Realschulen stellen Graffiti-Projekte auf die Beine Nadine Conti Minden (mt). Anscheinend ist die Spraydose immer öfter das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, Schüler ans kreative Arbeiten zu bekommen. Nach diversen Graffiti-Workshops in Jugendzentren und an anderen Schulen haben sich in diesem Jahr auch die beiden Mindener Realschulen ans bunte Werk gemacht. Sowohl an der Freiherr-von-Vincke-Realschule als auch an der Käthe-Kollwitz-Realschule entstanden, unabhängig voneinander, großformatige Werke, die künftig das Schulgebäude zieren sollen. Bei der Freiherr-von-Vincke-Realschule ist das drei Meter hohe und zehn Meter breite Bild das Ergebnis einer Projektwoche in der Klasse 8a. Wobei sie mit den Vorbereitungen schon im letzten Jahr angefangen haben: Zusammen mit dem Streetart-Künstler und Erzieher Dennis Herb haben sie die Motive entwickelt, während ihre Klassenlehrerin und einige engagierte Eltern Sponsoren geworben haben. Geld- und Materialspenden im Wert von 3.500 Euro haben sie eingesammelt – meist bei den Firmen, die ohnehin regelmäßig mit der Schule kooperieren. Ihre Logos stehen nun am Rande des großen Bildes, das Herb aus den vielen Schülerskizzen herausentwickelt hat. Das Bild zeigt Dinge, die die Schüler mit ihrer Schule und ihrer Heimat verbinden: Sehenswürdigkeiten wie die Weser, das Kaiser-Wilhelm-Denkmal, aber auch den Sportplatz, sowie Symbole, die für die Klasse stehen, wie das „Rede-Klassenschwein“. „Diese Klasse ist etwas ganz besonderes“, sagt Klassenlehrerin Heike Tiemann. Von Anfang an habe sich diese Inklusionsklasse, in der drei Schüler mit besonderem Förderbedarf sitzen, durch einen ungewöhnlich guten Zusammenhalt und schöne Atmosphäre ausgezeichnet. Das habe sich auch bei diesem Projekt noch einmal bestätigt: „Bei einem so großen Motiv muss man sich natürlich gut abstimmen. Zu sehen, wie die Schüler hier kooperiert haben, war wirklich beeindruckend und rührend.“ Und nebenbei fand jeder noch Zeit für eine Vielzahl von kleinen Nebenprodukten und Übungsarbeiten: Da wurden Kleider und Schuhe besprüht, Dosen verziert und kleine Keilrahmen mit persönlichen Motiven angefertigt, damit die Schüler auch etwas zum mit nach Hause nehmen haben. Die großen Platten mit dem Gemeinschaftswerk sollen noch in diesem Sommer an der Nordseite des Schulgebäudes angebracht werden, die bleibt von den anstehenden Bauarbeiten nämlich unbeeinträchtigt. Die Käthe-Kollwitz-Realschule hat für ihr Graffiti-Projekt einen anderen Weg gewählt. Die Klasse 7a hat sich mit Hilfe des Schulsozialarbeiters auf eine Projektausschreibung des Kulturbüros der Stadt Minden beworben und den Zuschlag bekommen. 1.000 Euro standen zur Schulverschönerung zur Verfügung. Die Schüler nutzen sie, um gemeinsam mit dem Bielefelder Graffiti-Künstler Tim Methfessel ein Schulschild zu entwerfen und umzusetzen. Gleichzeitig lernten die Schüler etwas über Projektmanagement: Vom Einholen der erforderlichen Genehmigungen bis zur Pressepräsentation lagen alle Aufgaben in Schülerhand. Zwei von ihnen, die 13-jährige Josi und der 14-jährige Madjit wurden dafür sogar extra zu einer entsprechenden Fortbildung geschickt. Auch um die Motive haben sich die Schüler viele Gedanken gemacht: Die Debatte um Umweltschutz und Klimawandel findet sich darin genauso wieder wie die Liebe zur Musik und das abgewandelte Kollwitz-Zitat „Wir wollen wirken in dieser Zeit“. Das Schild soll bald den Eingangsbereich der Schule zieren.

Realschulen stellen Graffiti-Projekte auf die Beine

Minden (mt). Anscheinend ist die Spraydose immer öfter das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, Schüler ans kreative Arbeiten zu bekommen. Nach diversen Graffiti-Workshops in Jugendzentren und an anderen Schulen haben sich in diesem Jahr auch die beiden Mindener Realschulen ans bunte Werk gemacht. Sowohl an der Freiherr-von-Vincke-Realschule als auch an der Käthe-Kollwitz-Realschule entstanden, unabhängig voneinander, großformatige Werke, die künftig das Schulgebäude zieren sollen.

Bei der Freiherr-von-Vincke-Realschule ist das drei Meter hohe und zehn Meter breite Bild das Ergebnis einer Projektwoche in der Klasse 8a. Wobei sie mit den Vorbereitungen schon im letzten Jahr angefangen haben: Zusammen mit dem Streetart-Künstler und Erzieher Dennis Herb haben sie die Motive entwickelt, während ihre Klassenlehrerin und einige engagierte Eltern Sponsoren geworben haben. Geld- und Materialspenden im Wert von 3.500 Euro haben sie eingesammelt – meist bei den Firmen, die ohnehin regelmäßig mit der Schule kooperieren. Ihre Logos stehen nun am Rande des großen Bildes, das Herb aus den vielen Schülerskizzen herausentwickelt hat.

Das Bild zeigt Dinge, die die Schüler mit ihrer Schule und ihrer Heimat verbinden: Sehenswürdigkeiten wie die Weser, das Kaiser-Wilhelm-Denkmal, aber auch den Sportplatz, sowie Symbole, die für die Klasse stehen, wie das „Rede-Klassenschwein“.

„Diese Klasse ist etwas ganz besonderes“, sagt Klassenlehrerin Heike Tiemann. Von Anfang an habe sich diese Inklusionsklasse, in der drei Schüler mit besonderem Förderbedarf sitzen, durch einen ungewöhnlich guten Zusammenhalt und schöne Atmosphäre ausgezeichnet. Das habe sich auch bei diesem Projekt noch einmal bestätigt: „Bei einem so großen Motiv muss man sich natürlich gut abstimmen. Zu sehen, wie die Schüler hier kooperiert haben, war wirklich beeindruckend und rührend.“ Und nebenbei fand jeder noch Zeit für eine Vielzahl von kleinen Nebenprodukten und Übungsarbeiten: Da wurden Kleider und Schuhe besprüht, Dosen verziert und kleine Keilrahmen mit persönlichen Motiven angefertigt, damit die Schüler auch etwas zum mit nach Hause nehmen haben. Die großen Platten mit dem Gemeinschaftswerk sollen noch in diesem Sommer an der Nordseite des Schulgebäudes angebracht werden, die bleibt von den anstehenden Bauarbeiten nämlich unbeeinträchtigt.

Die Käthe-Kollwitz-Realschule hat für ihr Graffiti-Projekt einen anderen Weg gewählt. Die Klasse 7a hat sich mit Hilfe des Schulsozialarbeiters auf eine Projektausschreibung des Kulturbüros der Stadt Minden beworben und den Zuschlag bekommen. 1.000 Euro standen zur Schulverschönerung zur Verfügung. Die Schüler nutzen sie, um gemeinsam mit dem Bielefelder Graffiti-Künstler Tim Methfessel ein Schulschild zu entwerfen und umzusetzen.

Gleichzeitig lernten die Schüler etwas über Projektmanagement: Vom Einholen der erforderlichen Genehmigungen bis zur Pressepräsentation lagen alle Aufgaben in Schülerhand. Zwei von ihnen, die 13-jährige Josi und der 14-jährige Madjit wurden dafür sogar extra zu einer entsprechenden Fortbildung geschickt. Auch um die Motive haben sich die Schüler viele Gedanken gemacht: Die Debatte um Umweltschutz und Klimawandel findet sich darin genauso wieder wie die Liebe zur Musik und das abgewandelte Kollwitz-Zitat „Wir wollen wirken in dieser Zeit“. Das Schild soll bald den Eingangsbereich der Schule zieren.

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