Protest im Kreishaus: Beschäftigte der Mühlenkreisklinikien sorgen sich um ihre Jobs Sebastian Radermacher Minden (mt). Für Landrat Dr. Ralf Niermann (SPD) gibt es zunächst kein Durchkommen. Etwa 30 Mitarbeiterinnen der Mühlenkreiskliniken fangen den Vorsitzenden des MKK-Verwaltungsrates am Montag vor der Kreistagssitzung ab. Sie wollen sich Gehör verschaffen, auf schlechte Arbeitsbedingungen aufmerksam machen und die Sorgen um ihre Arbeitsplätze deutlich machen. Konkret geht es um rund 300 Beschäftigte der Mühlenkreis Service GmbH, die bei den MKK für die Speiseversorgung der Patienten sowie für die Reinigung der Räume zuständig sind. Beide Bereiche waren 2004 aus dem Mutterkonzern, der Mühlenkreiskliniken AöR, ausgelagert worden – zum 1. Oktober 2019 werden zurückgeführt. „Da für die Service GmbH und die AöR die gleichen Tarif- und Arbeitsrechte Anwendung finden“, begründet MKK-Sprecherin Ramona Schulze auf MT-Anfrage. Natürlich sei dies ein positiver Schritt, macht Kerstin Wehling im Gespräch mit Niermann deutlich. Nach dem Betriebsübergang seien die Arbeitsplätze ein Jahr gesichert. „Aber was passiert danach? Wir sorgen uns um unsere Jobs.“ Für die Speiseversorgung halten die Mühlenkreiskliniken laut Schulze zurzeit 113 Vollzeitstellen vor. Diese sollten zwingend erhalten bleiben, fordern Wehling und ihre Kolleginnen, die im Kreishaus ihr Anliegen mit Plakaten untermauern. Im Bereich Reinigung sei die Zahl nämlich stark reduziert worden, von zuletzt 90 auf aktuell 77 Vollzeitstellen. Früher seien es 150 Stellen gewesen, sagt Wehling. Stattdessen seien in der Vergangenheit viele Reinigungskräfte bei einer Fremdfirma angestellt worden. „Die Arbeitsbedingungen dort sind noch schlechter als bei uns“, kritisiert sie. Auch die Beschäftigten der Mühlenkreis Service GmbH hätten mit der hohen Arbeitsbelastung zu kämpfen. „Wir müssen im Schnitt 200 Quadratmeter in der Stunde reinigen – das ist oft nicht zu schaffen“, sagt Wehling. Die Mitarbeiterinnen fordern eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und eine Aufstockung der Vollzeitstellen in der Reinigung. Langfristig sollen zudem die Leistungen, die an Fremdfirmen vergeben wurden, wieder zurückgeholt werden. Niermann verspricht, die Anregungen in der nächsten MKK-Verwaltungsratssitzung zu thematisieren. Laut MKK-Sprecherin Schulze gehen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren bestehenden Arbeitsverträgen in die AöR über. „Kündigungen sind ausgeschlossen, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen werden dauerhaft weiterbeschäftigt.“ Alle arbeitsvertraglichen Regelungen blieben bestehen, insbesondere die auf der Grundlage des TVöDs vorgenommene Eingruppierung. „Ebenso gelten auf Basis einer schriftlichen Zusage weiterhin alle sonstigen Arbeitsbedingungen, die durch Betriebsvereinbarungen geregelt sind, sowie die betriebliche Altersvorsorge.“ Die Übernahme von 90 (Reinigung) beziehungsweise 113 Vollzeitkräften (Küche) zum 1. Oktober sei beantragt.

Protest im Kreishaus: Beschäftigte der Mühlenkreisklinikien sorgen sich um ihre Jobs

Kerstin Wehling (rotes Shirt) und ihre Kolleginnen im Gespräch mit Landrat Dr. Ralf Niermann (SPD), der Vorsitzender des MKK-Verwaltungsrates ist. MT- © Foto: rad

Minden (mt). Für Landrat Dr. Ralf Niermann (SPD) gibt es zunächst kein Durchkommen. Etwa 30 Mitarbeiterinnen der Mühlenkreiskliniken fangen den Vorsitzenden des MKK-Verwaltungsrates am Montag vor der Kreistagssitzung ab. Sie wollen sich Gehör verschaffen, auf schlechte Arbeitsbedingungen aufmerksam machen und die Sorgen um ihre Arbeitsplätze deutlich machen.

Konkret geht es um rund 300 Beschäftigte der Mühlenkreis Service GmbH, die bei den MKK für die Speiseversorgung der Patienten sowie für die Reinigung der Räume zuständig sind. Beide Bereiche waren 2004 aus dem Mutterkonzern, der Mühlenkreiskliniken AöR, ausgelagert worden – zum 1. Oktober 2019 werden zurückgeführt. „Da für die Service GmbH und die AöR die gleichen Tarif- und Arbeitsrechte Anwendung finden“, begründet MKK-Sprecherin Ramona Schulze auf MT-Anfrage.

Natürlich sei dies ein positiver Schritt, macht Kerstin Wehling im Gespräch mit Niermann deutlich. Nach dem Betriebsübergang seien die Arbeitsplätze ein Jahr gesichert. „Aber was passiert danach? Wir sorgen uns um unsere Jobs.“

Für die Speiseversorgung halten die Mühlenkreiskliniken laut Schulze zurzeit 113 Vollzeitstellen vor. Diese sollten zwingend erhalten bleiben, fordern Wehling und ihre Kolleginnen, die im Kreishaus ihr Anliegen mit Plakaten untermauern. Im Bereich Reinigung sei die Zahl nämlich stark reduziert worden, von zuletzt 90 auf aktuell 77 Vollzeitstellen. Früher seien es 150 Stellen gewesen, sagt Wehling. Stattdessen seien in der Vergangenheit viele Reinigungskräfte bei einer Fremdfirma angestellt worden. „Die Arbeitsbedingungen dort sind noch schlechter als bei uns“, kritisiert sie. Auch die Beschäftigten der Mühlenkreis Service GmbH hätten mit der hohen Arbeitsbelastung zu kämpfen. „Wir müssen im Schnitt 200 Quadratmeter in der Stunde reinigen – das ist oft nicht zu schaffen“, sagt Wehling.

Die Mitarbeiterinnen fordern eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und eine Aufstockung der Vollzeitstellen in der Reinigung. Langfristig sollen zudem die Leistungen, die an Fremdfirmen vergeben wurden, wieder zurückgeholt werden. Niermann verspricht, die Anregungen in der nächsten MKK-Verwaltungsratssitzung zu thematisieren.

Laut MKK-Sprecherin Schulze gehen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren bestehenden Arbeitsverträgen in die AöR über. „Kündigungen sind ausgeschlossen, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen werden dauerhaft weiterbeschäftigt.“ Alle arbeitsvertraglichen Regelungen blieben bestehen, insbesondere die auf der Grundlage des TVöDs vorgenommene Eingruppierung. „Ebenso gelten auf Basis einer schriftlichen Zusage weiterhin alle sonstigen Arbeitsbedingungen, die durch Betriebsvereinbarungen geregelt sind, sowie die betriebliche Altersvorsorge.“ Die Übernahme von 90 (Reinigung) beziehungsweise 113 Vollzeitkräften (Küche) zum 1. Oktober sei beantragt.

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