Steine statt weichem Belag auf dem Scharn? Initiative macht sich für Alternative zur wassergebundenen Decke stark / Alte Mindener Steine wieder verwenden Monika Jäger Minden (mt). Die Arbeiten zur Scharn-Umgestaltung laufen – doch gleichzeitig gibt es noch Bestrebungen, die sogenannte „wassergebundene Decke“ auf den Plateaus zu vermeiden. Der Bauausschuss beriet kurz und hielt an den bestehenden Plänen fest, eine Initiative bringt unterdessen neue Vorschläge ein. „Es gib meines Wissens Bestrebungen der Anlieger bezüglich einer Änderung der Bauausführung“, erklärte Stadtverordneter Karl-Ludwig Sierig (Mindener Initiative). Bau-Beigeordneter Klaus-Georg Erzigkeit dazu: „Es ist der Verwaltung bekannt, dass es Bestrebungen gibt, die wassergebundene Decke zu ändern.“ Änderungen seien aber „nicht angedacht“.Die wassergebundene Decke sei Planungsbestandteil, erläuterte auch Peter Wansing, Leiter der für die Ausführung zuständigen Städtischen Betriebe Minden (SBM). „In der Tat gibt es links und rechts des Scharns Stimmen, die darauf hinweisen, dass der Pflegeaufwand ein bisschen erhöht ist.“Den gefassten Beschluss zu verändern hielten Stadt-Vertreter und Ausschusspolitiker jedoch für „nicht diskussionswürdig.“ Man war sich einig: Das Bauvorhaben soll keinerlei Verzögerung bekommen.Im Januar diesen Jahres hatte sich der Betriebsausschuss intensiv mit dem Thema befasst. Auf die drei Plateaus, die auf dem Scharn entstehen werden, soll die „wassergebundene Decke“ aufgebracht werden. So werde unter anderem gewährleistet, dass Oberflächenwasser – etwa nach Regenfällen – im Erdreich versickern kann.Ein gebrochener Naturstein von vier Zentimetern Dicke soll die Plateaus optisch abheben und für mehr Aufenthaltsqualität sorgen. Ausschussmitglieder fürchten seinerzeit, die Granulat-Decke trage sich ab, sei zu weich, werde durch Regen rausgespült. Auch könnten Rollstuhl- und Rollatorfahrer auf dem Material Probleme bekommen. Es war von einem „tennisplatzartigen“ Belag die Rede.Fachberater Dr. Bockermann machte seinerzeit deutlich, dass der Bodenaufbau unter Tennisplätzen ein völlig anderer sei als der, der unter den Plateaus geplant ist. Ein höherer Unterhaltungsaufwand sei zu erwarten, bestätigten die SBM. „Aber wir wollen in der Innenstadt etwas verändern, und da muss man auch etwas mehr Aufwand akzeptieren.“ (MT berichtete).Auch jetzt haben sich nach MT-Informationen Vertreter verschiedener Fraktionen nochmals mit dem Thema befasst. An sie herangetreten war Philipp Hausdörffer, der sich immer wieder um einzelne Projekte in Minden bemüht (jüngst zum Beispiel Hertie-Brache, Kunstgalerie). Er sammelt zur Zeit Unterschriften – vor allem von Anliegern des Marktes und des Scharns – , die einen Gegenvorschlag unterstützen.„Kopfsteinpflaster statt wassergebundener Decke“, das ist die Basis des Vorschlags, für den Hausdörffer nach eigener Auskunft in vielen deutschen Städten und bei Fachfirmen recherchiert hat. „Wassergebundene Decke ist für eine Prachtmeile der vollkommen falsche Weg.“ Sein Motto: „Es gibt doch schon fast alles auf dieser Welt. Man nuss nichts neu erfinden, man muss sich nur Ideen holen.“ Das habe er getan, unter anderem im Chemnitz, Oldenburg und Bremerhaven.„Die alten Steine des Kopfsteinpflasters haben wir doch noch. Die können verlegt, mit einem wasserdurchlässigen Fugenmörtel verfüllt und dann nachbehandelt werden“, erklärt er. Das anschließende Schleifen oder Fräsen würde dafür sorgen, dass dann eine glatte Oberfläche entstünde.„Diese Steine könnten entsprechend auch auf dem Markt verwendet werden, dann würde damit das Thema optisch auch wieder aufgenommen“, denkt Hausdörffer. Scharn und Markt bekämen zudem eine gestalterische Verbindung.Er verweist darauf, dass viele Anlieger diese Idee unterstützen. „Für die Stadt Minden entstünden keine Mehrkosten“, sagt er, und auch die Baumaßnahmen würden nicht verzögert. Eine Public-Private-Partnership könnte eventuelle höhere Kosten übernehmen.So überzeugt ist er von diesem Modell, dass in den kommenden Wochen am Weinberg eine Musterfläche entstehen soll: Auf 150 Quadratmetern um die Marienkirche herum soll dann zu sehen sein, wie der Belag auch am Scharn und auf dem Markt aussehen könnte.

Steine statt weichem Belag auf dem Scharn?

Minden (mt). Die Arbeiten zur Scharn-Umgestaltung laufen – doch
gleichzeitig gibt es noch Bestrebungen, die sogenannte „wassergebundene
Decke“ auf den Plateaus zu vermeiden. Der Bauausschuss beriet kurz und
hielt an den bestehenden Plänen fest, eine Initiative bringt unterdessen
neue Vorschläge ein.

„Es gib meines Wissens Bestrebungen der Anlieger bezüglich einer Änderung der Bauausführung“, erklärte Stadtverordneter Karl-Ludwig Sierig (Mindener Initiative). Bau-Beigeordneter Klaus-Georg Erzigkeit dazu: „Es ist der Verwaltung bekannt, dass es Bestrebungen gibt, die wassergebundene Decke zu ändern.“ Änderungen seien aber „nicht angedacht“.

Die wassergebundene Decke sei Planungsbestandteil, erläuterte auch Peter Wansing, Leiter der für die Ausführung zuständigen Städtischen Betriebe Minden (SBM). „In der Tat gibt es links und rechts des Scharns Stimmen, die darauf hinweisen, dass der Pflegeaufwand ein bisschen erhöht ist.“

Den gefassten Beschluss zu verändern hielten Stadt-Vertreter und Ausschusspolitiker jedoch für „nicht diskussionswürdig.“ Man war sich einig: Das Bauvorhaben soll keinerlei Verzögerung bekommen.

Im Januar diesen Jahres hatte sich der Betriebsausschuss intensiv mit dem Thema befasst. Auf die drei Plateaus, die auf dem Scharn entstehen werden, soll die „wassergebundene Decke“ aufgebracht werden. So werde unter anderem gewährleistet, dass Oberflächenwasser – etwa nach Regenfällen – im Erdreich versickern kann.

Ein gebrochener Naturstein von vier Zentimetern Dicke soll die Plateaus optisch abheben und für mehr Aufenthaltsqualität sorgen. Ausschussmitglieder fürchten seinerzeit, die Granulat-Decke trage sich ab, sei zu weich, werde durch Regen rausgespült. Auch könnten Rollstuhl- und Rollatorfahrer auf dem Material Probleme bekommen. Es war von einem „tennisplatzartigen“ Belag die Rede.

Fachberater Dr. Bockermann machte seinerzeit deutlich, dass der Bodenaufbau unter Tennisplätzen ein völlig anderer sei als der, der unter den Plateaus geplant ist. Ein höherer Unterhaltungsaufwand sei zu erwarten, bestätigten die SBM. „Aber wir wollen in der Innenstadt etwas verändern, und da muss man auch etwas mehr Aufwand akzeptieren.“ (MT berichtete).

Auch jetzt haben sich nach MT-Informationen Vertreter verschiedener Fraktionen nochmals mit dem Thema befasst. An sie herangetreten war Philipp Hausdörffer, der sich immer wieder um einzelne Projekte in Minden bemüht (jüngst zum Beispiel Hertie-Brache, Kunstgalerie). Er sammelt zur Zeit Unterschriften – vor allem von Anliegern des Marktes und des Scharns – , die einen Gegenvorschlag unterstützen.

„Kopfsteinpflaster statt wassergebundener Decke“, das ist die Basis des Vorschlags, für den Hausdörffer nach eigener Auskunft in vielen deutschen Städten und bei Fachfirmen recherchiert hat. „Wassergebundene Decke ist für eine Prachtmeile der vollkommen falsche Weg.“ Sein Motto: „Es gibt doch schon fast alles auf dieser Welt. Man nuss nichts neu erfinden, man muss sich nur Ideen holen.“ Das habe er getan, unter anderem im Chemnitz, Oldenburg und Bremerhaven.

„Die alten Steine des Kopfsteinpflasters haben wir doch noch. Die können verlegt, mit einem wasserdurchlässigen Fugenmörtel verfüllt und dann nachbehandelt werden“, erklärt er. Das anschließende Schleifen oder Fräsen würde dafür sorgen, dass dann eine glatte Oberfläche entstünde.
„Diese Steine könnten entsprechend auch auf dem Markt verwendet werden, dann würde damit das Thema optisch auch wieder aufgenommen“, denkt Hausdörffer. Scharn und Markt bekämen zudem eine gestalterische Verbindung.

Er verweist darauf, dass viele Anlieger diese Idee unterstützen. „Für die Stadt Minden entstünden keine Mehrkosten“, sagt er, und auch die Baumaßnahmen würden nicht verzögert. Eine Public-Private-Partnership könnte eventuelle höhere Kosten übernehmen.

So überzeugt ist er von diesem Modell, dass in den kommenden Wochen am Weinberg eine Musterfläche entstehen soll: Auf 150 Quadratmetern um die Marienkirche herum soll dann zu sehen sein, wie der Belag auch am Scharn und auf dem Markt aussehen könnte.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Minden