Rettungsdienst durch Verlegungen und Covid-Fahrten an der Grenze Christine Riechmann Minden. Corona fordert an allen Ecken und Enden – und stellt auch den Rettungsdienst auf eine harte Belastungsprobe. Zehn bis 20 Fahrten kommen durch Covid-19-Patienten aktuell täglich hinzu, sagt Dr. Gunter Veit, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Minden-Lübbecke. Dabei sei die Auslastung mit bis zu 150 Rettungsdienstfahrten und Krankentransporten pro Tag ohnehin schon stark. Besonders in den vergangenen Tagen habe die Belastung durch Corona-Fälle aber noch einmal stark zugenommen. „Wir bewegen uns an der Grenze. Es darf nicht wesentlich mehr werden“, macht Veit die angespannte Situation deutlich. Besonders die Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen sei für die Rettungsdienstfahrer körperlich anstrengend und zeitaufwendig. Die Mitarbeiter müssten bei jeder Fahrt mit einem Corona-Patienten eine komplette Schutzausrüstung samt Infektionsschutzanzug, FFP3-Maske, Gesichtsschutz und Haube anziehen sowie den Wagen reinigen und desinfizieren. „Hinzu kommt die psychische Belastung, einem Patienten mit einer potenziell tödlichen Krankheit nah zu kommen“, so der Mediziner. Zu den Corona-Fahrten gehören Primäreinsätze, bei denen Covid-19-Erkrankte von zu Hause ins Klinikum gebracht werden. „Mit steigenden Infektionszahlen werden mehr Menschen mit Corona-Infektion stationär aufgenommen“, so Ramona Schulze, Pressesprecherin der Mühlenkreiskliniken. Bedingt dadurch würden auch mehr behandlungsbedürftige Patienten ins Johannes-Wesling-Klinikum – als Hauptbehandlungsort für Corona-Patienten – gebracht. Außerdem zählen zu den Einsätzen Entlassungsfahrten vom Krankenhaus nach Hause und Verlegungsfahrten in andere Klinken. „Das ist der Fall, wenn beispielsweise ein Patient aus Lübbecke zur Behandlung auf die Intensivstation nach Minden verlegt werden muss“, erklärt Schulze. Diese Verlegungen gebe es bereits seit dem Frühjahr. Teilweise genesene Covid-Patienten aus den Mühlenkreiskliniken würden, wenn deren Weiterversorgung in häuslicher Umgebung oder in anderen Pflegeeinrichtungen nicht gewährleistet werden kann, gegebenenfalls in Einrichtungen der Diakonie verlegt (das MT berichtete). Um genügend Behandlungskapazitäten für Corona-Patienten am Mindener Klinikum aufrechtzuerhalten, könne es dazu kommen, dass Non-Covid-Patienten – also Kranke, die das Virus nicht in sich tragen – in umliegende Kliniken verlegt werden. Das JWK werde beispielsweise vom Krankenhaus Bad Oeynhausen unterstützt. Verlegungen zwischen den Häusern der Mühlenkreiskliniken sowie anderen Häusern seien auch unabhängig von der Corona-Lage üblich. beispielsweise, wenn Abteilungen oder Kliniken voll belegt seien oder es um Spezialbehandlungen gehe. „Dies ist Ausdruck der guten Vernetzung und Kooperation in der Region“, sagt Professor Hansjürgen Piechota, ärztlicher Direktor am JWK. Die Zahl der Menschen, die in Folge einer Corona-Erkrankung starben, stieg gestern auf nun insgesamt 32. Wie Kreis-Pressesprecherin Mirjana Lenz mitteilt, handelt es sich bei den neuen Opfern um einen 89-Jährigen aus Espelkamp sowie eine 79-Jährige aus Lübbecke. Der Kreis Minden-Lübbecke registrierte am Donnerstag 112 Neuinfektionen mit dem Erreger, die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei 1003. Die Sieben-Tages-Inzidenz steigt nur leicht an und liegt laut MT-Berechnungen bei 179,45. Als verbindlicher Wert gilt jedoch der des Landeszentrums Gesundheit NRW und der liegt mit Datenstand 26. November, 0 Uhr, bei 177,2. Die Zahl derer, die wegen einer Covid-19-Erkrankung stationär aufgenommen wurden, ist erneut gesunken, allerdings werden mehr Menschen künstlich beatmet. Laut Mirjana Lenz werden 66 Menschen an den Standorten in Minden und Oeynhausen behandelt, 17 davon auf der Intensivstation des Universitätsklinikums Minden. Zwölf Patienten werden künstlich beatmet. Im Herz- und Diabeteszentrum NRW werden insgesamt neun Patienten behandelt, davon befinden sich fünf in intensivmedizinischer Behandlung.

Rettungsdienst durch Verlegungen und Covid-Fahrten an der Grenze

Besonders die Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen ist für den Rettungsdienst anstrengend und zeitaufwendig. Foto: Frank Sorge/ Imago Images © imago images/Frank Sorge

Minden. Corona fordert an allen Ecken und Enden – und stellt auch den Rettungsdienst auf eine harte Belastungsprobe. Zehn bis 20 Fahrten kommen durch Covid-19-Patienten aktuell täglich hinzu, sagt Dr. Gunter Veit, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Minden-Lübbecke.

Dabei sei die Auslastung mit bis zu 150 Rettungsdienstfahrten und Krankentransporten pro Tag ohnehin schon stark. Besonders in den vergangenen Tagen habe die Belastung durch Corona-Fälle aber noch einmal stark zugenommen. „Wir bewegen uns an der Grenze. Es darf nicht wesentlich mehr werden“, macht Veit die angespannte Situation deutlich.

Besonders die Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen sei für die Rettungsdienstfahrer körperlich anstrengend und zeitaufwendig. Die Mitarbeiter müssten bei jeder Fahrt mit einem Corona-Patienten eine komplette Schutzausrüstung samt Infektionsschutzanzug, FFP3-Maske, Gesichtsschutz und Haube anziehen sowie den Wagen reinigen und desinfizieren. „Hinzu kommt die psychische Belastung, einem Patienten mit einer potenziell tödlichen Krankheit nah zu kommen“, so der Mediziner.

Zu den Corona-Fahrten gehören Primäreinsätze, bei denen Covid-19-Erkrankte von zu Hause ins Klinikum gebracht werden. „Mit steigenden Infektionszahlen werden mehr Menschen mit Corona-Infektion stationär aufgenommen“, so Ramona Schulze, Pressesprecherin der Mühlenkreiskliniken. Bedingt dadurch würden auch mehr behandlungsbedürftige Patienten ins Johannes-Wesling-Klinikum – als Hauptbehandlungsort für Corona-Patienten – gebracht.

Außerdem zählen zu den Einsätzen Entlassungsfahrten vom Krankenhaus nach Hause und Verlegungsfahrten in andere Klinken. „Das ist der Fall, wenn beispielsweise ein Patient aus Lübbecke zur Behandlung auf die Intensivstation nach Minden verlegt werden muss“, erklärt Schulze. Diese Verlegungen gebe es bereits seit dem Frühjahr. Teilweise genesene Covid-Patienten aus den Mühlenkreiskliniken würden, wenn deren Weiterversorgung in häuslicher Umgebung oder in anderen Pflegeeinrichtungen nicht gewährleistet werden kann, gegebenenfalls in Einrichtungen der Diakonie verlegt (das MT berichtete).

Um genügend Behandlungskapazitäten für Corona-Patienten am Mindener Klinikum aufrechtzuerhalten, könne es dazu kommen, dass Non-Covid-Patienten – also Kranke, die das Virus nicht in sich tragen – in umliegende Kliniken verlegt werden. Das JWK werde beispielsweise vom Krankenhaus Bad Oeynhausen unterstützt.

Verlegungen zwischen den Häusern der Mühlenkreiskliniken sowie anderen Häusern seien auch unabhängig von der Corona-Lage üblich. beispielsweise, wenn Abteilungen oder Kliniken voll belegt seien oder es um Spezialbehandlungen gehe. „Dies ist Ausdruck der guten Vernetzung und Kooperation in der Region“, sagt Professor Hansjürgen Piechota, ärztlicher Direktor am JWK.

Die Zahl der Menschen, die in Folge einer Corona-Erkrankung starben, stieg gestern auf nun insgesamt 32. Wie Kreis-Pressesprecherin Mirjana Lenz mitteilt, handelt es sich bei den neuen Opfern um einen 89-Jährigen aus Espelkamp sowie eine 79-Jährige aus Lübbecke.

Der Kreis Minden-Lübbecke registrierte am Donnerstag 112 Neuinfektionen mit dem Erreger, die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei 1003. Die Sieben-Tages-Inzidenz steigt nur leicht an und liegt laut MT-Berechnungen bei 179,45. Als verbindlicher Wert gilt jedoch der des Landeszentrums Gesundheit NRW und der liegt mit Datenstand 26. November, 0 Uhr, bei 177,2.

Die Zahl derer, die wegen einer Covid-19-Erkrankung stationär aufgenommen wurden, ist erneut gesunken, allerdings werden mehr Menschen künstlich beatmet. Laut Mirjana Lenz werden 66 Menschen an den Standorten in Minden und Oeynhausen behandelt, 17 davon auf der Intensivstation des Universitätsklinikums Minden. Zwölf Patienten werden künstlich beatmet. Im Herz- und Diabeteszentrum NRW werden insgesamt neun Patienten behandelt, davon befinden sich fünf in intensivmedizinischer Behandlung.

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