Schmuddelwetter statt Schneelandschaft: Das erste Mal Weihnachten Zuhause Malina Reckordt In dem für mich eher unspektakulären Jahr wartet kurz vor Jahresende doch noch ein Abenteuer. Ich verbringe mit 25 Jahren nämlich das erste Mal Weihnachten zu Hause. Wo ist da das Abenteuer, fragen Sie sich? Ich will es kurz erklären. Seit meinem dritten Lebensjahr bin ich Weihnachten mit meinen Eltern in Österreich, in einer kleinen, familiären Pension. Nein, wir haben keine große Familie, die wir all die Jahre in der Heimat „zurückgelassen“ haben. Und ja, es ist genauso kitschig, wie Sie vielleicht denken: bei Schneefall zur Kirche stapfen, dort den Blasmusikern lauschen, die Weihnachtslieder spielen, Kerzen anzünden, Weihrauch vor den Häusern riechen, Einheimische freundlich mit einem „Griaß eich“ grüßen. Mit dem Klischee Skiurlaub hat das eher wenig zu tun. Dieser Ort ist für mich so etwas wie ein Sehnsuchtsort. Kennen Sie das? Ein Ort, an dem man sich wohlfühlt, wo echte Freundschaften entstanden sind, wo man den Alltag zurücklassen kann und wo man einfach total gerne ist. So etwas muss nicht unbedingt ein Ort sein, es kann ja auch der eigene Garten, der Pferderücken oder das Surfbrett sein. Dieses Jahr heißt es also Schmuddelwetter statt Schneelandschaft. Ich könnte endlich zu den offenbar legendären Homecoming-Partys gehen, von denen meine Freunde jedes Jahr schwärmen. Ach nein, da war ja was. Ersatz-Veranstaltungen sind digital geplant. Ich sehe mich jedenfalls noch nicht mit einem Glas Wein vor dem Laptop sitzen. Jedenfalls kümmere ich mich dann wohl zum ersten Mal um einen Baum und da gehen die Fragen auch schon los. Was benötige ich dafür? Wie viele Kugeln und vor allem welche? Welche Lichterketten eignen sich? Wann kaufe ich einen Baum und wo? Wie hoch darf der Baum sein? Für Sie sind das vermutlich banale Fragen, für mich nicht. Ich bin gespannt, wie das Exemplar aussehen wird. Als hätte man mit der Geschenke-Planung und ich neuerdings auch mit dem Projekt Baum nicht schon genug zu tun, stellt sich Frage, was man an den Weihnachtstagen isst. Überall höre ich nur von Gänsebraten, Rehrücken, Ente und so weiter. Es klingt jedenfalls alles nach einer Menge Arbeit. Noch kann ich nicht sagen, wie es ist, die Weihnachtstage in der Heimat zu verbringen. Allerdings wird mir jedes Jahr aufs Neue suggeriert, dass Weihnachten Stress bedeutet. Das Essen muss möglichst aufwendig sein, tolle Geschenke sollen ein Leuchten in die Augen zaubern und dann wäre noch das Weihnachtsoutfit, über das man sich tagelang Gedanken gemacht hat. Überhaupt, es soll ein perfektes Fest sein. Muss das sein? Ich werde es jedenfalls entspannt angehen lassen und mich meinem wiederentdeckten Hobby, dem Puzzeln – Sie erinnern sich vielleicht – widmen. Das hat mich im Frühjahr schon einmal vor der großen Langeweile gerettet. Und da ist noch etwas auf meiner Weihnachts-To-do-Liste: die Weihnachtsklassiker schauen – da konnte ich bislang nämlich nie mitreden.

Schmuddelwetter statt Schneelandschaft: Das erste Mal Weihnachten Zuhause

© Alex Lehn

In dem für mich eher unspektakulären Jahr wartet kurz vor Jahresende doch noch ein Abenteuer. Ich verbringe mit 25 Jahren nämlich das erste Mal Weihnachten zu Hause. Wo ist da das Abenteuer, fragen Sie sich? Ich will es kurz erklären. Seit meinem dritten Lebensjahr bin ich Weihnachten mit meinen Eltern in Österreich, in einer kleinen, familiären Pension. Nein, wir haben keine große Familie, die wir all die Jahre in der Heimat „zurückgelassen“ haben.

Und ja, es ist genauso kitschig, wie Sie vielleicht denken: bei Schneefall zur Kirche stapfen, dort den Blasmusikern lauschen, die Weihnachtslieder spielen, Kerzen anzünden, Weihrauch vor den Häusern riechen, Einheimische freundlich mit einem „Griaß eich“ grüßen. Mit dem Klischee Skiurlaub hat das eher wenig zu tun.

Dieser Ort ist für mich so etwas wie ein Sehnsuchtsort. Kennen Sie das? Ein Ort, an dem man sich wohlfühlt, wo echte Freundschaften entstanden sind, wo man den Alltag zurücklassen kann und wo man einfach total gerne ist. So etwas muss nicht unbedingt ein Ort sein, es kann ja auch der eigene Garten, der Pferderücken oder das Surfbrett sein.

Dieses Jahr heißt es also Schmuddelwetter statt Schneelandschaft. Ich könnte endlich zu den offenbar legendären Homecoming-Partys gehen, von denen meine Freunde jedes Jahr schwärmen. Ach nein, da war ja was. Ersatz-Veranstaltungen sind digital geplant. Ich sehe mich jedenfalls noch nicht mit einem Glas Wein vor dem Laptop sitzen.

Jedenfalls kümmere ich mich dann wohl zum ersten Mal um einen Baum und da gehen die Fragen auch schon los. Was benötige ich dafür? Wie viele Kugeln und vor allem welche? Welche Lichterketten eignen sich? Wann kaufe ich einen Baum und wo? Wie hoch darf der Baum sein? Für Sie sind das vermutlich banale Fragen, für mich nicht. Ich bin gespannt, wie das Exemplar aussehen wird.

Als hätte man mit der Geschenke-Planung und ich neuerdings auch mit dem Projekt Baum nicht schon genug zu tun, stellt sich Frage, was man an den Weihnachtstagen isst. Überall höre ich nur von Gänsebraten, Rehrücken, Ente und so weiter. Es klingt jedenfalls alles nach einer Menge Arbeit.

Noch kann ich nicht sagen, wie es ist, die Weihnachtstage in der Heimat zu verbringen. Allerdings wird mir jedes Jahr aufs Neue suggeriert, dass Weihnachten Stress bedeutet. Das Essen muss möglichst aufwendig sein, tolle Geschenke sollen ein Leuchten in die Augen zaubern und dann wäre noch das Weihnachtsoutfit, über das man sich tagelang Gedanken gemacht hat. Überhaupt, es soll ein perfektes Fest sein. Muss das sein?

Ich werde es jedenfalls entspannt angehen lassen und mich meinem wiederentdeckten Hobby, dem Puzzeln – Sie erinnern sich vielleicht – widmen. Das hat mich im Frühjahr schon einmal vor der großen Langeweile gerettet. Und da ist noch etwas auf meiner Weihnachts-To-do-Liste: die Weihnachtsklassiker schauen – da konnte ich bislang nämlich nie mitreden.

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