Ratten am Entenufer: Unbekannte füttern Vögel - mit unerwünschten Folgen Stefan Koch Minden. Wer Tauben füttert, lockt Ratten an. Das Problem entsteht in Minden überall dort, wo illegal ausgestreutes Getreide auftaucht, mit dem Unbekannte den Vögeln helfen wollen. Nun hat auch die häufig zu beobachtende Unsitte des Entenfütterns an der Weserpromenade zwischen der Glacisbrücke und der Bastaumündung zu einem verstärkten Aufkommen der Nager geführt. Ein alarmierende Beobachtung hatte vor einigen Tagen eine MT-Leserin beim abendlichen Spaziergang im Weserglacis gemacht. „Wir wollten einmal nach Einbruch der Dunkelheit die besondere Atmosphäre der beleuchteten Stadt genießen“, berichtet sie. „In Höhe der Fußgängerbrücke trafen wir auf viele Enten, welche sich laut schnatternd am Weserufer um zwei Personen scharten, welche Futter verteilten.“ Doch dann habe sie und ihr Mann noch weitere Gäste entdeckt, die über die Wiese huschten. „Mindestens 50 Ratten versuchten ebenfalls Futter zu erhaschen. Sie wuselten zwischen den Enten umher und es kam zu regelrechten Kämpfen zwischen Ratten und Enten.“ Die MT-Leserin stellt sich die Frage, ob ein solches extremes Füttern für Enten überhaupt lebensnotwendig sei und ob es keine Möglichkeit gebe, die Ratten zu vertreiben. „Der Anblick hat uns jegliche Romantik des Abends geraubt. Spaziergänge an der Weser am Abend wird es für uns nicht mehr geben.“ Auch anderen Besuchern des Weserglacis waren Personen aufgefallen, die dort wiederholt Enten fütterten. Die Rattenplage im Weserglacis blieb ebenfalls nicht unbemerkt. Nach Auskunft von Katharina Heß von der Pressestelle der Mindener Stadtverwaltung habe es bei der Ordnungsbehörde aber noch keine Beschwerden darüber gegeben. Wie Heß erklärt, sei zwar nach der ordnungsbehördlichen Verordnung der Stadt Minden das gezielte Füttern von wildlebenden Tauben verboten. Das Füttern von Enten sei dagegen erlaubt. „Allerdings wird dringend davon abgeraten, da insbesondere bei Fütterung mit Brot die Enten davon Schaden nehmen können.“ Wie in Minden so ist auch in anderen Kommunen das Füttern von Enten inclusive der damit verbunden Snacks für die Ratten ein Problem geworden. Das Brot mit Salz und Zusatzstoffen kann im Magen der Wasservögel aufquellen und zu deren Tod führen. Teiche kippen aufgrund nicht verzehrter Reste und dem damit verbundenen Nährstoffeintrag um. Und die Nager verbreiten sich von dort in die Wohngebiete. In Bezug auf die Tauben hatte es in der Vergangenheit bei der Stadt Minden immer wieder Hinweise auf illegales Füttern gegeben. Die Ordnungsbehörde sei dann tätig geworden und habe unter der Beteiligung anderer Dienststellen Maßnahmen eingeleitet, erklärt Heß, ohne Beispiele zu nennen. Bei den auch jetzt noch in der Innenstadt immer wieder auftauchenden Getreidestreuungen sei bis lang noch nicht der Verursacher ermittelt worden. Die für die Straßenreinigung zuständigen Mitarbeiter der Städtischen Betriebe würden allerdings die Futterstellen beseitigen, um das Rattenproblem einzugrenzen. „Bei Feststellung eines Verursachers oder einer Verursacherin einer gezielten Taubenfütterung, kann ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet werden“, teilt Heß mit. So hatte das MT schon vor einem Jahr über die illegalen Futterstellen unter anderem am ZOB, an Obermarktstraße, Priggenhagen, Leiterstraße und im Bereich der AOK berichtet. Die Maisstreuungen hatten im Bereich von Petersilien- und Simeonstraße zu einem größeren Aufkommen von Ratten geführt, weshalb Bewohner mehrmals einen Schädlingsbekämpfer rufen mussten. Später meldete sich in einer Einwohnerfragestunde im Mindener Stadtrat eine Stadttaubeninitiative zu Wort, die ein Taubenmangement anregte und unter dem Dach der ehemaligen Landeszentralbank an der Portastraße einen Taubenschlag betreibt. Durch einen Austausch der Eier durch Gipsattrappen bei gleichzeitiger Fütterung der Tiere sollte ihre Zahl verträglich reduziert werden. Wie Heß auf MT-Anfrage mittteilt, hatte es seitdem keine weiteren Gespräche mit der Initiative gegeben.

Ratten am Entenufer: Unbekannte füttern Vögel - mit unerwünschten Folgen

Bei den Vögeln ist die Futterstelle am Weserufer längst bekannt. Nachts sind dann auch Ratten da. MT-Foto: Alex Lehn © Alex Lehn

Minden. Wer Tauben füttert, lockt Ratten an. Das Problem entsteht in Minden überall dort, wo illegal ausgestreutes Getreide auftaucht, mit dem Unbekannte den Vögeln helfen wollen. Nun hat auch die häufig zu beobachtende Unsitte des Entenfütterns an der Weserpromenade zwischen der Glacisbrücke und der Bastaumündung zu einem verstärkten Aufkommen der Nager geführt.

Ein alarmierende Beobachtung hatte vor einigen Tagen eine MT-Leserin beim abendlichen Spaziergang im Weserglacis gemacht. „Wir wollten einmal nach Einbruch der Dunkelheit die besondere Atmosphäre der beleuchteten Stadt genießen“, berichtet sie. „In Höhe der Fußgängerbrücke trafen wir auf viele Enten, welche sich laut schnatternd am Weserufer um zwei Personen scharten, welche Futter verteilten.“ Doch dann habe sie und ihr Mann noch weitere Gäste entdeckt, die über die Wiese huschten. „Mindestens 50 Ratten versuchten ebenfalls Futter zu erhaschen. Sie wuselten zwischen den Enten umher und es kam zu regelrechten Kämpfen zwischen Ratten und Enten.“

Die MT-Leserin stellt sich die Frage, ob ein solches extremes Füttern für Enten überhaupt lebensnotwendig sei und ob es keine Möglichkeit gebe, die Ratten zu vertreiben. „Der Anblick hat uns jegliche Romantik des Abends geraubt. Spaziergänge an der Weser am Abend wird es für uns nicht mehr geben.“


Auch anderen Besuchern des Weserglacis waren Personen aufgefallen, die dort wiederholt Enten fütterten. Die Rattenplage im Weserglacis blieb ebenfalls nicht unbemerkt. Nach Auskunft von Katharina Heß von der Pressestelle der Mindener Stadtverwaltung habe es bei der Ordnungsbehörde aber noch keine Beschwerden darüber gegeben.

Wie Heß erklärt, sei zwar nach der ordnungsbehördlichen Verordnung der Stadt Minden das gezielte Füttern von wildlebenden Tauben verboten. Das Füttern von Enten sei dagegen erlaubt. „Allerdings wird dringend davon abgeraten, da insbesondere bei Fütterung mit Brot die Enten davon Schaden nehmen können.“

Wie in Minden so ist auch in anderen Kommunen das Füttern von Enten inclusive der damit verbunden Snacks für die Ratten ein Problem geworden. Das Brot mit Salz und Zusatzstoffen kann im Magen der Wasservögel aufquellen und zu deren Tod führen. Teiche kippen aufgrund nicht verzehrter Reste und dem damit verbundenen Nährstoffeintrag um. Und die Nager verbreiten sich von dort in die Wohngebiete.

In Bezug auf die Tauben hatte es in der Vergangenheit bei der Stadt Minden immer wieder Hinweise auf illegales Füttern gegeben. Die Ordnungsbehörde sei dann tätig geworden und habe unter der Beteiligung anderer Dienststellen Maßnahmen eingeleitet, erklärt Heß, ohne Beispiele zu nennen. Bei den auch jetzt noch in der Innenstadt immer wieder auftauchenden Getreidestreuungen sei bis lang noch nicht der Verursacher ermittelt worden. Die für die Straßenreinigung zuständigen Mitarbeiter der Städtischen Betriebe würden allerdings die Futterstellen beseitigen, um das Rattenproblem einzugrenzen. „Bei Feststellung eines Verursachers oder einer Verursacherin einer gezielten Taubenfütterung, kann ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet werden“, teilt Heß mit.

So hatte das MT schon vor einem Jahr über die illegalen Futterstellen unter anderem am ZOB, an Obermarktstraße, Priggenhagen, Leiterstraße und im Bereich der AOK berichtet. Die Maisstreuungen hatten im Bereich von Petersilien- und Simeonstraße zu einem größeren Aufkommen von Ratten geführt, weshalb Bewohner mehrmals einen Schädlingsbekämpfer rufen mussten. Später meldete sich in einer Einwohnerfragestunde im Mindener Stadtrat eine Stadttaubeninitiative zu Wort, die ein Taubenmangement anregte und unter dem Dach der ehemaligen Landeszentralbank an der Portastraße einen Taubenschlag betreibt. Durch einen Austausch der Eier durch Gipsattrappen bei gleichzeitiger Fütterung der Tiere sollte ihre Zahl verträglich reduziert werden. Wie Heß auf MT-Anfrage mittteilt, hatte es seitdem keine weiteren Gespräche mit der Initiative gegeben.

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