Polizei schnappt drei Jugendliche nach Serie von Raddiebstählen Stefan Koch Minden (mt). Die Polizei hat drei mutmaßliche Diebe geschnappt, die mehrfach die Radstation Minden heimgesucht haben sollen. Einer der Täter befindet sich hinter Gittern. Bei ihren weiteren Ermittlungen entdeckte die Polizei in einer stationären Einrichtung der Jugendhilfe auf Mindener Stadtgebiet ein Lager mit sechs Fahrrädern, von denen sie bislang eins als gestohlen identifizierte. Ende Mai hatte hatte das MT berichtet, dass die Fahrräder in der Radstation vor Dieben nicht sicher sind. Ein Student aus Bielefeld, der mit dem Zug nach Minden anreist, um an der Außenstelle der Fachhochschule am Campus Minden zu studieren, hatte in dem Gebäude sein Fahrrad abgestellt. Unbekannte brachen das Schloss auf. Nachdem der Bielefelder in den Besitz eines Videos aus aus einer Überwachungskamera der Radstation gelangt war, zeigten die Aufnahmen, wie ein jugendliches Trio sein Rad erbeutet hatte. Dabei passte einer der Täter den Moment ab, in dem ein Kunde der Radstation den Innenraum verlässt, um ins Innere zu gelangen. Anschließend öffnete er über die Lichtschranke die Tür, um weitere Komplizen hereinzulassen. Schließlich knackten die Raddiebe das Schloss und verschwanden zunächst unbemerkt mit ihrer Beute. Niemand war in der Radstation, der sie stoppen konnte. Von außen ließ sich das Geschehen nicht beobachten. Nach den weiteren Recherchen des Geschädigten hatten sich derartige Szene bereits mehrfach in der Radstation abgespielt – gleichwohl stellten immer wieder Kunden ihre Räder im Vertrauen auf die Sicherheit vor Dieben dort ab. Einen Versicherungsschutz gab es nicht. Wie die MT-Nachfrage bei der Mindener Polizei jetzt ergab, gelang es den Beamten in den vergangenen Wochen, die Tatverdächtigen ausfindig zu machen. „Es handelt sich um zwei männliche Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren sowie eine weitere 16-Jährige", sagt Ralf Steinmeyer, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde. Die Tatverdächtigen sollen in wechselnder Besetzung die Raddiebstähle an der Mindener Radstation begangen haben. Unter anderem habe ihnen die Polizei einen Diebstahl am 26. April nachweisen können sowie einen weiteren am 2. Mai, bei dem sie gleich drei Räder mitgenommen hatten. „Wir sind dem Trio durch längere Ermittlungsarbeit und die Videoaufzeichnungen auf die Spur gekommen." Laut Steinmeyer waren die Tatverdächtigen wegen einschlägiger Delikte polizeibekannt. Vor allem der 17-jährige Täter war wegen schwerer räuberischer Erpressung in Erscheinung getreten, nachdem er in Minden am 18. Mai einen anderen Jugendlichen mit einem Messer bedroht haben soll, um ihm das Smartphone abzunehmen. Nachdem gegen ihn Haftbefehl erlassen wurde, ging er am 26. Mai der Polizei in Wuppertal in Netz. Bei seiner Verhaftung soll er Widerstand gegenüber den Vollstreckungsbeamten geleistet haben. Während der Jugendliche derzeit in Untersuchungshaft einsitzt, befinden die beiden anderen Mittäter erneut in einer stationären Jugendhilfeeinrichtung im Kreis Minden-Lübbecke. Wie Steinmeyer weiter berichtet, hat die Polizei während ihrer Ermittlungsarbeit auch eine Einrichtung der Jugendhilfe untersucht, in der Tatverdächtige vorübergehend gelebt hatten. Dabei hätten sich sechs mutmaßlich entwendete Fahrräder gefunden. „In einem Fall konnten wir bereits ein Rad einem Diebstahl zuordnen", so der Pressesprecher der Polizei. Nach Auskunft von Steinmeyer stehen die Taten der Radstation-Gang nicht im Zusammenhang mit einem weiteren Delikt, das sich am 28. Mai in der Mindener Innenstadt zugetragen hatte. Zwei Männer beobachteten in der Nacht zum folgenden Tag, wie sich an der Lindenstraße eine Gruppe von sechs Jugendlichen an den dort abgestellten Fahrrädern zu schaffen machte. Als die beiden Zeugen die Gruppe auf ihr Verhalten ansprachen, kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung. In der weiteren Folge besprühte ein 17-Jähriger den 63-jährigen Mindener mit Pfefferspray und verletzte ihn mit einem Messer. Auch der 52-jährige Begleiter des Tatopfers erlitt durch das Reizgas gesundheitliche Beeinträchtigungen. Die alarmierte Polizei nahm die Personalien der Tatverdächtigen auf. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft kam der 17-Jährige wieder auf freien Fuß.

Polizei schnappt drei Jugendliche nach Serie von Raddiebstählen

Trügerische Sicherheit: Durch einen simplen Trick gelangten die Täter in der Radstation an ihre Beute. MT- © Foto: Alex Lehn

Minden (mt). Die Polizei hat drei mutmaßliche Diebe geschnappt, die mehrfach die Radstation Minden heimgesucht haben sollen. Einer der Täter befindet sich hinter Gittern. Bei ihren weiteren Ermittlungen entdeckte die Polizei in einer stationären Einrichtung der Jugendhilfe auf Mindener Stadtgebiet ein Lager mit sechs Fahrrädern, von denen sie bislang eins als gestohlen identifizierte.

Ende Mai hatte hatte das MT berichtet, dass die Fahrräder in der Radstation vor Dieben nicht sicher sind. Ein Student aus Bielefeld, der mit dem Zug nach Minden anreist, um an der Außenstelle der Fachhochschule am Campus Minden zu studieren, hatte in dem Gebäude sein Fahrrad abgestellt. Unbekannte brachen das Schloss auf.

Nachdem der Bielefelder in den Besitz eines Videos aus aus einer Überwachungskamera der Radstation gelangt war, zeigten die Aufnahmen, wie ein jugendliches Trio sein Rad erbeutet hatte. Dabei passte einer der Täter den Moment ab, in dem ein Kunde der Radstation den Innenraum verlässt, um ins Innere zu gelangen. Anschließend öffnete er über die Lichtschranke die Tür, um weitere Komplizen hereinzulassen. Schließlich knackten die Raddiebe das Schloss und verschwanden zunächst unbemerkt mit ihrer Beute. Niemand war in der Radstation, der sie stoppen konnte. Von außen ließ sich das Geschehen nicht beobachten.

Nach den weiteren Recherchen des Geschädigten hatten sich derartige Szene bereits mehrfach in der Radstation abgespielt – gleichwohl stellten immer wieder Kunden ihre Räder im Vertrauen auf die Sicherheit vor Dieben dort ab. Einen Versicherungsschutz gab es nicht.

Wie die MT-Nachfrage bei der Mindener Polizei jetzt ergab, gelang es den Beamten in den vergangenen Wochen, die Tatverdächtigen ausfindig zu machen. „Es handelt sich um zwei männliche Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren sowie eine weitere 16-Jährige", sagt Ralf Steinmeyer, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde. Die Tatverdächtigen sollen in wechselnder Besetzung die Raddiebstähle an der Mindener Radstation begangen haben. Unter anderem habe ihnen die Polizei einen Diebstahl am 26. April nachweisen können sowie einen weiteren am 2. Mai, bei dem sie gleich drei Räder mitgenommen hatten. „Wir sind dem Trio durch längere Ermittlungsarbeit und die Videoaufzeichnungen auf die Spur gekommen."

Laut Steinmeyer waren die Tatverdächtigen wegen einschlägiger Delikte polizeibekannt. Vor allem der 17-jährige Täter war wegen schwerer räuberischer Erpressung in Erscheinung getreten, nachdem er in Minden am 18. Mai einen anderen Jugendlichen mit einem Messer bedroht haben soll, um ihm das Smartphone abzunehmen. Nachdem gegen ihn Haftbefehl erlassen wurde, ging er am 26. Mai der Polizei in Wuppertal in Netz. Bei seiner Verhaftung soll er Widerstand gegenüber den Vollstreckungsbeamten geleistet haben. Während der Jugendliche derzeit in Untersuchungshaft einsitzt, befinden die beiden anderen Mittäter erneut in einer stationären Jugendhilfeeinrichtung im Kreis Minden-Lübbecke.

Wie Steinmeyer weiter berichtet, hat die Polizei während ihrer Ermittlungsarbeit auch eine Einrichtung der Jugendhilfe untersucht, in der Tatverdächtige vorübergehend gelebt hatten. Dabei hätten sich sechs mutmaßlich entwendete Fahrräder gefunden. „In einem Fall konnten wir bereits ein Rad einem Diebstahl zuordnen", so der Pressesprecher der Polizei.

Nach Auskunft von Steinmeyer stehen die Taten der Radstation-Gang nicht im Zusammenhang mit einem weiteren Delikt, das sich am 28. Mai in der Mindener Innenstadt zugetragen hatte. Zwei Männer beobachteten in der Nacht zum folgenden Tag, wie sich an der Lindenstraße eine Gruppe von sechs Jugendlichen an den dort abgestellten Fahrrädern zu schaffen machte. Als die beiden Zeugen die Gruppe auf ihr Verhalten ansprachen, kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung. In der weiteren Folge besprühte ein 17-Jähriger den 63-jährigen Mindener mit Pfefferspray und verletzte ihn mit einem Messer. Auch der 52-jährige Begleiter des Tatopfers erlitt durch das Reizgas gesundheitliche Beeinträchtigungen. Die alarmierte Polizei nahm die Personalien der Tatverdächtigen auf. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft kam der 17-Jährige wieder auf freien Fuß.

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