„Schlüsselimmobilie“: Mindens Bau-Beigeordeneter Bursian über die Chancen der Obermarktpassage Monika Jäger Minden. Jahrelang hatte die Stadt Minden keinen Ansprechpartner für den Teil der Obermarkt-Passage, der jetzt ab den Passauer Unternehmer Robert Maier verkauft wurde. Als letzter Restbestand eines Portfolios wurde die Immobilie zuletzt in einem Bieter-Verfahren vermarktet, in dem Interessenten die ihnen angemessen scheinende Summe offerieren konnten. Darum ist es eine gute Nachricht, dass es jetzt wieder einen Ansprechpartner gibt. Der neue Eigentümer habe „rund um den Verkaufsprozess“ mit der Stadt Kontakt aufgenommen, intensivere Gespräche sollen im August folgen, sagt Mindens Bau-Beigeordneter Lars Bursian. . Erster Punkt auf der Agenda der Stadt wird die Wiederöffnung der Tiefgarage sein. „Das würde ein Problem lösen, das wir in der Innenstadt haben.“ Dass die Passage jeden Entwickler vor einer Fülle von Problemen stellt, ist in der Branche seit langem bekannt. Immer wieder sahen sich Vertreter kleiner und großer Büros die Spezialimmobilie an. „Wer die kauft, braucht erst einmal ein gutes, durchkalkuliertes Konzept, das auch finanziell funktioniert, und dem alle Teileigentümer zustimmen. Und das ist eben das Schwierige daran“, sagte schon vor Jahren ein damaliger Interessent im MT-Gespräch. Schwierig ist es wegen der Besitzverhältnisse: Der gewerbliche Anteil aus Ärztehaus, Mall und Shops macht 80 bis 85 Prozent der Fläche aus, im Wohneigentum sind zehn bis 15 Prozent. Diese gehören jedoch mehr als 60 verschiedenen Eigentümern, die alle eine Stimme haben. Auch die Stadt Minden ist Teileigentümerin. Sie ist zwar bereit, die Stadthalle für wenig Geld einzubringen, aber nur, wenn ein gutes Konzept vorliegt, das auch realistischerweise verwirklicht werden kann. Maier gehört nun der gewerbliche Bereich, der allerdings mit den anderen Teilen im Bauwerk vertikal und horizontal eng verbunden ist. Ohne die Zustimmung aller Eigentümer könnte er wenig mehr tun als die Mall so zu nutzen, wie sie mal war. Doch selbst dafür wäre zunächst das Thema Brandschutz zu klären – hier ist vor allen Dingen das Glasdach ein Problem. Die Stadt Minden habe in den vergangenen Jahren längst nicht nur still abgewartet, betont Bursian. Eine spezielle Arbeitsgruppe befasst sich in der Verwaltung mit dem Thema. „Zuletzt haben wir ein neutrales Beratungsbüro beauftragt, noch einmal alle unsere Handlungsoptionen ganz genau zu prüfen.“ In vielen Interviews – bisher waren es 20 – seien auch die unterschiedlichen Interessenlagen erhoben worden. Geredet wurde mit Teil-Eigentümern und Projektentwicklern, Kinobetreibern, Einzelhandelsvertretern, Kommunen, die ähnliche Situationen gut gelöst haben, ehemaligen Mietern, und eingeschaltet ist auch ein Fachanwalt für Eigentumsrecht. „Das ist nicht einfach nur irgendein Objekt, sondern eine Schlüsselimmobilie“, unter anderem wegen des Zuwegs zur Oberen Altstadt. Darum habe die Stadt in den vergangenen Jahren auch viel getan, um das Umfeld aufzuwerten. Auch das sollte es Investoren leichter machen, sich für die angestaubte Passage zu erwärmen. Sollte der neue Eigentümer fragen, welche Nutzungen die Stadt sich realistisch vorstellen könnte, hätte Bursian auch da Vorschläge. Einzelhandel gehört allerdings nicht dazu – seit die Passage erstellt wurde, hat sich das Einkaufsverhalten grundsätzlich verändert. Gut möglich wäre eine Freizeitnutzung: „Ein Kino würde wunderbar funktionieren“, und man könnte sich anderes vorstellen wie Billard, Indoor-Spielplätze, Klettern, Escape Rooms. All das würde auch von den vielen Parkplätzen in der Passage und der guten Gastronomie im Umfeld profitieren. Alternativ denkbar wäre auch ein Schwerpunkt Gesundheit, mit Ärzten, Pflegediensten, betreutem Wohnen. In den Obergeschossen könnten ja durchaus noch weitere Wohnungen entstehen, so Bursian. Er erwartet, dass es an dieser Schlüsselstelle in Minden nun weitergeht: „Ich gehe fest davon aus, dass man solch ein Objekt nicht einfach mal so kauft.“ Ausführliche Berichterstattung zum Käufer der Obermarktpassage folgt.

„Schlüsselimmobilie“: Mindens Bau-Beigeordeneter Bursian über die Chancen der Obermarktpassage

Die Obermarktpassage ist verkauft. MT- © Foto: Alex Lehn

Minden. Jahrelang hatte die Stadt Minden keinen Ansprechpartner für den Teil der Obermarkt-Passage, der jetzt ab den Passauer Unternehmer Robert Maier verkauft wurde. Als letzter Restbestand eines Portfolios wurde die Immobilie zuletzt in einem Bieter-Verfahren vermarktet, in dem Interessenten die ihnen angemessen scheinende Summe offerieren konnten. Darum ist es eine gute Nachricht, dass es jetzt wieder einen Ansprechpartner gibt. Der neue Eigentümer habe „rund um den Verkaufsprozess“ mit der Stadt Kontakt aufgenommen, intensivere Gespräche sollen im August folgen, sagt Mindens Bau-Beigeordneter Lars Bursian. .

Erster Punkt auf der Agenda der Stadt wird die Wiederöffnung der Tiefgarage sein. „Das würde ein Problem lösen, das wir in der Innenstadt haben.“

Dass die Passage jeden Entwickler vor einer Fülle von Problemen stellt, ist in der Branche seit langem bekannt. Immer wieder sahen sich Vertreter kleiner und großer Büros die Spezialimmobilie an. „Wer die kauft, braucht erst einmal ein gutes, durchkalkuliertes Konzept, das auch finanziell funktioniert, und dem alle Teileigentümer zustimmen. Und das ist eben das Schwierige daran“, sagte schon vor Jahren ein damaliger Interessent im MT-Gespräch.

Schwierig ist es wegen der Besitzverhältnisse: Der gewerbliche Anteil aus Ärztehaus, Mall und Shops macht 80 bis 85 Prozent der Fläche aus, im Wohneigentum sind zehn bis 15 Prozent. Diese gehören jedoch mehr als 60 verschiedenen Eigentümern, die alle eine Stimme haben. Auch die Stadt Minden ist Teileigentümerin. Sie ist zwar bereit, die Stadthalle für wenig Geld einzubringen, aber nur, wenn ein gutes Konzept vorliegt, das auch realistischerweise verwirklicht werden kann.

Maier gehört nun der gewerbliche Bereich, der allerdings mit den anderen Teilen im Bauwerk vertikal und horizontal eng verbunden ist. Ohne die Zustimmung aller Eigentümer könnte er wenig mehr tun als die Mall so zu nutzen, wie sie mal war. Doch selbst dafür wäre zunächst das Thema Brandschutz zu klären – hier ist vor allen Dingen das Glasdach ein Problem.

Die Stadt Minden habe in den vergangenen Jahren längst nicht nur still abgewartet, betont Bursian. Eine spezielle Arbeitsgruppe befasst sich in der Verwaltung mit dem Thema. „Zuletzt haben wir ein neutrales Beratungsbüro beauftragt, noch einmal alle unsere Handlungsoptionen ganz genau zu prüfen.“ In vielen Interviews – bisher waren es 20 – seien auch die unterschiedlichen Interessenlagen erhoben worden. Geredet wurde mit Teil-Eigentümern und Projektentwicklern, Kinobetreibern, Einzelhandelsvertretern, Kommunen, die ähnliche Situationen gut gelöst haben, ehemaligen Mietern, und eingeschaltet ist auch ein Fachanwalt für Eigentumsrecht. „Das ist nicht einfach nur irgendein Objekt, sondern eine Schlüsselimmobilie“, unter anderem wegen des Zuwegs zur Oberen Altstadt.

Darum habe die Stadt in den vergangenen Jahren auch viel getan, um das Umfeld aufzuwerten. Auch das sollte es Investoren leichter machen, sich für die angestaubte Passage zu erwärmen.

Sollte der neue Eigentümer fragen, welche Nutzungen die Stadt sich realistisch vorstellen könnte, hätte Bursian auch da Vorschläge. Einzelhandel gehört allerdings nicht dazu – seit die Passage erstellt wurde, hat sich das Einkaufsverhalten grundsätzlich verändert. Gut möglich wäre eine Freizeitnutzung: „Ein Kino würde wunderbar funktionieren“, und man könnte sich anderes vorstellen wie Billard, Indoor-Spielplätze, Klettern, Escape Rooms. All das würde auch von den vielen Parkplätzen in der Passage und der guten Gastronomie im Umfeld profitieren. Alternativ denkbar wäre auch ein Schwerpunkt Gesundheit, mit Ärzten, Pflegediensten, betreutem Wohnen. In den Obergeschossen könnten ja durchaus noch weitere Wohnungen entstehen, so Bursian.

Er erwartet, dass es an dieser Schlüsselstelle in Minden nun weitergeht: „Ich gehe fest davon aus, dass man solch ein Objekt nicht einfach mal so kauft.“

Ausführliche Berichterstattung zum Käufer der Obermarktpassage folgt.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Minden