin Rickert © Kerstin Rickert

Minden. Kreativ sein, mal etwas Anderes ausprobieren: In Zeiten von Corona entstehen auch ungewöhnliche Ideen – wie die, eine Auto-Disco zu veranstalten. Rund 1.000 Musikbegeisterte waren bei der alternativen Party auf vier Rädern am vergangenen Samstag auf Kanzlers Weide dabei – und hatten offensichtlich jede Menge Spaß.

Dicht an dicht stehen rund 300 Autos vom Kleinwagen bis zum Van auf dem hinteren Teil der großen Freifläche nahe der Fußgängerbrücke. Maximal vier Personen sitzen in jedem Wagen. Die Autokennzeichen verraten, dass die Besucher aus fast ganz OWL und dem angrenzenden Niedersachsen kommen, aber auch aus Dortmund oder Gummersbach.

Eine riesige Bühne ist im vorderen Bereich des abgesperrten Areals aufgebaut. Davor schießen bunt beleuchtete Wasserfontänen in die Höhe. DJs heizen die Stimmung an. Den Anfang macht DJ Morris. Der 29-Jährige ist auch Veranstalter der ersten Auto-Disco Minden, die beim Partyvolk ganz offensichtlich gut ankommt. Fast ein bisschen zu gut. Immer mal wieder wird die Musik von einer Durchsage unterbrochen: „Leute, bitte bleibt in Euren Autos.“

Fast alle haben die Fensterscheiben heruntergekurbelt. Der coronabedingte Partyverzicht in den vergangenen Wochen, das gute Wetter und die heißen Sounds von der Bühne, die über die Radiofrequenz 88,4 unmittelbar in den Autos empfangen werden, lassen den einen oder anderen Besucher schon mal ein wenig übermütig werden. Ein junger Mann sitzt im geöffneten Fenster seines Pkw und ist kaum zu bremsen. „Es kribbelt schon ganz schön, die Tanzfläche fehlt natürlich, um so richtig abzurocken. Aber was will man machen, es geht ja nicht anders“, sagt er, während sich sein ganzer Körper zur Musik bewegt. In einem Auto ein paar Meter weiter sitzen zwei Frauen, die auch gerne tanzen würden. Weil das im Wagen aber schlecht geht, ist für sie die Auto-Disco zwar „eine Alternative, die wir mal ausprobieren wollen, aber natürlich nicht dasselbe wie eine richtige Disco“. „Wir machen einfach das Beste draus“, lautet ihr Fazit. So sehen es wohl die meisten Besucher.

Viele haben sich auf diesen Abend gut vorbereitet, sich mit Essen, Getränken und Partyutensilien eingedeckt. Auf einem Autodach werden Cocktails gemixt, aus einem Schiebedach ragt im Rhythmus der Musik buntes Wasserspielzeug in Form einer Palme und einer Gitarre empor. Von der Bühne und den Autos dröhnt Musik aus den Boxen, die auch immer mehr Neugierige anlockt. Veranstalter Morris Stegink bittet die ungebetenen Zaungäste zu gehen. Die Party darf nur im Auto gefeiert werden – diese Regel gilt für alle und ist Teil der Auflagen. Was allerdings ein paar ganz Gewiefte nicht davon abhält, hinter der Bühne im Auto „für lau“ mitzufeiern.

Mittlerweile hat DJ Noel Holler aus Bielefeld übernommen und bringt die Menge mit elektronischen Festival-Sounds in Wallung. Seiner Aufforderung „Ich möchte alle Autos wackeln sehen“ kommt die Partygemeinde immer wieder gerne nach. Zu den Beats von Headliner DJ Fabian Farell tanzt die Blechlawine im Takt, Lichthupen begleiten eine eindrucksvolle Lasershow. Ab und zu drückt auch mal einer übermütig auf die Hupe, aber im Großen und Ganzen geht es gesittet zu und die Partygäste halten sich an die Regeln.

Das bestätigt auch die Polizei, die den ganzen Abend vor Ort ist. „Keine besonderen Vorkommnisse, alles ist ohne Probleme verlaufen“, heißt es vonseiten der Kreispolizeibehörde auf MT-Nachfrage am Montag.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Weiterlesen in Minden
Wählen Sie ein Thema