Minden (mt). Wenn es um die Beschilderung einer Fahrradstraße geht, dann macht sich bei den Verkehrsverantwortlichen der Stadt Minden Ernüchterung breit. Autofahrer ignorieren das Verbot zahlreich, fallen der Polizei sogar als "Wiederholungstäter" auf. Am Eickhorstweg soll jetzt eine Treckerschleuse für Abhilfe sorgen.
Radler leben gefährlich, wenn sie den Eickhorstweg benutzen. Dabei ist gerade dieser Weg ausgesprochen beliebt, gilt als schnelle Verbindung von Hahlen zu mehreren Schulen, Sport- und Freizeiteinrichtungen.
Schon 1972 sollen Anwohner gefordert haben, den Weg für den Autoverkehr dichtzumachen, seit August 2000 ist er in seiner gesamten Länge Fahrradstraße. Erlaubt sind nur landwirtschaftliche Fahrzeuge, deutlich gemacht durch die zusätzliche Beschilderung.
"Dennoch nutzen viele Autofahrer diese Straße offenbar als Abkürzung", vermutet Sandra Neuhaus von der Verkehrsbehörde Minden - und auch während des MT-Ortstermins rauschten wieder zahlreiche Autos vorbei. "Nicht mehr lange", wie Beigeordneter Klaus-Georg Erzigkeit betonte.
Mehrfach hatte die Politik auf das Thema aufmerksam gemacht, die Grünen erinnerten zuletzt im Bauausschuss noch einmal an den eigenen Antrag. Die Verwaltung betonte, "am Thema dran" zu sein. Aktueller Stand: In der nächsten Sitzung kommende Woche soll entschieden werden.
"Immer wieder wird gefordert, dass die Polizei weitere Kontrollen durchführt", meinte Sandra Neuhaus. Das sei personell aber nicht ohne Weiteres machbar.
Lange habe man auch gehofft, dass die Beschilderung ausreichend sei - leider vergebens. Lösung könnte nun eine Treckerschleuse sein, wie es sie in Niedersachsen bereits gibt, vergleichbar mit der Betonsäule auf der Ritterstraße. Das heißt: "normale" Autos können nicht passieren und würden sich - wenn sie doch fahren - möglicherweise die Ölwanne aufreißen. Ein höher liegender Trecker (wichtig für den Eickhorstweg) hätte jedoch keine Probleme bei der Durchfahrt.
"Von einer Schranke waren die Landwirte tatsächlich nicht begeistert", meinte Klaus-Georg Erzigkeit: "Wer soll da für den Schlüssel verantwortlich sein?"
Viel sinnvoller sei die Installation eines weißen Betonzylinders mit etwa 20 Zentimetern Höhe. Hinzu käme eine Fahrbahnmarkierung als langer weißer Strich, der - wie die reflektierenden Baken - alle Verkehrsteilnehmer auf das Bodenhindernis hinweist.
Weitere Hinweise für die Übergangszeit
"Möglicherweise können für die Übergangszeit noch weitere Hinweise angebracht werden", sagt Sabine Neuhaus. Auf jeden Fall wird es aber Einbahnstraßenschilder an den jeweils gegenüberliegenden Einfahrten der Straße geben. "Wer dann mit dem normalen Pkw immer noch durchfährt, wird umkehren müssen", sagt Erzigkeit.
Insgesamt zwei Treckerschleusen sollen in die Straße eingebaut werden, der beigeordnete schätzt 8000 Euro Gesamtkosten. Entscheiden müsse jetzt der nächste Bauausschuss, dann könne es zur Auftragsvergabe kommen.
Nicht festlegen will sich Klaus-Georg Erzigkeit, wann die neuen Schleusen eingebaut sind. Vielleicht schon im Herbst.
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