Streifzug durch die Testwelt: Eine Anmeldung ist sinnvoll, Wartezeiten erspart sie nicht immer Sebastian Külbel,Malina Reckordt,Stefan Koch,Carsten Korfesmeyer Minden. Im grauen Corona-Alltag ist der Besuch im Testzentrum vielleicht kein Lichtblick, aber doch ein kleiner Farbtupfer. In Hinterhöfen, auf Großparkplätzen oder gar mitten in einer Diskothek haben Apotheken, Kliniken und private Betreiber ihre Zelte und Kabinen aufgebaut, in denen sich seitdem eine kleine Erfolgsgeschichte entwickelt hat. Auch wenn mittlerweile viele Dinge wieder ohne Tests möglich sind, sind die Zentren zum Teil des Alltags geworden. Ein Alltag, den viele gerne hinter sich lassen würden, der aber trotzdem manches Erlebnis für den Small Talk bei der ersten Party seit vielen Monaten bietet. Wer war schließlich schon einmal vormittags auf der Tanzfläche des Adiamo? Und wann hat man sonst die Gelegenheit, Nasenabstriche zu vergleichen? Und wenn die Prozedur auch mitunter unangenehm ist, kann vielleicht der Blick auf einen Badesee entschädigen. Ein Streifzug durch die Testzentren in Minden und Umgebung. Bürgertesten Königstraße Gleich neben der Notfalldienst-Praxis hinter der Apotheke ist das kostenlose Bürgertesten (Königsstraße 116a) der Apothekerverbände Westfalen-Lippe untergebracht. Die Homepage zur Anmeldung ist auf der Liste des Kreises Minden-Lübbecke zu finden. Minutengenau lässt sich ein Schnelltest buchen: Die Angabe von Name, Alter, Adresse, E-Mail und Telefonnummer über das Smartphone genügt. Am Ende kommt eine E-Mail mit dem Hinweis auf eine erfolgreiche Buchung samt QR-Code für die Registrierung am Testort. Wer sich aber zur weiteren Registrierung auf die Corona-Warn-App der Bundesregierung lotsen lässt, tritt voll in den Fettnapf. Dort muss man in die Datenverarbeitung einwilligen, die AGBs anerkennen, einen Fragebogen zum Gesundheitszustand abhaken und unterschreiben – alles wohlgemerkt auf dem kleinen Smartphone-Display. Am Ende stellt der Testwillige fest, dass die Fummelei auch noch überflüssig war. Am gebuchten Tag um 9.12 Uhr ist der Andrang im Testzentrum an der Königstraße gering. Die freundliche Mitarbeiterin am Empfang erklärt, dass sie den QR-Code gar nicht brauche. Sie bittet lediglich um eine digitale Unterschrift auf einem Display. Damit sind alle Erklärungen zum Einverständnis der Untersuchung und zum eigenen Gesundheitszustand unterschrieben. Nur drei Minuten dauert die Wartezeit, bis das Stäbchen in einem Behandlungsraum in die Nase geschoben wird. Dort muss man warten, bis sich der Indikatorstreifen rot einfärbt und die Helferin erklärt, dass der Test funktioniert habe. Das Ergebnis kommt per E-Mail und wird mit einem PIN-Code entsperrt. Wer will, kann auch einfach zehn Minuten vor Ort auf den Befund warten. Diskothek AdiamoBad Oeynhausen Das Tor zur Alltagsflucht ist zurzeit genau das Gegenteil: Wer früher die Diskothek Adiamo im Bad Oeynhausener Kurpark betrat, wollte feiern, tanzen und die Welt da draußen vergessen. Zurzeit ist der Weg durch den Kellereingang am Rande des Kurhauses aber eine Möglichkeit, die Welt da draußen wieder erleben zu dürfen. Seit dem 10. Mai bietet der Betreiber des Dance-Clubs ein Schnelltest-Zentrum an – oder eigentlich sogar zwei. Wer das Ambiente des Kurhauses erleben will, nimmt als Fußgänger den Weg durch die Disco. Wer es eilig hat, kann sich auch im Auto auf dem Parkplatz davor testen lassen. Mehr Erlebnis bietet allerdings der Weg ins Kurhaus. Wo sonst die Garderobe die Jacken und Mäntel der Partygänger verwahrt, ist jetzt die Anmeldung für die Test-Besucher. Wer vorher die „PassGo“-App herunterlädt, kann noch leichter mit dem Handy einchecken. Der Weg zum Test führt die Treppe hoch, hinein in das mondäne Gewölbe, Pfeile zeigen den Weg bis zur Tanzfläche, wo die Testkabinen stehen. Wartezeiten gibt es kaum, geschultes Personal scheint an diesem Samstagvormittag genug vorhanden. Im Angebot sind der Nasenflügelabstrich oder ein Test via Speichelprobe – besonders bei Kindern eine gute Option. Wer nicht per App angemeldet ist, wartet auf das Ergebnis etwa 15 Minuten an der Bar – leider ohne Getränk. Alle anderen können schon einmal durch den Kurpark in Richtung Innenstadt spazieren, bis der Bescheid auf dem Handy ankommt. In der App erscheint er übrigens als 24-Stunden-Countdown – ein zeitlich begrenztes Ticket in die neue Freiheit. Drive-in-Zentrum Kanzlers Weide Das Drive-in-Zentrum auf Kanzlers Weide ist eine von mittlerweile sieben Einrichtungen der Mühlenkreiskliniken für Schnelltests in größerer Zahl. Täglich, auch am Wochenende, läuft in einem breiten Zeitfenster von 6 bis 20.30 Uhr die Massenabfertigung über zwei Stationen für Autofahrer, Radler und Fußgänger gleichermaßen. Das Personal sorgt für einen effizienten Ablauf und improvisiert professionell bei Computerpannen, um Stockungen, so weit es geht, zu unterbinden. Und dennoch berichtet das Sicherheitspersonal von Respektlosigkeit und aggressivem Verhalten einiger weniger Besucher. Dabei ist die Anmeldung zum Schnelltest einfach zu erledigen: Auf der Homepage der Mühlenkreiskliniken wählt der Interessent das Testzentrum seiner Wahl aus, sucht sich einen der vielen freien Termine, registriert sich und schickt die Anmeldung ab. Zurück kommt ein QR-Code mit den Anmeldedaten. Der ist zusammen mit dem Personalausweis bei der Anmeldung vorzulegen. Wer mit dem Auto kommt, muss mitunter in einer langen Schlange Geduld beweisen. Länger als eine halbe Stunde ist die Wartezeit aber selten. Wer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, stellt sich am Nebeneingang auf und kommt schneller dran. Nach der Überprüfung ist der Test in einem offenen Zelt eine Sache von wenigen Minuten. Um die 2.000 Personen werden pro Tag in der Woche durch das Drive-in auf Kanzlers Weide geschleust; an Samstagen sind es bis zu 3.000. Wie Christian Busse, Pressesprecher der Mühlenkreiskliniken, erklärt, ist es in der Zeit zwischen 16 und 20 Uhr am vollsten, weil die Leute nach der Arbeit noch zum Testen kommen. Zwischen 6 und 8 Uhr ist es dagegen leer. Bürgertesten Stifts-Apotheke Das Buchungsportal der Apothekerverbände verweist auch auf die Stifts-Apotheke an der Stiftsallee. Dort sollte man sich schon mehrere Tage vorher einen Termin suchen. Denn trotz der peripheren Lage gibt es eine Stammkundschaft, die Testkapazitäten belegt. Buchungen sind übrigens auch über die Homepage der Apotheke möglich. Was stört: Wer vorbeikommen will, muss die ausgefüllte Einverständniserklärung für den Schnelltest und das Selbsteinschätzungsformular ausdrucken und ausgefüllt mitbringen. Aber wer hat schon einen Drucker in der Tasche, wenn er sich mobil anmeldet? Zur Anmeldung für den Schnelltest ist im Hinterhof ein Partyzelt aufgebaut. Hier sind die Buchungsbestätigung auf dem Smartphone und der Personalausweis gefragt. Und: Es gibt einen Drucker für Formulare, sodass – etwas umständlich – die fehlenden Angaben nachgereicht werden können. Getestet wird in der Diele des Hintereingangs der Stifts-Apotheke. Während der Proband steht, kreist ihm im rechten und linken Nasenloch, nur bis knapp hinter die Nasenmuschel geschoben, das Stäbchen über die Schleimhaut. Ein Nies-, Würge- oder Hustenreiz kommt dabei nicht auf. Nach nicht einmal zehn Minuten kann der Gast das Testzentrum an der Stiftsallee verlassen, eine halbe Stunde später kommt das Ergebnis bei ihm an. Testzentrum am Badesee Lahde Viele Menschen, die in den vergangenen Wochen den Badesee Lahde aufgesucht haben, waren nicht zum Schwimmen oder Sonnenbaden da, sondern für einen Corona-Schnelltest. Wie in anderen Testzentren auch, muss man vorher online einen Termin buchen. Beim Testbesuch an einem späten Nachmittag war wenig los, sodass man nach der Anmeldung direkt zum Testbereich vorfahren konnte. Neben dem üblichen Nasen-Abstrich ist dort auch ein Spucktest möglich. Auf Anweisung der Mitarbeiterin müssen Nutzer vorher drei Mal kräftig husten und anschließend in ein kleines Plastikgefäß spucken – besonders praktisch für Kinder oder empfindliche Nasen. Tränende Augen und Niesanfälle sind hier keine lästige Begleiterscheinung. Und damit sich die Fahrt zum Badesee auch lohnt, kann man anschließend in der Beach Bar noch das eine oder andere Kaltgetränk genießen. Testzentrum am Porta-Markt Termine für den Corona-Schelltest gibt es im Barkhauser Gewerbegebiet relativ zeitnah. In der Regel muss am Testzentrum auf dem östlichen Parkplatz der Firma Porta-Möbel auch niemand lange warten. Trotzdem empfiehlt es sich, vorab einen Termin zu buchen. Das geschieht über die Internetseite drk-barkhausen.de. Dort werden die persönlichen Daten abgefragt und dann können die Besucher ihren Wunschtermin auswählen. Die Bestätigung per E-Mail mit dem QR-Code zur Anmeldung folgt innerhalb weniger Sekunden. Wer mit dem Auto auf das Gelände fährt, bekommt vom Personal eine der beiden Teststraßen zugewiesen. Die sind mit einem Zelt überdacht und wer an der Reihe ist, bekommt ein Teststäbchen vorsichtig in die Nase gesteckt. Das klappt problemlos und MT-Informationen zufolge hat es auch noch keine Beschwerden gegeben. Jeder Test dauert pro Person nur etwa 30 Sekunden. Ein voll besetzter Pkw ist somit nach zweieinhalb Minuten durchgetestet. Spontane Termine sind im Testzentrum am Porta-Markt auch möglich, seit Kurzem ist das Gelände täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Es geht entspannt und stressfrei zu. Wer kein Auto dabeihat, kann in einem separaten Zelt „zu Fuß“ getestet werden. Das Ergebnis wird nach 20 Minuten versprochen – meistens kommt es eher. Bürgertesten Minden-City Morgens, 9.12 Uhr, mitten in der Woche: Es herrscht Hochbetrieb beim Bürgertesten Minden-City am Scharn. Auch hier bieten die Apothekerverbände Westfalen-Lippe kostenlose Schnelltests an. „Covid 19 Bürger-Testen“ steht in Rot auf Gelb vor der Schiebetür. Flatterband säumt den Zugang mit der Aufschrift „Hier warten angemeldete Personen“. Davor geht es wuselig zu. Mehrere Menschen stehen vor der Tür. Einige haben sich spontan angemeldet, andere hatten über die Online-plattform einen freien Termin gebucht. Herein darf immer nur eine Person. Auch drinnen ist es voll, weil zwei Testkabinen gleichzeitig in den ehemaligen Räumen der Apotheke am Scharn betrieben werden. Niemand will einen QR-Code sehen – es reichen der Personalausweis und die digitale Unterschrift für die Erklärungen, weil die persönlichen Daten schon durch die Onlineanmeldung vorliegen. Nach dem Abstrich folgt auch hier eine Wartezeit für den Fall, dass der Test nicht funktioniert hat. Schon am frühen Morgen wirken die Mitarbeiterinnen im Testzentrum gestresst, denn der Andrang nimmt noch vor der Ladenöffnung spürbar zu. Das zeigt, dass es in der Einkaufsmeile eigentlich mehr Testkapazitäten geben müsste.

Streifzug durch die Testwelt: Eine Anmeldung ist sinnvoll, Wartezeiten erspart sie nicht immer

Das Testzentrum auf Kanzlers Weide. MT-Foto: © Alex Lehn

Minden. Im grauen Corona-Alltag ist der Besuch im Testzentrum vielleicht kein Lichtblick, aber doch ein kleiner Farbtupfer. In Hinterhöfen, auf Großparkplätzen oder gar mitten in einer Diskothek haben Apotheken, Kliniken und private Betreiber ihre Zelte und Kabinen aufgebaut, in denen sich seitdem eine kleine Erfolgsgeschichte entwickelt hat.

Auch wenn mittlerweile viele Dinge wieder ohne Tests möglich sind, sind die Zentren zum Teil des Alltags geworden. Ein Alltag, den viele gerne hinter sich lassen würden, der aber trotzdem manches Erlebnis für den Small Talk bei der ersten Party seit vielen Monaten bietet. Wer war schließlich schon einmal vormittags auf der Tanzfläche des Adiamo? Und wann hat man sonst die Gelegenheit, Nasenabstriche zu vergleichen? Und wenn die Prozedur auch mitunter unangenehm ist, kann vielleicht der Blick auf einen Badesee entschädigen. Ein Streifzug durch die Testzentren in Minden und Umgebung.

Bürgertesten Königstraße

Malina Reckordt

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Gleich neben der Notfalldienst-Praxis hinter der Apotheke ist das kostenlose Bürgertesten (Königsstraße 116a) der Apothekerverbände Westfalen-Lippe untergebracht. Die Homepage zur Anmeldung ist auf der Liste des Kreises Minden-Lübbecke zu finden. Minutengenau lässt sich ein Schnelltest buchen: Die Angabe von Name, Alter, Adresse, E-Mail und Telefonnummer über das Smartphone genügt. Am Ende kommt eine E-Mail mit dem Hinweis auf eine erfolgreiche Buchung samt QR-Code für die Registrierung am Testort.

Wer sich aber zur weiteren Registrierung auf die Corona-Warn-App der Bundesregierung lotsen lässt, tritt voll in den Fettnapf. Dort muss man in die Datenverarbeitung einwilligen, die AGBs anerkennen, einen Fragebogen zum Gesundheitszustand abhaken und unterschreiben – alles wohlgemerkt auf dem kleinen Smartphone-Display. Am Ende stellt der Testwillige fest, dass die Fummelei auch noch überflüssig war.

Am gebuchten Tag um 9.12 Uhr ist der Andrang im Testzentrum an der Königstraße gering. Die freundliche Mitarbeiterin am Empfang erklärt, dass sie den QR-Code gar nicht brauche. Sie bittet lediglich um eine digitale Unterschrift auf einem Display. Damit sind alle Erklärungen zum Einverständnis der Untersuchung und zum eigenen Gesundheitszustand unterschrieben. Nur drei Minuten dauert die Wartezeit, bis das Stäbchen in einem Behandlungsraum in die Nase geschoben wird. Dort muss man warten, bis sich der Indikatorstreifen rot einfärbt und die Helferin erklärt, dass der Test funktioniert habe. Das Ergebnis kommt per E-Mail und wird mit einem PIN-Code entsperrt. Wer will, kann auch einfach zehn Minuten vor Ort auf den Befund warten.

Diskothek AdiamoBad Oeynhausen

Das Tor zur Alltagsflucht ist zurzeit genau das Gegenteil: Wer früher die Diskothek Adiamo im Bad Oeynhausener Kurpark betrat, wollte feiern, tanzen und die Welt da draußen vergessen. Zurzeit ist der Weg durch den Kellereingang am Rande des Kurhauses aber eine Möglichkeit, die Welt da draußen wieder erleben zu dürfen. Seit dem 10. Mai bietet der Betreiber des Dance-Clubs ein Schnelltest-Zentrum an – oder eigentlich sogar zwei. Wer das Ambiente des Kurhauses erleben will, nimmt als Fußgänger den Weg durch die Disco. Wer es eilig hat, kann sich auch im Auto auf dem Parkplatz davor testen lassen.

Mehr Erlebnis bietet allerdings der Weg ins Kurhaus. Wo sonst die Garderobe die Jacken und Mäntel der Partygänger verwahrt, ist jetzt die Anmeldung für die Test-Besucher. Wer vorher die „PassGo“-App herunterlädt, kann noch leichter mit dem Handy einchecken. Der Weg zum Test führt die Treppe hoch, hinein in das mondäne Gewölbe, Pfeile zeigen den Weg bis zur Tanzfläche, wo die Testkabinen stehen. Wartezeiten gibt es kaum, geschultes Personal scheint an diesem Samstagvormittag genug vorhanden. Im Angebot sind der Nasenflügelabstrich oder ein Test via Speichelprobe – besonders bei Kindern eine gute Option.

Wer nicht per App angemeldet ist, wartet auf das Ergebnis etwa 15 Minuten an der Bar – leider ohne Getränk. Alle anderen können schon einmal durch den Kurpark in Richtung Innenstadt spazieren, bis der Bescheid auf dem Handy ankommt. In der App erscheint er übrigens als 24-Stunden-Countdown – ein zeitlich begrenztes Ticket in die neue Freiheit.

Drive-in-Zentrum Kanzlers Weide

Das Drive-in-Zentrum auf Kanzlers Weide ist eine von mittlerweile sieben Einrichtungen der Mühlenkreiskliniken für Schnelltests in größerer Zahl. Täglich, auch am Wochenende, läuft in einem breiten Zeitfenster von 6 bis 20.30 Uhr die Massenabfertigung über zwei Stationen für Autofahrer, Radler und Fußgänger gleichermaßen. Das Personal sorgt für einen effizienten Ablauf und improvisiert professionell bei Computerpannen, um Stockungen, so weit es geht, zu unterbinden. Und dennoch berichtet das Sicherheitspersonal von Respektlosigkeit und aggressivem Verhalten einiger weniger Besucher.

Dabei ist die Anmeldung zum Schnelltest einfach zu erledigen: Auf der Homepage der Mühlenkreiskliniken wählt der Interessent das Testzentrum seiner Wahl aus, sucht sich einen der vielen freien Termine, registriert sich und schickt die Anmeldung ab. Zurück kommt ein QR-Code mit den Anmeldedaten. Der ist zusammen mit dem Personalausweis bei der Anmeldung vorzulegen. Wer mit dem Auto kommt, muss mitunter in einer langen Schlange Geduld beweisen. Länger als eine halbe Stunde ist die Wartezeit aber selten. Wer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, stellt sich am Nebeneingang auf und kommt schneller dran. Nach der Überprüfung ist der Test in einem offenen Zelt eine Sache von wenigen Minuten.

Um die 2.000 Personen werden pro Tag in der Woche durch das Drive-in auf Kanzlers Weide geschleust; an Samstagen sind es bis zu 3.000. Wie Christian Busse, Pressesprecher der Mühlenkreiskliniken, erklärt, ist es in der Zeit zwischen 16 und 20 Uhr am vollsten, weil die Leute nach der Arbeit noch zum Testen kommen. Zwischen 6 und 8 Uhr ist es dagegen leer.

Bürgertesten Stifts-Apotheke

Das Buchungsportal der Apothekerverbände verweist auch auf die Stifts-Apotheke an der Stiftsallee. Dort sollte man sich schon mehrere Tage vorher einen Termin suchen. Denn trotz der peripheren Lage gibt es eine Stammkundschaft, die Testkapazitäten belegt. Buchungen sind übrigens auch über die Homepage der Apotheke möglich. Was stört: Wer vorbeikommen will, muss die ausgefüllte Einverständniserklärung für den Schnelltest und das Selbsteinschätzungsformular ausdrucken und ausgefüllt mitbringen. Aber wer hat schon einen Drucker in der Tasche, wenn er sich mobil anmeldet?

Zur Anmeldung für den Schnelltest ist im Hinterhof ein Partyzelt aufgebaut. Hier sind die Buchungsbestätigung auf dem Smartphone und der Personalausweis gefragt. Und: Es gibt einen Drucker für Formulare, sodass – etwas umständlich – die fehlenden Angaben nachgereicht werden können. Getestet wird in der Diele des Hintereingangs der Stifts-Apotheke. Während der Proband steht, kreist ihm im rechten und linken Nasenloch, nur bis knapp hinter die Nasenmuschel geschoben, das Stäbchen über die Schleimhaut. Ein Nies-, Würge- oder Hustenreiz kommt dabei nicht auf. Nach nicht einmal zehn Minuten kann der Gast das Testzentrum an der Stiftsallee verlassen, eine halbe Stunde später kommt das Ergebnis bei ihm an.

Testzentrum am Badesee Lahde

Viele Menschen, die in den vergangenen Wochen den Badesee Lahde aufgesucht haben, waren nicht zum Schwimmen oder Sonnenbaden da, sondern für einen Corona-Schnelltest. Wie in anderen Testzentren auch, muss man vorher online einen Termin buchen.

Beim Testbesuch an einem späten Nachmittag war wenig los, sodass man nach der Anmeldung direkt zum Testbereich vorfahren konnte. Neben dem üblichen Nasen-Abstrich ist dort auch ein Spucktest möglich. Auf Anweisung der Mitarbeiterin müssen Nutzer vorher drei Mal kräftig husten und anschließend in ein kleines Plastikgefäß spucken – besonders praktisch für Kinder oder empfindliche Nasen. Tränende Augen und Niesanfälle sind hier keine lästige Begleiterscheinung.

Und damit sich die Fahrt zum Badesee auch lohnt, kann man anschließend in der Beach Bar noch das eine oder andere Kaltgetränk genießen.

Testzentrum am Porta-Markt

Termine für den Corona-Schelltest gibt es im Barkhauser Gewerbegebiet relativ zeitnah. In der Regel muss am Testzentrum auf dem östlichen Parkplatz der Firma Porta-Möbel auch niemand lange warten. Trotzdem empfiehlt es sich, vorab einen Termin zu buchen. Das geschieht über die Internetseite drk-barkhausen.de. Dort werden die persönlichen Daten abgefragt und dann können die Besucher ihren Wunschtermin auswählen. Die Bestätigung per E-Mail mit dem QR-Code zur Anmeldung folgt innerhalb weniger Sekunden.

Wer mit dem Auto auf das Gelände fährt, bekommt vom Personal eine der beiden Teststraßen zugewiesen. Die sind mit einem Zelt überdacht und wer an der Reihe ist, bekommt ein Teststäbchen vorsichtig in die Nase gesteckt. Das klappt problemlos und MT-Informationen zufolge hat es auch noch keine Beschwerden gegeben. Jeder Test dauert pro Person nur etwa 30 Sekunden. Ein voll besetzter Pkw ist somit nach zweieinhalb Minuten durchgetestet.

Spontane Termine sind im Testzentrum am Porta-Markt auch möglich, seit Kurzem ist das Gelände täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Es geht entspannt und stressfrei zu. Wer kein Auto dabeihat, kann in einem separaten Zelt „zu Fuß“ getestet werden. Das Ergebnis wird nach 20 Minuten versprochen – meistens kommt es eher.

Bürgertesten Minden-City

Morgens, 9.12 Uhr, mitten in der Woche: Es herrscht Hochbetrieb beim Bürgertesten Minden-City am Scharn. Auch hier bieten die Apothekerverbände Westfalen-Lippe kostenlose Schnelltests an. „Covid 19 Bürger-Testen“ steht in Rot auf Gelb vor der Schiebetür. Flatterband säumt den Zugang mit der Aufschrift „Hier warten angemeldete Personen“. Davor geht es wuselig zu. Mehrere Menschen stehen vor der Tür. Einige haben sich spontan angemeldet, andere hatten über die Online-plattform einen freien Termin gebucht. Herein darf immer nur eine Person.

Auch drinnen ist es voll, weil zwei Testkabinen gleichzeitig in den ehemaligen Räumen der Apotheke am Scharn betrieben werden. Niemand will einen QR-Code sehen – es reichen der Personalausweis und die digitale Unterschrift für die Erklärungen, weil die persönlichen Daten schon durch die Onlineanmeldung vorliegen. Nach dem Abstrich folgt auch hier eine Wartezeit für den Fall, dass der Test nicht funktioniert hat.

Schon am frühen Morgen wirken die Mitarbeiterinnen im Testzentrum gestresst, denn der Andrang nimmt noch vor der Ladenöffnung spürbar zu. Das zeigt, dass es in der Einkaufsmeile eigentlich mehr Testkapazitäten geben müsste.

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