Rund um den Weserstrand: Ein bisschen Park muss sein Monika Jäger Minden (mt). Jedes Jahr entwickelt sich das Areal am Weserstrand ein Stückchen weiter. Nach Sandaufschüttung, Bar und Disc-Golf-Anlage kommen jetzt zwei neue Beachvolleyballfelder hinzu.Doch die Planer müssen nicht nur die vielen tausend Besucher im Auge haben, die hier entspannte Stunden verbringen wollen, sondern auch jene, die sich rücksichtslos verhalten. So war nach den Verwüstungen des vergangenen Himmelfahrttages klar: Noch einmal können und wollen die ehrenamtlich Aktiven solch einen Rückschlag nicht auffangen. Detlef Sönnichsen von den „Weserfreunden“ erklärt, er verstehe ja, dass der Strand ein Anziehungspunkt ist. „Zumal die Feierwilligen ja inzwischen fast überall weggeschickt werden.“ Doch dass die oft betrunkenen Gäste Scherben, Müll und Zerstörungen zurückließen, hat den Aktiven letztes Jahr einen derben Dämpfer versetzt. Was tun? „Wir sorgen diesmal für eine friedliche Besetzung mit einem großen Familienfest“, sagt Sönichsen.Dieses Fest - wie viele der Aktivitäten am Weserstrand - organisiert zur Zeit Sabine Hauptmeier, Die Diplom-Ingenieurin hat als Projektentwicklerin bei der Stadt Minden das immer mehr erblühende Areal behutsam in die bestehende Landschaft integriert und es Schritt für Schritt bei seinem Weg ins Erwachsensein begleitet. Und das verlangt Gespräche, Anträge, Abstimmungen - und noch mehr Gespräche.Unter anderem ist hier Hochwassergebiet, weshalb Installationen nicht permanent sein können. Das Wasser- und Schifffahrtsamt muss beispielsweise bei vielen Planungen gefragt werden, Behörden müssen ins Boot geholt und Anlieger informiert werden.So war das zum Beispiel 2012, als die Bar eröffnete. „Der Strand war so toll angelaufen, dass wir nach einer Lösung für permanente Toiletten suchen mussten“, so Hauptmeier. „Es war ein Glücksfall, dass Lothar Lohmeyer bereit war, es mit der Strandbar zu versuchen.“ Nur drei Monate Bauzeit habe es bis zur Eröffnung gebraucht, und leicht ironisch merkt Hauptmeier an: „Da mussten wir nur 14 Stellen beteiligen.“Inzwischen wurde aus der befristeten Genehmigung eine dauerhafte: Zeichen dafür, dass sich aus der „Schütten wir mal ein bisschen Sand ans Weserufer“- Initiative der Weserfreunde von 2007 inzwischen ein breit angenommener Anlaufpunkt entwickelt hat.Gerne würde Hauptmeier sehen, dass auch der Kiosk auf Kanzlers Weide wieder einen Betreiber bekommt. Dann könnten auch die Toiletten dort wieder geöffnet werden. Gefunden werden konnte dafür allerdings bisher niemand. „Mir kommt es darauf an, Kanzlers Weide langfristig als Marke zu etablieren“, sagt Hauptmeier. „Wir haben ja schon noch viele weitere Ideen für die kommenden Jahre.“Inzwischen ist beispielsweise der MTV Minden eingestiegen. Die Disc-Golf-Anlage, bei der flache frisbee-artige Scheiben über 18 Bahnen in Metallkörbe geschleudert werden, ist trotz ihres kurzen Bestehens seit 2013 schon zu einer Attraktion weit über Mindens Grenzen hinaus geworden.„Die neue Turniersaison beginnt Pfingstmontag“, sagt MTV-Vorsitzender Herbert Beuge. „Für den Skyracer-Cup sind schon alle 72 Startplätze belegt.“ Die letzte Bahn wird an diesem Tag über die Weser aufs MTV-Gelände geführt, so dass sich Zuschauer von der Fußgängerbrücke aus ein Bild von dieser Trendsportart machen können.Eine weitere Trendsportart bekommt gerade Aufschwung: Zwei neue Beachvolleyballfelder werden gebaut - wieder in Kooperation. Für Genehmigungen und Absprachen hat die Projektentwicklerin gesorgt. Die Weserfreunde haben die Pläne organisiert, Sand besorgt und übernehmen die Bauleitung, der MTV ist Bauherr, und auch die Volleyballabteilung des TV Jahn ist Kooperationspartner.Lange haben alle Beteiligten gegrübelt, wie verhindert werden kann, dass am kommenden Himmelfahrtstag, 14. Mai, Feierwillige das Gelände erneut verwüsten. Einzäunen beispielsweise kommt nicht in Frage, es ist ja ein offener Platz für alle,Jetzt gibt es ein großes Fest mit vielen Beteiligten. Und mit vielen Angeboten. Sportliche Gäste etwa sollten da sein, wenn die neue Beachvolleyballanlage eingeweiht wird, oder sie können Disc-Golf ausprobieren. Ein Kletterfelsen, Sportvorführungen, Torwandschießen und Tauziehen gibt es ebenso wie Singer-Songwriter-Musik, Walk-Acts mit „SpekSpek“, Wasserspiele mit der Feuerwehr und ein Spiel ohne Grenzen für die Kinder. Dazu wird gebastelt, und jede Menge Mitmachaktionen sind auch geplant. Getragen wir das von bisher 23 Kooperationspartnern.Gleichzeitigwird zur Zeit am Schutz des nicht eingezäunten offenen Areals gearbeitet. Bisher sollten Holzpoller und über Kreuz gelegte Baustämme verhindern, dass mit Autos auf die Wiese gefahren wird - Parkplätze stehen am gepflasterten Teil von Kanzlers Weide ausreichend zur Verfügung.Gereicht hat das nicht.Die Städtischen Betriebe Minden (SBM) haben jetzt rund um das Gelände flache Mulden gegraben, die noch mit Rasensamen begrünt werden. „Autos wird das jetzt abhalten“, so Jürgen Meyer (Grünpflege, SBM). Sabine Hauptmeier zur Gestaltung: „Das Gelände zwischen Uferstraße und Weser bekommt jetzt sogar einen parkartigen Charakter.“

Rund um den Weserstrand: Ein bisschen Park muss sein

Eine neue Beachvolley-Anlage entsteht gerade am Weserstrand - gedacht ist sie für Besucher ebenso wie für sportliche Turniere.

Minden (mt). Jedes Jahr entwickelt sich das Areal am Weserstrand ein Stückchen weiter. Nach Sandaufschüttung, Bar und Disc-Golf-Anlage kommen jetzt zwei neue Beachvolleyballfelder hinzu.

Doch die Planer müssen nicht nur die vielen tausend Besucher im Auge haben, die hier entspannte Stunden verbringen wollen, sondern auch jene, die sich rücksichtslos verhalten. So war nach den Verwüstungen des vergangenen Himmelfahrttages klar: Noch einmal können und wollen die ehrenamtlich Aktiven solch einen Rückschlag nicht auffangen. Detlef Sönnichsen von den „Weserfreunden“ erklärt, er verstehe ja, dass der Strand ein Anziehungspunkt ist. „Zumal die Feierwilligen ja inzwischen fast überall weggeschickt werden.“ Doch dass die oft betrunkenen Gäste Scherben, Müll und Zerstörungen zurückließen, hat den Aktiven letztes Jahr einen derben Dämpfer versetzt. Was tun? „Wir sorgen diesmal für eine friedliche Besetzung mit einem großen Familienfest“, sagt Sönichsen.

Das Areal zwischen gepflasterter Kanzlers Weide und Weser entwickelt sich Stück für Stück zu einem Freizeitpark- MT-Fotos: Monika Jäger
Das Areal zwischen gepflasterter Kanzlers Weide und Weser entwickelt sich Stück für Stück zu einem Freizeitpark- MT-Fotos: Monika Jäger

Dieses Fest - wie viele der Aktivitäten am Weserstrand - organisiert zur Zeit Sabine Hauptmeier, Die Diplom-Ingenieurin hat als Projektentwicklerin bei der Stadt Minden das immer mehr erblühende Areal behutsam in die bestehende Landschaft integriert und es Schritt für Schritt bei seinem Weg ins Erwachsensein begleitet. Und das verlangt Gespräche, Anträge, Abstimmungen - und noch mehr Gespräche.

Warten auf den Saisonbeginn: Ab Himmelfahrt kann an der Weser wieder gespielt und getobt werden.
Warten auf den Saisonbeginn: Ab Himmelfahrt kann an der Weser wieder gespielt und getobt werden.

Unter anderem ist hier Hochwassergebiet, weshalb Installationen nicht permanent sein können. Das Wasser- und Schifffahrtsamt muss beispielsweise bei vielen Planungen gefragt werden, Behörden müssen ins Boot geholt und Anlieger informiert werden.

So war das zum Beispiel 2012, als die Bar eröffnete. „Der Strand war so toll angelaufen, dass wir nach einer Lösung für permanente Toiletten suchen mussten“, so Hauptmeier. „Es war ein Glücksfall, dass Lothar Lohmeyer bereit war, es mit der Strandbar zu versuchen.“ Nur drei Monate Bauzeit habe es bis zur Eröffnung gebraucht, und leicht ironisch merkt Hauptmeier an: „Da mussten wir nur 14 Stellen beteiligen.“

Inzwischen wurde aus der befristeten Genehmigung eine dauerhafte: Zeichen dafür, dass sich aus der „Schütten wir mal ein bisschen Sand ans Weserufer“- Initiative der Weserfreunde von 2007 inzwischen ein breit angenommener Anlaufpunkt entwickelt hat.

Gerne würde Hauptmeier sehen, dass auch der Kiosk auf Kanzlers Weide wieder einen Betreiber bekommt. Dann könnten auch die Toiletten dort wieder geöffnet werden. Gefunden werden konnte dafür allerdings bisher niemand. „Mir kommt es darauf an, Kanzlers Weide langfristig als Marke zu etablieren“, sagt Hauptmeier. „Wir haben ja schon noch viele weitere Ideen für die kommenden Jahre.“

Inzwischen ist beispielsweise der MTV Minden eingestiegen. Die Disc-Golf-Anlage, bei der flache frisbee-artige Scheiben über 18 Bahnen in Metallkörbe geschleudert werden, ist trotz ihres kurzen Bestehens seit 2013 schon zu einer Attraktion weit über Mindens Grenzen hinaus geworden.

„Die neue Turniersaison beginnt Pfingstmontag“, sagt MTV-Vorsitzender Herbert Beuge. „Für den Skyracer-Cup sind schon alle 72 Startplätze belegt.“ Die letzte Bahn wird an diesem Tag über die Weser aufs MTV-Gelände geführt, so dass sich Zuschauer von der Fußgängerbrücke aus ein Bild von dieser Trendsportart machen können.

Eine weitere Trendsportart bekommt gerade Aufschwung: Zwei neue Beachvolleyballfelder werden gebaut - wieder in Kooperation. Für Genehmigungen und Absprachen hat die Projektentwicklerin gesorgt. Die Weserfreunde haben die Pläne organisiert, Sand besorgt und übernehmen die Bauleitung, der MTV ist Bauherr, und auch die Volleyballabteilung des TV Jahn ist Kooperationspartner.

Lange haben alle Beteiligten gegrübelt, wie verhindert werden kann, dass am kommenden Himmelfahrtstag, 14. Mai, Feierwillige das Gelände erneut verwüsten. Einzäunen beispielsweise kommt nicht in Frage, es ist ja ein offener Platz für alle,

Jetzt gibt es ein großes Fest mit vielen Beteiligten. Und mit vielen Angeboten. Sportliche Gäste etwa sollten da sein, wenn die neue Beachvolleyballanlage eingeweiht wird, oder sie können Disc-Golf ausprobieren. Ein Kletterfelsen, Sportvorführungen, Torwandschießen und Tauziehen gibt es ebenso wie Singer-Songwriter-Musik, Walk-Acts mit „SpekSpek“, Wasserspiele mit der Feuerwehr und ein Spiel ohne Grenzen für die Kinder. Dazu wird gebastelt, und jede Menge Mitmachaktionen sind auch geplant. Getragen wir das von bisher 23 Kooperationspartnern.

Gleichzeitigwird zur Zeit am Schutz des nicht eingezäunten offenen Areals gearbeitet. Bisher sollten Holzpoller und über Kreuz gelegte Baustämme verhindern, dass mit Autos auf die Wiese gefahren wird - Parkplätze stehen am gepflasterten Teil von Kanzlers Weide ausreichend zur Verfügung.

Gereicht hat das nicht.

Die Städtischen Betriebe Minden (SBM) haben jetzt rund um das Gelände flache Mulden gegraben, die noch mit Rasensamen begrünt werden. „Autos wird das jetzt abhalten“, so Jürgen Meyer (Grünpflege, SBM). Sabine Hauptmeier zur Gestaltung: „Das Gelände zwischen Uferstraße und Weser bekommt jetzt sogar einen parkartigen Charakter.“

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