Polizei warnt vor falschen Microsoft-Mitarbeitern: MT-Leser berichtet von Abzocke am Telefon Lea Oetjen Minden. Vorsicht vor angeblichen Mitarbeitern des Microsoft-Supports! In den vergangenen Tagen häufen sich im Kreis Minden-Lübbecke wieder einmal betrügerische Anrufe. Die Masche ist dabei immer dieselbe: Vermeintliche Angestellte des amerikanischen Hard- und Softwareentwicklers rufen bei deutschen Kunden an, täuschen im gebrochenen Englisch ein schwerwiegendes Computerproblem vor und versuchen so Zugriff auf die PCs zu bekommen. Ein MT-Leser, der lieber anonym bleiben will, ließ sich aber nicht übers Ohr hauen - obwohl es die Betrüger gleich mehrfach bei ihm versuchten. „Ein Mann hat zweimal bei uns angerufen", erzählt der Mindener. Das erste Mal gegen 6.15 Uhr, das zweite Mal nur wenig später. „Er hat Englisch gesprochen, sein indischer Akzent war aber kaum zu überhören." Der Unbekannte habe sich als Microsoft-Mitarbeiter vorgestellt und „gemeint, dass mein Computer wohl kaputt sei. Ich habe ihn dann aufgefordert, uns nicht weiter zu belästigen und aufgelegt." Direkt im Anschluss habe der Mann allerdings erneut angerufen. „Dieses Mal ist meine Mutter rangegangen. Mit ihr hat der Mann ganz anders gesprochen, sie sogar mit ,Hey Lady' begrüßt", erinnert sich unser Leser. Bei seiner Familie hatte der Betrüger keinen Erfolg, obgleich es der Unbekannte tags darauf erneut versucht habe. Ein anderes Opfer machte es den falschen Microsoft-Mitarbeitern ein wenig einfacher. Eine Person aus dem Mühlenkreis ließ sich „über's Ohr hauen", wie es die Polizei beschreibt. Und das „obwohl die Betrugsmasche seit vielen Jahren bekannt ist". Häufig würden Software-Probleme, ein Virenbefall des Computers oder andere schwerwiegende technische Defekte vorgetäuscht werden. „So soll ein unmittelbar bevorstehendes Versagen des Betriebssystems vorgegaukelt werden", erklären die Beamten. Gegen eine Geldzahlung würden die Täter eine Reparatur per Fernwartung anbieten. Um dies zu ermöglichen, soll der Angerufene ein entsprechendes Programm von einer Internetseite herunterladen. Das bestätigt unser Informant. „Doch dieses Programm ermöglicht den Kriminellen, den Computer zu manipulieren, um an die Kennwörter und andere persönliche Daten ihrer Opfer zu gelangen", warnt die Polizei. Daher sollten solche Anrufe schnellstmöglich beendet werden. „Kommen Sie den Aufforderungen des Anrufers nicht nach und geben Sie keinesfalls Daten preis. Veranlassen Sie niemals eine Geldzahlung", appellieren die Beamten.

Polizei warnt vor falschen Microsoft-Mitarbeitern: MT-Leser berichtet von Abzocke am Telefon

„Kommen Sie den Aufforderungen des Anrufers nicht nach und geben Sie keinesfalls Daten preis. Veranlassen Sie niemals eine Geldzahlung", appelliert die Polizei. © imago/PPE

Minden. Vorsicht vor angeblichen Mitarbeitern des Microsoft-Supports! In den vergangenen Tagen häufen sich im Kreis Minden-Lübbecke wieder einmal betrügerische Anrufe. Die Masche ist dabei immer dieselbe: Vermeintliche Angestellte des amerikanischen Hard- und Softwareentwicklers rufen bei deutschen Kunden an, täuschen im gebrochenen Englisch ein schwerwiegendes Computerproblem vor und versuchen so Zugriff auf die PCs zu bekommen.

Ein MT-Leser, der lieber anonym bleiben will, ließ sich aber nicht übers Ohr hauen - obwohl es die Betrüger gleich mehrfach bei ihm versuchten. „Ein Mann hat zweimal bei uns angerufen", erzählt der Mindener. Das erste Mal gegen 6.15 Uhr, das zweite Mal nur wenig später. „Er hat Englisch gesprochen, sein indischer Akzent war aber kaum zu überhören." Der Unbekannte habe sich als Microsoft-Mitarbeiter vorgestellt und „gemeint, dass mein Computer wohl kaputt sei. Ich habe ihn dann aufgefordert, uns nicht weiter zu belästigen und aufgelegt." Direkt im Anschluss habe der Mann allerdings erneut angerufen. „Dieses Mal ist meine Mutter rangegangen. Mit ihr hat der Mann ganz anders gesprochen, sie sogar mit ,Hey Lady' begrüßt", erinnert sich unser Leser. Bei seiner Familie hatte der Betrüger keinen Erfolg, obgleich es der Unbekannte tags darauf erneut versucht habe.

Ein anderes Opfer machte es den falschen Microsoft-Mitarbeitern ein wenig einfacher. Eine Person aus dem Mühlenkreis ließ sich „über's Ohr hauen", wie es die Polizei beschreibt. Und das „obwohl die Betrugsmasche seit vielen Jahren bekannt ist". Häufig würden Software-Probleme, ein Virenbefall des Computers oder andere schwerwiegende technische Defekte vorgetäuscht werden. „So soll ein unmittelbar bevorstehendes Versagen des Betriebssystems vorgegaukelt werden", erklären die Beamten.

Gegen eine Geldzahlung würden die Täter eine Reparatur per Fernwartung anbieten. Um dies zu ermöglichen, soll der Angerufene ein entsprechendes Programm von einer Internetseite herunterladen. Das bestätigt unser Informant. „Doch dieses Programm ermöglicht den Kriminellen, den Computer zu manipulieren, um an die Kennwörter und andere persönliche Daten ihrer Opfer zu gelangen", warnt die Polizei. Daher sollten solche Anrufe schnellstmöglich beendet werden. „Kommen Sie den Aufforderungen des Anrufers nicht nach und geben Sie keinesfalls Daten preis. Veranlassen Sie niemals eine Geldzahlung", appellieren die Beamten.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Minden