Siegfried Gutsche tritt für die Grünen bei der Landratswahl an Stefan Koch Minden (mt). Der Kreisverband Minden-Lübbecke von Bündnis 90/Die Grünen hat für den Wähler ein Déjà-vu-Erlebnis parat: Siegfried Gutsche soll im kommenden Jahr als Landratskandidat antreten. Nachdem der Lübbecker bereits 2014 für dieses Amt ins Rennen gegangen war, stellten ihn am 2. Oktober die Kreismitgliederversammlung mit fast einstimmigem Votum erneut auf. Für ihn persönlich, so Gutsche, habe vor allem das gute Abschneiden seiner Partei bei der Europawahl – die Grünen fuhren im Mai mehr als ein Fünftel der Stimmen ein – den Ausschlag für die Kandidatur gegeben. Er rechne mit guten Chancen, Landrat des Kreises Minden-Lübbecke zu werden. Nach wie vor treibt Gutsche die Zukunft der Mühlenkreiskliniken um, die er als Anstalt des öffentlichen Rechtes erhalten will. „Es ist ein Unding, dass Krankenhäuser, die wie Polizei und Feuerwehr Daseinsvorsorge betreiben, Gewinne erzielen müssen.“ Privatisierung bedeute Gewinnmaximierung zulasten von Patienten und Personal. Gutsche will eine solche Entwicklung durch eine bessere Kooperation mit benachbarten Kliniken in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft abwehren und den Abbau der Schulden aus der Bauzeit des Johannes-Wesling-Klinikums vorantreiben. Desweiteren liegt ihm die ärztliche Versorgung auf dem Land auf dem Herzen. Dazu möchte er noch mehr Medizin-Studenten im Rahmen ihrer Ausbildung nach Minden holen – die dann Gefallen am Mühlenkreis finden sollen. „Außerdem darf es nicht dazu kommen, dass uns eine neue Medizinerausbildung in Bielefeld schluckt. Schon deshalb müssen wir hier weiter wachsen.“ Dass Gutsche für das Gesundheitswesen brennt, liegt an seinem beruflichen Werdegang. Bevor der 66-Jährige vor drei Jahren in den Ruhestand ging, war er am Klinikum Herford für Personalentwicklung und Qualitätsmangement zuständig, verfasste für den Vorstand die Geschäftsberichte und leitete die Öffentlichkeitsarbeit. Unter anderem war er Fachkrankenpfleger und Dozent in der medizinischen Ausbildung. Gutsche ist Berater der Deutschen Gesellschaft für Ethik in der Medizin und Mitglied des Verwaltungsrates der Mühlenkreiskliniken. Als guter Grüner will er sich um die Umweltpolitik kümmern. „Die Menschen erwarten, dass wird in der Klimafrage die richtigen Antworten haben.“ Das am Montag im Kreistag verabschiedete Klimakonzept mit seinen Aussagen zu Mobilität, Ernährung, Abfallwirtschaft und anderen Themen müsse jetzt Eingang in die Lehrpläne an den Schulen finden – ohnehin zeige sich die gesellschaftliche Bereitschaft an den Fridays-for-Future-Demonstrationen. Der Kreis als Liegenschaftseigentümer könne viel mehr tun, um regenerative Energie aus Erdwärme oder anderen Quellen zu nutzen. Zudem müssten Städte, Gemeinden und der Kreis sich im sozialen Wohnungsbau engagieren, damit junge Menschen als Fachkräfte eine Perspektive im Mühlenkreis hätten. Das politische Rüstzeug für das Landratsamt sieht Gutsche in seiner Tätigkeit als Stadtrat und Mitglied in mehreren Ausschüssen der Stadt Lübbecke von 1991 bis 2004. Seit 2009 gehört er als Abgeordneter dem Kreistag an und hat den stellvertretenden Vorsitz der Fraktion inne. Für seine Partei ist er als Mitglied in zahlreichen Gremien auf Kreisebene vertreten. Seiner Nominierung ging die der Landtagskandidaten Ingo Ellerkamp (SPD) und Anna Katharina Bölling (CDU) voraus.

Siegfried Gutsche tritt für die Grünen bei der Landratswahl an

Siegfried Gutsche kandidiert zum zweiten Mal. MT- © Foto: Stefan Koch

Minden (mt). Der Kreisverband Minden-Lübbecke von Bündnis 90/Die Grünen hat für den Wähler ein Déjà-vu-Erlebnis parat: Siegfried Gutsche soll im kommenden Jahr als Landratskandidat antreten. Nachdem der Lübbecker bereits 2014 für dieses Amt ins Rennen gegangen war, stellten ihn am 2. Oktober die Kreismitgliederversammlung mit fast einstimmigem Votum erneut auf. Für ihn persönlich, so Gutsche, habe vor allem das gute Abschneiden seiner Partei bei der Europawahl – die Grünen fuhren im Mai mehr als ein Fünftel der Stimmen ein – den Ausschlag für die Kandidatur gegeben. Er rechne mit guten Chancen, Landrat des Kreises Minden-Lübbecke zu werden.

Nach wie vor treibt Gutsche die Zukunft der Mühlenkreiskliniken um, die er als Anstalt des öffentlichen Rechtes erhalten will. „Es ist ein Unding, dass Krankenhäuser, die wie Polizei und Feuerwehr Daseinsvorsorge betreiben, Gewinne erzielen müssen.“ Privatisierung bedeute Gewinnmaximierung zulasten von Patienten und Personal. Gutsche will eine solche Entwicklung durch eine bessere Kooperation mit benachbarten Kliniken in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft abwehren und den Abbau der Schulden aus der Bauzeit des Johannes-Wesling-Klinikums vorantreiben. Desweiteren liegt ihm die ärztliche Versorgung auf dem Land auf dem Herzen. Dazu möchte er noch mehr Medizin-Studenten im Rahmen ihrer Ausbildung nach Minden holen – die dann Gefallen am Mühlenkreis finden sollen. „Außerdem darf es nicht dazu kommen, dass uns eine neue Medizinerausbildung in Bielefeld schluckt. Schon deshalb müssen wir hier weiter wachsen.“

Dass Gutsche für das Gesundheitswesen brennt, liegt an seinem beruflichen Werdegang. Bevor der 66-Jährige vor drei Jahren in den Ruhestand ging, war er am Klinikum Herford für Personalentwicklung und Qualitätsmangement zuständig, verfasste für den Vorstand die Geschäftsberichte und leitete die Öffentlichkeitsarbeit. Unter anderem war er Fachkrankenpfleger und Dozent in der medizinischen Ausbildung. Gutsche ist Berater der Deutschen Gesellschaft für Ethik in der Medizin und Mitglied des Verwaltungsrates der Mühlenkreiskliniken.

Als guter Grüner will er sich um die Umweltpolitik kümmern. „Die Menschen erwarten, dass wird in der Klimafrage die richtigen Antworten haben.“ Das am Montag im Kreistag verabschiedete Klimakonzept mit seinen Aussagen zu Mobilität, Ernährung, Abfallwirtschaft und anderen Themen müsse jetzt Eingang in die Lehrpläne an den Schulen finden – ohnehin zeige sich die gesellschaftliche Bereitschaft an den Fridays-for-Future-Demonstrationen. Der Kreis als Liegenschaftseigentümer könne viel mehr tun, um regenerative Energie aus Erdwärme oder anderen Quellen zu nutzen. Zudem müssten Städte, Gemeinden und der Kreis sich im sozialen Wohnungsbau engagieren, damit junge Menschen als Fachkräfte eine Perspektive im Mühlenkreis hätten.

Das politische Rüstzeug für das Landratsamt sieht Gutsche in seiner Tätigkeit als Stadtrat und Mitglied in mehreren Ausschüssen der Stadt Lübbecke von 1991 bis 2004. Seit 2009 gehört er als Abgeordneter dem Kreistag an und hat den stellvertretenden Vorsitz der Fraktion inne. Für seine Partei ist er als Mitglied in zahlreichen Gremien auf Kreisebene vertreten. Seiner Nominierung ging die der Landtagskandidaten Ingo Ellerkamp (SPD) und Anna Katharina Bölling (CDU) voraus.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Minden