Schnell und günstig: Kampa-Halle soll bald wieder öffnen Henning Wandel Minden. Fast wäre eine der Kernfragen zum geplanten Interimsbetrieb der Kampa-Halle im Bauausschuss des Kreises gar nicht gestellt worden. Bis Berthold Hasse-brock (FDP) den Baudezernenten am späten Mittwochnachmittag doch noch aus der Reserve lockt: Insgesamt deutlich weniger als 200.000 Euro wird der Kreis in die Hand nehmen müssen, um die Halle womöglich schon nach den Osterferien wieder in Betrieb nehmen zu können. Lutz Freiberg verpackte die Zahlen in einige Wenns und Abers, es handele sich nur um Schätzungen. Dennoch: Die erforderlichen Baumaßnahmen werden voraussichtlich mit weniger als 100.000 Euro zu Buche schlagen, für Hygienemaßnahmen in der Wasserversorgung kommen noch einmal 70.000 bis 80.000 Euro dazu. Unter dem Strich geht es lediglich um eher kosmetische Arbeiten. So müsse zum Beispiel eine Tür ausgetauscht werden, weitere Zugänge würden versetzt, wie der Brandschutzsachverständige Michael Hamacher im seinem Vortrag erläutert. Dazu kommt eine verbesserte Beleuchtung in den Treppenhäusern, neue Piktogramme an den Fluchtwegen und eine Ergänzung der Alarmierungseinrichtungen. Mehr ist offenbar nicht nötig, um die Kampa-Halle für Sport und Veranstaltungen mit bis zu 4.800 Gästen wieder zu öffnen. Für Spiele der Handball-Bundesligisten könnte GWD Minden laut Hamacher etwa 3.500 Zuschauer in die Halle lassen. Den notwendigen Bauantrag habe die Verwaltung schon vorbereitet, sagt Freiberg. Damit könnte es jetzt ganz schnell gehen: In spätestens drei bis vier Monaten könne die Halle auch den Dankerser Handballern wieder zur Verfügung gestellt werden, sagt Freiberg auch an die Adresse des GWD-Geschäftsführers Markus Kalusche, der as Gast in die Sitzung gekommen war. Doch diese Zeitschiene birgt noch gewisse Unsicherheiten. So muss die zuständige Mindener Aufsichtsbehörde den Antrag inklusive eines Brandschutzkonzeptes auch genehmigen. Laut Freiberg stehen die Verwaltungen von Kreis und Stadt aber bereits in engem Kontakt. Der Baudezernent ist zuversichtlich, dass der Antrag von der Bauaufsicht vorrangig bearbeitet wird. Dass der Kreisausschuss in der kommenden Woche grünes Licht für die Pläne gibt, gilt als sicher. Zumindest im Bauausschuss gab es keine Andeutung, dass die Pläne für den Interimsbetrieb kurz vor dem Ziel noch einmal scheitern könnten. Nur am Rande klingt die Frage nach der Dauer des Interims an. Lutz Freiberg nennt das Jahr 2024 als Ziel für die über den Zwischenbetrieb hinaus bereits politisch beschlossene Sanierung. Die würde dann mindestens knapp neun Millionen Euro kosten – plus etwa 2,9 Millionen Euro für weitere Veränderungen, die zwar sinnvoll, aber nicht zwingend notwendig sind, wie Jens Netzeband vom Bau- und Liegenschaftsamt erläutert. Der größte Anteil ist mit 2,5 Millionen Euro für die Lüftungsanlagen vorgesehen, die komplett ausgetauscht werden müssten. Die Zahlen der Kostenschätzung stammen aus dem Jahr 2019, Netzeband hat in der Gesamtsumme daher bereits einen Aufschlag von acht Prozent für zu erwartende Baukostensteigerungen eingepreist. Hamacher hat in seiner Präsentation noch einmal sehr deutlich gemacht, dass die Schließung der Halle unter den damals getroffenen Annahmen auch aus seiner Sicht unvermeidbar gewesen sei. Allerdings seien die dafür herangezogenen Gutachten auf falschen rechtlichen Annahmen gegründet gewesen. So sei immer davon ausgegangen worden, dass die Halle nach den aktuell geltenden Vorschriften instandgesetzt werden müsse. Jetzt sei der Nachweis geführt worden, dass für die Halle ein Bestandsschutz gilt, der sich auf die erteilten Baugenehmigungen aus den Jahren 1970 und 1999 bezieht. Im Kern geht es darum, die gesamte Halle als einen Brandabschnitt zu begreifen. Damit ist mit wenigen Handgriffen offenbar fast alles wieder möglich: vom Schulsport bis zum Bundesliga-Handball und von der Messe bis zum Abiball. Nur große Bühnen sind definitiv Geschichte.

Schnell und günstig: Kampa-Halle soll bald wieder öffnen

Seit mehr als einem Jahr sind die Gänge der Kampa-Halle verwaist. Das könnte sich jetzt doch schneller ändern als gedacht. Foto: Alex Lehn © Alex Lehn

Minden. Fast wäre eine der Kernfragen zum geplanten Interimsbetrieb der Kampa-Halle im Bauausschuss des Kreises gar nicht gestellt worden. Bis Berthold Hasse-brock (FDP) den Baudezernenten am späten Mittwochnachmittag doch noch aus der Reserve lockt: Insgesamt deutlich weniger als 200.000 Euro wird der Kreis in die Hand nehmen müssen, um die Halle womöglich schon nach den Osterferien wieder in Betrieb nehmen zu können. Lutz Freiberg verpackte die Zahlen in einige Wenns und Abers, es handele sich nur um Schätzungen. Dennoch: Die erforderlichen Baumaßnahmen werden voraussichtlich mit weniger als 100.000 Euro zu Buche schlagen, für Hygienemaßnahmen in der Wasserversorgung kommen noch einmal 70.000 bis 80.000 Euro dazu.

Unter dem Strich geht es lediglich um eher kosmetische Arbeiten. So müsse zum Beispiel eine Tür ausgetauscht werden, weitere Zugänge würden versetzt, wie der Brandschutzsachverständige Michael Hamacher im seinem Vortrag erläutert. Dazu kommt eine verbesserte Beleuchtung in den Treppenhäusern, neue Piktogramme an den Fluchtwegen und eine Ergänzung der Alarmierungseinrichtungen. Mehr ist offenbar nicht nötig, um die Kampa-Halle für Sport und Veranstaltungen mit bis zu 4.800 Gästen wieder zu öffnen. Für Spiele der Handball-Bundesligisten könnte GWD Minden laut Hamacher etwa 3.500 Zuschauer in die Halle lassen.

Den notwendigen Bauantrag habe die Verwaltung schon vorbereitet, sagt Freiberg. Damit könnte es jetzt ganz schnell gehen: In spätestens drei bis vier Monaten könne die Halle auch den Dankerser Handballern wieder zur Verfügung gestellt werden, sagt Freiberg auch an die Adresse des GWD-Geschäftsführers Markus Kalusche, der as Gast in die Sitzung gekommen war. Doch diese Zeitschiene birgt noch gewisse Unsicherheiten. So muss die zuständige Mindener Aufsichtsbehörde den Antrag inklusive eines Brandschutzkonzeptes auch genehmigen. Laut Freiberg stehen die Verwaltungen von Kreis und Stadt aber bereits in engem Kontakt. Der Baudezernent ist zuversichtlich, dass der Antrag von der Bauaufsicht vorrangig bearbeitet wird. Dass der Kreisausschuss in der kommenden Woche grünes Licht für die Pläne gibt, gilt als sicher. Zumindest im Bauausschuss gab es keine Andeutung, dass die Pläne für den Interimsbetrieb kurz vor dem Ziel noch einmal scheitern könnten.

Nur am Rande klingt die Frage nach der Dauer des Interims an. Lutz Freiberg nennt das Jahr 2024 als Ziel für die über den Zwischenbetrieb hinaus bereits politisch beschlossene Sanierung. Die würde dann mindestens knapp neun Millionen Euro kosten – plus etwa 2,9 Millionen Euro für weitere Veränderungen, die zwar sinnvoll, aber nicht zwingend notwendig sind, wie Jens Netzeband vom Bau- und Liegenschaftsamt erläutert. Der größte Anteil ist mit 2,5 Millionen Euro für die Lüftungsanlagen vorgesehen, die komplett ausgetauscht werden müssten. Die Zahlen der Kostenschätzung stammen aus dem Jahr 2019, Netzeband hat in der Gesamtsumme daher bereits einen Aufschlag von acht Prozent für zu erwartende Baukostensteigerungen eingepreist.

Hamacher hat in seiner Präsentation noch einmal sehr deutlich gemacht, dass die Schließung der Halle unter den damals getroffenen Annahmen auch aus seiner Sicht unvermeidbar gewesen sei. Allerdings seien die dafür herangezogenen Gutachten auf falschen rechtlichen Annahmen gegründet gewesen. So sei immer davon ausgegangen worden, dass die Halle nach den aktuell geltenden Vorschriften instandgesetzt werden müsse. Jetzt sei der Nachweis geführt worden, dass für die Halle ein Bestandsschutz gilt, der sich auf die erteilten Baugenehmigungen aus den Jahren 1970 und 1999 bezieht. Im Kern geht es darum, die gesamte Halle als einen Brandabschnitt zu begreifen. Damit ist mit wenigen Handgriffen offenbar fast alles wieder möglich: vom Schulsport bis zum Bundesliga-Handball und von der Messe bis zum Abiball. Nur große Bühnen sind definitiv Geschichte.

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