Signal für Mindener Scharn-Ausbau weiter auf Rot Betriebsausschuss möchte vor Entscheidung erst eine "wassergebundene Decke" in der Praxis ansehen Von Monika Jäger Minden (mt). Der Betriebsausschuss sollte am Mittwoch abend endgültig die Ausführungsplanung für den Scharn auf den Weg bringen. Das allerdings tat er nicht. Stattdessen wird noch einmal beraten und dann bei einer Sondersitzung am 5. Februar entschieden. Mehrere Aspekte der Planungen wurden kritisch unter die Lupe genommen. Zum Beispiel die Bänke: Geplant sind für den Scharn abwechselnd Bänke mit und ohne Rückenlehne. Gerold Kalkowski vom Büro Pesch und Partner stellte das gewählte Modell der Westeifel-Werke vor.Bänke mit Rückenlehne und Armstützen werden gebraucht, doch die Firma - eine gemeinnützige GmbH der Lebenshilfen Bitburg, Daun und Prüm - hat solche zur Zeit nicht im Angebot. Doch sie werden für Minden gerade entwickelt.Holzbänke würden nach einiger Zeit nicht mehr so schön aussehen, so Einwände aus dem Publikum. Kalkowski bestätigte, dass Holzbänke Pflege brauchten und regte Patenschaften durch die umliegenden Geschäfte an.Stefan Schröder (Die Linke) brachte einen Antrag ein, stattdessen eine nach Anregungen der Seniorenliga entwickelte Bank zu installieren.Eike Diepholz trat im Auftrag des Behindertenbeirats für eine flächendeckende Versorgung mit Banken mit Rückenlehne ein. Abschließend beraten wird auch hierzu am 5. Februar. Weitere Themen unter anderem: Platz für die Außengastronomie, Aufstellfläche für die Feuerwehr, Standorte für Lichtstelen.Viel diskutiert wurde dann vor allem über die "wassergebundene Decke", die die drei geplanten Plateaus zieren soll. Ein gebrochener Naturstein von vier Zentimetern Dicke soll die Plateaus optisch abheben und für mehr Aufenthaltsqualität sorgen. Doch Ausschussmitglieder fürchten, die Decke trage sich ab, sei zu weich, werde durch Regen rausgespült. Auch könnten Rollstuhl- und Rollatorfahrer auf dem Material Probleme bekommen."Das ist doch so eine Katastrophe"Das sei doch bereits in der Vorentwurfs- und Entwurfsphase vom Bauausschuss beschlossen, warf Kalkowski ein. CDU-Mann Rolf Walter Schnitker: "Die anderen Ausschüsse wussten das nicht, es ist drüber weggegangen worden. Das ist so doch eine Katastrophe." Er sah sich ohne weitere Informationen nicht zu einer Entscheidung fähig.Maik Schillack von der Betriebsleitung der Städtischen Betriebe, versuchte es mit einer klaren Ansage: "Ich bin nicht bereit, wieder irgendwelche Themen an den Bauausschuss zu verweisen. Der Zeitplan ist mit den Einzelhändlern in der Innenstadt abgestimmt. Bis 15. November soll die Maßnahme beendet sein. Sie können gerne über alles entscheiden - dann aber heute."Das brachte CDU und BBM auf den Plan. Es sei guter Brauch, dass Beratungsbedarf in Minden immer nachgekommen werde, so die CDU. Der Ausschuss habe eine Kontrollfunktion, und die werde er auch ausüben, so das BBM.Stadtverordneter Peter Düster (BBM) nutzte eine Unterbrechung, um erneut darauf hinzuweisen, dass er ein besseres Konzept vorgelegt hatte, durch das aus seiner Sicht eine hohe Summe hätte gespart werden können. Seine Vorschläge: die Podeste einige Zentimeter zu verrücken. So hätten - rechnet Düster - auch die Platanen stehen bleiben können. Dieses Konzept sei jedoch nicht in Erwägung gezogen worden.Bauzeit wird ohne schnelle Entscheidung längerEr warf den SBM vor, sie hätten die verhältnismäßig billige wassergebundene Decke als Material gewählt, weil nur so der vorgesehene Quadratmeterpreis gehalten werden könne. So eine Fläche sei "wie ein Tennisplatz" und müsse auch entsprechend gepflegt werden. Er verlangte eine Musterfläche vor Ort, die dann getestet werden könne.Fachberater Dr. Bockermann ("Die Entwurfsplanung sieht eine wassergebundene Decke vor") machte deutlich, dass der Bodenaufbau unter Tennisplätzen ein völlig anderer sei als der, der unter den Plateaus geplant ist. Ein höherer Unterhaltungsaufwand sei zu erwarten, bestätigte Schillack. "Aber wir wollen in der Innenstadt etwas verändern, und da muss man auch etwas mehr Aufwand akzeptieren."Ausschussmitglieder wollen sich jetzt in Bielefeld ein Bild davon machen, wie solche Flächen wirken. Schillack wies deutlich darauf hin, dass jede Entscheidung, die etwas anderes als wassergebundene Flächen vorsieht, unweigerlich zu einem Aufschub der Ausschreibung und der Genehmigung, damit auch des Beginns der Arbeiten am Scharn führen werde.Denn dadurch müsse umgeplant werden. "Wenn die Entscheidung gegen die wassergebundene Decke fällt, ist alles auf Null gestellt, und es muss ein völlig neues Konzept her. Dann bauen wir dieses Jahr nichts mehr."

Signal für Mindener Scharn-Ausbau weiter auf Rot

Minden (mt). Der Betriebsausschuss sollte am Mittwoch abend endgültig die Ausführungsplanung für den Scharn auf den Weg bringen. Das allerdings tat er nicht.

In Bielefeld gibt es schon (hier am Kesselbrink) "wassergebundene Decken." Auch Minden soll am Scharn durch dieses Material einen "Platz mit hoher Aufenthaltsqualität" erhalten, so die Planung. Webcam unter bielefeld.de - © Foto: pr
In Bielefeld gibt es schon (hier am Kesselbrink) "wassergebundene Decken." Auch Minden soll am Scharn durch dieses Material einen "Platz mit hoher Aufenthaltsqualität" erhalten, so die Planung. Webcam unter bielefeld.de - © Foto: pr

Stattdessen wird noch einmal beraten und dann bei einer Sondersitzung am 5. Februar entschieden. Mehrere Aspekte der Planungen wurden kritisch unter die Lupe genommen. Zum Beispiel die Bänke: Geplant sind für den Scharn abwechselnd Bänke mit und ohne Rückenlehne. Gerold Kalkowski vom Büro Pesch und Partner stellte das gewählte Modell der Westeifel-Werke vor.

Signal für Scharn-Ausbau weiter auf Rot - © MINDEN
Signal für Scharn-Ausbau weiter auf Rot - © MINDEN

Bänke mit Rückenlehne und Armstützen werden gebraucht, doch die Firma - eine gemeinnützige GmbH der Lebenshilfen Bitburg, Daun und Prüm - hat solche zur Zeit nicht im Angebot. Doch sie werden für Minden gerade entwickelt.

Holzbänke würden nach einiger Zeit nicht mehr so schön aussehen, so Einwände aus dem Publikum. Kalkowski bestätigte, dass Holzbänke Pflege brauchten und regte Patenschaften durch die umliegenden Geschäfte an.

Stefan Schröder (Die Linke) brachte einen Antrag ein, stattdessen eine nach Anregungen der Seniorenliga entwickelte Bank zu installieren.

Eike Diepholz trat im Auftrag des Behindertenbeirats für eine flächendeckende Versorgung mit Banken mit Rückenlehne ein. Abschließend beraten wird auch hierzu am 5. Februar. Weitere Themen unter anderem: Platz für die Außengastronomie, Aufstellfläche für die Feuerwehr, Standorte für Lichtstelen.

Viel diskutiert wurde dann vor allem über die "wassergebundene Decke", die die drei geplanten Plateaus zieren soll. Ein gebrochener Naturstein von vier Zentimetern Dicke soll die Plateaus optisch abheben und für mehr Aufenthaltsqualität sorgen. Doch Ausschussmitglieder fürchten, die Decke trage sich ab, sei zu weich, werde durch Regen rausgespült. Auch könnten Rollstuhl- und Rollatorfahrer auf dem Material Probleme bekommen.

"Das ist doch so eine Katastrophe"

Das sei doch bereits in der Vorentwurfs- und Entwurfsphase vom Bauausschuss beschlossen, warf Kalkowski ein. CDU-Mann Rolf Walter Schnitker: "Die anderen Ausschüsse wussten das nicht, es ist drüber weggegangen worden. Das ist so doch eine Katastrophe." Er sah sich ohne weitere Informationen nicht zu einer Entscheidung fähig.

Maik Schillack von der Betriebsleitung der Städtischen Betriebe, versuchte es mit einer klaren Ansage: "Ich bin nicht bereit, wieder irgendwelche Themen an den Bauausschuss zu verweisen. Der Zeitplan ist mit den Einzelhändlern in der Innenstadt abgestimmt. Bis 15. November soll die Maßnahme beendet sein. Sie können gerne über alles entscheiden - dann aber heute."

Das brachte CDU und BBM auf den Plan. Es sei guter Brauch, dass Beratungsbedarf in Minden immer nachgekommen werde, so die CDU. Der Ausschuss habe eine Kontrollfunktion, und die werde er auch ausüben, so das BBM.

Stadtverordneter Peter Düster (BBM) nutzte eine Unterbrechung, um erneut darauf hinzuweisen, dass er ein besseres Konzept vorgelegt hatte, durch das aus seiner Sicht eine hohe Summe hätte gespart werden können. Seine Vorschläge: die Podeste einige Zentimeter zu verrücken. So hätten - rechnet Düster - auch die Platanen stehen bleiben können. Dieses Konzept sei jedoch nicht in Erwägung gezogen worden.

Bauzeit wird ohne schnelle Entscheidung länger

Er warf den SBM vor, sie hätten die verhältnismäßig billige wassergebundene Decke als Material gewählt, weil nur so der vorgesehene Quadratmeterpreis gehalten werden könne. So eine Fläche sei "wie ein Tennisplatz" und müsse auch entsprechend gepflegt werden. Er verlangte eine Musterfläche vor Ort, die dann getestet werden könne.

Fachberater Dr. Bockermann ("Die Entwurfsplanung sieht eine wassergebundene Decke vor") machte deutlich, dass der Bodenaufbau unter Tennisplätzen ein völlig anderer sei als der, der unter den Plateaus geplant ist. Ein höherer Unterhaltungsaufwand sei zu erwarten, bestätigte Schillack. "Aber wir wollen in der Innenstadt etwas verändern, und da muss man auch etwas mehr Aufwand akzeptieren."

Ausschussmitglieder wollen sich jetzt in Bielefeld ein Bild davon machen, wie solche Flächen wirken. Schillack wies deutlich darauf hin, dass jede Entscheidung, die etwas anderes als wassergebundene Flächen vorsieht, unweigerlich zu einem Aufschub der Ausschreibung und der Genehmigung, damit auch des Beginns der Arbeiten am Scharn führen werde.

Denn dadurch müsse umgeplant werden. "Wenn die Entscheidung gegen die wassergebundene Decke fällt, ist alles auf Null gestellt, und es muss ein völlig neues Konzept her. Dann bauen wir dieses Jahr nichts mehr."

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