Schiffahrt auf der Mittelweser sichern Kreistag fordert Höherstufung des Flussabschnittes / Zweifel am Regioport werden in Diskussion laut Von Hartmut Nolte Minden (hn). Ist 52:8 in Minden deutlicher als 38:4 in Nienburg? Hinter dieser Frage steht kein Sportereignis, sondern die Abstimmungen zu einer gemeinsam erarbeiteten Resolution der Kreise Minden-Lübbecke und Nienburg zur Zukunft der Mittelweser. Wie mehrfach berichtet, plant Bundesverkehrsminister Ramsauer (CSU) die Wasserstraßen in drei Kategorien neu einzuteilen und entsprechend dieser Einstufung Mittel für Ausbau und Unterhaltung bereitzustellen. Der Mittelandkanal soll danach in Kategorie A (Ausbau), die Mittelweser zwischen Bremen und Minden in die Kategorie B (Erhalt) die Oberweser in die Kategorie C (nur Unterhaltung) eingestuft werden.Dagegen wenden sich neben den Interessenverbänden der Schifffahrt und der Wirtschaft auch die Anrainerkommunen und -kreise an der Mittelweser. Die vier Landkreise Minden-Lübbecke, Nienburg, Schaumburg und Verden sowie die Städte Minden und Petershagen haben gemeinsam eine Resolution an den Minister verfasst, über die jetzt im Kreistag diskutiert und positiv abgestimmt wurde. Bereits im Vorfeld hatten die Grünen ihre ablehnende Haltung dazu mehrfach öffentlich (das MT berichtete: "Zu hohe Kosten") dargelegt und die Haltung des CSU-Ministers unterstützt.Margret Spönemann erinnerte im Kreistag an die EU-Wasserrahmenrichtlinie, die guten ökologischen Zustand verlange. Schiffe müssten "fluss- und klimaverträglich" sein, verlangte sie. Durch den Ausbau sei eine ungewöhnliche Vielzahl an Lebensräumen für Pflanzen und Tiere gefährdet. Wartezeiten bei einspurigen Engpassstellen (hier 50 Kilometer) seien hinnehmbar. Unklar seien die Prognosen zum Güterumschlag am geplanten Regioport in Minden.Das sah auch Karl-Ludwig Sierig (FWG) so, der seine Ablehnung mit "fragwürdigen Zahlenspielen zum Regioport" begründete. Matthias Beier (UB/UWG) fragte nach der Notwendigkeit der Kategorie A, wenn wöchentlich zwei Binnenschiffe auf der Mittelweser verkehrten.Es gehe nicht um die jetzige Situation und nicht um eine Forderung nach Ausbau für die übergroßen Motorschiffe (ÜGM) bis 135 Meter Länge, beschwichtigte Dr. Manfred Horter (SPD), sondern mit der Forderung nach höherer Einstufung solle die Möglichkeit offengehalten werden, die Mittelweser als wichtige Verbindung der Seehäfen zum Binnenland bedarfsgerecht zu entwickeln."Am Hiller Hafen ist nichts los"Das sei neben dem hohen Stellenwert für die Wirtschaft der Region auch ökologisch begründet, um so viel Verkehr wie möglich von der Straße umweltfreundlicher aufs Wasser zu verlagern, wo noch Kapazitäten vorhanden seien. Ernst-August Schrewe (CDU) wies auf die bisher eingeleiteten Baumaßnahmen zum Beispiel an der Schleuse in Minden hin und erinnerte an die Drehkreuzfunktion, die ohne Ausbaumöglichkeit eingeschränkt werde.Dass die Wirtschaft bei allen Beteuerungen der Verbände offenbar in der Praxis andere Wege geht, machte Kurt Riechmann (FWG) aus Hille deutlich. "Am Hiller Hafen ist nichts los, Rhenus transportiere seine Waren nicht mit Schiff oder Bahn, sondern lieber mit dem Lkw." Auch im Regioport sieht er deshalb "keinen Segen für den Kreis".

Schiffahrt auf der Mittelweser sichern

Minden (hn). Ist 52:8 in Minden deutlicher als 38:4 in Nienburg? Hinter dieser Frage steht kein Sportereignis, sondern die Abstimmungen zu einer gemeinsam erarbeiteten Resolution der Kreise Minden-Lübbecke und Nienburg zur Zukunft der Mittelweser.

Kreistag fordert Höherstufung

der Mittelweser - © MINDEN
Kreistag fordert Höherstufung
der Mittelweser - © MINDEN

Wie mehrfach berichtet, plant Bundesverkehrsminister Ramsauer (CSU) die Wasserstraßen in drei Kategorien neu einzuteilen und entsprechend dieser Einstufung Mittel für Ausbau und Unterhaltung bereitzustellen. Der Mittelandkanal soll danach in Kategorie A (Ausbau), die Mittelweser zwischen Bremen und Minden in die Kategorie B (Erhalt) die Oberweser in die Kategorie C (nur Unterhaltung) eingestuft werden.

Dagegen wenden sich neben den Interessenverbänden der Schifffahrt und der Wirtschaft auch die Anrainerkommunen und -kreise an der Mittelweser. Die vier Landkreise Minden-Lübbecke, Nienburg, Schaumburg und Verden sowie die Städte Minden und Petershagen haben gemeinsam eine Resolution an den Minister verfasst, über die jetzt im Kreistag diskutiert und positiv abgestimmt wurde. Bereits im Vorfeld hatten die Grünen ihre ablehnende Haltung dazu mehrfach öffentlich (das MT berichtete: "Zu hohe Kosten") dargelegt und die Haltung des CSU-Ministers unterstützt.

Über den Regioport wurde im Zusammenhang mit der Resolution diskutiert. - © Foto: Lehn (Archiv)
Über den Regioport wurde im Zusammenhang mit der Resolution diskutiert. - © Foto: Lehn (Archiv)

Margret Spönemann erinnerte im Kreistag an die EU-Wasserrahmenrichtlinie, die guten ökologischen Zustand verlange. Schiffe müssten "fluss- und klimaverträglich" sein, verlangte sie. Durch den Ausbau sei eine ungewöhnliche Vielzahl an Lebensräumen für Pflanzen und Tiere gefährdet. Wartezeiten bei einspurigen Engpassstellen (hier 50 Kilometer) seien hinnehmbar. Unklar seien die Prognosen zum Güterumschlag am geplanten Regioport in Minden.

Das sah auch Karl-Ludwig Sierig (FWG) so, der seine Ablehnung mit "fragwürdigen Zahlenspielen zum Regioport" begründete. Matthias Beier (UB/UWG) fragte nach der Notwendigkeit der Kategorie A, wenn wöchentlich zwei Binnenschiffe auf der Mittelweser verkehrten.

Es gehe nicht um die jetzige Situation und nicht um eine Forderung nach Ausbau für die übergroßen Motorschiffe (ÜGM) bis 135 Meter Länge, beschwichtigte Dr. Manfred Horter (SPD), sondern mit der Forderung nach höherer Einstufung solle die Möglichkeit offengehalten werden, die Mittelweser als wichtige Verbindung der Seehäfen zum Binnenland bedarfsgerecht zu entwickeln.

"Am Hiller Hafen ist nichts los"

Das sei neben dem hohen Stellenwert für die Wirtschaft der Region auch ökologisch begründet, um so viel Verkehr wie möglich von der Straße umweltfreundlicher aufs Wasser zu verlagern, wo noch Kapazitäten vorhanden seien. Ernst-August Schrewe (CDU) wies auf die bisher eingeleiteten Baumaßnahmen zum Beispiel an der Schleuse in Minden hin und erinnerte an die Drehkreuzfunktion, die ohne Ausbaumöglichkeit eingeschränkt werde.

Dass die Wirtschaft bei allen Beteuerungen der Verbände offenbar in der Praxis andere Wege geht, machte Kurt Riechmann (FWG) aus Hille deutlich. "Am Hiller Hafen ist nichts los, Rhenus transportiere seine Waren nicht mit Schiff oder Bahn, sondern lieber mit dem Lkw." Auch im Regioport sieht er deshalb "keinen Segen für den Kreis".

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