Pfad der Menschenrechte feiert Jahrestag im Fort A Ursula Koch Minden. Mitten in der Corona-Pandemie hatten Annette und Waldemar Ziebeker viel stiller als erhofft im vergangenen Jahr den Pfad der Menschenrechte eröffnet. Dafür konnten sie am Samstag zum Jahrestag im Fort A volles Haus verbuchen. Endlich wieder Veranstaltungen – das war nicht nur von den Künstlern auf der Bühne, sondern auch von den Zuschauern zu hören – und das Gewitter wartete brav, bis alles vorbei war. Auf der Bühne spannte sich der Bogen von den Menschenrechten bis zum Kampf gegen den Braunkohletagebau. Dazu spielten Steve Smith und Christoph von Storch die passende Musik: Viele Titel von Bob Dylan, aber auch Cat Stevens, John Lennon oder Tears for Fears. Kevin Necker zeigte eine anmutige Kontaktjonglage mit einer Glaskugel. Bernd Brüntrup, Rechtsanwalt und Mitglied der Tucholsky-Bühne, wies in seiner Einführung darauf hin, dass auch das Grundgesetz nicht so fest zementiert ist, wie der Name suggeriert, mit Verweis auf die Wehrpflicht oder das Asylrecht. Die Welt verändert sich. Darum macht der Jurist Ferdinand von Schirach Ergänzungsvorschläge zur Europäischen Charta der Menschenrechte, die neben dem Recht auf Wahrheit, die digitale Selbstbestimmung auch auch das Recht, in einer gesunden und geschützten Umwelt zu leben. Brüntrup liefert damit die Antwort auf die Frage, was ein Öko-Aktivist mit Menschenrechten zu tun hat. Der Kölner Emilio Alfred Weinberg engagiert sich seit elf Jahren gegen den rheinischen Braunkohletagebau und die Verstromung. Er beziffert dessen jährlichen Kohlendioxid-Ausstoß auf 250 Millionen Tonnen. Das entspreche etwa der Menge, die 50 Millionen Autos emittieren. Neben Kohlendioxid entwichen zahlreiche Giftstoffe und vor allem Feinstaub in die Luft. Neben der Umweltbelastung führt er soziale Belastungen ins Feld. Mehr als 40.000 Menschen seien bereits zwangsweise umgesiedelt worden, sechs weitere Dörfer sollen noch „weggebaggert“ werden. Das verursache „traumatische Belastungen über Jahre“. Bis Mitte September sind zahlreiche weitere Veranstaltungen mit Vorträgen, Musik, Theater und Literatur an den 15 Stelen geplant, darunter sind neben zahlreichen heimischen Musikern der Journalist Matthias Kalle (24. Juni) und Kabarettist Bernd Gieseking (27. Juni). Das komplette Programm ist auf www.theater-am-eck.de zu finden. Das Sommerprogramm der Tucholsky-Bühne im Fort A startet am 21. Juni mit der ersten „Fortführung“, die künftig monatlich angeboten wird, aber nur am 21. Juni als Nachtführung um 23 Uhr startet.

Pfad der Menschenrechte feiert Jahrestag im Fort A

Minden. Mitten in der Corona-Pandemie hatten Annette und Waldemar Ziebeker viel stiller als erhofft im vergangenen Jahr den Pfad der Menschenrechte eröffnet. Dafür konnten sie am Samstag zum Jahrestag im Fort A volles Haus verbuchen. Endlich wieder Veranstaltungen – das war nicht nur von den Künstlern auf der Bühne, sondern auch von den Zuschauern zu hören – und das Gewitter wartete brav, bis alles vorbei war.

Der Psychotherapeut Emilio Alfred Weinberg engagiert sich seit elf Jahren gegen den rheinischen Braunkohletagebau. MT-Foto: U. Koch - © Ursula Koch
Der Psychotherapeut Emilio Alfred Weinberg engagiert sich seit elf Jahren gegen den rheinischen Braunkohletagebau. MT-Foto: U. Koch - © Ursula Koch

Auf der Bühne spannte sich der Bogen von den Menschenrechten bis zum Kampf gegen den Braunkohletagebau. Dazu spielten Steve Smith und Christoph von Storch die passende Musik: Viele Titel von Bob Dylan, aber auch Cat Stevens, John Lennon oder Tears for Fears. Kevin Necker zeigte eine anmutige Kontaktjonglage mit einer Glaskugel.

Bernd Brüntrup, Rechtsanwalt und Mitglied der Tucholsky-Bühne, wies in seiner Einführung darauf hin, dass auch das Grundgesetz nicht so fest zementiert ist, wie der Name suggeriert, mit Verweis auf die Wehrpflicht oder das Asylrecht. Die Welt verändert sich. Darum macht der Jurist Ferdinand von Schirach Ergänzungsvorschläge zur Europäischen Charta der Menschenrechte, die neben dem Recht auf Wahrheit, die digitale Selbstbestimmung auch auch das Recht, in einer gesunden und geschützten Umwelt zu leben.


Brüntrup liefert damit die Antwort auf die Frage, was ein Öko-Aktivist mit Menschenrechten zu tun hat. Der Kölner Emilio Alfred Weinberg engagiert sich seit elf Jahren gegen den rheinischen Braunkohletagebau und die Verstromung. Er beziffert dessen jährlichen Kohlendioxid-Ausstoß auf 250 Millionen Tonnen. Das entspreche etwa der Menge, die 50 Millionen Autos emittieren. Neben Kohlendioxid entwichen zahlreiche Giftstoffe und vor allem Feinstaub in die Luft.

Neben der Umweltbelastung führt er soziale Belastungen ins Feld. Mehr als 40.000 Menschen seien bereits zwangsweise umgesiedelt worden, sechs weitere Dörfer sollen noch „weggebaggert“ werden. Das verursache „traumatische Belastungen über Jahre“.

Bis Mitte September sind zahlreiche weitere Veranstaltungen mit Vorträgen, Musik, Theater und Literatur an den 15 Stelen geplant, darunter sind neben zahlreichen heimischen Musikern der Journalist Matthias Kalle (24. Juni) und Kabarettist Bernd Gieseking (27. Juni). Das komplette Programm ist auf www.theater-am-eck.de zu finden. Das Sommerprogramm der Tucholsky-Bühne im Fort A startet am 21. Juni mit der ersten „Fortführung“, die künftig monatlich angeboten wird, aber nur am 21. Juni als Nachtführung um 23 Uhr startet.

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