Lange Schlangen und Tumult: Das ist am Freitagmorgen am Impfzentrum passiert Stefanie Dullweber,Malina Reckordt,Nina Könemann,Lea Oetjen Hille-Unterlübbe. Lange Warteschlangen, Handgemenge, Polizeieinsatz: Vor dem Hiller Impfzentrum ist es am Freitagmorgen zu einem kleinen Tumult gekommen, weil sich zahlreiche Menschen ohne Termin impfen lassen wollten und abgewiesen wurden. Leiterin Anke Richter-Scheer hatte am Abend zuvor in der WDR Lokalzeit einige missverständliche Aussagen getätigt. Sie gehe davon aus, dass nach der Wiederaufnahme der Impfungen mit Astrazeneca am Morgen auch einige Menschen unangemeldet auf gut Glück nach Unterlübbe um Impfzentrum kommen würden, sagte sie. Auf die Nachfrage des WDR-Reporters, ob sie das denn wolle, antwortete Richter-Scheer: „Ich bin froh, wir haben genug Impfstoff im Kühlschrank. Ich freue mich über jede Impfstoff-Dosis, die wir weniger haben." Der Kreis Minden-Lübbecke korrigierte dies am Morgen in einer Medieninfo: „Nur die Impftermine mit Astrazeneca, die bereits gebucht waren, sind ab heute möglich", heißt es dort. Auch Anke Richter-Scheer meldete sich beim MT und stellte klar: „Meine Aussage bezog sich auf diejenigen, deren Termin in den letzten Tagen ausgefallen war." Leider sei dies am Ende im Beitrag etwas anders gedeutet worden. Dennoch, und dazu stehe sie, sei das Zeichen ein Gutes: „Wir hatten hier heute morgen zahlreiche Impfwillige. Das zeigt doch, dass viele Menschen dem Impfstoff haben wollen." Ralf Schymon, der technische Leiter des Impfzentrums in Unterlübbe, spricht gegenüber dem MT von 30 bis 40 Leuten, die am Morgen ohne Termin gekommen waren. „Die breite Masse war natürlich enttäuscht. Aber in den meisten Fällen konnten wir das in Ruhe klären." Die tatsächlich Berechtigten seien geimpft worden, die anderen seien abgewiesen worden. Zumindest in einem Fall war die Person jedoch nicht einsichtig. „Ein Herr, der sich impfen lassen wollte, ist von der Security abgewiesen worden", schildert Schymon die Situation. Der Mann sei von den Sicherheitsleuten unter Protest vom Hof geführt worden. „Es ist aber niemand zu Schaden gekommen." Er selbst habe mit dem Mann und seiner Ehefrau noch auf dem Parkplatz gesprochen und die Lage erklärt. „Den Mann abzuführen, war sicherlich nicht die geschickteste Lösung", gibt der technische Leiter zu. Die Sache müsse aufgearbeitet werden. Schymon war es auch, der die Polizei alarmierte, als am Morgen immer mehr Menschen zum Impfzentrum strömten. Insgesamt seien zwei Streifen vor Ort gewesen. Nach einer Dreiviertelstunde habe sich die Lage jedoch normalisiert. Jan Bosse, Geschäftsführer des Krisenstabes, machte sich gestern vor Ort in Unterlübbe ein Bild und nahm Stellung zu den Interviews, die am Abend zuvor ausgestrahlt worden waren. Anke Richter-Scheer habe sich in den Tagesthemen und gegenüber dem WDR dahingehend geäußert, dass das medizinische Personal darauf brennen würde mit Astrazeneca zu impfen. Dabei sei offenbar ein falscher Eindruck entstanden, so Bosse. Es seien nur diejenigen aufgerufen worden, deren Termin zuvor ausgefallen war. Die Verantwortlichen hätten dann vor Ort versucht, das Geschehen in geordnete Bahnen zu lenken. „Wir hatten hier kurz Chaos, aber das war schnell im Griff", bestätigte auch Anke Richter-Scheer. Es seien zwei Schlangen gebildet worden – für diejenigen, die eine Impfung mit Biontech bekommen und für diejenigen, die Astrazeneca erhalten. teilte Bosse weiter mit. Außerdem habe der Krisenstab versucht, möglichst schnell gegenzusteuern, um das Geschehen vor Ort zu entzerren. „Das Bild jetzt ist ein ganz anderes als heute Morgen", sagte er gegen 10 Uhr. Jeder, der aktuell impfberechtigt sei, solle einen Termin buchen. Es gebe noch freie Kapazitäten im dafür vorgesehenen Portal. Weiterhin seien nur die bisher berechtigten Personengruppen zum Impfen zugelassen, insbesondere Beschäftigte von Grund- und Förderschulen sowie Kindertagesstätten, heißt es in der Kreis-Pressemitteilung dazu. In jedem Falle sei bei der Impfung ein Nachweis vorzulegen. Anke Richter-Scheer stellte klar: „Am Freitag wurde bei uns niemand geimpft, der keinen Termin hatte und auch nicht zu den priorisierten Berufsgruppen gehörte." Für den heutigen Freitag und Samstag sei das Impfzentrum mit Vakzinen gut ausgestattet, sagte Jan Bosse weiter. „Und am Ende wird jeder geimpft sein, auch wenn er es heute Morgen nicht geschafft hat." Zumal seit Donnerstag im Kreis auch mit dem Impfstoff von Moderna geimpft werden kann. Der ist jedoch nicht für die Verimpfung im Zentrum, sondern für teilstationäre Einrichtungen, Tagespflege, Demenz- und Beatmungswohngemeinschaften vorgesehen. Mobile Impfteams würden sich darum kümmern.

Lange Schlangen und Tumult: Das ist am Freitagmorgen am Impfzentrum passiert

Vor dem Hiller Impfzentrum bildeten sich am Freitagmorgen lange Schlangen. © Joern Spreen-Ledebur

Hille-Unterlübbe. Lange Warteschlangen, Handgemenge, Polizeieinsatz: Vor dem Hiller Impfzentrum ist es am Freitagmorgen zu einem kleinen Tumult gekommen, weil sich zahlreiche Menschen ohne Termin impfen lassen wollten und abgewiesen wurden. Leiterin Anke Richter-Scheer hatte am Abend zuvor in der WDR Lokalzeit einige missverständliche Aussagen getätigt. Sie gehe davon aus, dass nach der Wiederaufnahme der Impfungen mit Astrazeneca am Morgen auch einige Menschen unangemeldet auf gut Glück nach Unterlübbe um Impfzentrum kommen würden, sagte sie. Auf die Nachfrage des WDR-Reporters, ob sie das denn wolle, antwortete Richter-Scheer: „Ich bin froh, wir haben genug Impfstoff im Kühlschrank. Ich freue mich über jede Impfstoff-Dosis, die wir weniger haben."

Der Kreis Minden-Lübbecke korrigierte dies am Morgen in einer Medieninfo: „Nur die Impftermine mit Astrazeneca, die bereits gebucht waren, sind ab heute möglich", heißt es dort. Auch Anke Richter-Scheer meldete sich beim MT und stellte klar: „Meine Aussage bezog sich auf diejenigen, deren Termin in den letzten Tagen ausgefallen war." Leider sei dies am Ende im Beitrag etwas anders gedeutet worden. Dennoch, und dazu stehe sie, sei das Zeichen ein Gutes: „Wir hatten hier heute morgen zahlreiche Impfwillige. Das zeigt doch, dass viele Menschen dem Impfstoff haben wollen."

Ralf Schymon, der technische Leiter des Impfzentrums in Unterlübbe, spricht gegenüber dem MT von 30 bis 40 Leuten, die am Morgen ohne Termin gekommen waren. „Die breite Masse war natürlich enttäuscht. Aber in den meisten Fällen konnten wir das in Ruhe klären." Die tatsächlich Berechtigten seien geimpft worden, die anderen seien abgewiesen worden. Zumindest in einem Fall war die Person jedoch nicht einsichtig. „Ein Herr, der sich impfen lassen wollte, ist von der Security abgewiesen worden", schildert Schymon die Situation. Der Mann sei von den Sicherheitsleuten unter Protest vom Hof geführt worden. „Es ist aber niemand zu Schaden gekommen."

Er selbst habe mit dem Mann und seiner Ehefrau noch auf dem Parkplatz gesprochen und die Lage erklärt. „Den Mann abzuführen, war sicherlich nicht die geschickteste Lösung", gibt der technische Leiter zu. Die Sache müsse aufgearbeitet werden. Schymon war es auch, der die Polizei alarmierte, als am Morgen immer mehr Menschen zum Impfzentrum strömten. Insgesamt seien zwei Streifen vor Ort gewesen. Nach einer Dreiviertelstunde habe sich die Lage jedoch normalisiert.

Jan Bosse, Geschäftsführer des Krisenstabes, machte sich gestern vor Ort in Unterlübbe ein Bild und nahm Stellung zu den Interviews, die am Abend zuvor ausgestrahlt worden waren. Anke Richter-Scheer habe sich in den Tagesthemen und gegenüber dem WDR dahingehend geäußert, dass das medizinische Personal darauf brennen würde mit Astrazeneca zu impfen. Dabei sei offenbar ein falscher Eindruck entstanden, so Bosse. Es seien nur diejenigen aufgerufen worden, deren Termin zuvor ausgefallen war. Die Verantwortlichen hätten dann vor Ort versucht, das Geschehen in geordnete Bahnen zu lenken. „Wir hatten hier kurz Chaos, aber das war schnell im Griff", bestätigte auch Anke Richter-Scheer.

Es seien zwei Schlangen gebildet worden – für diejenigen, die eine Impfung mit Biontech bekommen und für diejenigen, die Astrazeneca erhalten. teilte Bosse weiter mit. Außerdem habe der Krisenstab versucht, möglichst schnell gegenzusteuern, um das Geschehen vor Ort zu entzerren. „Das Bild jetzt ist ein ganz anderes als heute Morgen", sagte er gegen 10 Uhr. Jeder, der aktuell impfberechtigt sei, solle einen Termin buchen. Es gebe noch freie Kapazitäten im dafür vorgesehenen Portal. Weiterhin seien nur die bisher berechtigten Personengruppen zum Impfen zugelassen, insbesondere Beschäftigte von Grund- und Förderschulen sowie Kindertagesstätten, heißt es in der Kreis-Pressemitteilung dazu. In jedem Falle sei bei der Impfung ein Nachweis vorzulegen. Anke Richter-Scheer stellte klar: „Am Freitag wurde bei uns niemand geimpft, der keinen Termin hatte und auch nicht zu den priorisierten Berufsgruppen gehörte."

Für den heutigen Freitag und Samstag sei das Impfzentrum mit Vakzinen gut ausgestattet, sagte Jan Bosse weiter. „Und am Ende wird jeder geimpft sein, auch wenn er es heute Morgen nicht geschafft hat."

Zumal seit Donnerstag im Kreis auch mit dem Impfstoff von Moderna geimpft werden kann. Der ist jedoch nicht für die Verimpfung im Zentrum, sondern für teilstationäre Einrichtungen, Tagespflege, Demenz- und Beatmungswohngemeinschaften vorgesehen. Mobile Impfteams würden sich darum kümmern.

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