Papierschöpfen: Mit diesem Projekt gewinnen Mindener Kuhlenkampschüler Umweltwettbewerb Christine Riechmann Minden. Die 750 Euro Preisgeld kommen der Klasse 9a der Kuhlenkampschule gerade recht. Zur bevorstehenden Klassenfahrt will der Gewinner des ersten Mindener Umwelt-Wettbewerbs für Schulen nämlich klimafreundlich mit der Bahn reisen. „Und das ist ja nicht ganz billig“, sagt Lehrerin Birgit Warda. Sie hat die Klasse in ihrem Projekt begleitet, mit dem die Schüler in der Kategorie „Einzelaktionen“ den ersten Platz beim Schüler-Wettbewerb „active4climate“ gemacht haben. Den Wettbewerb hat der Mindener Unternehmer Stephan Richtzenhain ins Leben gerufen, organisiert hat ihn Sitex-Mitarbeiter Moritz Schäpsmeier. Gut 750 Schüler vom Grundschulalter bis zum Abiturjahrgang haben in den vergangenen Monaten 29 Projektideen zum Umwelt-, Klima- und Artenschutz in vier unterschiedlichen Kategorien in die Bewertung eingebracht. Dabei ging es darum, das Thema Nachhaltigkeit mit Leben zu füllen und jungen Menschen mit kreativen Ideen eine Plattform zu bietet, um über den Protest hinaus konstruktive Prozesse in Sachen Klima- und Umweltschutz in weiterbringende Ergebnisse münden zu lassen (das MT berichtete).Die Klasse 9a der Kuhlenkampschule konnte die Jury, bestehend aus Lehrern, Unternehmern und Schülern, mit dem Kunstprojekt Papierschöpfen und der Idee „Aus alt wird neu“ überzeugen. „Da wir besonders zu Beginn der Corona-Pandemie digital noch nicht gut aufgestellt waren, mussten wir, um die Schüler im Distanzunterricht mit Aufgaben versorgen zu können, auf Papier zurückgreifen“, erklärt Klassenlehrerin Birgit Warda, wie es zu dem Projekt gekommen ist. Als die Schüler dann wieder in der Schule waren, seien sie von dem Meterhohen Papierstapel geschockt gewesen. So sei die Idee entstanden, das Papier nicht einfach wegzuschmeißen, sondern im Rahmen eines Kunstprojekts wiederzuverwerten. „Die Schüler erlebten die Herstellung von Recyclingpapier durch ihr eigenes Tun.“ Dadurch sollte ein Bewusstsein gegenüber der Schonung von Holzressourcen, Trinkwasser- und Energiereserven angebahnt werden. Außerdem begegneten die Schüler in dem kreativen Prozess des Papierschöpfens Fachbegriffen aus dem alten Handwerk und lernten die Materialien und Werkzeuge kennen. „Sie konnten ihre Ideen einbringen und ihr Papier kreativ gestalten. Dadurch schafften sie ihr eigenes Produkt mit einer ganz persönlichen Note“, so die Lehrerin.Den zweiten Platz in der Kategorie, in der es um die einzelne Aktion und deren unmittelbaren Erfolg ging, machte ebenfalls eine Schülergruppe der Kuhlenkampschule mit dem Bau eines 20 Meter langen Totholzzaunes, der als Lebensraum verschiedener Kleintiere und Insekten dienen soll. Der dritte Platz ging an die Sekundarschule Am Wiehen, die unter dem Motto „Was der Mensch kennt, das schützt er“ Obstbäume gepflanzt hat.In der Kategorie „Langzeitprojekte“, die auf einen Zeitraum von mindestens acht Wochen angelegt waren, hat die Bierpohlschule mit der Gestaltung des Schulgartens den ersten Platz gemacht. Dort haben sie Bäume und Büsche gepflanzt, ein Insektenhotel errichtet, eine Blumenwiese angelegt und Kartoffeln angebaut. Der zweite Preis ging an eine Schülergruppe des Ratsgymnasiums, die Sedimentsperren zum Schutz der Lebewesen in der Bastau errichtet hat. Mit der Untersuchung einer Weidensandbienenkolonie am Gevattersee erreichten Schüler der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule (KTG) den dritten Platz.Die Sonderkategorie „Art-gerechter Umweltschutz“, in der eine künstlerische Darbietung gefordert war, konnte ein Kunstkurs der KTG mit dem Projekt „Human-Nature – surrealer Realismus“ für sich gewinnen. Mit Zeichnungen und bearbeiteten Fotografien wollen die Schüler zum Ausdruck bringen, dass die Menschen eins sind mit der Natur – und wenn sie diese zerstören, sich selbst zerstören.In der Kategorie „Geschäftsidee“ gewann als einziges eingereichtes Projekt die von drei Ratsschülern entwickelte App „forRest Group“, die den täglichen CO2-Fußabdruck berechnet.Bei der Preisverleihung in der Aula der KTG, bei der neben den Gewinner-Teams auch Vertreter heimischer Unternehmen, die den Wettbewerb unterstützt haben, eingeladen waren, zeigte sich Wettbewerbs-Initiator Stephan Richtzenhain bewegt von all dem, was sich die Schüler ausgedacht haben – und ließ auch durchblicken, dass er sich eine Wiederholung des Wettbewerbs vorstellen kann. „Mit einer einmaligen Aktion ist es in Sachen Klimaschutz ja nicht getan“, so der Sitex-Geschäftsführer.

Papierschöpfen: Mit diesem Projekt gewinnen Mindener Kuhlenkampschüler Umweltwettbewerb

Einen Baum und 750 Euro gab es für Schüler der Kuhlenkampschule, die mit ihrem Umweltprojekt „Papierschöpfen“ die Jury überzeugten. Unterstützt wurden sie durch ihre Klassenlehrerin Birgit Warda. Foto: C. Riechmann © Christine Riechmann

Minden. Die 750 Euro Preisgeld kommen der Klasse 9a der Kuhlenkampschule gerade recht. Zur bevorstehenden Klassenfahrt will der Gewinner des ersten Mindener Umwelt-Wettbewerbs für Schulen nämlich klimafreundlich mit der Bahn reisen. „Und das ist ja nicht ganz billig“, sagt Lehrerin Birgit Warda. Sie hat die Klasse in ihrem Projekt begleitet, mit dem die Schüler in der Kategorie „Einzelaktionen“ den ersten Platz beim Schüler-Wettbewerb „active4climate“ gemacht haben.

Den Wettbewerb hat der Mindener Unternehmer Stephan Richtzenhain ins Leben gerufen, organisiert hat ihn Sitex-Mitarbeiter Moritz Schäpsmeier. Gut 750 Schüler vom Grundschulalter bis zum Abiturjahrgang haben in den vergangenen Monaten 29 Projektideen zum Umwelt-, Klima- und Artenschutz in vier unterschiedlichen Kategorien in die Bewertung eingebracht. Dabei ging es darum, das Thema Nachhaltigkeit mit Leben zu füllen und jungen Menschen mit kreativen Ideen eine Plattform zu bietet, um über den Protest hinaus konstruktive Prozesse in Sachen Klima- und Umweltschutz in weiterbringende Ergebnisse münden zu lassen (das MT berichtete).

Die Klasse 9a der Kuhlenkampschule konnte die Jury, bestehend aus Lehrern, Unternehmern und Schülern, mit dem Kunstprojekt Papierschöpfen und der Idee „Aus alt wird neu“ überzeugen. „Da wir besonders zu Beginn der Corona-Pandemie digital noch nicht gut aufgestellt waren, mussten wir, um die Schüler im Distanzunterricht mit Aufgaben versorgen zu können, auf Papier zurückgreifen“, erklärt Klassenlehrerin Birgit Warda, wie es zu dem Projekt gekommen ist. Als die Schüler dann wieder in der Schule waren, seien sie von dem Meterhohen Papierstapel geschockt gewesen. So sei die Idee entstanden, das Papier nicht einfach wegzuschmeißen, sondern im Rahmen eines Kunstprojekts wiederzuverwerten. „Die Schüler erlebten die Herstellung von Recyclingpapier durch ihr eigenes Tun.“ Dadurch sollte ein Bewusstsein gegenüber der Schonung von Holzressourcen, Trinkwasser- und Energiereserven angebahnt werden. Außerdem begegneten die Schüler in dem kreativen Prozess des Papierschöpfens Fachbegriffen aus dem alten Handwerk und lernten die Materialien und Werkzeuge kennen. „Sie konnten ihre Ideen einbringen und ihr Papier kreativ gestalten. Dadurch schafften sie ihr eigenes Produkt mit einer ganz persönlichen Note“, so die Lehrerin.

Den zweiten Platz in der Kategorie, in der es um die einzelne Aktion und deren unmittelbaren Erfolg ging, machte ebenfalls eine Schülergruppe der Kuhlenkampschule mit dem Bau eines 20 Meter langen Totholzzaunes, der als Lebensraum verschiedener Kleintiere und Insekten dienen soll. Der dritte Platz ging an die Sekundarschule Am Wiehen, die unter dem Motto „Was der Mensch kennt, das schützt er“ Obstbäume gepflanzt hat.

In der Kategorie „Langzeitprojekte“, die auf einen Zeitraum von mindestens acht Wochen angelegt waren, hat die Bierpohlschule mit der Gestaltung des Schulgartens den ersten Platz gemacht. Dort haben sie Bäume und Büsche gepflanzt, ein Insektenhotel errichtet, eine Blumenwiese angelegt und Kartoffeln angebaut. Der zweite Preis ging an eine Schülergruppe des Ratsgymnasiums, die Sedimentsperren zum Schutz der Lebewesen in der Bastau errichtet hat. Mit der Untersuchung einer Weidensandbienenkolonie am Gevattersee erreichten Schüler der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule (KTG) den dritten Platz.

Die Sonderkategorie „Art-gerechter Umweltschutz“, in der eine künstlerische Darbietung gefordert war, konnte ein Kunstkurs der KTG mit dem Projekt „Human-Nature – surrealer Realismus“ für sich gewinnen. Mit Zeichnungen und bearbeiteten Fotografien wollen die Schüler zum Ausdruck bringen, dass die Menschen eins sind mit der Natur – und wenn sie diese zerstören, sich selbst zerstören.

In der Kategorie „Geschäftsidee“ gewann als einziges eingereichtes Projekt die von drei Ratsschülern entwickelte App „forRest Group“, die den täglichen CO2-Fußabdruck berechnet.

Bei der Preisverleihung in der Aula der KTG, bei der neben den Gewinner-Teams auch Vertreter heimischer Unternehmen, die den Wettbewerb unterstützt haben, eingeladen waren, zeigte sich Wettbewerbs-Initiator Stephan Richtzenhain bewegt von all dem, was sich die Schüler ausgedacht haben – und ließ auch durchblicken, dass er sich eine Wiederholung des Wettbewerbs vorstellen kann. „Mit einer einmaligen Aktion ist es in Sachen Klimaschutz ja nicht getan“, so der Sitex-Geschäftsführer.

Malina Reckordt

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