Pink für mehr Gerechtigkeit: One Billion Rising ist Akt weltweiter Solidarität Anja Peper Minden (mt). Klare Ansage: „Ich mache mit, weil ich die Schnauze voll habe von Männern, die kein Nein akzeptieren.“ So formuliert es eine Teilnehmerin beim letzten gemeinsamen Übungsabend in der Aula der Käthe-Kollwitz-Realschule. Zum vierten Mal beteiligt sich Minden an der Aktion One Billion Rising am kommenden Mittwoch, 14. Februar. Ein Datum. Ein Rhythmus. Ein Tanz. Der Song „Break The Chain“ (Zerbrich die Ketten) von Tena Clark ist seit 2014 die Hymne der Bewegung. „Sicher und Frei von allen Formen der Unterdrückung“, heißt eine Textzeile. Die weltweite Kampagne macht sich stark für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen und für Gleichstellung. (siehe Kasten). Auch am Übungsabend wummert er aus den Boxen des CD-Players. Die Choreographie ist einfach, da kann jeder mitmachen. Und vor allem ist die Choreographie eindeutig – von der Körpersprache her: Wir wehren uns. Dabei wird es auch mal laut, wenn die Trillerpfeifen zum Einsatz kommen. Die Mädchen und Frauen tanzen mal in Reihen, mal durcheinander: Die Jüngste ist erst zehn, die Älteste 75 Jahre alt. In dem Alter ist die Motivation oft: „Ich möchte nicht, dass meiner Enkelin so etwas passiert.“ Obwohl One Billion Rising einen ernsten Hintergrund hat, ist viel Spaß bei der Sache. Dafür sorgen seit der ersten Stunde die Tanzpädagogin Odile Gilbert aus Bückeburg und Maja Kurth, bei der die organisatorischen Fäden zusammenlaufen. Sie hat zum Beispiel dafür gesorgt, dass One Billion Rising Minden auf Facebook und Youtube vertreten ist und ein Banner bedrucken lassen. Außerdem werden am Mittwoch auch Handzettel verteilt, auf der die Nummer eines Hilfetelefons steht. Um eine möglichst breite Öffentlichkeit für das Anliegen zu schaffen, hat sie auch die Medien informiert. Beim letzten Übungsabend konnte sie verkündigen, dass der WDR ein Kamerateam schicken wird. Die Beiträge sollen sowohl in der OWL-Lokalzeit als auch bei Frau TV ausgestrahlt werden. Tanzpädagogin Odile Gilbert übt mit den Mädchen und Frauen die Schritte. Sie hält Musik und Tanz für die einzig adäquaten Medien überhaupt, um die Nachricht „Keine Gewalt gegen Frauen“ weltweit an den Mann zu bringen. „Musik und Tanz sind zwei universelle Sprachen. Jeder versteht sie.“ Sie engagiert sich von Anfang an für One Billion Rising und weiß natürlich auch, dass es für viele Frauen eine große Überwindung bedeutet, einfach auf die Straße zu gehen und zu tanzen. „Aber es ist wie im richtigen Leben: Gemeinsam sind wir stark.“ Weil sie sich schon lange mit dem Thema beschäftigt, weiß sie auch, das die Mechanismen bei Gewalt gegen Frauen immer gleich sind: „Zuerst wird die Frau auf irgendeine Weise von anderen isoliert. Erst dann kann ein Mann sich solche Übergriffe leisten.“ Viele sprechen nicht darüber, was ihnen passiert ist, manche ihr ganzes Leben lang nicht: „Die Scham sitzt tief.“ Solidaritätsakt gegen Gewalt an Frauen: One Billion Rising startet am kommenden Mittwoch, 14. Februar, auch in Minden. Treffpunkt ist um 15.15 Uhr am Parkplatz Schlagde. Jede(r) kann spontan teilnehmen. Lesen Sie zu diesem Thema auch "Worte und Taten: Vier Frauen berichten von Gewalterfahrungen"

Pink für mehr Gerechtigkeit: One Billion Rising ist Akt weltweiter Solidarität

Ein ehrenamtlicher Arbeitskreis organisiert One Billion Rising am Mittwoch, 14. Februar, auch in Minden. Foto: MT-Archiv (Kerstin Rickert) © Rickert,Kerstin

Minden (mt). Klare Ansage: „Ich mache mit, weil ich die Schnauze voll habe von Männern, die kein Nein akzeptieren.“ So formuliert es eine Teilnehmerin beim letzten gemeinsamen Übungsabend in der Aula der Käthe-Kollwitz-Realschule. Zum vierten Mal beteiligt sich Minden an der Aktion One Billion Rising am kommenden Mittwoch, 14. Februar. Ein Datum. Ein Rhythmus. Ein Tanz.

Der Song „Break The Chain“ (Zerbrich die Ketten) von Tena Clark ist seit 2014 die Hymne der Bewegung. „Sicher und Frei von allen Formen der Unterdrückung“, heißt eine Textzeile. Die weltweite Kampagne macht sich stark für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen und für Gleichstellung. (siehe Kasten). Auch am Übungsabend wummert er aus den Boxen des CD-Players. Die Choreographie ist einfach, da kann jeder mitmachen. Und vor allem ist die Choreographie eindeutig – von der Körpersprache her: Wir wehren uns. Dabei wird es auch mal laut, wenn die Trillerpfeifen zum Einsatz kommen. Die Mädchen und Frauen tanzen mal in Reihen, mal durcheinander: Die Jüngste ist erst zehn, die Älteste 75 Jahre alt. In dem Alter ist die Motivation oft: „Ich möchte nicht, dass meiner Enkelin so etwas passiert.“

Obwohl One Billion Rising einen ernsten Hintergrund hat, ist viel Spaß bei der Sache. Dafür sorgen seit der ersten Stunde die Tanzpädagogin Odile Gilbert aus Bückeburg und Maja Kurth, bei der die organisatorischen Fäden zusammenlaufen. Sie hat zum Beispiel dafür gesorgt, dass One Billion Rising Minden auf Facebook und Youtube vertreten ist und ein Banner bedrucken lassen. Außerdem werden am Mittwoch auch Handzettel verteilt, auf der die Nummer eines Hilfetelefons steht. Um eine möglichst breite Öffentlichkeit für das Anliegen zu schaffen, hat sie auch die Medien informiert. Beim letzten Übungsabend konnte sie verkündigen, dass der WDR ein Kamerateam schicken wird. Die Beiträge sollen sowohl in der OWL-Lokalzeit als auch bei Frau TV ausgestrahlt werden.

Tanzpädagogin Odile Gilbert übt mit den Mädchen und Frauen die Schritte. Sie hält Musik und Tanz für die einzig adäquaten Medien überhaupt, um die Nachricht „Keine Gewalt gegen Frauen“ weltweit an den Mann zu bringen. „Musik und Tanz sind zwei universelle Sprachen. Jeder versteht sie.“ Sie engagiert sich von Anfang an für One Billion Rising und weiß natürlich auch, dass es für viele Frauen eine große Überwindung bedeutet, einfach auf die Straße zu gehen und zu tanzen. „Aber es ist wie im richtigen Leben: Gemeinsam sind wir stark.“ Weil sie sich schon lange mit dem Thema beschäftigt, weiß sie auch, das die Mechanismen bei Gewalt gegen Frauen immer gleich sind: „Zuerst wird die Frau auf irgendeine Weise von anderen isoliert. Erst dann kann ein Mann sich solche Übergriffe leisten.“ Viele sprechen nicht darüber, was ihnen passiert ist, manche ihr ganzes Leben lang nicht: „Die Scham sitzt tief.“

Solidaritätsakt gegen Gewalt an Frauen: One Billion Rising startet am kommenden Mittwoch, 14. Februar, auch in Minden. Treffpunkt ist um 15.15 Uhr am Parkplatz Schlagde. Jede(r) kann spontan teilnehmen.

Lesen Sie zu diesem Thema auch "Worte und Taten: Vier Frauen berichten von Gewalterfahrungen"

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