Standpunkt zum Thema Obermarktpassage: Das Beste für die Stadt Benjamin Piel „Jetzt macht mal endlich jemand etwas mit der Obermarktpassage – und schon müsst ihr wieder mit euren Fragen kommen und alles kaputtschreiben.“ – Solche Sätze haben wir in der MT-Redaktion innerhalb der zurückliegenden Tage manchmal gehört. Zunächst ist der Wunsch danach, dass der neue Eigentümer der Obermarktpassage Zeit und Raum für Ideen bekommt, verständlich. Bei genauerer Betrachtung ist das Spannungsverhältnis zwischen einem wohlwollenden Blick auf die Interessen und Pläne eines Investoren und den kritischen Fragen, die wir selbst und unsere Leser von uns erwarten, allerdings komplexer. Letztlich steht seit dem Bekanntwerden des Verkaufs auch die Frage im Raum: Was ist in so einem Prozess eigentlich unsere Rolle als lokales Medium? Diese Frage hat etwas mit einem herausfordernden Selbst- und Rollenverständnis zu tun und widerstrebenden Interessen des Publikums. Beginnen wir mit dem Anliegen, dass Dinge sich positiv entwickeln. Wir wollen das Beste für Minden-Lübbeckes Bürger, für die Region sowie ihre Städte und Gemeinden. Daraus erwächst im konkreten Fall eine klare Haltung: Es kann nicht das Beste für die Stadt Minden sein, wenn in ihrem Herzen ein augenfälliges Gebäude vor sich hin gammelt. Auch nicht, dass sich das Gebäude im Besitz eines amerikanischen Investment-Riesen befindet, der alles andere als transparent agiert und dem das Geld seiner Kunden, aber ganz sicher nicht das Wohl der Bürger Mindens am Herzen liegt. Wir wünschen uns, dass etwas Gutes aus der Obermarktpassage wird und aus einem Schandfleck ein guter Ort für die Stadt. Es gibt allerdings eine Aufgabe, die wir als Journalisten zu erfüllen haben, die diesem konstruktiven Blick scheinbar entgegenläuft. Unsere Grundhaltung muss hinterfragend sein und bleiben. Wir wollen uns nicht blenden lassen von den Aussagen eines Investors und nicht leichtgläubig annehmen, nun werde automatisch alles gut. Die Situation ist komplex. Deswegen haben wir Fragen, auf die es bisher keine Antworten gibt: Was hat Robert Maier mit der Passage vor? Seit wann laufen die Planungen? Welche Erfahrungen hat er bereits mit der Entwicklung von Centern? Nur scheinbar besteht zwischen dem Wunsch nach einer positiven Entwicklung und der fragenden Haltung ein Widerspruch. Tatsächlich geht beides Hand in Hand. Je mehr Wissen um ein Projekt besteht, desto besser kann die Öffentlichkeit sich ihre Meinung bilden. Nur so wird Positives und Problematisches unterscheidbar. Wir wollen genau hinschauen – zum Wohle der Stadt.

Standpunkt zum Thema Obermarktpassage: Das Beste für die Stadt

„Jetzt macht mal endlich jemand etwas mit der Obermarktpassage – und schon müsst ihr wieder mit euren Fragen kommen und alles kaputtschreiben.“ – Solche Sätze haben wir in der MT-Redaktion innerhalb der zurückliegenden Tage manchmal gehört.

Zunächst ist der Wunsch danach, dass der neue Eigentümer der Obermarktpassage Zeit und Raum für Ideen bekommt, verständlich. Bei genauerer Betrachtung ist das Spannungsverhältnis zwischen einem wohlwollenden Blick auf die Interessen und Pläne eines Investoren und den kritischen Fragen, die wir selbst und unsere Leser von uns erwarten, allerdings komplexer.

Letztlich steht seit dem Bekanntwerden des Verkaufs auch die Frage im Raum: Was ist in so einem Prozess eigentlich unsere Rolle als lokales Medium? Diese Frage hat etwas mit einem herausfordernden Selbst- und Rollenverständnis zu tun und widerstrebenden Interessen des Publikums.

Beginnen wir mit dem Anliegen, dass Dinge sich positiv entwickeln. Wir wollen das Beste für Minden-Lübbeckes Bürger, für die Region sowie ihre Städte und Gemeinden. Daraus erwächst im konkreten Fall eine klare Haltung: Es kann nicht das Beste für die Stadt Minden sein, wenn in ihrem Herzen ein augenfälliges Gebäude vor sich hin gammelt. Auch nicht, dass sich das Gebäude im Besitz eines amerikanischen Investment-Riesen befindet, der alles andere als transparent agiert und dem das Geld seiner Kunden, aber ganz sicher nicht das Wohl der Bürger Mindens am Herzen liegt. Wir wünschen uns, dass etwas Gutes aus der Obermarktpassage wird und aus einem Schandfleck ein guter Ort für die Stadt.

Es gibt allerdings eine Aufgabe, die wir als Journalisten zu erfüllen haben, die diesem konstruktiven Blick scheinbar entgegenläuft. Unsere Grundhaltung muss hinterfragend sein und bleiben. Wir wollen uns nicht blenden lassen von den Aussagen eines Investors und nicht leichtgläubig annehmen, nun werde automatisch alles gut. Die Situation ist komplex. Deswegen haben wir Fragen, auf die es bisher keine Antworten gibt: Was hat Robert Maier mit der Passage vor? Seit wann laufen die Planungen? Welche Erfahrungen hat er bereits mit der Entwicklung von Centern?

Nur scheinbar besteht zwischen dem Wunsch nach einer positiven Entwicklung und der fragenden Haltung ein Widerspruch. Tatsächlich geht beides Hand in Hand. Je mehr Wissen um ein Projekt besteht, desto besser kann die Öffentlichkeit sich ihre Meinung bilden. Nur so wird Positives und Problematisches unterscheidbar.

Wir wollen genau hinschauen – zum Wohle der Stadt.

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