Polizei nimmt Ermittlungen gegen Erzieherinnen auf Doris Christoph Minden. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat den Eingang einer Strafanzeige gegen zwei Personen bestätigt, „bei denen es sich mutmaßlich um Erzieherinnen“ der Kindertagesstätte Meißen handelt. Das teilte Staatsanwältin Claudia Bosse dem MT auf Nachfrage mit. „Zu den genauen Vorwürfen können derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben gemacht werden“, schreibt sie in einer E-Mail weiter. Die Polizei Minden nimmt nun die Ermittlungen auf. Mehrere Eltern beschuldigen die beiden Frauen, die Hände von Kindern ihrer Gruppe beim Mittagessen mit Klebeband am Tisch fixiert zu haben. Die Vorwürfe wurden Ende Oktober dem Träger der Einrichtung, dem Evangelischen Kirchenkreis Minden, mitgeteilt. Die mittlerweile freigestellten Erzieherinnen bestreiten die Anschuldigungen. Zudem berichteten Eltern, die Frauen hätten beim Mittagsschlaf Stühle über mindestens drei Kinder gestellt, um sie ruhig zu stellen. Einer der Vorfälle soll zwei Jahre zurückliegen. Welche Anschuldigungen konkret Gegenstand der Anzeige sind, ist nicht bekannt. Laut einer der Mütter, die sich zunächst an den Kirchenkreis und dann ans MT gewandt hatten, seien insgesamt sechs Kinder betroffen. Sieben hätten die Vorwürfe unabhängig voneinander wiedergegeben – sie seien selber betroffen gewesen oder hätten diese beobachtet. Laut Kirchenkreis ist dort mittlerweile eine weitere Stellungnahme eingegangen. In der habe ein Junge berichtet, die Beschuldigten hätten beim Mittagsschlaf kleine, grüne Säckchen auf ihn gelegt. Drei Parteien wollten Anzeige erstatten. Laut Auskunft von Staatsanwältin Claudia Bosse wurde die Strafanzeige von mehreren Personen unterschrieben. Zur genauen Anzahl halten sich Staatsanwaltschaft sowie Polizei ebenfalls bedeckt. Die Pressestelle der Polizei begründet die Zurückhaltung in diesem Fall damit, dass es sich bei Kindern um besonders schutzbedürftige Personen handele. Im Zuge der Ermittlungen solle auch das Kommissariat Kriminalprävention/Opferschutz eingebunden werden, um den Familien Unterstützung anzubieten.In dieser Woche hat es zudem ein Treffen zwischen dem Träger und Mitgliedern des Elternrats gegeben. Dabei seien laut Kirchenkreis-Sprecherin Carola Mackenbrock unter anderem offene Fragen geklärt worden. Die Eltern hätten etwa wissen wollen, ob sie die Statements der Erzieherinnen lesen könnten – das gehe aus Datenschutzgründen nicht. Thema sei auch gewesen, ob die anderen Erzieherinnen zu den Vorwürfen befragt worden seien und was diese gesagt hätten. Doch auch das könne der Träger nicht weitergeben.Insgesamt dürfe der Kirchenkreis wegen der Strafanzeige nichts unternehmen, was mit einer Klärung zu tun habe, betont Mackenbrock. Es könne sonst als Beeinflussung gedeutet werden. Zu den freigestellten Erzieherinnen bestehe aber weiter Kontakt. Der Kirchenkreis habe ihnen seelsorgerische Begleitung angeboten, das hätten die Frauen abgelehnt. Für das übrige Kita-Team habe Ulrike Barg, Fachberaterin für Evangelische Tageseinrichtungen für Kinder beim Kirchenkreis, ein Coaching organisiert, um das Thema und die Situation aufzuarbeiten.Laut einem Elternrats-Mitglied habe der Termin am Dienstag nur begrenzt im Zeichen der Aufarbeitung gestanden. Daneben sei es um den Corona–Infektionsschutz und um den Wiederaufbau der betroffenen Gruppe sowie Personalrekrutierung gegangen. In der Gruppe gibt es zurzeit nur eine Notbetreuung, nachdem eine weitere Erzieherin krankheitsbedingt ausgefallen ist, wie Carola Mackenbrock berichtet. Eine entsprechend ausgebildete Mutter hat einen Vertretungsvertrag bekommen und unterstützt die verbliebene Fachkraft. Ab Dezember verstärke ein Erzieher über Zeitarbeit das Team.„Elternrat, Kita-Leitung und Träger wollen alle, dass es zeitnah aufgeklärt wird“, fasst Carola Mackenbrock den gemeinsamen Wunsch zusammen. Laut Polizeipressestelle ist wegen des sensiblen Vorgangs, an dem sich das Vorgehen der Ermittler orientiere, von einem längeren Ermittlungszeitraum auszugehen.

Polizei nimmt Ermittlungen gegen Erzieherinnen auf

Zwei Erzieherinnen der Evangelischen Kindertageseinrichtung Meißen sollen Kinder beim Mittagessen und Mittagsschlaf fixiert haben. MT-Foto (Archiv): Alex Lehn

Minden. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat den Eingang einer Strafanzeige gegen zwei Personen bestätigt, „bei denen es sich mutmaßlich um Erzieherinnen“ der Kindertagesstätte Meißen handelt. Das teilte Staatsanwältin Claudia Bosse dem MT auf Nachfrage mit. „Zu den genauen Vorwürfen können derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben gemacht werden“, schreibt sie in einer E-Mail weiter. Die Polizei Minden nimmt nun die Ermittlungen auf.

Mehrere Eltern beschuldigen die beiden Frauen, die Hände von Kindern ihrer Gruppe beim Mittagessen mit Klebeband am Tisch fixiert zu haben. Die Vorwürfe wurden Ende Oktober dem Träger der Einrichtung, dem Evangelischen Kirchenkreis Minden, mitgeteilt. Die mittlerweile freigestellten Erzieherinnen bestreiten die Anschuldigungen. Zudem berichteten Eltern, die Frauen hätten beim Mittagsschlaf Stühle über mindestens drei Kinder gestellt, um sie ruhig zu stellen. Einer der Vorfälle soll zwei Jahre zurückliegen. Welche Anschuldigungen konkret Gegenstand der Anzeige sind, ist nicht bekannt.

Laut einer der Mütter, die sich zunächst an den Kirchenkreis und dann ans MT gewandt hatten, seien insgesamt sechs Kinder betroffen. Sieben hätten die Vorwürfe unabhängig voneinander wiedergegeben – sie seien selber betroffen gewesen oder hätten diese beobachtet. Laut Kirchenkreis ist dort mittlerweile eine weitere Stellungnahme eingegangen. In der habe ein Junge berichtet, die Beschuldigten hätten beim Mittagsschlaf kleine, grüne Säckchen auf ihn gelegt.

Drei Parteien wollten Anzeige erstatten. Laut Auskunft von Staatsanwältin Claudia Bosse wurde die Strafanzeige von mehreren Personen unterschrieben. Zur genauen Anzahl halten sich Staatsanwaltschaft sowie Polizei ebenfalls bedeckt. Die Pressestelle der Polizei begründet die Zurückhaltung in diesem Fall damit, dass es sich bei Kindern um besonders schutzbedürftige Personen handele. Im Zuge der Ermittlungen solle auch das Kommissariat Kriminalprävention/Opferschutz eingebunden werden, um den Familien Unterstützung anzubieten.

In dieser Woche hat es zudem ein Treffen zwischen dem Träger und Mitgliedern des Elternrats gegeben. Dabei seien laut Kirchenkreis-Sprecherin Carola Mackenbrock unter anderem offene Fragen geklärt worden. Die Eltern hätten etwa wissen wollen, ob sie die Statements der Erzieherinnen lesen könnten – das gehe aus Datenschutzgründen nicht. Thema sei auch gewesen, ob die anderen Erzieherinnen zu den Vorwürfen befragt worden seien und was diese gesagt hätten. Doch auch das könne der Träger nicht weitergeben.

Insgesamt dürfe der Kirchenkreis wegen der Strafanzeige nichts unternehmen, was mit einer Klärung zu tun habe, betont Mackenbrock. Es könne sonst als Beeinflussung gedeutet werden. Zu den freigestellten Erzieherinnen bestehe aber weiter Kontakt. Der Kirchenkreis habe ihnen seelsorgerische Begleitung angeboten, das hätten die Frauen abgelehnt. Für das übrige Kita-Team habe Ulrike Barg, Fachberaterin für Evangelische Tageseinrichtungen für Kinder beim Kirchenkreis, ein Coaching organisiert, um das Thema und die Situation aufzuarbeiten.

Laut einem Elternrats-Mitglied habe der Termin am Dienstag nur begrenzt im Zeichen der Aufarbeitung gestanden. Daneben sei es um den Corona–Infektionsschutz und um den Wiederaufbau der betroffenen Gruppe sowie Personalrekrutierung gegangen. In der Gruppe gibt es zurzeit nur eine Notbetreuung, nachdem eine weitere Erzieherin krankheitsbedingt ausgefallen ist, wie Carola Mackenbrock berichtet. Eine entsprechend ausgebildete Mutter hat einen Vertretungsvertrag bekommen und unterstützt die verbliebene Fachkraft. Ab Dezember verstärke ein Erzieher über Zeitarbeit das Team.

„Elternrat, Kita-Leitung und Träger wollen alle, dass es zeitnah aufgeklärt wird“, fasst Carola Mackenbrock den gemeinsamen Wunsch zusammen. Laut Polizeipressestelle ist wegen des sensiblen Vorgangs, an dem sich das Vorgehen der Ermittler orientiere, von einem längeren Ermittlungszeitraum auszugehen.

Malina Reckordt

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