Renaturierung der Bastau verzögert sich weiterhin Stefan Koch Minden. Die Umgestaltung der Bastau auf einer Länge von 1,5 Kilometern zwischen dem Kolpingweg und der Ringstraße lässt weiter auf sich warten. Nach den ursprünglichen Planungen sollten schon im Herbst vergangenen Jahres die Arbeiten beginnen. Eine MT-Nachfrage bei der Mindener Stadtverwaltung ergab, dass wohl auch vor dem diesjährigen Herbst nicht damit zu rechnen sei. Immer noch hat das Land Nordrhein-Westfalen die Fördermittel nicht bewilligt. „Grundsätzlich können die Städtischen Betriebe beginnen – die wasserrechtliche Genehmigung des Kreises liegt vor, jedoch hat die Bezirksregierung noch keinen belastbaren Termin für die Bewilligung der Fördermittel aus Düsseldorf bekommen“, sagt Katharina Heß von der Pressestelle der Stadt Minden. Die Städtischen Betriebe hätten jedenfalls alle Vorbereitungen für den Start getroffen. Die Bastau beschäftigt die Stadt schon seit mehreren Jahren. Nachdem ein Abschnitt im Glacis renaturiert wurde, hatte die Kommune 2017 für die weiteren 1,5 Kilometer einen Planungsauftrag vergeben. Vor zwei Jahren wurden die Mitglieder des Betriebsausschusses darüber informiert. Nach dem damaligen Stand sollten sich die Bau- und Planungskosten auf 1,3 bis 1,7 Millionen Euro belaufen. Nur zehn Prozent sollte die Stadt selbst bezahlen, der Rest werde durch Fördermittel getragen, so die Information. So wie bei der vorherigen Maßnahme im Glacis bildete die EU-Wasserrahmenrichtline die Grundlage, wonach Gewässer in einem guten ökologischen Zustand versetzt werden sollen. Im September 2018 erhielten dann Anwohner des Kolpingweges vom Umweltamt des Kreises die Informationen, dass vor ihren Grundstücken eine Baggerfurt mit Schotterrasenrampe und Widerlagern aus Beton entstehen wird, um dort eine Mahdgutsammelstelle im Zusammenhang mit der Renaturierungsmaßnahme einzurichten. Und am 19. April gleichen Jahres fand eine Bürgerinformation über das Gesamtprojekt in de Käthe-Kollwitz-Realschule statt. Dort stellten die Städtischen Betriebe Minden der Öffentlichkeit das Vorhaben der Stadt noch einmal vor. Danach ist ein Start der Bauarbeiten am Obi-Markt vorgesehen. Auf einer Breite von 18 Metern wird bis zum Kolpingweg die Aue umgeformt. Rund 32.000 Kubikmeter Erdreich sind dabei abzutragen. Wohin das Erdreich gelangen soll war bislang ungeklärt – der Stadt schwebte unter anderem vor, dass sich Landwirte oder andere Interessenten finden mögen, die den Boden annehmen. Mit den Erdarbeiten soll auch der langgestreckte eintönige Verlauf des Gewässers verschwinden. Es enthält eine mäandrierende Führung, so dass es in dem Bereich um ein Viertel länger wird. Uferbereiche sollen mit Kies- und Sandbänken ausgestattet werden. Es gibt eine Spielanlage für Kinder und Hinweistafeln, die über die in der Bastau lebenden Tiere und Pflanzen informieren. Desweiteren wollen die Städtischen Betriebe die Steilhänge im Bereich des Schwabenringes mit Bepflanzungen verstärkten und Lebensräume für Insekten und Vogelarten wie den Eisvogel schaffen. Der Weg im Bereich der Käthe-Kollwitzschule wird wegen der Verbreiterung des Bastaubettes an dieser Stelle verlegt. Obwohl schon im vergangenen Herbst kein Förderbescheid für dieses Vorhaben aus Düsseldorf kam, blieb die Stadt nicht untätig. So ließ sie vorsorglich sechs Pappeln und elf Birken fällen – einige der Bäume waren ohnehin vorgeschädigt – da das in der Brutzeit zwischen März und September nicht möglich gewesen wäre und somit die Umgestaltungsarbeiten behindert hätte. Doch die Vögel hätten auch in diesem Jahr dort getrost ihre Eier legen können, weil es immer noch keinen Förderbescheid gibt. „Selbst unter der Annahme, dass die Fördergelder zeitnah fließen, die Ausschreibung zügig auf den Markt gebracht wird und sich ein geeigneter Auftragnehmer findet – in der derzeitigen baukonjunkturellen Lage nicht selbstverständlich –, wäre ein Baubeginn zum Herbst diesen Jahres herausfordernd“, meint Heß zu den weiteren Perspektiven. Sobald aber die Bewilligung vorliege, werde die Ausführungsplanung erstellt und Ausschreibungen beginnen.

Renaturierung der Bastau verzögert sich weiterhin

Noch haben die Enten in der Bastau ihre Ruhe. Wann der Bagger kommt, steht derzeit in den Sternen.
MT-Foto: Lehn Alexander
© Lehn Alexander

Minden. Die Umgestaltung der Bastau auf einer Länge von 1,5 Kilometern zwischen dem Kolpingweg und der Ringstraße lässt weiter auf sich warten. Nach den ursprünglichen Planungen sollten schon im Herbst vergangenen Jahres die Arbeiten beginnen. Eine MT-Nachfrage bei der Mindener Stadtverwaltung ergab, dass wohl auch vor dem diesjährigen Herbst nicht damit zu rechnen sei. Immer noch hat das Land Nordrhein-Westfalen die Fördermittel nicht bewilligt.

„Grundsätzlich können die Städtischen Betriebe beginnen – die wasserrechtliche Genehmigung des Kreises liegt vor, jedoch hat die Bezirksregierung noch keinen belastbaren Termin für die Bewilligung der Fördermittel aus Düsseldorf bekommen“, sagt Katharina Heß von der Pressestelle der Stadt Minden. Die Städtischen Betriebe hätten jedenfalls alle Vorbereitungen für den Start getroffen.

Die Bastau beschäftigt die Stadt schon seit mehreren Jahren. Nachdem ein Abschnitt im Glacis renaturiert wurde, hatte die Kommune 2017 für die weiteren 1,5 Kilometer einen Planungsauftrag vergeben. Vor zwei Jahren wurden die Mitglieder des Betriebsausschusses darüber informiert. Nach dem damaligen Stand sollten sich die Bau- und Planungskosten auf 1,3 bis 1,7 Millionen Euro belaufen. Nur zehn Prozent sollte die Stadt selbst bezahlen, der Rest werde durch Fördermittel getragen, so die Information.

So wie bei der vorherigen Maßnahme im Glacis bildete die EU-Wasserrahmenrichtline die Grundlage, wonach Gewässer in einem guten ökologischen Zustand versetzt werden sollen. Im September 2018 erhielten dann Anwohner des Kolpingweges vom Umweltamt des Kreises die Informationen, dass vor ihren Grundstücken eine Baggerfurt mit Schotterrasenrampe und Widerlagern aus Beton entstehen wird, um dort eine Mahdgutsammelstelle im Zusammenhang mit der Renaturierungsmaßnahme einzurichten. Und am 19. April gleichen Jahres fand eine Bürgerinformation über das Gesamtprojekt in de Käthe-Kollwitz-Realschule statt. Dort stellten die Städtischen Betriebe Minden der Öffentlichkeit das Vorhaben der Stadt noch einmal vor.

Danach ist ein Start der Bauarbeiten am Obi-Markt vorgesehen. Auf einer Breite von 18 Metern wird bis zum Kolpingweg die Aue umgeformt. Rund 32.000 Kubikmeter Erdreich sind dabei abzutragen. Wohin das Erdreich gelangen soll war bislang ungeklärt – der Stadt schwebte unter anderem vor, dass sich Landwirte oder andere Interessenten finden mögen, die den Boden annehmen.

Mit den Erdarbeiten soll auch der langgestreckte eintönige Verlauf des Gewässers verschwinden. Es enthält eine mäandrierende Führung, so dass es in dem Bereich um ein Viertel länger wird. Uferbereiche sollen mit Kies- und Sandbänken ausgestattet werden. Es gibt eine Spielanlage für Kinder und Hinweistafeln, die über die in der Bastau lebenden Tiere und Pflanzen informieren. Desweiteren wollen die Städtischen Betriebe die Steilhänge im Bereich des Schwabenringes mit Bepflanzungen verstärkten und Lebensräume für Insekten und Vogelarten wie den Eisvogel schaffen. Der Weg im Bereich der Käthe-Kollwitzschule wird wegen der Verbreiterung des Bastaubettes an dieser Stelle verlegt.

Obwohl schon im vergangenen Herbst kein Förderbescheid für dieses Vorhaben aus Düsseldorf kam, blieb die Stadt nicht untätig. So ließ sie vorsorglich sechs Pappeln und elf Birken fällen – einige der Bäume waren ohnehin vorgeschädigt – da das in der Brutzeit zwischen März und September nicht möglich gewesen wäre und somit die Umgestaltungsarbeiten behindert hätte. Doch die Vögel hätten auch in diesem Jahr dort getrost ihre Eier legen können, weil es immer noch keinen Förderbescheid gibt.

„Selbst unter der Annahme, dass die Fördergelder zeitnah fließen, die Ausschreibung zügig auf den Markt gebracht wird und sich ein geeigneter Auftragnehmer findet – in der derzeitigen baukonjunkturellen Lage nicht selbstverständlich –, wäre ein Baubeginn zum Herbst diesen Jahres herausfordernd“, meint Heß zu den weiteren Perspektiven. Sobald aber die Bewilligung vorliege, werde die Ausführungsplanung erstellt und Ausschreibungen beginnen.

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