Standpunkt zur Bürgermeister-Kandidatur von Sebastian Landwehr (AfD): Eingekerkert Benjamin Piel Die AfD hat sich lange Zeit Mühe gegeben, ihre rechtsextremen Tendenzen zu kaschieren. Das ist in Minden-Lübbecke vorbei. Die Mindener AfD hat Sebastian Landwehr zum Bürgermeisterkandidaten gewählt und eine Stellungnahme herausgegeben. Die ist bemerkenswert unverhohlen. Punkt 1: „Die bürgerliche Mitte Mindens bekommt mit mir eine Gegenstimme zu dem Linkseinheitsparteienverbund". Die AfD inszeniert sich als bürgerliche Mitte, um vorzugeben, sie stehe nicht am rechten Rand. Um diese Botschaft zu vermitteln, ist es inzwischen notwendig, alle anderen Parteien zu Linken, Kommunisten und damit zu Feinden zu erklären. Absurd, wenn man bedenkt, dass CDU und SPD auf Bundesebene gerade Milliarden investieren, um das kapitalistische Wirtschaftssystem zu retten. Beweise liefert Landwehr nicht. Er behauptet, er fantasiert, er grenzt aus. Das ist das destruktive Vehikel, mit dem er sich und seiner Partei Bedeutung zuspricht. Punkt 2: „Minden ist meine Heimat. Seit 2004 engagiere ich mich u.a. für GWD Minden. Von 2004 bis 2020 fungierte ich als Hallensprecher (...). "Warum er jetzt nicht mehr für den Verein aktiv ist, sagt Landwehr nicht. GWD hatte sich von ihm getrennt, weil seine politische nicht mit der Vereinsarbeit vereinbar war. Landwehr hatte beteuert, zwischen Verein und Politik zu trennen. Das war schon damals fragwürdig, nun missbraucht er GWD offen als Leumundszeugen. Punkt 3: „Es darf keine Denk- und Sprechverbote mehr geben. Der Klima- und Coronawahnsinn (...) wird mit mir ein Ende finden. Das Leben, die Kultur, die Wirtschaft und der Sport in Minden müssen sich endlich wieder frei entfalten können. (...) Die Bürger haben Grundrechte."So viel kruder Unsinn in einem Abschnitt spricht für sich. In aller Kürze: Es gibt keine Denk- und Sprechverbote. Zur Lösung der Corona-Situation hat die AfD nicht beigetragen. Erst jetzt, da viele im Ätz-Modus angekommen sind, fühlt die AfD sich wieder heimisch. Die Entfaltung des Lebens in Minden ist nicht eingeschränkt. Ja, die Bürger haben Grundrechte – danke für den Hinweis. Der hat in Landwehrs Mitteilung allerdings die perfide Funktion, das Gegenteil zu suggerieren. Punkt 4: „Minden soll wieder eine sichere Festungsstadt werden." Hat er das wirklich geschrieben? Hat er. Es reicht nicht, dass die AfD Deutschland abriegeln will. Jetzt sollen auch noch die Mindener eingemauert werden. Diese Phantasie und die Imagination ihrer Notwendigkeit repräsentiert Landwehrs Haltung: In einer globalisierten Welt denkt er klein. Statt Gedankenweite wählt er den Kerker der Angstmacherei. Punkt 5: „Ideologien, die die Gleichstellung der Frauen rückabwickeln wollen, haben in Minden keinen Platz. Folglich gehört der Islam (...) nicht zu Minden."Ausgerechnet Landwehr, der sich als Retter der Grundrechte aufspielt, hat für Religionsfreiheit nichts übrig. Er unterstellt pauschal allen muslimischen Gläubigen Frauenfeindlichkeit, setzt Islam und Diskriminierung gleich. Wenn der Islam nicht zu Minden gehört und die Stadt eine Festung werden soll, dann will er einige Menschen vors Stadttor verbannen. Vor dem Grundgesetz seiner Lesart sind nicht alle Menschen gleich. Sebastian Landwehr ist ein ehrlicher Mann. Aus seiner Weltsicht und seinen Zielen macht er keinen Hehl. Niemand wird sagen können, er habe es nicht kommen sehen.

Standpunkt zur Bürgermeister-Kandidatur von Sebastian Landwehr (AfD): Eingekerkert

Die AfD hat sich lange Zeit Mühe gegeben, ihre rechtsextremen Tendenzen zu kaschieren. Das ist in Minden-Lübbecke vorbei. Die Mindener AfD hat Sebastian Landwehr zum Bürgermeisterkandidaten gewählt und eine Stellungnahme herausgegeben. Die ist bemerkenswert unverhohlen.

Punkt 1: „Die bürgerliche Mitte Mindens bekommt mit mir eine Gegenstimme zu dem Linkseinheitsparteienverbund". Die AfD inszeniert sich als bürgerliche Mitte, um vorzugeben, sie stehe nicht am rechten Rand. Um diese Botschaft zu vermitteln, ist es inzwischen notwendig, alle anderen Parteien zu Linken, Kommunisten und damit zu Feinden zu erklären. Absurd, wenn man bedenkt, dass CDU und SPD auf Bundesebene gerade Milliarden investieren, um das kapitalistische Wirtschaftssystem zu retten. Beweise liefert Landwehr nicht. Er behauptet, er fantasiert, er grenzt aus. Das ist das destruktive Vehikel, mit dem er sich und seiner Partei Bedeutung zuspricht.

Punkt 2: „Minden ist meine Heimat. Seit 2004 engagiere ich mich u.a. für GWD Minden. Von 2004 bis 2020 fungierte ich als Hallensprecher (...). "Warum er jetzt nicht mehr für den Verein aktiv ist, sagt Landwehr nicht. GWD hatte sich von ihm getrennt, weil seine politische nicht mit der Vereinsarbeit vereinbar war. Landwehr hatte beteuert, zwischen Verein und Politik zu trennen. Das war schon damals fragwürdig, nun missbraucht er GWD offen als Leumundszeugen.

Punkt 3: „Es darf keine Denk- und Sprechverbote mehr geben. Der Klima- und Coronawahnsinn (...) wird mit mir ein Ende finden. Das Leben, die Kultur, die Wirtschaft und der Sport in Minden müssen sich endlich wieder frei entfalten können. (...) Die Bürger haben Grundrechte."So viel kruder Unsinn in einem Abschnitt spricht für sich. In aller Kürze: Es gibt keine Denk- und Sprechverbote. Zur Lösung der Corona-Situation hat die AfD nicht beigetragen. Erst jetzt, da viele im Ätz-Modus angekommen sind, fühlt die AfD sich wieder heimisch. Die Entfaltung des Lebens in Minden ist nicht eingeschränkt. Ja, die Bürger haben Grundrechte – danke für den Hinweis. Der hat in Landwehrs Mitteilung allerdings die perfide Funktion, das Gegenteil zu suggerieren.

Punkt 4: „Minden soll wieder eine sichere Festungsstadt werden." Hat er das wirklich geschrieben? Hat er. Es reicht nicht, dass die AfD Deutschland abriegeln will. Jetzt sollen auch noch die Mindener eingemauert werden. Diese Phantasie und die Imagination ihrer Notwendigkeit repräsentiert Landwehrs Haltung: In einer globalisierten Welt denkt er klein. Statt Gedankenweite wählt er den Kerker der Angstmacherei.

Punkt 5: „Ideologien, die die Gleichstellung der Frauen rückabwickeln wollen, haben in Minden keinen Platz. Folglich gehört der Islam (...) nicht zu Minden."Ausgerechnet Landwehr, der sich als Retter der Grundrechte aufspielt, hat für Religionsfreiheit nichts übrig. Er unterstellt pauschal allen muslimischen Gläubigen Frauenfeindlichkeit, setzt Islam und Diskriminierung gleich. Wenn der Islam nicht zu Minden gehört und die Stadt eine Festung werden soll, dann will er einige Menschen vors Stadttor verbannen. Vor dem Grundgesetz seiner Lesart sind nicht alle Menschen gleich.

Sebastian Landwehr ist ein ehrlicher Mann. Aus seiner Weltsicht und seinen Zielen macht er keinen Hehl. Niemand wird sagen können, er habe es nicht kommen sehen.

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