Spontane Hilfe: Mindener Tierheim holt Welpen und Katzen aus evakuiertem Tierheim in Solingen ab Malina Reckordt Minden. Das Mindener Tierheim hat ein Hilferuf vom Tierheim in Solingen ereilt. Weil die Hochwassersituation vor Ort immer bedrohlicher wurde, sollte das Tierheim evakuiert werden – zunächst nur der Außenbereich, möglicherweise das gesamte Tierheim. Doch wohin mit all den Tieren? Über eine Whatsapp-Gruppe, in der um die 100 Tierheime aus ganz Deutschland sind, organisierte sich die Hilfe am Donnerstagabend plötzlich wie von selbst. „Wir sind mitten in der Nacht hier losgefahren", berichtet Sabrina Driftmann, Leiterin des Mindener Tierheims. Sprinter und Transporter aus Dormagen, Wuppertal, Düsseldorf, Moers und weiteren Städten hätten sich ebenfalls auf den Weg gemacht. Mit vier Hundewelpen und neun Katzen im Auto ging es dann am frühen Freitagmorgen zurück nach Minden. „Uns geht es hier gut, da mussten wir einfach helfen – egal zu welcher Uhrzeit", erzählt Sabrina Driftmann. Weil sich die Lage vor Ort dann doch nicht so schlimm wie befürchtet darstellte, holte die Leiterin des Solinger Tierheims ihre Schützlinge bereits am Sonntag wieder ab. Wie groß die Hilfsbereitschaft für Betroffene der Hochwasserkatastrophe ist, zeigt sich auch an den Spenden, die nun das Mindener Tierheim erreichen. „Das Futter wurde durch den überraschenden Zuwachs knapp, also habe ich auf unsere Facebookseite nach Spenden für die Katzen und Welpen gefragt. Und seitdem kommen täglich mehrere Pakete an", freut sich Driftmann. Aktuell hat das Tierheim noch einen anderen Gast aufgrund des Hochwasser: Rottweiler Daddy. Sein Herrchen ist bei der Bundeswehr beschäftigt und hilft bei den Aufräumarbeiten in den Krisengebieten. „In der Regel nehmen wir keine Hunde in Pension, da haben wir aber mal eine Ausnahme gemacht. Sein Herrchen musste schließlich von jetzt auf gleich los", sagt Driftmann. Daddy ist einer von insgesamt 15 Hunden, die momentan im Tierheim leben. „90 Prozent unsere Hunde haben leider Beißvorfälle und sind nur schwer zu vermitteln", berichtet die Leiterin. Daher sind einige Hunde schon drei Jahre im Tierheim. „Das sind tolle Tiere, aber man muss einfach viel Zeit investieren." Und überhaupt seien Hunde, die schon ein paar Jahre älter sind, schwieriger zu vermitteln. „Die meisten Interessenten möchten einen Welpen haben", weiß Sabrina Driftmann. Das achtköpfige Team versorgt neben den Hunden auch noch um die 120 Katzen, 30 Kaninchen, 10 Vögel und 8 Mäuse. „Momentan ist Babykatzen-Saison. Oft werden sie krank, abgemagert und verfloht am Straßenrand gefunden", sagt Driftmann. So viele Tiere zu betreuen ist Stress pur, teilweise arbeitet Sabrina Driftmann 15 Stunden am Tag. Alleine rund 36 Kilometer Gassi gehen stehen pro Tag an, wenn sich eine Mitarbeiterin alleine um die Hunde kümmern muss. „Es ist echt hart, aber wenn man die kleinen tapsigen Katzen bei ihren ersten Laufversuchen sieht, entschädigt das für die Strapazen." Der jüngste Schützling im Tierheim ist übrigens ein erst zwei Wochen altes Kaninchen, das von Mitarbeiterin Anke Kiske rund um die Uhr aufgepäppelt wird. „Die Geschwister und Mutter haben es leider alle nicht geschafft", sagt Anke Kiske. Die ehemalige Besitzerin sei mit der Situation überfordert gewesen. Wer das Tierheim Minden unterstützen möchte, findet unter www.tierschutzverein-minden.de Infos.

Spontane Hilfe: Mindener Tierheim holt Welpen und Katzen aus evakuiertem Tierheim in Solingen ab

Rottweiler Daddy ist momentan zu Gast im Mindener Tierheim, weil sein Herrchen mit der Bundeswehr bei den Aufräumarbeiten in den Hochwassergebieten hilft. Das Bild zeigt Tierheim-Leiterin Sabrina Driftmann. MT-Fotos: Malina Reckordt © Malina Reckordt

Minden. Das Mindener Tierheim hat ein Hilferuf vom Tierheim in Solingen ereilt. Weil die Hochwassersituation vor Ort immer bedrohlicher wurde, sollte das Tierheim evakuiert werden – zunächst nur der Außenbereich, möglicherweise das gesamte Tierheim. Doch wohin mit all den Tieren? Über eine Whatsapp-Gruppe, in der um die 100 Tierheime aus ganz Deutschland sind, organisierte sich die Hilfe am Donnerstagabend plötzlich wie von selbst.

„Wir sind mitten in der Nacht hier losgefahren", berichtet Sabrina Driftmann, Leiterin des Mindener Tierheims. Sprinter und Transporter aus Dormagen, Wuppertal, Düsseldorf, Moers und weiteren Städten hätten sich ebenfalls auf den Weg gemacht. Mit vier Hundewelpen und neun Katzen im Auto ging es dann am frühen Freitagmorgen zurück nach Minden. „Uns geht es hier gut, da mussten wir einfach helfen – egal zu welcher Uhrzeit", erzählt Sabrina Driftmann. Weil sich die Lage vor Ort dann doch nicht so schlimm wie befürchtet darstellte, holte die Leiterin des Solinger Tierheims ihre Schützlinge bereits am Sonntag wieder ab.

Wie groß die Hilfsbereitschaft für Betroffene der Hochwasserkatastrophe ist, zeigt sich auch an den Spenden, die nun das Mindener Tierheim erreichen. „Das Futter wurde durch den überraschenden Zuwachs knapp, also habe ich auf unsere Facebookseite nach Spenden für die Katzen und Welpen gefragt. Und seitdem kommen täglich mehrere Pakete an", freut sich Driftmann.


Aktuell hat das Tierheim noch einen anderen Gast aufgrund des Hochwasser: Rottweiler Daddy. Sein Herrchen ist bei der Bundeswehr beschäftigt und hilft bei den Aufräumarbeiten in den Krisengebieten. „In der Regel nehmen wir keine Hunde in Pension, da haben wir aber mal eine Ausnahme gemacht. Sein Herrchen musste schließlich von jetzt auf gleich los", sagt Driftmann.

Neugierig, aber noch etwas unsicher auf den Beinen: Dieses zwei Woche alte Kaninchen ist der jüngste Schützling im Tierheim. - © Reckordt
Neugierig, aber noch etwas unsicher auf den Beinen: Dieses zwei Woche alte Kaninchen ist der jüngste Schützling im Tierheim. - © Reckordt

Daddy ist einer von insgesamt 15 Hunden, die momentan im Tierheim leben. „90 Prozent unsere Hunde haben leider Beißvorfälle und sind nur schwer zu vermitteln", berichtet die Leiterin. Daher sind einige Hunde schon drei Jahre im Tierheim. „Das sind tolle Tiere, aber man muss einfach viel Zeit investieren." Und überhaupt seien Hunde, die schon ein paar Jahre älter sind, schwieriger zu vermitteln. „Die meisten Interessenten möchten einen Welpen haben", weiß Sabrina Driftmann.

Das achtköpfige Team versorgt neben den Hunden auch noch um die 120 Katzen, 30 Kaninchen, 10 Vögel und 8 Mäuse. „Momentan ist Babykatzen-Saison. Oft werden sie krank, abgemagert und verfloht am Straßenrand gefunden", sagt Driftmann. So viele Tiere zu betreuen ist Stress pur, teilweise arbeitet Sabrina Driftmann 15 Stunden am Tag. Alleine rund 36 Kilometer Gassi gehen stehen pro Tag an, wenn sich eine Mitarbeiterin alleine um die Hunde kümmern muss. „Es ist echt hart, aber wenn man die kleinen tapsigen Katzen bei ihren ersten Laufversuchen sieht, entschädigt das für die Strapazen."

Der jüngste Schützling im Tierheim ist übrigens ein erst zwei Wochen altes Kaninchen, das von Mitarbeiterin Anke Kiske rund um die Uhr aufgepäppelt wird. „Die Geschwister und Mutter haben es leider alle nicht geschafft", sagt Anke Kiske. Die ehemalige Besitzerin sei mit der Situation überfordert gewesen.

Wer das Tierheim Minden unterstützen möchte, findet unter www.tierschutzverein-minden.de Infos.

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