Polizei warnt vor Porno-Mail-Erpressern - Unbekannte wollen Geld auch vom MT Jan Henning Rogge Minden (mt). Dass Kriminelle bei der Wahl ihrer Opfer nicht sonderlich wählerisch sind, ist nichts Neues. Massenhaft werden wohl auch deshalb derzeit Erpresser-Mails an E-Mail-Adressen in ganz Deutschland verschickt. Die Masche der Erpresser: Sie wollen den Computer der Mailempfänger gehackt haben und die Besuche auf Pornoseiten dokumentiert haben. Auch pikante Videos sollen über die Webcam bei diesen Gelegenheiten erstellt worden sein. Wie planlos die Erpresser dabei vorgehen, deuten zwei E-Mails fast gleichen Wortlauts an, die am Montag nur wenige Minuten nacheinander in der MT-Redaktion eingegangen sind. Die selbsternannten "Vertreter einer bedeutenden übernationalen Gruppe von Info-Piraten" geben darin vor, sich Zugriff auf die Webcam einer nicht namentlich genannten Person verschafft zu haben. Webcams, die es an den beim Mindener Tageblatt benutzten Computer nicht gibt. In schlechtem Deutsch - offenbar wurden die Texte maschinell übersetzt - wird gefordert, 300 US-Dollar in der Kryptowährung Bitcoin zu zahlen, andernfalls würden die aufgenommenen Videos an Freunde und Bekannte weitergeleitet. Die je nach Mail "gesprengte" oder "gehackte" Mailadresse würde dann wieder freigegeben, alle kompromittierenden Daten gelöscht. Damit käme das MT vergleichsweise günstig davon: In anderen Fällen werden mehrere tausend Dollar gefordert. Dass das MT nicht als Person existiert, macht es relativ leicht, die Mails als Fälschung zu erkennen. Aber auch Personen, die solche Mails erhalten haben, sollten Ruhe bewahren, rät die Polizei. "Keinesfalls sollten Betroffene Geld bezahlen", rät Ralf Steinmeyer, Pressesprecher der Polizei Minden-Lübbecke. Wer eine Mail gleichen oder ähnlichen Inhalts erhalten hat und unsicher ist, kann sich an die Polizei wenden. Generell raten die Polizeibehörden allen Internetnutzern, regelmäßig ihre Passwörter zu ändern und Vorsicht im Umgang mit persönlichen Daten walten zu lassen. Das raten übrigens auch die Kriminellen - und dies ist wohl der einzige Teil der Mail, der Beachtung finden sollte. Dort heißt es mit vielen Rechtschreib- und Grammatikfehlern: "Betrüblicherweise, Sie müssen über ihre Sicherheit denken! Hoffentlich, diese Situation lehr Ihnen, mehr um Ihre Sicherheit kümmern. Passen Sie auf sich auf!"

Polizei warnt vor Porno-Mail-Erpressern - Unbekannte wollen Geld auch vom MT

Unbekannte erpressen nun auch das Mindener Tageblatt - mit einer in diesem Fall leicht durchschaubaren Betrugsmasche. MT- © Foto: Jan Henning Rogge

Minden (mt). Dass Kriminelle bei der Wahl ihrer Opfer nicht sonderlich wählerisch sind, ist nichts Neues. Massenhaft werden wohl auch deshalb derzeit Erpresser-Mails an E-Mail-Adressen in ganz Deutschland verschickt. Die Masche der Erpresser: Sie wollen den Computer der Mailempfänger gehackt haben und die Besuche auf Pornoseiten dokumentiert haben. Auch pikante Videos sollen über die Webcam bei diesen Gelegenheiten erstellt worden sein.

Wie planlos die Erpresser dabei vorgehen, deuten zwei E-Mails fast gleichen Wortlauts an, die am Montag nur wenige Minuten nacheinander in der MT-Redaktion eingegangen sind. Die selbsternannten "Vertreter einer bedeutenden übernationalen Gruppe von Info-Piraten" geben darin vor, sich Zugriff auf die Webcam einer nicht namentlich genannten Person verschafft zu haben. Webcams, die es an den beim Mindener Tageblatt benutzten Computer nicht gibt.

In schlechtem Deutsch - offenbar wurden die Texte maschinell übersetzt - wird gefordert, 300 US-Dollar in der Kryptowährung Bitcoin zu zahlen, andernfalls würden die aufgenommenen Videos an Freunde und Bekannte weitergeleitet. Die je nach Mail "gesprengte" oder "gehackte" Mailadresse würde dann wieder freigegeben, alle kompromittierenden Daten gelöscht. Damit käme das MT vergleichsweise günstig davon: In anderen Fällen werden mehrere tausend Dollar gefordert.

Dass das MT nicht als Person existiert, macht es relativ leicht, die Mails als Fälschung zu erkennen. Aber auch Personen, die solche Mails erhalten haben, sollten Ruhe bewahren, rät die Polizei. "Keinesfalls sollten Betroffene Geld bezahlen", rät Ralf Steinmeyer, Pressesprecher der Polizei Minden-Lübbecke. Wer eine Mail gleichen oder ähnlichen Inhalts erhalten hat und unsicher ist, kann sich an die Polizei wenden.

Generell raten die Polizeibehörden allen Internetnutzern, regelmäßig ihre Passwörter zu ändern und Vorsicht im Umgang mit persönlichen Daten walten zu lassen. Das raten übrigens auch die Kriminellen - und dies ist wohl der einzige Teil der Mail, der Beachtung finden sollte. Dort heißt es mit vielen Rechtschreib- und Grammatikfehlern: "Betrüblicherweise, Sie müssen über ihre Sicherheit denken! Hoffentlich, diese Situation lehr Ihnen, mehr um Ihre Sicherheit kümmern. Passen Sie auf sich auf!"

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