Straßen abgeriegelt, SEK im Einsatz: Spektakulärer Gefangenentransport durch Minden Patrick Schwemling Minden. Ein Großaufgebot der Polizei, abgesperrte Straßen und drei schwarze Fahrzeuge eines Sondereinsatzkommandos haben am frühen Samstagnachmittag gegen 14.45 Uhr für Aufsehen rund um die Mindener Polizeiwache gesorgt. Am Tag danach ist klar: ein Gefangenentransport eines am Freitagabend im Kreis Minden-Lübbecke verhafteten 45-jährigen Mannes ist der Hintergrund für den spektakulären und öffentlichkeitswirksamen Einsatz. Ermittler des Landeskriminalamts in Hamburg hatten am Freitagabend zunächst einen 45-Jährigen im Kreisgebiet festgenommen. Nähere Angaben zum Festnahmeort machte Polizei-Pressesprecher Ralf Steinmeyer gegenüber dem MT nicht. Laut Polizeiangaben soll es sich bei dem Tatverdächtigen um einen Mann mit deutscher Staatsangehörigkeit handeln. Gegen den 45-Jährige wurde im Rahmen eines größeren Verfahrens wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt. Zuständig seien laut Steinmeyer das LKA Hamburg sowie die Staatsanwaltschaft Hamburg. Die Nacht verbrachte der 45-jährige Deutsche in Polizeigewahrsam in der Mindener Polizeiwache an der Marienstraße. Am Samstag wurde der Mann in Begleitung von Spezialeinheiten in einem Gefangenentransporter in eine Bielefelder JVA gebracht. Dort sitzt er aktuell in Untersuchungshaft. Augenzeugen berichteten gegenüber dem MT von einer großflächigen Absperrung im Bereich der Ringstraße, Marienstraße bis hin zur Nordbrücke. „An der Kreuzung Ringstraße/Marienstraße standen überall Polizeiwagen. Wir wurden umgeleitet und haben auch an den weiteren Straßen etlichen Streifen gesehen, die alle Zufahrten absperrten", sagte eine Augenzeugin. Dabei habe sie auch drei schwarze Fahrzeuge mit Blaulicht gesehen, bei denen es sich mutmaßlich um die Kräfte des SEK‘s handelte. Weitere Zeugen hatten beobachtet, dass die Mindener Wache von Polizisten mit Maschinenpistolen gesichert wurden. Über die Details vor Ort konnte Steinmeyer keine Angaben machen, sagte jedoch, dass es sich nicht um einen alltäglichen Einsatz handelte. Warum eine Verlegung eines Gefangenen wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz einen solch spektakulären und unter höchsten Sicherheitsmaßnahmen durchgeführten Einsatz erfordert hat, wirft jedoch Fragen auf - und ist laut MT-Informationen mehr als ungewöhnlich. Solche Maßnahmen würden beispielsweise ergriffen, wenn die Polizei die Gefahr als möglich erachtet, dass der Gefangene durch Dritte gewaltsam befreit werden könnte. Diese Art der Einsätze mit zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen würden vor allem im Bereich der islamistischen Gefährder, dem Bereich der organisierten Kriminalität oder der Rockerkriminalität vorkommen. Die Polizei-Leitstelle bestätigte am Samstag gegen 15.30 Uhr zunächst lediglich den Einsatz, machte aber zunächst keine weiteren Angaben zu dem Sachverhalt. Mindens Polizeisprecher Ralf Steinmeyer bestätigte dann am Sonntagmorgen entsprechende MT-Informationen zu der Festnahme des Mannes. Sowohl die Mindener Leitstelle, als auch Steinmeyer teilten auf MT-Anfrage mit, dass mit weiteren Informationen nicht vor Montag zu rechnen sei - und diese über das Landeskriminalamt Hamburg herausgegeben würden. In der letzten Zeit hatte es im Mühlenkreis auffällig viele, größere Einsätze in Zusammenhang mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und organisierter Kriminalität gegeben. So wurden im April Anwesen in Minden und Bad Oeynhausen durchsucht und dabei mehrere tatverdächtige Personen festgenommen. Ebenso wurden in Petershagen und dem niedersächsischen Sachsenhagen große Drogenplantagen entdeckt. Auch hatte die Polizei im Mai nach einem Drogendeal in der Mindener Innenstadt vier Männer festgenommen. Ob es bei all diesen Einsätzen eine Verbindung zu dem neuesten Fall gibt, ist unklar.

Straßen abgeriegelt, SEK im Einsatz: Spektakulärer Gefangenentransport durch Minden

Der 45-jährige Mann wurde unter höchsten Sicherheitsauflagen aus dem Gewahrsam der Mindener Wache an der Marienstraße in eine JVA in Bielefeld verlegt. MT-Archivfoto: © Patrick Schwemling

Minden. Ein Großaufgebot der Polizei, abgesperrte Straßen und drei schwarze Fahrzeuge eines Sondereinsatzkommandos haben am frühen Samstagnachmittag gegen 14.45 Uhr für Aufsehen rund um die Mindener Polizeiwache gesorgt. Am Tag danach ist klar: ein Gefangenentransport eines am Freitagabend im Kreis Minden-Lübbecke verhafteten 45-jährigen Mannes ist der Hintergrund für den spektakulären und öffentlichkeitswirksamen Einsatz.

Ermittler des Landeskriminalamts in Hamburg hatten am Freitagabend zunächst einen 45-Jährigen im Kreisgebiet festgenommen. Nähere Angaben zum Festnahmeort machte Polizei-Pressesprecher Ralf Steinmeyer gegenüber dem MT nicht. Laut Polizeiangaben soll es sich bei dem Tatverdächtigen um einen Mann mit deutscher Staatsangehörigkeit handeln. Gegen den 45-Jährige wurde im Rahmen eines größeren Verfahrens wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt. Zuständig seien laut Steinmeyer das LKA Hamburg sowie die Staatsanwaltschaft Hamburg. Die Nacht verbrachte der 45-jährige Deutsche in Polizeigewahrsam in der Mindener Polizeiwache an der Marienstraße.

Am Samstag wurde der Mann in Begleitung von Spezialeinheiten in einem Gefangenentransporter in eine Bielefelder JVA gebracht. Dort sitzt er aktuell in Untersuchungshaft. Augenzeugen berichteten gegenüber dem MT von einer großflächigen Absperrung im Bereich der Ringstraße, Marienstraße bis hin zur Nordbrücke. „An der Kreuzung Ringstraße/Marienstraße standen überall Polizeiwagen. Wir wurden umgeleitet und haben auch an den weiteren Straßen etlichen Streifen gesehen, die alle Zufahrten absperrten", sagte eine Augenzeugin. Dabei habe sie auch drei schwarze Fahrzeuge mit Blaulicht gesehen, bei denen es sich mutmaßlich um die Kräfte des SEK‘s handelte. Weitere Zeugen hatten beobachtet, dass die Mindener Wache von Polizisten mit Maschinenpistolen gesichert wurden. Über die Details vor Ort konnte Steinmeyer keine Angaben machen, sagte jedoch, dass es sich nicht um einen alltäglichen Einsatz handelte.


Warum eine Verlegung eines Gefangenen wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz einen solch spektakulären und unter höchsten Sicherheitsmaßnahmen durchgeführten Einsatz erfordert hat, wirft jedoch Fragen auf - und ist laut MT-Informationen mehr als ungewöhnlich. Solche Maßnahmen würden beispielsweise ergriffen, wenn die Polizei die Gefahr als möglich erachtet, dass der Gefangene durch Dritte gewaltsam befreit werden könnte. Diese Art der Einsätze mit zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen würden vor allem im Bereich der islamistischen Gefährder, dem Bereich der organisierten Kriminalität oder der Rockerkriminalität vorkommen.

Die Polizei-Leitstelle bestätigte am Samstag gegen 15.30 Uhr zunächst lediglich den Einsatz, machte aber zunächst keine weiteren Angaben zu dem Sachverhalt. Mindens Polizeisprecher Ralf Steinmeyer bestätigte dann am Sonntagmorgen entsprechende MT-Informationen zu der Festnahme des Mannes. Sowohl die Mindener Leitstelle, als auch Steinmeyer teilten auf MT-Anfrage mit, dass mit weiteren Informationen nicht vor Montag zu rechnen sei - und diese über das Landeskriminalamt Hamburg herausgegeben würden.

In der letzten Zeit hatte es im Mühlenkreis auffällig viele, größere Einsätze in Zusammenhang mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und organisierter Kriminalität gegeben. So wurden im April Anwesen in Minden und Bad Oeynhausen durchsucht und dabei mehrere tatverdächtige Personen festgenommen. Ebenso wurden in Petershagen und dem niedersächsischen Sachsenhagen große Drogenplantagen entdeckt. Auch hatte die Polizei im Mai nach einem Drogendeal in der Mindener Innenstadt vier Männer festgenommen. Ob es bei all diesen Einsätzen eine Verbindung zu dem neuesten Fall gibt, ist unklar.

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