Schmelzwasser sorgt für Schäden: Dächer vor dem nächsten Schnee prüfen Leonie Meyer Minden. Das Tauwetter nach dem Schneechaos bringt Schäden: Feuchte Deckenflächen im Haus geben erste Hinweise auf Wasserschäden. Betroffene werden oft erst durch Wasser und nasse Stellen im Haus darauf aufmerksam, dass Schnee bis auf ihren Dachboden gelangte. „Jetzt kommt bei vielen Bürgern alles auf einmal, weil sie die letzten Jahre das Dach vernachlässigt haben“, sagt Heiko Kolkmann, Geschäftsführer der Mindener Dachdeckerei Heikam. Von den rund 30 Fällen, die seinem Unternehmen gemeldet wurden, seien zehn Dächer komplett sanierungsbedürftig. „Das Dach und die Dachböden geraten schnell in Vergessenheit, auch wenn man die Ziegel jeden Tag sieht“, sagt Kolkmann. Mit Feuchtigkeitsschäden müsse man rechnen, wenn Flugschnee – feiner Schnee, der bei stärkerem Wind unter die Dachhaut oder die Dachziegel geweht wird – aufkommt. Dann könne es auch vorkommen, dass die Dämmschichten ausgetauscht werden müssen. Grundsätzlich seien Steildächer stärker betroffen als etwa Flachdächer. Jedoch tragen letztere größere Schäden bei hoher Schneelast davon. „Man sollte sich schon vorbeugend vor dem nächsten Wintereinbruch um eine Kontrolle kümmern.“ „283 Fälle haben wir aufgenommen und die Dunkelziffer liegt schätzungsweise noch höher“, sagt Andreas Heine, Sachverständiger für Schäden an Gebäuden. Er arbeitet bei dem Unternehmen Schadenbeseitigung NRW mit Sitz in Petershagen. Erste offensichtliche Zeichen seien durchnässte Deckenflächen. Als ersten Schritt würden die Fachleute die Dämmung abnehmen und Wasser absaugen, erklärt Heine. Es seien ihm auch Fälle bekannt, in denen bei einem Neubau die Dachflächenfenster nicht fachgerecht eingesetzt worden sind. Die Verbraucherzentrale NRW rät: „Dächer im Blick haben und prüfen“. Der Winter könne teure Konsequenzen nach sich ziehen, wenn das Risiko von Schäden nicht ausreichend abgesichert sei. „Halten die Dächer von Haus, Wintergarten oder Garage den Schneemassen nicht stand, springt die Gebäudeversicherung nicht automatisch bei Schäden ein. Diese müssen Hausbesitzer mit einer Extra-Vereinbarung beziehungsweise einer zusätzlichen Police für Elementarschäden abgesichert haben“, erläutert die Verbraucherzentrale NRW. Ursula Thielemann, Leiterin der Beratungsstelle Minden, sagt, dass die Verbraucherzentrale NRW Beratungen zum vorsorglichen Versicherungsschutz bei Unwetter und Kälte per Telefon anbietet. Bevor es schneit: Vor dem nächsten Wintereinbruch sollte man sich um eine grundlegende Kontrolle des Daches kümmern. Dachdeckerunternehmen seien für die Prüfung geeignet, damit es vielleicht erst gar nicht zu einer Schadenbeseitigung kommen muss. Ratschläge zum Vorgehen und zu Versicherungen können in speziellen Fällen bei der Verbraucherzentrale NRW angefragt werden.

Schmelzwasser sorgt für Schäden: Dächer vor dem nächsten Schnee prüfen

Minden. Das Tauwetter nach dem Schneechaos bringt Schäden: Feuchte Deckenflächen im Haus geben erste Hinweise auf Wasserschäden. Betroffene werden oft erst durch Wasser und nasse Stellen im Haus darauf aufmerksam, dass Schnee bis auf ihren Dachboden gelangte.

Flugschnee auf dem Dachboden. - © Foto: pr
Flugschnee auf dem Dachboden. - © Foto: pr

„Jetzt kommt bei vielen Bürgern alles auf einmal, weil sie die letzten Jahre das Dach vernachlässigt haben“, sagt Heiko Kolkmann, Geschäftsführer der Mindener Dachdeckerei Heikam. Von den rund 30 Fällen, die seinem Unternehmen gemeldet wurden, seien zehn Dächer komplett sanierungsbedürftig. „Das Dach und die Dachböden geraten schnell in Vergessenheit, auch wenn man die Ziegel jeden Tag sieht“, sagt Kolkmann. Mit Feuchtigkeitsschäden müsse man rechnen, wenn Flugschnee – feiner Schnee, der bei stärkerem Wind unter die Dachhaut oder die Dachziegel geweht wird – aufkommt. Dann könne es auch vorkommen, dass die Dämmschichten ausgetauscht werden müssen. Grundsätzlich seien Steildächer stärker betroffen als etwa Flachdächer. Jedoch tragen letztere größere Schäden bei hoher Schneelast davon. „Man sollte sich schon vorbeugend vor dem nächsten Wintereinbruch um eine Kontrolle kümmern.“

Der Flugschnee weht zwischen die Dachpfannen auf den Dachboden. Foto: pr - © Foto: pr
Der Flugschnee weht zwischen die Dachpfannen auf den Dachboden. Foto: pr - © Foto: pr

„283 Fälle haben wir aufgenommen und die Dunkelziffer liegt schätzungsweise noch höher“, sagt Andreas Heine, Sachverständiger für Schäden an Gebäuden. Er arbeitet bei dem Unternehmen Schadenbeseitigung NRW mit Sitz in Petershagen. Erste offensichtliche Zeichen seien durchnässte Deckenflächen. Als ersten Schritt würden die Fachleute die Dämmung abnehmen und Wasser absaugen, erklärt Heine. Es seien ihm auch Fälle bekannt, in denen bei einem Neubau die Dachflächenfenster nicht fachgerecht eingesetzt worden sind.

Die Verbraucherzentrale NRW rät: „Dächer im Blick haben und prüfen“. Der Winter könne teure Konsequenzen nach sich ziehen, wenn das Risiko von Schäden nicht ausreichend abgesichert sei. „Halten die Dächer von Haus, Wintergarten oder Garage den Schneemassen nicht stand, springt die Gebäudeversicherung nicht automatisch bei Schäden ein. Diese müssen Hausbesitzer mit einer Extra-Vereinbarung beziehungsweise einer zusätzlichen Police für Elementarschäden abgesichert haben“, erläutert die Verbraucherzentrale NRW. Ursula Thielemann, Leiterin der Beratungsstelle Minden, sagt, dass die Verbraucherzentrale NRW Beratungen zum vorsorglichen Versicherungsschutz bei Unwetter und Kälte per Telefon anbietet.

Bevor es schneit: Vor dem nächsten Wintereinbruch sollte man sich um eine grundlegende Kontrolle des Daches kümmern. Dachdeckerunternehmen seien für die Prüfung geeignet, damit es vielleicht erst gar nicht zu einer Schadenbeseitigung kommen muss. Ratschläge zum Vorgehen und zu Versicherungen können in speziellen Fällen bei der Verbraucherzentrale NRW angefragt werden.

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