Ostern im Kreis Minden-Lübbecke: Stress für die einen, Ruhe für die anderen Jan Henning Rogge Minden. Ruhige Ostern für die einen, Stress für die anderen – Das Osterfest 2021 steht im Kreis Minden-Lübbecke ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Viele Dinge, die in den vergangenen Jahren zum Osterfest gehörten, sind nun zum zweiten Mal ausgefallen: Osterfeuer genauso, wie das motorisierte Schaulaufen der Tuning-Szene am sogenannten „Carfreitag" – zumindest liegen hierzu bislang keine weiteren Informationen der Polizei vor. Die Ausgangssperre ab 21 Uhr sorgte zusätzlich für ruhiger Nächte. Anders sah das am Samstagvormittag in vielen Geschäften aus: Volle Supermärkte, Schlangen vor Drogeriemärkten und immer wieder verärgerte Kunden gab es zum Beispiel am Einkaufszentrum rund um den Portamarkt. Nicht allen Kunden war bekannt, dass sie Geschäfte, die nicht den täglichen Bedarf abdecken, nur mit gültigem Corona-Schnelltest besuchen dürfen. Manche versuchten es mit Diskussionen, andere ließen sich die Waren von Angestellten an die Eingänge bringen, um sie dort zu begutachten. Am Nachmittag hat sich die Situation merklich entspannt, die Parkplätze der Supermärkte sind zwar weiterhin voll, Schlangen vor Geschäften finden sich aber nicht mehr. Zurück bleibt der Eindruck, dass die Corona-Regeln für viele Menschen unübersichtlich sind, die nahe Landesgrenze verkompliziert das noch, weil in Niedersachsen andere Auflagen gelten. Voll ist es auch über das ganze lange Wochenende am Corona-Schnelltestzentrum auf Kanzlers Weide. Die Mühlenkreiskliniken hatten vorgesorgt und das Personal aufgestockt: Alle vier Teststraßen sind über die Feiertage geöffnet, nachdem der Andrang in den vergangenen Wochen eher überschaubar war. Über 3000 Tests sind es laut MKK-Sprecher Christian Busse am Karfreitag, rund 3500 am Samstag, Zahlen für Sonntag und Montag liegen noch nicht vor. Auch in Lübbecke wird in ähnlichem Umfang getestet. Im Internet bereiten die MKK die Testwilligen darauf vor, dass es trotz Terminvergabe zu Wartezeiten kommt und dass auch die Auswertung der Tests nicht in gewohnter Geschwindigkeit erfolgt. "Für uns war das trotzdem eine Nagelprobe", sagt Busse. So große Mengen wurden hier noch nie verarbeitet. "Bisher waren es maximal 2000 am Tag." Er empfiehlt Testwilligen deshalb, Termine in den Randzeiten zu buchen. Stressig ist es auch am Impfzentrum in Unterlübbe, wo am Freitag und Samstag insgesamt 3209 Impfungen verabreicht werden, die meisten davon außerplanmäßig: Neben den einbestellten Über-80-jährigen werden außerplanmäßig mit durch veränderte Impfempfehlungen freigewordenen Dosen AstraZeneca an über-60-Jährige verimpft. Die Organisatoren öffnen vorübergehend eine provisorische fünfte Impfstraße, um die Wartezeiten zu verkürzen, zusätzliches Personal wird geholt, mit 1460 Impfungen am Freitag schafft das Team einen neuen Rekord, der am Samstag gleich wieder getoppt wird: 1749 Impfungen schafft das Team am Samstag.Am Samstagmorgen beginnt für viele Über-60-Jährige der Stress zuhause: Die Vergabe von geplanten Impfterminen per Telefon oder über das Internet verläuft nicht ohne Probleme: Die Telefonleitungen der Impfhotline sind sofort überlastet, wegen eines technischen Problems können sich Nutzer einiger E-Mail-Dienstleister nicht anmelden, da sie keine Bestätigungsmail bekommen. Das Redaktion des Mindener Tageblatts gehört zu den ersten, die ihren Lesern mit einem Tipp helfen kann: Mit E-Mail-Adressen anderer Anbieter klappt die Anmeldung problemlos. Den ganzen Tag über melden Leser, dass sie wegen dieses Fehlers bei der Vergabe der Impftermine gescheitert sind. Gegen Abend sind dann alle Termine der Sonderaktion vergeben, nicht wenige Impfwillige bleiben enttäuscht zurück. Weil am Ostersonntag immer wieder Besucher zum Impfzentrum kommen, die hoffen auch jetzt noch ohne Termin eine Impfung zu bekommen, sperren die Organisatoren die Schulstraße mit einem DRK-Einsatzfahrzeug direkt an der B 65. Bundeswehrsoldaten kontrollieren die Fahrzeuge, wer keinen Impftermin hat, muss direkt umkehren. Am Impfzentrum selbst ist Ruhe eingekehrt, immer noch sind die Impfstraßen gut ausgelastet doch da die Impflinge am Sonntag mit Terminen erscheinen, verteilen sich die Impfungen über den ganzen Tag. Das zweite Osterfest in der Pandemie unterscheidet sich deutlich von dem Ostern 2020. Mit der Impfung ist statt der Schockstarre des vergangenen Jahres ein Stück weit Hoffnung hinzugekommen. Neben der allgemeinen Corona-Müdigkeit haben die Menschen im Mühlenkreis aber auch viel Routine im Umgang mit Masken, Tests und Abstandsregeln gewonnen. Und wohl nicht wenige hoffen wohl auf das Osterfest 2022, bei dem dann hoffentlich alles wieder möglich ist, was dieses Jahr fehlt: die Bratwurst mit Freunden am Osterfeuer, vielleicht ein Gottesdienst oder Konzertbesuch, das gemeinsame Ostereiersuchen mit der ganzen Familie und vor allem: Besuche und Treffen mit Verwandten und Freunden.

Ostern im Kreis Minden-Lübbecke: Stress für die einen, Ruhe für die anderen

Lange Autoschlangen bildeten sich schon am Karfreitag am Testzentrum. Da alle vier Teststraßen geöffnet waren, hielt sich die Wartezeit aber in Grenzen. © MT-Foto: Jan Henning Rogge

Minden. Ruhige Ostern für die einen, Stress für die anderen – Das Osterfest 2021 steht im Kreis Minden-Lübbecke ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Viele Dinge, die in den vergangenen Jahren zum Osterfest gehörten, sind nun zum zweiten Mal ausgefallen: Osterfeuer genauso, wie das motorisierte Schaulaufen der Tuning-Szene am sogenannten „Carfreitag" – zumindest liegen hierzu bislang keine weiteren Informationen der Polizei vor. Die Ausgangssperre ab 21 Uhr sorgte zusätzlich für ruhiger Nächte.

Anders sah das am Samstagvormittag in vielen Geschäften aus: Volle Supermärkte, Schlangen vor Drogeriemärkten und immer wieder verärgerte Kunden gab es zum Beispiel am Einkaufszentrum rund um den Portamarkt. Nicht allen Kunden war bekannt, dass sie Geschäfte, die nicht den täglichen Bedarf abdecken, nur mit gültigem Corona-Schnelltest besuchen dürfen. Manche versuchten es mit Diskussionen, andere ließen sich die Waren von Angestellten an die Eingänge bringen, um sie dort zu begutachten.

Am Nachmittag hat sich die Situation merklich entspannt, die Parkplätze der Supermärkte sind zwar weiterhin voll, Schlangen vor Geschäften finden sich aber nicht mehr. Zurück bleibt der Eindruck, dass die Corona-Regeln für viele Menschen unübersichtlich sind, die nahe Landesgrenze verkompliziert das noch, weil in Niedersachsen andere Auflagen gelten.

Voll ist es auch über das ganze lange Wochenende am Corona-Schnelltestzentrum auf Kanzlers Weide. Die Mühlenkreiskliniken hatten vorgesorgt und das Personal aufgestockt: Alle vier Teststraßen sind über die Feiertage geöffnet, nachdem der Andrang in den vergangenen Wochen eher überschaubar war. Über 3000 Tests sind es laut MKK-Sprecher Christian Busse am Karfreitag, rund 3500 am Samstag, Zahlen für Sonntag und Montag liegen noch nicht vor. Auch in Lübbecke wird in ähnlichem Umfang getestet.

Im Internet bereiten die MKK die Testwilligen darauf vor, dass es trotz Terminvergabe zu Wartezeiten kommt und dass auch die Auswertung der Tests nicht in gewohnter Geschwindigkeit erfolgt. "Für uns war das trotzdem eine Nagelprobe", sagt Busse. So große Mengen wurden hier noch nie verarbeitet. "Bisher waren es maximal 2000 am Tag." Er empfiehlt Testwilligen deshalb, Termine in den Randzeiten zu buchen.

Stressig ist es auch am Impfzentrum in Unterlübbe, wo am Freitag und Samstag insgesamt 3209 Impfungen verabreicht werden, die meisten davon außerplanmäßig: Neben den einbestellten Über-80-jährigen werden außerplanmäßig mit durch veränderte Impfempfehlungen freigewordenen Dosen AstraZeneca an über-60-Jährige verimpft. Die Organisatoren öffnen vorübergehend eine provisorische fünfte Impfstraße, um die Wartezeiten zu verkürzen, zusätzliches Personal wird geholt, mit 1460 Impfungen am Freitag schafft das Team einen neuen Rekord, der am Samstag gleich wieder getoppt wird: 1749 Impfungen schafft das Team am Samstag.

Am Samstagmorgen beginnt für viele Über-60-Jährige der Stress zuhause: Die Vergabe von geplanten Impfterminen per Telefon oder über das Internet verläuft nicht ohne Probleme: Die Telefonleitungen der Impfhotline sind sofort überlastet, wegen eines technischen Problems können sich Nutzer einiger E-Mail-Dienstleister nicht anmelden, da sie keine Bestätigungsmail bekommen. Das Redaktion des Mindener Tageblatts gehört zu den ersten, die ihren Lesern mit einem Tipp helfen kann: Mit E-Mail-Adressen anderer Anbieter klappt die Anmeldung problemlos.

Den ganzen Tag über melden Leser, dass sie wegen dieses Fehlers bei der Vergabe der Impftermine gescheitert sind. Gegen Abend sind dann alle Termine der Sonderaktion vergeben, nicht wenige Impfwillige bleiben enttäuscht zurück.

Weil am Ostersonntag immer wieder Besucher zum Impfzentrum kommen, die hoffen auch jetzt noch ohne Termin eine Impfung zu bekommen, sperren die Organisatoren die Schulstraße mit einem DRK-Einsatzfahrzeug direkt an der B 65. Bundeswehrsoldaten kontrollieren die Fahrzeuge, wer keinen Impftermin hat, muss direkt umkehren. Am Impfzentrum selbst ist Ruhe eingekehrt, immer noch sind die Impfstraßen gut ausgelastet doch da die Impflinge am Sonntag mit Terminen erscheinen, verteilen sich die Impfungen über den ganzen Tag.

Das zweite Osterfest in der Pandemie unterscheidet sich deutlich von dem Ostern 2020. Mit der Impfung ist statt der Schockstarre des vergangenen Jahres ein Stück weit Hoffnung hinzugekommen. Neben der allgemeinen Corona-Müdigkeit haben die Menschen im Mühlenkreis aber auch viel Routine im Umgang mit Masken, Tests und Abstandsregeln gewonnen. Und wohl nicht wenige hoffen wohl auf das Osterfest 2022, bei dem dann hoffentlich alles wieder möglich ist, was dieses Jahr fehlt: die Bratwurst mit Freunden am Osterfeuer, vielleicht ein Gottesdienst oder Konzertbesuch, das gemeinsame Ostereiersuchen mit der ganzen Familie und vor allem: Besuche und Treffen mit Verwandten und Freunden.

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