Premiere: Was gehört in die Gelbe Tonne und wie befüllt man sie richtig? Thomas Lieske,Sebastian Radermacher Minden. Neues Jahr, neue Tonne(n). Kurz vor Jahresende hat sich die Anzahl der Mülltonnen auf so manchem Hof im Mühlenkreis zum Teil verdoppelt. Ein Vorbote dafür, dass der Kreis die Wertstoffabfuhr an PreZero aus Porta Westfalica vergeben hat und das System im gleichen Zug auf die Gelbe Tonne umgestellt wurde. Mit dem neuen Abfuhrsystem kommen bei vielen Mühlenkreisbewohnern immer noch Fragen auf. Das MT hat die wichtigsten Fragen an das Unternehmen weitergereicht und beantworten lassen. Was gehört in die Gelbe Tonne? „Eine Information dazu klebt auf jedem Gefäß", erklärt Unternehmenssprecher Boris Ziegler. Dazu gehören Konserven- und Getränkedosen, Alu-Schalen und -Deckel und metallische Verschlüsse sowie Kunststoffbecher von Milchprodukten wie Joghurt oder Margarine, Schaumstoffverpackungen, Tragetaschen aus Kunststoff, Einwickelfolie, Kunststoffflaschen von Spül- oder Waschmittel, Saft- und Milchkartons und Vakuumverpackungen. Wichtig: „Nicht vorgesehen ist die Sammlung von sogenannten Transportverpackungen, mit denen zum Beispiel die neue Schrankwand vom Möbelhaus geliefert wird", betont Ziegler. Die müssen wie sonst auch zum Wertstoffhof gebracht werden. Wie befüllt man die Gelbe Tonne richtig? „Hilfreich ist es sicherlich, wenn die Verpackungen entlüftet werden – etwa die Tetrapacks für Milch", erklärt Boris Ziegler. Und er hat noch einen wichtigen Hinweis auf eine oft gestellte Frage: „Joghurtbecher sollen auf keinen Fall gespült werden." Außerdem sollen Materialien nicht vermischt werden. Heißt: Joghurtbecher nicht in eine Konservendose stecken. Denn: „Solche Mischungen können in den weitgehend automatisierten Sortieranlagen nicht voneinander getrennt werden. Wer Angst hat, dass die Reste aus Dosen oder Flaschen auslaufen, könnte zum Beispiel einen leichten Müllbeutel nehmen, um den Wertstoff zu sammeln und ihn lose und nicht zugebunden in die Tonne werfen. Auch wichtig: Das Verpackungsmaterial dürfe nicht bis zum Anschlag in die Tonne gepresst werden, „damit es beim Schüttvorgang aus der Tonne gleiten kann". Bei manchen ist die Tonne schon jetzt voll, wird aber erst in gut zwei Wochen geleert. Andere haben noch Gelbe Säcke aus dem vergangenen Jahr stehen. Was ist zu tun? „Wir bieten den Bürgerinnen und Bürgern im Mühlenkreis einen Service an, zu dem wir vertraglich gar nicht verpflichtet sind: PreZero sammelt im Januar noch Gelbe Säcke ein, die von den Verbrauchern am Sammeltag an die Straße gestellt werden", betont der Sprecher. Auch der übrige Wertstoffmüll, der in diesem Monat nicht mehr in die Tonne passt, kann in Gelben Säcken gelagert werden. Das betrifft zum Beispiel Anwohner aus Hille-Holzhausen II. Der Wechsel vom Gelben Sack zur Gelben Tonne ist gerade einmal zwei Wochen her, da hat Sebastian Tappe aus Hille-Holzhausen II bereits ein Problem. „Unsere Tonne ist so gut wie voll, wird aber erst Ende Januar geleert", sagt er. In der Vergangenheit seien die Säcke immer in der Monatsmitte abgeholt worden, zuletzt am 15. Dezember. Mit der Einführung der Tonne habe sich aber der Rhythmus geändert, die erste Leerung ist laut Abfallkalender für den 27. Januar vorgesehen. Tappe, der mit drei weiteren Personen in einem Haushalt wohnt, muss nun also für einen Zeitraum von sechs statt sonst immer vier Wochen den Verpackungsmüll sammeln und entsorgen. Dafür sei die 240-Liter-Tonne aber viel zu klein. Er fragt sich: „Wo sollen wir hin mit dem Müll?" Auch dafür gilt: Bis Ende Januar kann der zusätzliche Müll noch in den Gelben Sack. Wie viele Tonnen gibt es pro Haushalt und wie oft werden sie geleert? PreZero habe bereits an anderen Standorten Erfahrungen mit der Abfuhr der Gelben Tonnen gesammelt Ausgehend davon verteile das Unternehmen einen 240-Liter-Behälter pro Haushalt mit bis zu sechs Personen. „Der wird alle vier Wochen geleert", erklärt Ziegler. Wie viele Tonnen sind ausgeliefert worden. Und hat die Verteilung rechtzeitig geklappt? „PreZero konnte die flächendeckende Verteilung der Behälter an die Haushalte im Kreis – trotz der Corona-Pandemie – im vierten Quartal 2020 pünktlich abschließen", freut sich Boris Ziegler. Dafür habe die Logistiksparte des Unternehmens unter Hochdruck gearbeitet. Dazu zählen nicht nur die Verteilung der Tonnen, sondern auch die Tourenplanung, Fahrzeuglogistik und Personalplanung, Lenkzeiten, Öffnungszeiten der Annahmestellen und Vermeidung von Leerfahrten. „Mit den Ergebnissen dieser Vorbereitung sind wir sehr zufrieden, die Übernahme des Vertragsgebietes hat bisher reibungslos funktioniert", findet Ziegler. Derzeit werde punktuell noch nachgesteuert – „es werden vereinzelt noch Behälter aufgestellt oder eingesammelt". Derweil hatte die Logistikabteilung vor allem an der Kundenhotline und dem Maileingang alle Hände voll zu tun.  Lesen Sie zu diesem Thema auch Ansturm auf die Kundenhotline: Logistikabteilung von PreZero hat viel zu tun Kommentar zum Thema: Ruhig bleiben! Nina Könemann Drehen in der Pandemie eigentlich alle durch? Diese Frage stelle ich mir in letzter Zeit öfter – und zwar nicht, weil wir uns alle gerade ständig entweder kurz vorm oder kurz nach einem Lagerkoller befinden. Ich denke es bei so Themen wie der Gelben Tonne. Kaum veröffentlichen wir einen Artikel zum Thema – und wir haben das zuletzt reichlich getan – flippen die Menschen online und am Telefon aus. Schimpfen auf das System, die Politik, den Müllentsorger, Müll generell und alles, was ihnen sonst noch in die Quere kommt.Hunderte Kommentare filtern wir dann in den Sozialen Netzwerken, zahlreiche Beschimpfungen löschen wir. Auch bei der Hotline von PreZero ging es offenbar heiß her. Zwar beschwichtigt das Unternehmen auf MT-Anfrage, allerdings wurde der Redaktion von wüsten Beschimpfungen gegen Mitarbeiter und Drohungen berichtet. Warum nur verlieren alle so das Maß? Statt den Gegenüber am Telefon, der doch nur seinen Job macht, anzuschreien oder zu beschimpfen, sollten wir kurz innehalten und uns fragen: Worüber regen wir uns eigentlich auf? Eine Mülltonne! Und noch dazu nicht die erste, die auf dem Hof steht. Ist das den ganzen Ärger wert?Wie wäre es, wenn wir die Tonne einfach erstmal vier Wochen stehen lassen, füllen, ausprobieren, wie viel sie wirklich schluckt und dann entscheiden, ob die Welt wirklich untergeht, wenn wir die Joghurtbecher künftig nicht mehr in einen Sack stopfen. Bewahren wir Ruhe. Es ist nur eine Tonne!

Premiere: Was gehört in die Gelbe Tonne und wie befüllt man sie richtig?

Minden. Neues Jahr, neue Tonne(n). Kurz vor Jahresende hat sich die Anzahl der Mülltonnen auf so manchem Hof im Mühlenkreis zum Teil verdoppelt. Ein Vorbote dafür, dass der Kreis die Wertstoffabfuhr an PreZero aus Porta Westfalica vergeben hat und das System im gleichen Zug auf die Gelbe Tonne umgestellt wurde. Mit dem neuen Abfuhrsystem kommen bei vielen Mühlenkreisbewohnern immer noch Fragen auf. Das MT hat die wichtigsten Fragen an das Unternehmen weitergereicht und beantworten lassen.

Seit diesem Monat kommt der Verpackungsmüll nicht mehr in die Säcke. ?Doch was genau gehört in den neuen Behälter, und wie befüllt man ihn richtig? - © MT-Foto: Thomas Lieke
Seit diesem Monat kommt der Verpackungsmüll nicht mehr in die Säcke. ?Doch was genau gehört in den neuen Behälter, und wie befüllt man ihn richtig? - © MT-Foto: Thomas Lieke

Was gehört in die Gelbe Tonne?

„Eine Information dazu klebt auf jedem Gefäß", erklärt Unternehmenssprecher Boris Ziegler. Dazu gehören Konserven- und Getränkedosen, Alu-Schalen und -Deckel und metallische Verschlüsse sowie Kunststoffbecher von Milchprodukten wie Joghurt oder Margarine, Schaumstoffverpackungen, Tragetaschen aus Kunststoff, Einwickelfolie, Kunststoffflaschen von Spül- oder Waschmittel, Saft- und Milchkartons und Vakuumverpackungen. Wichtig: „Nicht vorgesehen ist die Sammlung von sogenannten Transportverpackungen, mit denen zum Beispiel die neue Schrankwand vom Möbelhaus geliefert wird", betont Ziegler. Die müssen wie sonst auch zum Wertstoffhof gebracht werden.

Wie befüllt man die Gelbe Tonne richtig?

„Hilfreich ist es sicherlich, wenn die Verpackungen entlüftet werden – etwa die Tetrapacks für Milch", erklärt Boris Ziegler. Und er hat noch einen wichtigen Hinweis auf eine oft gestellte Frage: „Joghurtbecher sollen auf keinen Fall gespült werden." Außerdem sollen Materialien nicht vermischt werden. Heißt: Joghurtbecher nicht in eine Konservendose stecken. Denn: „Solche Mischungen können in den weitgehend automatisierten Sortieranlagen nicht voneinander getrennt werden. Wer Angst hat, dass die Reste aus Dosen oder Flaschen auslaufen, könnte zum Beispiel einen leichten Müllbeutel nehmen, um den Wertstoff zu sammeln und ihn lose und nicht zugebunden in die Tonne werfen. Auch wichtig: Das Verpackungsmaterial dürfe nicht bis zum Anschlag in die Tonne gepresst werden, „damit es beim Schüttvorgang aus der Tonne gleiten kann".

Bei manchen ist die Tonne schon jetzt voll, wird aber erst in gut zwei Wochen geleert. Andere haben noch Gelbe Säcke aus dem vergangenen Jahr stehen. Was ist zu tun?

„Wir bieten den Bürgerinnen und Bürgern im Mühlenkreis einen Service an, zu dem wir vertraglich gar nicht verpflichtet sind: PreZero sammelt im Januar noch Gelbe Säcke ein, die von den Verbrauchern am Sammeltag an die Straße gestellt werden", betont der Sprecher. Auch der übrige Wertstoffmüll, der in diesem Monat nicht mehr in die Tonne passt, kann in Gelben Säcken gelagert werden. Das betrifft zum Beispiel Anwohner aus Hille-Holzhausen II. Der Wechsel vom Gelben Sack zur Gelben Tonne ist gerade einmal zwei Wochen her, da hat Sebastian Tappe aus Hille-Holzhausen II bereits ein Problem. „Unsere Tonne ist so gut wie voll, wird aber erst Ende Januar geleert", sagt er. In der Vergangenheit seien die Säcke immer in der Monatsmitte abgeholt worden, zuletzt am 15. Dezember. Mit der Einführung der Tonne habe sich aber der Rhythmus geändert, die erste Leerung ist laut Abfallkalender für den 27. Januar vorgesehen. Tappe, der mit drei weiteren Personen in einem Haushalt wohnt, muss nun also für einen Zeitraum von sechs statt sonst immer vier Wochen den Verpackungsmüll sammeln und entsorgen. Dafür sei die 240-Liter-Tonne aber viel zu klein. Er fragt sich: „Wo sollen wir hin mit dem Müll?" Auch dafür gilt: Bis Ende Januar kann der zusätzliche Müll noch in den Gelben Sack.

Wie viele Tonnen gibt es pro Haushalt und wie oft werden sie geleert?

PreZero habe bereits an anderen Standorten Erfahrungen mit der Abfuhr der Gelben Tonnen gesammelt Ausgehend davon verteile das Unternehmen einen 240-Liter-Behälter pro Haushalt mit bis zu sechs Personen. „Der wird alle vier Wochen geleert", erklärt Ziegler.

Wie viele Tonnen sind ausgeliefert worden. Und hat die Verteilung rechtzeitig geklappt?

„PreZero konnte die flächendeckende Verteilung der Behälter an die Haushalte im Kreis – trotz der Corona-Pandemie – im vierten Quartal 2020 pünktlich abschließen", freut sich Boris Ziegler. Dafür habe die Logistiksparte des Unternehmens unter Hochdruck gearbeitet. Dazu zählen nicht nur die Verteilung der Tonnen, sondern auch die Tourenplanung, Fahrzeuglogistik und Personalplanung, Lenkzeiten, Öffnungszeiten der Annahmestellen und Vermeidung von Leerfahrten. „Mit den Ergebnissen dieser Vorbereitung sind wir sehr zufrieden, die Übernahme des Vertragsgebietes hat bisher reibungslos funktioniert", findet Ziegler. Derzeit werde punktuell noch nachgesteuert – „es werden vereinzelt noch Behälter aufgestellt oder eingesammelt". Derweil hatte die Logistikabteilung vor allem an der Kundenhotline und dem Maileingang alle Hände voll zu tun.

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Ansturm auf die Kundenhotline: Logistikabteilung von PreZero hat viel zu tun

Kommentar zum Thema: Ruhig bleiben!

Nina Könemann

Drehen in der Pandemie eigentlich alle durch? Diese Frage stelle ich mir in letzter Zeit öfter – und zwar nicht, weil wir uns alle gerade ständig entweder kurz vorm oder kurz nach einem Lagerkoller befinden. Ich denke es bei so Themen wie der Gelben Tonne. Kaum veröffentlichen wir einen Artikel zum Thema – und wir haben das zuletzt reichlich getan – flippen die Menschen online und am Telefon aus. Schimpfen auf das System, die Politik, den Müllentsorger, Müll generell und alles, was ihnen sonst noch in die Quere kommt.Hunderte Kommentare filtern wir dann in den Sozialen Netzwerken, zahlreiche Beschimpfungen löschen wir. Auch bei der Hotline von PreZero ging es offenbar heiß her. Zwar beschwichtigt das Unternehmen auf MT-Anfrage, allerdings wurde der Redaktion von wüsten Beschimpfungen gegen Mitarbeiter und Drohungen berichtet. Warum nur verlieren alle so das Maß? Statt den Gegenüber am Telefon, der doch nur seinen Job macht, anzuschreien oder zu beschimpfen, sollten wir kurz innehalten und uns fragen: Worüber regen wir uns eigentlich auf? Eine Mülltonne! Und noch dazu nicht die erste, die auf dem Hof steht. Ist das den ganzen Ärger wert?Wie wäre es, wenn wir die Tonne einfach erstmal vier Wochen stehen lassen, füllen, ausprobieren, wie viel sie wirklich schluckt und dann entscheiden, ob die Welt wirklich untergeht, wenn wir die Joghurtbecher künftig nicht mehr in einen Sack stopfen. Bewahren wir Ruhe. Es ist nur eine Tonne!

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