Sopranistin Valerie Suty singt beim Mindener Wagner Verband Udo Stephan Köhne Minden (mt). Das Programm hatte Seltenheitswert und war dazu noch höchst intelligent erdacht: „Richard Wagner und das französische Lied.“ So benannten Sopranistin Valerie Suty und Pianist Thomas-Michael Gribow ihre Folge von 22 Liedern in französischer Sprache. Zu hören war Seltenes von Richard Wagner; genau jene Stücke, die er als junger Mann in Paris komponierte und die heutzutage praktisch nicht mehr aufgeführt werden.Doch auch die anderen Werke dieses aparten Programms müssen zur Rubrik „Raritäten“ gezählt werden. Drei französische Lieder von Franz Liszt etwa, dem Schwiegervater Richard Wagners; Kompositionen von Henri Duparc, Claude Debussy und Gabriel Faure ergänzten das Programm. Musikalisch betrachtet waren sie der eigentliche Kern dieses Nachmittagskonzerts, zu dem der Mindener Wagner Verband gerufen hatte.Denn in den Stücken von Duparc und Faure verbreitet sich jene französische Anmut und Leichtigkeit, wie sie für die französische Musik typisch ist, auf das Allerschönste. Musik zum Genießen, auch zum Schwelgen ist das. Und eine kleine sentimentale Note ist diesen Kunstliedern ebenso implantiert; man muss es daher geradezu als Schande betrachten, dass diese Werke hierzulande so wenig Beachtung finden. Insofern eine gewichtige Tat, hier mit einem Konzertprogramm gegenzusteuern. Auch deshalb, weil Wagner selbst seine Pariser Zeit im Nachhinein gerne verfluchte und mit ihr ebenso die französische Musik.Wäre jetzt noch die musikalische Darbietung halbwegs adäquat gewesen, man hätte den Nachmittag leicht als „beglückenden“ verbuchen können.Doch Sopranistin Valerie Suty (stimmlich normalerweise und besser bei „Salome“ oder „Lady Macbeth von Mzensk“ zu Hause) wurde nicht nur Opfer der durchaus heimtückischen Akustik der Aula des Ratsgymnasiums, sie agierte auch viel zu opernhaft, sang tendenziell zu laut, forcierte in der obersten Lage und setzte ein viel zu starkes Tremolo ein. Das führte in Richard Wagners „Adieux de Marie Stuart“ zu beinahe schmerzlichen Hörerfahrungen.Nach der Pause besserte sich die Lage. Gerade in den Liedern von Gabriel Faure und Claude Debussy entzückte Suty mit ihrer bronzenen Mittellage. Und Thomas-Michael Gribow setzte schöne pianistische Duftmarken. Gabriel Faures „Traum“-Lied, eines seiner bekannteren, erfuhr eine angemessene Wiedergabe und war ein Höhepunkt dieses Programms. Und auch mit der Zugabe von Eric Satie setzten sich die Ausführenden ins beste Licht. Freundlicher Beifall.Und eine kleine sentimentale Note ist ebenso implantiert.

Sopranistin Valerie Suty singt beim Mindener Wagner Verband

Boten ein Konzert mit Seltenheitswert: Thomas-Michael Gribow und Valerie Suty. Dabei erwies sich auch die Akustik in der Aula des Ratsgymnasiums als heimtückisch. © Foto: Köhne

Minden (mt). Das Programm hatte Seltenheitswert und war dazu noch höchst intelligent erdacht: „Richard Wagner und das französische Lied.“ So benannten Sopranistin Valerie Suty und Pianist Thomas-Michael Gribow ihre Folge von 22 Liedern in französischer Sprache. Zu hören war Seltenes von Richard Wagner; genau jene Stücke, die er als junger Mann in Paris komponierte und die heutzutage praktisch nicht mehr aufgeführt werden.

Doch auch die anderen Werke dieses aparten Programms müssen zur Rubrik „Raritäten“ gezählt werden. Drei französische Lieder von Franz Liszt etwa, dem Schwiegervater Richard Wagners; Kompositionen von Henri Duparc, Claude Debussy und Gabriel Faure ergänzten das Programm. Musikalisch betrachtet waren sie der eigentliche Kern dieses Nachmittagskonzerts, zu dem der Mindener Wagner Verband gerufen hatte.

Denn in den Stücken von Duparc und Faure verbreitet sich jene französische Anmut und Leichtigkeit, wie sie für die französische Musik typisch ist, auf das Allerschönste. Musik zum Genießen, auch zum Schwelgen ist das. Und eine kleine sentimentale Note ist diesen Kunstliedern ebenso implantiert; man muss es daher geradezu als Schande betrachten, dass diese Werke hierzulande so wenig Beachtung finden. Insofern eine gewichtige Tat, hier mit einem Konzertprogramm gegenzusteuern. Auch deshalb, weil Wagner selbst seine Pariser Zeit im Nachhinein gerne verfluchte und mit ihr ebenso die französische Musik.

Wäre jetzt noch die musikalische Darbietung halbwegs adäquat gewesen, man hätte den Nachmittag leicht als „beglückenden“ verbuchen können.

Doch Sopranistin Valerie Suty (stimmlich normalerweise und besser bei „Salome“ oder „Lady Macbeth von Mzensk“ zu Hause) wurde nicht nur Opfer der durchaus heimtückischen Akustik der Aula des Ratsgymnasiums, sie agierte auch viel zu opernhaft, sang tendenziell zu laut, forcierte in der obersten Lage und setzte ein viel zu starkes Tremolo ein. Das führte in Richard Wagners „Adieux de Marie Stuart“ zu beinahe schmerzlichen Hörerfahrungen.

Nach der Pause besserte sich die Lage. Gerade in den Liedern von Gabriel Faure und Claude Debussy entzückte Suty mit ihrer bronzenen Mittellage. Und Thomas-Michael Gribow setzte schöne pianistische Duftmarken. Gabriel Faures „Traum“-Lied, eines seiner bekannteren, erfuhr eine angemessene Wiedergabe und war ein Höhepunkt dieses Programms. Und auch mit der Zugabe von Eric Satie setzten sich die Ausführenden ins beste Licht. Freundlicher Beifall.

Und eine kleine sentimentale Note ist ebenso implantiert.

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