QR-Codes im Pflaster: Rio und Minden rücken zusammen - Update Später virtuelle Stadtführungen möglich Von Jan Henning Rogge Minden (mt). Rio de Janeiro und Minden haben künftig mehr als nur die überschwängliche Lebenslust der Bewohner gemeinsam - beide Städte haben auch QR-Codes im Straßenpflaster. Heute wurden die ersten Steine verlegt. Am Anfang stand ein Artikel in einer Zeitschrift: "Ich habe vor einigen Monaten im "Stern" gelesen, dass am Strand von Rio QR-Codes ins Pflaster eingelassen wurden", sagt Dr. Jörg-Friedrich Sander, Geschäftsführer der Minden Marketing. Schnell war die Idee geboren, im Zuge der Neupflasterung der Innenstadt solche Codes auch in Minden einzubauen. Doch der Weg zum fertigen Pflasterelement war kompliziert.QR-Codes sind Verwandte des Strichcodes. Der ist auf nahezu jeder Verpackung zu finden. Mit einem Lesegerät oder jedem modernen Smartphone kann der Code erfasst und weiter verarbeitet werden. Im Fall der Mindener QR-Codes baut das Handy als Lesegerät eine Verbindung zum Internet auf.In Rio wurden die Codes als Mosaik ins Pflaster eingebaut. Die Minden Marketing experimentierte zunächst mit Mosaik-Fliesen. "Da haben uns Fachleute aber von abgeraten", sagt Johann Zilke von der Minden Marketing, der die Umsetzung betreute. Der Kleber könnte im öffentlichen Raum und bei wechselnden Temperaturen nicht strapazierfähig genug sein. "Außerdem darf die Oberfläche nicht glatt sein." Jörg-Friedrich Sander fasst die Anforderungen zusammen: "Man muss da drüber laufen und fahren können und niemand darf darauf ausrutschen."Pionierarbeit für die Minden Marketing. "Vermutlich sind wir die Ersten in Deutschland, die QR-Codes ins Pflaster bringen", sagt der Geschäftsführer. Nach mehreren Versuchen gibt es nun eine Lösung, die auch die strengen Auflagen für Gehwege erfüllt. Die Grundlage bildet eine Stahlwanne. "Die wird in ein Betonbett gesetzt", erklärt Johann Zilke. Der QR-Code ist auf eine Aluplatte gedruckt, die in die Wanne gelegt wird. "Da kommt dann eine Panzerglasscheibe drüber, die versiegelt wird." Die Scheibe ist auf der Oberseite geriffelt. Auch bei Nässe bleibt sie trittfest. Fertig ist der QR-Pflasterstein.Zunächst werden die Städtischen Betriebe Minden heute drei Steine verlegen: Vor dem alten Rathaus am Durchgang zum Dom, auf dem Marktplatz am Übergang zur Obermarktstraße und an der Tonhallenstraße. Sie werden auf die Internetseite der Minden-Marketing verlinken, die in den nächsten Tagen für Smartphones optimiert wird. "Das ist jetzt erstmal ein Pilotprojekt", sagt Jörg-Friedrich Sander. Später könnten die Codes auch als virtueller Stadtführer eingesetzt werden. Touristen können sich dann über historische Gebäude per Handy informieren. Noch ist das Zukunftsmusik. Aber Mindens QR-Code-Pflaster, einzigartig in Deutschland, kann ab heute ausprobiert werden. Rio de Janeiro sei Dank.

QR-Codes im Pflaster: Rio und Minden rücken zusammen - Update

Minden (mt). Rio de Janeiro und Minden haben künftig mehr als nur die überschwängliche Lebenslust der Bewohner gemeinsam - beide Städte haben auch QR-Codes im Straßenpflaster. Heute wurden die ersten Steine verlegt.

QR-Codes fürs 

Mindener Pflaster - © MINDEN
QR-Codes fürs
Mindener Pflaster - © MINDEN

Am Anfang stand ein Artikel in einer Zeitschrift: "Ich habe vor einigen Monaten im "Stern" gelesen, dass am Strand von Rio QR-Codes ins Pflaster eingelassen wurden", sagt Dr. Jörg-Friedrich Sander, Geschäftsführer der Minden Marketing. Schnell war die Idee geboren, im Zuge der Neupflasterung der Innenstadt solche Codes auch in Minden einzubauen. Doch der Weg zum fertigen Pflasterelement war kompliziert.

Die zehnjährige Inga testet den ersten QR-Code, der heute verlegt wird. - © Foto: Alex Lehn
Die zehnjährige Inga testet den ersten QR-Code, der heute verlegt wird. - © Foto: Alex Lehn

QR-Codes sind Verwandte des Strichcodes. Der ist auf nahezu jeder Verpackung zu finden. Mit einem Lesegerät oder jedem modernen Smartphone kann der Code erfasst und weiter verarbeitet werden. Im Fall der Mindener QR-Codes baut das Handy als Lesegerät eine Verbindung zum Internet auf.

In Rio wurden die Codes als Mosaik ins Pflaster eingebaut. Die Minden Marketing experimentierte zunächst mit Mosaik-Fliesen. "Da haben uns Fachleute aber von abgeraten", sagt Johann Zilke von der Minden Marketing, der die Umsetzung betreute. Der Kleber könnte im öffentlichen Raum und bei wechselnden Temperaturen nicht strapazierfähig genug sein. "Außerdem darf die Oberfläche nicht glatt sein." Jörg-Friedrich Sander fasst die Anforderungen zusammen: "Man muss da drüber laufen und fahren können und niemand darf darauf ausrutschen."

Am Donnerstag wurden die drei QR-Code-Steine von den Städtischen Betrieben Minden verlegt. - © Foto: Alex Lehn
Am Donnerstag wurden die drei QR-Code-Steine von den Städtischen Betrieben Minden verlegt. - © Foto: Alex Lehn

Pionierarbeit für die Minden Marketing. "Vermutlich sind wir die Ersten in Deutschland, die QR-Codes ins Pflaster bringen", sagt der Geschäftsführer. Nach mehreren Versuchen gibt es nun eine Lösung, die auch die strengen Auflagen für Gehwege erfüllt. Die Grundlage bildet eine Stahlwanne. "Die wird in ein Betonbett gesetzt", erklärt Johann Zilke. Der QR-Code ist auf eine Aluplatte gedruckt, die in die Wanne gelegt wird. "Da kommt dann eine Panzerglasscheibe drüber, die versiegelt wird." Die Scheibe ist auf der Oberseite geriffelt. Auch bei Nässe bleibt sie trittfest. Fertig ist der QR-Pflasterstein.

Zunächst werden die Städtischen Betriebe Minden heute drei Steine verlegen: Vor dem alten Rathaus am Durchgang zum Dom, auf dem Marktplatz am Übergang zur Obermarktstraße und an der Tonhallenstraße. Sie werden auf die Internetseite der Minden-Marketing verlinken, die in den nächsten Tagen für Smartphones optimiert wird. "Das ist jetzt erstmal ein Pilotprojekt", sagt Jörg-Friedrich Sander. Später könnten die Codes auch als virtueller Stadtführer eingesetzt werden. Touristen können sich dann über historische Gebäude per Handy informieren. Noch ist das Zukunftsmusik. Aber Mindens QR-Code-Pflaster, einzigartig in Deutschland, kann ab heute ausprobiert werden. Rio de Janeiro sei Dank.

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