Solawi muss sich vom Acker machen Christine Riechmann Minden. Statt in der Erde auf dem Feld, wird das junge Gemüse demnächst zumindest kurzzeitig in den Umzugskarton wandern: Zum 1. Oktober muss die Solidarische Landwirtschaft (Solawi) ihr Feld räumen. Der Landwirt, der der Gemeinschaft die einen Hektar große Fläche an der Holzhauser Straße verpachtet hat, möchte den Acker anderweitig nutzen und hat die Pacht zum landwirtschaftlichen Jahresende gekündigt. „Nun müssen wir uns nach neuen Möglichkeiten umgucken“, sagt Burkhard Kayser, Gründungsmitglied der Solawi. Die Solawi ist eine Gemeinschaft von Menschen, die gemeinsam ein Feld bewirtschaftet und sich die damit verbundene Verantwortung, das Risiko, die Kosten und die Ernte teilt. Die gesamte Landwirtschaft und nicht das einzelne Lebensmittel wird über einen monatlichen Beitrag finanziert. Im Gegenzug erhält jedes Mitglied pro Woche einen Ernteanteil. Seit 2017 bewirtschaftet die Solawi das Feld an der Holzhauser Straße und baut dort über das Jahr verteilt etwa 35 verschiedene Kulturen an – Gemüse, Salate, Kräuter und Beeren. Die Gemeinschaft teilt sich mit 36 Haushalten 30 Landteile. „Wir sind etwa 70 Erwachsene plus Kinder“, so Burkhard Kayser, der beruflich als Berater für Landwirtschaft und Gärtnerei unterwegs ist. Den Großteil der Arbeit auf dem Feld übernehmen zwei festangestellte Gärtner und ein Gärtner in freier Ausbildung. Aber auch die Mitglieder packen nicht nur bei den monatlichen Feldtagen mit an, sondern ernten ihr Gemüse auch gerne selbst. „Jeder kann und darf sich nach seinen Möglichkeiten einbringen“, erklärt Burkhard Kayser das Konzept, das die Solawi nun an einem anderen Ort fortführen möchte. Dafür sucht sie Ackerland, das sie ökologisch bewirtschaften und naturfreundlich gestalten möchte. Da sich die Gemeinschaft auch vorstellen kann, sich zu vergrößern, darf die neue Fläche auch zwei Hektar groß sein. „Und wir nehmen auch 15 Hektar“, sagt Kayser, der noch viel mehr Möglichkeiten sieht. Weil einige Mitglieder gerne mit dem Fahrrad unterwegs seien, müsste das gesuchte Feld, das die Gemeinschaft spätestens zum 1. Oktober, aber auch schon früher kaufen oder pachten würde, idealerweise nicht weit vom Mindener Stadtkern entfernt liegen. Für Geräte und Maschinen, die untergebracht werden müssen, sollte zumindest Platz für einen Container sein. Weitere Kriterien sind neben einer hofnahen Lage, Platz für einen Schuppen, um das Gemüse zu lagern sowie ein Wasser- und Stromanschluss. „Wir können uns auch vorstellen, einen Resthof zu übernehmen und daraus ein Modellprojekt zu machen“, so Kayser. Und wie zieht so ein Acker um? Möhren im Umzugskarton? Das meiste Gemüse wird vor dem Wechsel auf ein neues Feld geerntet und kommt ins Lager oder wird eingefroren. Nur bestimmte Sorten, wie zum Beispiel Porree, würden umgepflanzt und auch Beeren und Kräuter würden mit umziehen. „Das Gewächshaus und die Zäune werden von den Mitgliedern abgebaut und auf dem neuen Feld wieder errichtet.“ Dort können sich die Mitglieder der Solawi auch vorstellen, einen Ort für Veranstaltungen zu schaffen: „Tanz, Bildung, Konzerte und Yoga könnten auf der Fläche im Freien stattfinden“, meint Burkhard Kayser, dem eine längerfristige Perspektive ebenso wichtig ist wie eine schnelle Verfügbarkeit. Wer der Solawi eine entsprechende Fläche anbieten kann, meldet sich bei Burkhard Kayser unter (0171) 3 81 30 70 oder per Mail an post@solawi-minden.de.

Solawi muss sich vom Acker machen

Noch ernten Gärtnerin Jana Baumgarten und die Solawi-Mitglieder Burkhard Kayser und Carola Beck den Grünkohl noch auf dem Feld an der Hozhauser Straße. MT-Foto: Christine Riechmann © Christine Riechmann

Minden. Statt in der Erde auf dem Feld, wird das junge Gemüse demnächst zumindest kurzzeitig in den Umzugskarton wandern: Zum 1. Oktober muss die Solidarische Landwirtschaft (Solawi) ihr Feld räumen. Der Landwirt, der der Gemeinschaft die einen Hektar große Fläche an der Holzhauser Straße verpachtet hat, möchte den Acker anderweitig nutzen und hat die Pacht zum landwirtschaftlichen Jahresende gekündigt. „Nun müssen wir uns nach neuen Möglichkeiten umgucken“, sagt Burkhard Kayser, Gründungsmitglied der Solawi.

Die Solawi ist eine Gemeinschaft von Menschen, die gemeinsam ein Feld bewirtschaftet und sich die damit verbundene Verantwortung, das Risiko, die Kosten und die Ernte teilt. Die gesamte Landwirtschaft und nicht das einzelne Lebensmittel wird über einen monatlichen Beitrag finanziert. Im Gegenzug erhält jedes Mitglied pro Woche einen Ernteanteil.

Seit 2017 bewirtschaftet die Solawi das Feld an der Holzhauser Straße und baut dort über das Jahr verteilt etwa 35 verschiedene Kulturen an – Gemüse, Salate, Kräuter und Beeren. Die Gemeinschaft teilt sich mit 36 Haushalten 30 Landteile. „Wir sind etwa 70 Erwachsene plus Kinder“, so Burkhard Kayser, der beruflich als Berater für Landwirtschaft und Gärtnerei unterwegs ist.

Den Großteil der Arbeit auf dem Feld übernehmen zwei festangestellte Gärtner und ein Gärtner in freier Ausbildung. Aber auch die Mitglieder packen nicht nur bei den monatlichen Feldtagen mit an, sondern ernten ihr Gemüse auch gerne selbst. „Jeder kann und darf sich nach seinen Möglichkeiten einbringen“, erklärt Burkhard Kayser das Konzept, das die Solawi nun an einem anderen Ort fortführen möchte. Dafür sucht sie Ackerland, das sie ökologisch bewirtschaften und naturfreundlich gestalten möchte. Da sich die Gemeinschaft auch vorstellen kann, sich zu vergrößern, darf die neue Fläche auch zwei Hektar groß sein. „Und wir nehmen auch 15 Hektar“, sagt Kayser, der noch viel mehr Möglichkeiten sieht.

Weil einige Mitglieder gerne mit dem Fahrrad unterwegs seien, müsste das gesuchte Feld, das die Gemeinschaft spätestens zum 1. Oktober, aber auch schon früher kaufen oder pachten würde, idealerweise nicht weit vom Mindener Stadtkern entfernt liegen. Für Geräte und Maschinen, die untergebracht werden müssen, sollte zumindest Platz für einen Container sein. Weitere Kriterien sind neben einer hofnahen Lage, Platz für einen Schuppen, um das Gemüse zu lagern sowie ein Wasser- und Stromanschluss. „Wir können uns auch vorstellen, einen Resthof zu übernehmen und daraus ein Modellprojekt zu machen“, so Kayser.

Und wie zieht so ein Acker um? Möhren im Umzugskarton? Das meiste Gemüse wird vor dem Wechsel auf ein neues Feld geerntet und kommt ins Lager oder wird eingefroren. Nur bestimmte Sorten, wie zum Beispiel Porree, würden umgepflanzt und auch Beeren und Kräuter würden mit umziehen. „Das Gewächshaus und die Zäune werden von den Mitgliedern abgebaut und auf dem neuen Feld wieder errichtet.“

Dort können sich die Mitglieder der Solawi auch vorstellen, einen Ort für Veranstaltungen zu schaffen: „Tanz, Bildung, Konzerte und Yoga könnten auf der Fläche im Freien stattfinden“, meint Burkhard Kayser, dem eine längerfristige Perspektive ebenso wichtig ist wie eine schnelle Verfügbarkeit.

Wer der Solawi eine entsprechende Fläche anbieten kann, meldet sich bei Burkhard Kayser unter (0171) 3 81 30 70 oder per Mail an post@solawi-minden.de.

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