Retter aus erster Hand: Feuerwehr bekommt eigene Schule für Brandmeister Monika Jäger Minden. Ausgebildete Feuerwehrleute werden absehbar knapp – nicht nur deutschlandweit, sondern auch in Minden. Grund ist zum einen die demografische Entwicklung: Nach aktuellen Prognosen werden in Minden künftig jedes Jahr bis zu sechs Beamtinnen und Beamte fehlen, weil sie pensioniert oder frühpensioniert werden oder ihre Dienststelle wechseln. Und auch die Personal-Vorgaben des bereits 2016 vereinbarten Brandschutzbedarfsplans konnten bisher nicht vollständig erfüllt werden, sagte Tim Upheber, Leiter der Wehr, jetzt im Fachausschuss. Ein weiterer Grund für die anstehende Verknappung von Fachpersonal: Es gibt deutschlandweit nicht genug Ausbildungsplätze. Zunehmend reichen die bei den bestehenden Schulen vorhandenen Plätze nur noch für den eigenen Bedarf der jeweiligen Wehren aus – wenn Externe aufgenommen werden, lassen die Kommunen sich das in der Regel dann auch gut bezahlen. Die Lösung: Minden bekommt eine eigene Feuerwehrschule – oder genauer eine „Schule zur Ausbildung von Brandmeistern“ – und das so bald wie möglich. Der Ausschuss für Bürgerdienste, Sicherheit und Feuerschutz beschloss jetzt einstimmig, das Verfahren dafür auf den Weg zu bringen. Wie die Schule funktionieren kann und ob sich das Ganze auch finanzieren lässt, ist bereits besprochen und beraten, Während das Know-How in allen Angelegenheiten, die die Arbeit der Feuerwehr betrifft, im Hause vorhanden ist, sollen die Verwaltung und die pädagogische Begleitung extern erfolgen. Die Stelle für die Schulleitung – das wird ein Feuerwehrbeamter sein – soll ausgeschrieben werden. Als Räumlichkeiten sind das Dankerser Feuerwehrhaus und die Hafenschule im Gespräch; dort müsste allerdings umgebaut werden, etwa für Sanitäranlagen und Umkleiden mit getrennten Bereichen für Einsatzkleidung und saubere Uniformen. Während Kosten für die Miete bereits in der städtischen Haushaltsplanung enthalten sind, müssten Mittel für einen eventuellen Neubau extra bereitgestellt werden, so Upheber auf Nachfrage aus dem Ausschuss. Wenn alles gut geht, könnte Minden mit dem neuen Ausbildungsangebot ab dem zweiten Lehrgang im Jahr sogar Geld verdienen – das jedenfalls ist dem Businessplan zu entnehmen. Insgesamt sollen 36 Männer und Frauen hier in der je 18-Monatigen Ausbildung sein; Kurse würden zum Oktober und zum April beginnen. Vier der jährlich 36 Plätze wären für die Mindener Berufsfeuerwehr, der Rest kann extern angeboten werden. Schon jetzt häuften sich die Anfragen, Lehrgangsplätze verbindlich zu buchen, so Upheber. Rund 17.000 Euro soll ein solcher Kurs kosten. Risiko dabei: Wenn viele andere Berufsfeuerwehren Schulen eröffnen, werden der Bedarf und die Einnahmen sinken. Minden habe hier aber den Vorteil, recht früh unterwegs zu sein, hatte Upheber dazu schon im vergangenen Herbst gesagt. Zu den Vorteilen zählt Upheber nicht nur, dass die Ausbildung auf die Bedürfnisse der Feuerwehr Minden genau abgestimmt ist. Vor allem hört die Suche nach Ausbildungsmöglichkeiten auf, und die Feuerwehrleute können auch schon in der Ausbildung hier vor Ort eingesetzt werden. Das sorge unter anderem für die Bindung an Minden – in der Vergangenheit sind Mindener, die 18 Monate andernorts in der Ausbildung waren und dort mit den Männern und Frauen zusammenwuchsen, auch schon mal dort geblieben. Nicht zu unterschätzen seien auch der Imagegewinn für die Mindener Wehr und der Leuchtturmeffekt. Das ganze Projekt sei dringlich, so Upheber. Denn der Ausbildungsbeginn für die nächsten vier Mindener Brandmeisteranwärter ist der 1. April 2022. Für die konnten bisher keine Plätze gebucht werden. Die Ausschussmeinung war eindeutig. Ulrich Luckner (CDU) fasste die allgemeine Stimmung zusammen: „Diese Entscheidung ist hochgradig überfällig.“

Retter aus erster Hand: Feuerwehr bekommt eigene Schule für Brandmeister

Minden bekommt eine Schule zur Ausbildung von Brandmeistern – nur so ist der Feuerwehrnachwuchs langfristig zu sichern. Foto: Feuerwehr Minden © Feuerwehr Minden

Minden. Ausgebildete Feuerwehrleute werden absehbar knapp – nicht nur deutschlandweit, sondern auch in Minden. Grund ist zum einen die demografische Entwicklung: Nach aktuellen Prognosen werden in Minden künftig jedes Jahr bis zu sechs Beamtinnen und Beamte fehlen, weil sie pensioniert oder frühpensioniert werden oder ihre Dienststelle wechseln. Und auch die Personal-Vorgaben des bereits 2016 vereinbarten Brandschutzbedarfsplans konnten bisher nicht vollständig erfüllt werden, sagte Tim Upheber, Leiter der Wehr, jetzt im Fachausschuss.

Ein weiterer Grund für die anstehende Verknappung von Fachpersonal: Es gibt deutschlandweit nicht genug Ausbildungsplätze. Zunehmend reichen die bei den bestehenden Schulen vorhandenen Plätze nur noch für den eigenen Bedarf der jeweiligen Wehren aus – wenn Externe aufgenommen werden, lassen die Kommunen sich das in der Regel dann auch gut bezahlen.

Die Lösung: Minden bekommt eine eigene Feuerwehrschule – oder genauer eine „Schule zur Ausbildung von Brandmeistern“ – und das so bald wie möglich. Der Ausschuss für Bürgerdienste, Sicherheit und Feuerschutz beschloss jetzt einstimmig, das Verfahren dafür auf den Weg zu bringen. Wie die Schule funktionieren kann und ob sich das Ganze auch finanzieren lässt, ist bereits besprochen und beraten,


Während das Know-How in allen Angelegenheiten, die die Arbeit der Feuerwehr betrifft, im Hause vorhanden ist, sollen die Verwaltung und die pädagogische Begleitung extern erfolgen. Die Stelle für die Schulleitung – das wird ein Feuerwehrbeamter sein – soll ausgeschrieben werden. Als Räumlichkeiten sind das Dankerser Feuerwehrhaus und die Hafenschule im Gespräch; dort müsste allerdings umgebaut werden, etwa für Sanitäranlagen und Umkleiden mit getrennten Bereichen für Einsatzkleidung und saubere Uniformen. Während Kosten für die Miete bereits in der städtischen Haushaltsplanung enthalten sind, müssten Mittel für einen eventuellen Neubau extra bereitgestellt werden, so Upheber auf Nachfrage aus dem Ausschuss.

Wenn alles gut geht, könnte Minden mit dem neuen Ausbildungsangebot ab dem zweiten Lehrgang im Jahr sogar Geld verdienen – das jedenfalls ist dem Businessplan zu entnehmen. Insgesamt sollen 36 Männer und Frauen hier in der je 18-Monatigen Ausbildung sein; Kurse würden zum Oktober und zum April beginnen. Vier der jährlich 36 Plätze wären für die Mindener Berufsfeuerwehr, der Rest kann extern angeboten werden. Schon jetzt häuften sich die Anfragen, Lehrgangsplätze verbindlich zu buchen, so Upheber. Rund 17.000 Euro soll ein solcher Kurs kosten.

Risiko dabei: Wenn viele andere Berufsfeuerwehren Schulen eröffnen, werden der Bedarf und die Einnahmen sinken. Minden habe hier aber den Vorteil, recht früh unterwegs zu sein, hatte Upheber dazu schon im vergangenen Herbst gesagt.

Zu den Vorteilen zählt Upheber nicht nur, dass die Ausbildung auf die Bedürfnisse der Feuerwehr Minden genau abgestimmt ist. Vor allem hört die Suche nach Ausbildungsmöglichkeiten auf, und die Feuerwehrleute können auch schon in der Ausbildung hier vor Ort eingesetzt werden. Das sorge unter anderem für die Bindung an Minden – in der Vergangenheit sind Mindener, die 18 Monate andernorts in der Ausbildung waren und dort mit den Männern und Frauen zusammenwuchsen, auch schon mal dort geblieben.

Nicht zu unterschätzen seien auch der Imagegewinn für die Mindener Wehr und der Leuchtturmeffekt. Das ganze Projekt sei dringlich, so Upheber. Denn der Ausbildungsbeginn für die nächsten vier Mindener Brandmeisteranwärter ist der 1. April 2022. Für die konnten bisher keine Plätze gebucht werden.

Die Ausschussmeinung war eindeutig. Ulrich Luckner (CDU) fasste die allgemeine Stimmung zusammen: „Diese Entscheidung ist hochgradig überfällig.“

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