Randale im Drogenrausch: 39-Jähriger zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt Nils Middelhauve Minden/Bielefeld. Es war wohl, so zumindest stellte es der Angeklagte dar, die Sorge um seine Freundin, die Stefan I. (Name geändert) im April 2019 veranlasste, in Minden die Tür eines Wohnhauses einzuschlagen. Das Bielefelder Landgericht verurteilte den 39-Jährigen wegen Drogenbesitzes und Sachbeschädigung unter Einbeziehung zweier Vorstrafen zu eineinhalb Jahren Gefängnis, setzte die Vollstreckung jedoch zur Bewährung aus. Bereits am ersten Verhandlungstag hatte Stefan I. über seine Verteidigerin Nicole Friedrich die gegen ihn erhobenen Vorwürfe eingeräumt. Am 11. April 2019 hatte der 39-Jährige, der mittlerweile in Mecklenburg-Vorpommern lebt, bereits vormittags Amphetamin konsumiert. Irgendwann begann er, sich um seine ebenfalls drogenaffine Freundin zu sorgen – er befürchtete, dass diese sich gerade Rauschgift besorgte. Also begab sich Stefan I. zu dem in Minden gelegenen Haus, in dem er seine Freundin vermutete. Die verschlossene Eingangstür verwehrte ihm den Eintritt. I. fragte in einem nahe gelegenen Geschäft, ob jemand einen Schlüssel für das Haus habe. Da dies nicht der Fall war, besorgte er sich von einem Baustellengelände eine Metallstange. Er schlug mit der Stange auf die Tür ein, stellte jedoch fest, dass sich seine Freundin offenbar nicht in dem Haus befand. Entgegen seiner Erwartung fand er das Fahrrad der Frau im Eingangsbereich nicht vor. Als Stefan I. sich wieder auf den Heimweg machen wollte, forderten ihn hinzugekommene Polizisten auf, sich auszuweisen. Als er nicht reagierte, wollten die Beamten ihn fixieren. Im Gerangel verletzte I. einen der Polizisten mit einer Taschenlampe. Nachdem der Angeklagte schließlich doch gebändigt war, stellten die Polizisten 33 Gramm Amphetamin bei ihm sicher. Die XXI. Große Strafkammer unter dem Vorsitz von Richter Marc Brüning verurteilte Stefan I. nun wegen Sachbeschädigung und Betäubungsmittelbesitzes zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren. Wegen des zunächst ebenfalls angeklagten Vorwurfs des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte erfolgte hingegen ein Freispruch: Die Kammer konnte nicht sicher feststellen, dass die Fixierung tatsächlich rechtmäßig war. Aussagen von Zeugen und beteiligten Polizisten legten nahe, dass die Beamten den Mann direkt körperlich angegangen waren, als dieser sich nicht ausweisen wollte. Eine vorherige Ansprache wäre aus Sicht der Kammer richtig gewesen. Neben der Strafe ordnete das Gericht auch die Unterbringung des Angeklagten im Entzug an. Den Vollzug setzte die Kammer jedoch ebenso wie den der Gefängnisstrafe zur Bewährung aus. Darüber hinaus machte das Gericht Stefan I. zur Auflage, 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit abzuleisten.

Randale im Drogenrausch: 39-Jähriger zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt

Der Angeklagte musste sich vor dem Landgericht verantworten. Symbolfoto: MT-Archiv © MT-Archiv © Stefanie Dullweber

Minden/Bielefeld. Es war wohl, so zumindest stellte es der Angeklagte dar, die Sorge um seine Freundin, die Stefan I. (Name geändert) im April 2019 veranlasste, in Minden die Tür eines Wohnhauses einzuschlagen. Das Bielefelder Landgericht verurteilte den 39-Jährigen wegen Drogenbesitzes und Sachbeschädigung unter Einbeziehung zweier Vorstrafen zu eineinhalb Jahren Gefängnis, setzte die Vollstreckung jedoch zur Bewährung aus.

Bereits am ersten Verhandlungstag hatte Stefan I. über seine Verteidigerin Nicole Friedrich die gegen ihn erhobenen Vorwürfe eingeräumt. Am 11. April 2019 hatte der 39-Jährige, der mittlerweile in Mecklenburg-Vorpommern lebt, bereits vormittags Amphetamin konsumiert. Irgendwann begann er, sich um seine ebenfalls drogenaffine Freundin zu sorgen – er befürchtete, dass diese sich gerade Rauschgift besorgte. Also begab sich Stefan I. zu dem in Minden gelegenen Haus, in dem er seine Freundin vermutete.

Die verschlossene Eingangstür verwehrte ihm den Eintritt. I. fragte in einem nahe gelegenen Geschäft, ob jemand einen Schlüssel für das Haus habe. Da dies nicht der Fall war, besorgte er sich von einem Baustellengelände eine Metallstange. Er schlug mit der Stange auf die Tür ein, stellte jedoch fest, dass sich seine Freundin offenbar nicht in dem Haus befand. Entgegen seiner Erwartung fand er das Fahrrad der Frau im Eingangsbereich nicht vor.


Als Stefan I. sich wieder auf den Heimweg machen wollte, forderten ihn hinzugekommene Polizisten auf, sich auszuweisen. Als er nicht reagierte, wollten die Beamten ihn fixieren. Im Gerangel verletzte I. einen der Polizisten mit einer Taschenlampe. Nachdem der Angeklagte schließlich doch gebändigt war, stellten die Polizisten 33 Gramm Amphetamin bei ihm sicher.

Die XXI. Große Strafkammer unter dem Vorsitz von Richter Marc Brüning verurteilte Stefan I. nun wegen Sachbeschädigung und Betäubungsmittelbesitzes zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren. Wegen des zunächst ebenfalls angeklagten Vorwurfs des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte erfolgte hingegen ein Freispruch: Die Kammer konnte nicht sicher feststellen, dass die Fixierung tatsächlich rechtmäßig war. Aussagen von Zeugen und beteiligten Polizisten legten nahe, dass die Beamten den Mann direkt körperlich angegangen waren, als dieser sich nicht ausweisen wollte. Eine vorherige Ansprache wäre aus Sicht der Kammer richtig gewesen.

Neben der Strafe ordnete das Gericht auch die Unterbringung des Angeklagten im Entzug an. Den Vollzug setzte die Kammer jedoch ebenso wie den der Gefängnisstrafe zur Bewährung aus. Darüber hinaus machte das Gericht Stefan I. zur Auflage, 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit abzuleisten.

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