Shopping mit Termin: Hagemeyer öffnet am 8. März alle drei Filialen Anja Peper Minden/Stadthagen. Leuchtendes Rot, kräftiges Blau, saftiges Grün. Oder lieber pastellige Töne, die an Softeis und Zuckerwatte erinnern? – Wer das Gefühl hat, es sei an der Zeit, sich von der ollen Jogginghose zu trennen und einen Blick auf die Farben des Frühlings zu werfen, kann das ab Montag wieder beim Handel vor Ort tun. Als eine Lockerung der Corona-Auflagen erlaubt NRW die Öffnung von Geschäften für Kunden nach Voranmeldung. Sie dürfen das Geschäft nun nach telefonischer oder elektronischer Anmeldung wieder betreten. Auch Hagemeyer-Geschäftsführerin Daniela Drabert steht mit ihrem Team in den Startlöchern. Seit gestern ist klar: Alle drei Filialen in Minden, Bad Oeynhausen und Stadthagen werden öffnen. „Wir ziehen hier gerade alles auf links“, sagt Daniela Drabert. Sie ist mehr als glücklich, dass es endlich wieder losgeht. Denn die Modebranche ist ihrer Zeit weit voraus. „Die Herbst-Winter-Kollektion 2021/22 haben wir ja schon geordert.“ Darum ist sie froh, dass jetzt endlich mit dem Abverkauf der Frühjahrsware begonnen werden kann. Nach einem Jahr ist sie die „Riesen-Konfusion“, die von der Politik verbreitet wurde, mehr als leid. Wenn beispielsweise Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen unterschiedliche Regelungen für den Einzelhandel treffen würden, wäre das für ihre Planung fatal. Etwa 250 Menschen arbeiten bei Hagemeyer. „Ich kann ihnen nicht mit Sicherheit sagen, was sie in diesem Monat verdienen werden. Das ist eine echte Zumutung.“ Außerdem ist Planungssicherheit wichtig, wenn es um die Kinderbetreuung geht. Ein Jahr nach Beginn der Pandemie ist ihre Geduld spürbar am Limit. Der Stufenplan des Corona-Gipfels soll ein Weg zurück zur Normalität sein. „Aber der Stufenplan ist kein echter Plan, es sind eher Stolpersteine.“ Auf rund 19.000 Quadratmetern Einkaufsfläche bei Hagemeyer in Minden werden sich die Kunden ganz gut verteilen können. Schließlich gilt es weiterhin, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Die medizinischen Masken müssen auch hier getragen werden. Daniela Drabert weiß natürlich, dass manche Kundinnen und Kunden es nicht mögen, wenn sie das Gefühl haben, dass „ständig jemand hinter ihnen steht“. Das soll nicht passieren beim Shoppen mit Voranmeldung. Der Ablauf entspricht dem, wie man es aus der Gastronomie kennt: Die Kunden melden sich elektronisch oder per Telefon an. Dafür wird jetzt ein spezielles Online-Buchungstool programmiert. Darüber hinaus werden an der Schaufensterfront QR-Codes angebracht, mit dem sich Spaziergänger am Scharn spontan einen Termin buchen können. Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich direkt beim Security-Personal am Eingang zu registrieren. In jedem Fall müssen die Kontaktdaten hinterlassen werden. Entscheidend ist, dass die Geschäftsführung jederzeit weiß, wer sich im Geschäft aufhält. Die Öffnungszeiten sind von 10 bis 19 Uhr. Wer es gerne ruhig mag, kann schon ab 9 Uhr einen Termin buchen. Auch die meisten Mieter im Hagemeyer-Haus öffnen am Montag wieder, darunter Depot, die Bäckerei Bertermann, Parfümerie Pieper und die Buchhandlung Thalia im Erdgeschoss. Eine Woche später sollen auch Stuppiello (Weine und Feinkost) sowie das Tabakgeschäft wieder öffnen. Sie brauchen etwas mehr Vorlaufzeit. Gerade frische Zutaten in größeren Mengen müssen bestellt werden. Sobald die ersten Sonnenstrahlen heraus kommen, fragen sich natürlich viele Menschen: Wann öffnet auch die Außengastronomie wieder? Das ist jetzt noch nicht klar, aber laut dem neuen NRW-Stufenplan frühestens am Montag, 22. März. Bestenfalls können die Leute dann wieder vom Hermann’s aus auf den Scharn gucken. Draußen sollen die virenbeladenen Aerosole weniger gefährlich sein, das Infektionsrisiko sinkt. Was drinnen ist – wie die Dole Caffé Bar – wird erst später öffnen, sofern alles gut klappt. Das weitere Vorgehen hängt von der regionalen oder landesweiten Infektionslage ab. Sicher ist: Das große Parkhaus öffnet ab Montag ebenfalls wieder. Die kleinere Variante gegenüber war auch während des Lockdowns offen geblieben, damit zum Beispiel die Marktbesucher eine Parkmöglichkeit fanden. Ob Hagemeyer als „Magnet der Innenstadt“ geöffnet ist oder nicht, hat nicht nur Auswirkungen auf die eigene Kundschaft. Tatsächlich hängt daran ein ganzer Rattenschwanz. Was vom Timing her wirklich gut passt: Ebenfalls am Montag (um 13 Uhr) öffnet auch das Drive-In-Testzentrum auf Kanzlers Weide (Seite 5). Darüber freut sich natürlich auch der Einzelhandel. „Das ist doch wirklich viel besser, als vor dem Klinikum in der Kälte herumzustehen.“ Wer sich hingegen im nahe gelegenen Drive-In testen lässt, hat nach etwa 45 Minuten das Ergebnis – und dann vielleicht auch noch Lust auf einen Bummel. Daniela Drabert ist angesichts des beginnenden Frühlings überzeugt: „Die Leute wollen jetzt raus aus der Einzelhaft und sich endlich mal wieder mit Freunden auf einen Kaffee treffen.“ Darum hoffen so ziemlich alle in den Innenstädten, dass der Stufenplan funktioniert. Seit Monaten kämpfen Geschäftsleute für ein Ende des Lockdowns, die sichere Wiedereröffnung des Einzelhandels und den Erhalt der Arbeitsplätze. So richtig planen kann Daniela Drabert zwar immer noch nicht, aber die Marketing-Abteilung hat natürlich schon Ideen für die Saison rund um Ostern in petto. Schön wäre, sie auch umsetzen zu können. Trotz der harten Monate ist sie übrigens sicher, dass die Menschen in die Innenstädte zurückkehren werden. „Die Beratung, der Service und das Einkaufserlebnis“ sollen dafür sorgen.

Shopping mit Termin: Hagemeyer öffnet am 8. März alle drei Filialen

Grün ist die Hoffnung: Hagemeyer öffnet am Montag alle drei Filialen in Minden (Foto), Bad Oeynhausen und Stadthagen. Kunden melden sich vor dem Einkauf an und hinterlassen ihre Kontaktdaten. MT-Foto: Alex Lehn © Alex Lehn

Minden/Stadthagen. Leuchtendes Rot, kräftiges Blau, saftiges Grün. Oder lieber pastellige Töne, die an Softeis und Zuckerwatte erinnern? – Wer das Gefühl hat, es sei an der Zeit, sich von der ollen Jogginghose zu trennen und einen Blick auf die Farben des Frühlings zu werfen, kann das ab Montag wieder beim Handel vor Ort tun. Als eine Lockerung der Corona-Auflagen erlaubt NRW die Öffnung von Geschäften für Kunden nach Voranmeldung. Sie dürfen das Geschäft nun nach telefonischer oder elektronischer Anmeldung wieder betreten. Auch Hagemeyer-Geschäftsführerin Daniela Drabert steht mit ihrem Team in den Startlöchern. Seit gestern ist klar: Alle drei Filialen in Minden, Bad Oeynhausen und Stadthagen werden öffnen.

„Wir ziehen hier gerade alles auf links“, sagt Daniela Drabert. Sie ist mehr als glücklich, dass es endlich wieder losgeht. Denn die Modebranche ist ihrer Zeit weit voraus. „Die Herbst-Winter-Kollektion 2021/22 haben wir ja schon geordert.“ Darum ist sie froh, dass jetzt endlich mit dem Abverkauf der Frühjahrsware begonnen werden kann. Nach einem Jahr ist sie die „Riesen-Konfusion“, die von der Politik verbreitet wurde, mehr als leid. Wenn beispielsweise Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen unterschiedliche Regelungen für den Einzelhandel treffen würden, wäre das für ihre Planung fatal. Etwa 250 Menschen arbeiten bei Hagemeyer. „Ich kann ihnen nicht mit Sicherheit sagen, was sie in diesem Monat verdienen werden. Das ist eine echte Zumutung.“ Außerdem ist Planungssicherheit wichtig, wenn es um die Kinderbetreuung geht. Ein Jahr nach Beginn der Pandemie ist ihre Geduld spürbar am Limit. Der Stufenplan des Corona-Gipfels soll ein Weg zurück zur Normalität sein. „Aber der Stufenplan ist kein echter Plan, es sind eher Stolpersteine.“

Auf rund 19.000 Quadratmetern Einkaufsfläche bei Hagemeyer in Minden werden sich die Kunden ganz gut verteilen können. Schließlich gilt es weiterhin, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Die medizinischen Masken müssen auch hier getragen werden. Daniela Drabert weiß natürlich, dass manche Kundinnen und Kunden es nicht mögen, wenn sie das Gefühl haben, dass „ständig jemand hinter ihnen steht“. Das soll nicht passieren beim Shoppen mit Voranmeldung. Der Ablauf entspricht dem, wie man es aus der Gastronomie kennt: Die Kunden melden sich elektronisch oder per Telefon an. Dafür wird jetzt ein spezielles Online-Buchungstool programmiert. Darüber hinaus werden an der Schaufensterfront QR-Codes angebracht, mit dem sich Spaziergänger am Scharn spontan einen Termin buchen können. Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich direkt beim Security-Personal am Eingang zu registrieren. In jedem Fall müssen die Kontaktdaten hinterlassen werden. Entscheidend ist, dass die Geschäftsführung jederzeit weiß, wer sich im Geschäft aufhält. Die Öffnungszeiten sind von 10 bis 19 Uhr. Wer es gerne ruhig mag, kann schon ab 9 Uhr einen Termin buchen.

Auch die meisten Mieter im Hagemeyer-Haus öffnen am Montag wieder, darunter Depot, die Bäckerei Bertermann, Parfümerie Pieper und die Buchhandlung Thalia im Erdgeschoss. Eine Woche später sollen auch Stuppiello (Weine und Feinkost) sowie das Tabakgeschäft wieder öffnen. Sie brauchen etwas mehr Vorlaufzeit. Gerade frische Zutaten in größeren Mengen müssen bestellt werden.

Sobald die ersten Sonnenstrahlen heraus kommen, fragen sich natürlich viele Menschen: Wann öffnet auch die Außengastronomie wieder? Das ist jetzt noch nicht klar, aber laut dem neuen NRW-Stufenplan frühestens am Montag, 22. März. Bestenfalls können die Leute dann wieder vom Hermann’s aus auf den Scharn gucken. Draußen sollen die virenbeladenen Aerosole weniger gefährlich sein, das Infektionsrisiko sinkt. Was drinnen ist – wie die Dole Caffé Bar – wird erst später öffnen, sofern alles gut klappt. Das weitere Vorgehen hängt von der regionalen oder landesweiten Infektionslage ab. Sicher ist: Das große Parkhaus öffnet ab Montag ebenfalls wieder. Die kleinere Variante gegenüber war auch während des Lockdowns offen geblieben, damit zum Beispiel die Marktbesucher eine Parkmöglichkeit fanden. Ob Hagemeyer als „Magnet der Innenstadt“ geöffnet ist oder nicht, hat nicht nur Auswirkungen auf die eigene Kundschaft. Tatsächlich hängt daran ein ganzer Rattenschwanz.

Was vom Timing her wirklich gut passt: Ebenfalls am Montag (um 13 Uhr) öffnet auch das Drive-In-Testzentrum auf Kanzlers Weide (Seite 5). Darüber freut sich natürlich auch der Einzelhandel. „Das ist doch wirklich viel besser, als vor dem Klinikum in der Kälte herumzustehen.“ Wer sich hingegen im nahe gelegenen Drive-In testen lässt, hat nach etwa 45 Minuten das Ergebnis – und dann vielleicht auch noch Lust auf einen Bummel. Daniela Drabert ist angesichts des beginnenden Frühlings überzeugt: „Die Leute wollen jetzt raus aus der Einzelhaft und sich endlich mal wieder mit Freunden auf einen Kaffee treffen.“ Darum hoffen so ziemlich alle in den Innenstädten, dass der Stufenplan funktioniert. Seit Monaten kämpfen Geschäftsleute für ein Ende des Lockdowns, die sichere Wiedereröffnung des Einzelhandels und den Erhalt der Arbeitsplätze. So richtig planen kann Daniela Drabert zwar immer noch nicht, aber die Marketing-Abteilung hat natürlich schon Ideen für die Saison rund um Ostern in petto. Schön wäre, sie auch umsetzen zu können. Trotz der harten Monate ist sie übrigens sicher, dass die Menschen in die Innenstädte zurückkehren werden. „Die Beratung, der Service und das Einkaufserlebnis“ sollen dafür sorgen.

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