Sehnsucht nach dem Land: Ist Minden von der Stadtflucht betroffen? Malina Reckordt Minden. Zwischen Hannover, Bielefeld und Osnabrück ist Minden die nächst größere Stadt, die Gegend rundherum ist fast ausschließlich ländlich geprägt. Menschen, die dort leben, haben in der Regel viel Platz, um Gemüse anzubauen oder Tiere zu halten. Allerdings müssen sie dort auch immer ins Auto steigen, um den Einkauf zu erledigen oder um Kinder von der Schule abzuholen. In der Stadt, also auch in Minden, ist eher das Gegenteil der Fall. Hat die Corona-Pandemie Mindens Einwohner eher aufs Land getrieben oder gibt es von der viel thematisierten Stadtflucht hier keine Spur? Ein Blick auf die Bevölkerungsentwicklung von Minden. Ein Blick in die Statistik gibt schnell Aufschluss darüber. Im Jahr 2020 sind insgesamt 4.123 Menschen nach Minden gezogen und 4.025 haben der Stadt den Rücken zugekehrt. Es ergibt sich also ein Plus von 98 – von Landflucht kann also nicht die Rede sein. Das sieht auch Susann Lewerenz, Pressesprecherin der Stadt Minden so: „Aus den vorliegenden Zahlen für Minden ist kein Trend zu einer Landflucht zu erkennen. Insgesamt ist immer viel Bewegung in der Bevölkerung und es gibt einen regen Austausch zwischen Minden und den direkten Nachbarkommunen." So sind die meisten Menschen von Minden nach Porta Westfalica gezogen, dann folgen Petershagen und Hille. Bei den Zuzügen ergibt sich ein ähnliches Bild. !function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r

Sehnsucht nach dem Land: Ist Minden von der Stadtflucht betroffen?

Mindens Innenstadt ist einen attraktive Wohngegend. Im Jahr 2020 sind 810 Menschen nach Minden gezogen, 754 Menschen haben diesen Stadtteil verlassen. © MT-Archiv

Minden. Zwischen Hannover, Bielefeld und Osnabrück ist Minden die nächst größere Stadt, die Gegend rundherum ist fast ausschließlich ländlich geprägt. Menschen, die dort leben, haben in der Regel viel Platz, um Gemüse anzubauen oder Tiere zu halten. Allerdings müssen sie dort auch immer ins Auto steigen, um den Einkauf zu erledigen oder um Kinder von der Schule abzuholen. In der Stadt, also auch in Minden, ist eher das Gegenteil der Fall. Hat die Corona-Pandemie Mindens Einwohner eher aufs Land getrieben oder gibt es von der viel thematisierten Stadtflucht hier keine Spur? Ein Blick auf die Bevölkerungsentwicklung von Minden.

Ein Blick in die Statistik gibt schnell Aufschluss darüber. Im Jahr 2020 sind insgesamt 4.123 Menschen nach Minden gezogen und 4.025 haben der Stadt den Rücken zugekehrt. Es ergibt sich also ein Plus von 98 – von Landflucht kann also nicht die Rede sein. Das sieht auch Susann Lewerenz, Pressesprecherin der Stadt Minden so: „Aus den vorliegenden Zahlen für Minden ist kein Trend zu einer Landflucht zu erkennen. Insgesamt ist immer viel Bewegung in der Bevölkerung und es gibt einen regen Austausch zwischen Minden und den direkten Nachbarkommunen." So sind die meisten Menschen von Minden nach Porta Westfalica gezogen, dann folgen Petershagen und Hille. Bei den Zuzügen ergibt sich ein ähnliches Bild.

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Besonders viele Zuzüge innerhalb Mindens entfallen auf Bärenkämpen. So verzeichnet der Stadtteil 646 Zuzüge bei 508 Wegzügen. Es ergibt sich also ein Überschuss von 138. Ebenfalls mehr Zuzüge verzeichnen die Stadtteile Innenstadt (+56), Königstor (+49) und Rechtes Weserufer (+30). Deutlich mehr Menschen verlassen Rodenbeck, als dass sie sich dort niederlassen, denn 602 Menschen sind weggezogen und 539 zugezogen (- 63). In den übrigen Stadtteilen ist das Verhältnis eher ausgeglichen.

„Einige Stadtteile haben durch ihre Eigenlogik, weil sie sich beispielsweise durch günstigen Wohnraum auszeichnen, eine planbarere Struktur. So sind Teile von Bärenkämpen beliebt in Bezug auf die Wahl einer Wohnung von beispielsweise Zugewanderten oder auch von Menschen, die Sozialleistungen in Anspruch nehmen", so Lewerenz. Auch die Bedeutung von ethnischer Zugehörigkeit spiele bei der Gruppe von neu Zugewanderten für die Wohnortpräferenz eine Rolle.

Dass viele Menschen nach Bärenkämpen oder Rechtes Weserufer ziehen, hänge laut Susann Lewerenz auch damit zusammen, dass die Stadt Minden in den vergangenen Jahren verstärkt in diese Stadtteile investiert hätte. „ In diesen Stadtteilen wurde ein Quartiersmanagement aufgebaut, das eine integrative Arbeit leistet. Sie verbinden die Menschen mit ihren jeweiligen Bedürfnissen vor Ort mit dem Verwaltungshandeln", erklärt Lewerenz.

Die Gewinne durch die Zuzüge können jedoch nicht den Überschuss an Sterbefällen im Vergleich zu Geburten ausgleichen. Da im vergangenen Jahr 997 Mindener gestorben und nur 708 Kinder geboren wurden, ergibt sich eine Differenz von 289. Somit ist die Einwohnerzahl insgesamt leicht gesunken.

Betrachtet man die Bevölkerungsentwicklung einschließlich Geburten und Sterbefälle sowie innerstädtischen Umzügen, gewinnen sechs der 19 Mindener Stadtbezirke. Auch da liegt Bärenkämpen mit 132 Einwohnern mehr als im Vorjahr vorne, dann folgt Königstor (+54), Häverstädt (+48), Dützen (+37), Dankersen (+15) und Nordstadt (+2). Die meisten Einwohner hat Rodenbeck verloren, dort sind 57 Menschen mehr gestorben als geboren, 71 Menschen sind in einer anderen Mindener Stadtteil gezogen und 63 Rodenbecker haben Minden komplett verlassen.

Das bestimmte Stadtteile generell beliebter oder unbeliebter sind, lässt sich nicht ablesen. Denn, und das betont auch Susann Lewerenz: „Die Ausübung der Lebensstile findet an verschiedenen Orten der Stadt statt. Beispielsweise bevorzugen junge und sehr alte Menschen die Innenstadtlage und Familien stattdessen die Randlage." Denn die Attraktivität Mindens wird von verschiedenen Menschen schließlich unterschiedlich bewertet.

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