Schon im Januar will der Investor seinen Bauantrag für die Obermarktpassage einreichen Henning Wandel Minden. Wenn Robert Maier und Rupert Atzberger nach Minden reisen, ist ihr Kalender noch ein Stück voller als gewöhnlich. Politische Sitzungen, Gespräche mit der Verwaltung, Ortstermine mit dem Statiker, Handwerkern und dem Brandschutzexperten – der Weg zur langersehnten Wiedereröffnung der Obermarktpassage ist lang. Dabei erinnert der Zeitplan des neuen Eigentümers eher an einen Sprint: Schon Ende 2022 soll das Projekt abgeschlossen sein. „Das ist schon ambitioniert“, sagt Maier, Geschäftsführer der AIM Center GmbH aus Passau. Damit der Plan aufgeht, müssen viele Rädchen ineinandergreifen. Dazu zählen die notwendigen Genehmigungen ebenso wie der Verkauf der Stadthalle. In der bewegten Geschichte der Obermarktpassage war dieses Teileigentum zuletzt eine Art Faustpfand, mit dem die Stadt einen Rest Einfluss auf die Entwicklung der Immobilie sichern wollte. Inzwischen gibt es deutliche Anzeichen dafür, dass dieser vermeintliche Trumpf jetzt ausgespielt wird. Der Gewinn: ein modernes Kinocenter mit sieben Sälen. Nachdem Maier und Atzberger ihr Konzept für die Passage am Montag im Hauptausschuss vorgestellt hatten, befürworteten Peter Kock (SPD) und Ulrich Luckner (CDU) im Namen ihrer Fraktionen einen Verkauf bereits grundsätzlich. Für Maier ist die Situation ein Spagat: Er muss einerseits auf den knappen Zeitplan hinweisen, will andererseits aber den Eindruck vermeiden, Druck auszuüben. Bei einem kurzen Rundgang durch die Passage betont er das auch noch einmal gegenüber dem MT. Mit dem Kinobetreiber sei er bereits einig, die konkrete Planung sei aber zunächst angehalten worden: „Ich kann ja keine Fläche vermieten, die mir nicht gehört.“ Maier sagt aber auch, dass das Kinocenter für das Gesamtprojekt nicht entscheidend sei. Wenn die Stadt nicht verkaufen wolle, bliebe an der Stelle einfach die Stadthalle. Im Januar wollen Maier und Atzberger, der die Planung für die neue Passage entworfen hat, den Bauantrag einreichen. Schon jetzt beginnen unterdessen die Arbeiten in der Tiefgarage, die bereits im April als erstes wieder in Betrieb genommen werden soll. Hinter einer roten Plane, die die Zufahrt verdeckt, sind Stimmen und Schritte zu hören, immer wieder unterbrochen von Hammerschlägen – Experten begutachten und prüfen die Bausubstanz. Von dem Plan, die insgesamt 519 Stellplätze schon zur Weihnachtszeit freizugeben, hat Maier Abstand genommen. Erstens, weil während des teilweisen Lockdowns hier kaum Bedarf bestehe, vor allem aber, um die Arbeiten durch zusätzliche Feuchtigkeit und Salz von den Straßen nicht unnötig zu erschweren, wie Atzberger erklärt. Im Hauptausschuss zeichneten die beiden Niederbayern ein sehr klares Bild von der zukünftigen Passage. Neben dem Kinobetreiber gäbe es auch schon Zusagen von einem Discounter, einem Supermarkt und einer Bäckerei samt Café. Große Teile der Fläche wären damit schon vergeben, allein für die Nahversorger sind zusammen 2.500 Quadratmeter vorgesehen. Gleichzeitig soll neben dem bisherigen Zugang vom ZOB ein neuer Haupteingang etwas weiter südlich entstehen, dort, wo heute noch ein Notausgang des früheren „Kaufland“ zu sehen ist. So soll ein gerader Durchgang vom Busbahnhof zum Obermarkt entstehen. „Man sieht dann schon auf der einen Seite, wo man an der anderen herauskommt“, sagt Atzberger. In der Vergangenheit war die Obermarktpassage eher unübersichtlich. Gleichzeitig bliebe mit dem neuen Haupteingang die Möglichkeit, den Zugang zum Kinocenter unabhängig von möglichen Öffnungszeiten der Passage zu gewährleisten. Für die wieder hergerichtete Tiefgarage soll es auch gleich eine ganz neue technische Lösung für Nutzer geben. Auf Schranken will Maier künftig verzichten, stattdessen werden die Kennzeichen mit Kameras erfasst. Die Bezahlung erfolgt dann entweder klassisch am Automaten – hier würde dann wie etwa schon jetzt auf dem Parkplatz am Kaiser-Wilhelm-Denkmal einfach das Kennzeichen eingegeben – oder über eine App. Auch sollen in der Tiefgarage Stellplätze für Dauerparker entstehen.

Schon im Januar will der Investor seinen Bauantrag für die Obermarktpassage einreichen

Wo sich früher auf 7.000 Quadratmetern wechselnde Supermärkte ausgebreitet hatten, sollen künftig auf deutlichL kleinerer Fläche gleich zwei Nahversorger Platz finden. Auch wird hier ein neuer zentraler Durchgang zum Obermarkt entstehen. MT-Foto: Henning Wandel © Henning Wandel

Minden. Wenn Robert Maier und Rupert Atzberger nach Minden reisen, ist ihr Kalender noch ein Stück voller als gewöhnlich. Politische Sitzungen, Gespräche mit der Verwaltung, Ortstermine mit dem Statiker, Handwerkern und dem Brandschutzexperten – der Weg zur langersehnten Wiedereröffnung der Obermarktpassage ist lang. Dabei erinnert der Zeitplan des neuen Eigentümers eher an einen Sprint: Schon Ende 2022 soll das Projekt abgeschlossen sein. „Das ist schon ambitioniert“, sagt Maier, Geschäftsführer der AIM Center GmbH aus Passau.

Damit der Plan aufgeht, müssen viele Rädchen ineinandergreifen. Dazu zählen die notwendigen Genehmigungen ebenso wie der Verkauf der Stadthalle. In der bewegten Geschichte der Obermarktpassage war dieses Teileigentum zuletzt eine Art Faustpfand, mit dem die Stadt einen Rest Einfluss auf die Entwicklung der Immobilie sichern wollte. Inzwischen gibt es deutliche Anzeichen dafür, dass dieser vermeintliche Trumpf jetzt ausgespielt wird. Der Gewinn: ein modernes Kinocenter mit sieben Sälen. Nachdem Maier und Atzberger ihr Konzept für die Passage am Montag im Hauptausschuss vorgestellt hatten, befürworteten Peter Kock (SPD) und Ulrich Luckner (CDU) im Namen ihrer Fraktionen einen Verkauf bereits grundsätzlich.

Für Maier ist die Situation ein Spagat: Er muss einerseits auf den knappen Zeitplan hinweisen, will andererseits aber den Eindruck vermeiden, Druck auszuüben. Bei einem kurzen Rundgang durch die Passage betont er das auch noch einmal gegenüber dem MT. Mit dem Kinobetreiber sei er bereits einig, die konkrete Planung sei aber zunächst angehalten worden: „Ich kann ja keine Fläche vermieten, die mir nicht gehört.“ Maier sagt aber auch, dass das Kinocenter für das Gesamtprojekt nicht entscheidend sei. Wenn die Stadt nicht verkaufen wolle, bliebe an der Stelle einfach die Stadthalle.

Im Januar wollen Maier und Atzberger, der die Planung für die neue Passage entworfen hat, den Bauantrag einreichen. Schon jetzt beginnen unterdessen die Arbeiten in der Tiefgarage, die bereits im April als erstes wieder in Betrieb genommen werden soll. Hinter einer roten Plane, die die Zufahrt verdeckt, sind Stimmen und Schritte zu hören, immer wieder unterbrochen von Hammerschlägen – Experten begutachten und prüfen die Bausubstanz. Von dem Plan, die insgesamt 519 Stellplätze schon zur Weihnachtszeit freizugeben, hat Maier Abstand genommen. Erstens, weil während des teilweisen Lockdowns hier kaum Bedarf bestehe, vor allem aber, um die Arbeiten durch zusätzliche Feuchtigkeit und Salz von den Straßen nicht unnötig zu erschweren, wie Atzberger erklärt.

Im Hauptausschuss zeichneten die beiden Niederbayern ein sehr klares Bild von der zukünftigen Passage. Neben dem Kinobetreiber gäbe es auch schon Zusagen von einem Discounter, einem Supermarkt und einer Bäckerei samt Café. Große Teile der Fläche wären damit schon vergeben, allein für die Nahversorger sind zusammen 2.500 Quadratmeter vorgesehen. Gleichzeitig soll neben dem bisherigen Zugang vom ZOB ein neuer Haupteingang etwas weiter südlich entstehen, dort, wo heute noch ein Notausgang des früheren „Kaufland“ zu sehen ist. So soll ein gerader Durchgang vom Busbahnhof zum Obermarkt entstehen. „Man sieht dann schon auf der einen Seite, wo man an der anderen herauskommt“, sagt Atzberger. In der Vergangenheit war die Obermarktpassage eher unübersichtlich. Gleichzeitig bliebe mit dem neuen Haupteingang die Möglichkeit, den Zugang zum Kinocenter unabhängig von möglichen Öffnungszeiten der Passage zu gewährleisten.

Für die wieder hergerichtete Tiefgarage soll es auch gleich eine ganz neue technische Lösung für Nutzer geben. Auf Schranken will Maier künftig verzichten, stattdessen werden die Kennzeichen mit Kameras erfasst. Die Bezahlung erfolgt dann entweder klassisch am Automaten – hier würde dann wie etwa schon jetzt auf dem Parkplatz am Kaiser-Wilhelm-Denkmal einfach das Kennzeichen eingegeben – oder über eine App. Auch sollen in der Tiefgarage Stellplätze für Dauerparker entstehen.

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