Ortstermin: NRW-Bauminister Michael Groschek unterstützt Großprojekt Regioport "Das Tor zu den Nordseehäfen" Von Anja Peper Minden (mt). Ein roter Regenschirm hier, eine rote Krawatte dort: Stilecht setzten die Mindener Gastgeber gestern farbige Akzente vor der grauen Kulisse des Containerhafens. Anlass war der Besuch des NRW-Bauministers Michael Groschek (SPD), Parteifreund aus Düsseldorf, im verregneten OWL. Er hatte in Minden zuletzt für einige Irritationen gesorgt mit der Aussage, das Land wolle das Preußen-Museum "einmotten" (Berichte im MT[hier klicken]). Davon war gestern keine Rede mehr. Stattdessen sehe er "gute Perspektiven" für das Museum am Simeonsplatz, so Groschek. Gemeinsam mit der heimischen Landtagsabgeordneten Inge Howe und dem Bundestagsabgeordneten Steffen Kampeter (CDU) wolle er sich für den Fortbestand einsetzen.Inge Howe war es auch, die den Bauminister nach Minden eingeladen hatte. Zentrales Thema der knapp einstündigen Stippvisite: der Regioport Weser. Erwartungsgemäß gibt es bei diesem Thema keine Irritationen. Im Gegenteil: Groschek sagte den rund 20 Gästen aus Politik und Verwaltung seine Unterstützung für das Millionenprojekt zu. "Der Regioport kann das zentrale Tor zu den Nordseehäfen werden", meint der NRW-Bauminister. Auch die Bremer Hafenlandschaft werde deutlich vom Ausbau der Mindener Infrastruktur profitieren. Er verspricht sich von dem Projekt, dass es dazu beiträgt, Verkehrs-, Umwelt- und Wirtschaftsprobleme zu lösen: Waren, die auf den Wasserwegen transportiert werden, entlasten die Autobahnen. Darüber hinaus soll der Regioport neue Arbeitsplätze schaffen.Der Bund fördert den Bau des Regioports mit 16,9 Millionen Euro. Der Förderbescheid war Mitte Dezember bei der Stadt eingetroffen. Für die Initiatoren ein wichtiges Signal, das Projekt voranzutreiben. Bürgermeister Michael Buhre geht davon aus, dass der Rat im Februar den Grundsatzbeschluss fassen wird. Der erste Spatenstich sei für 2014 vorgesehen. Im ersten Bauabschnitt wird am Kanal in Päpinghausen ein neues Containerterminal entstehen.Vor Reparaturstau nicht kapitulierenDass das Großprojekt von Anwohnern äußerst kritisch gesehen wird, wurde bei dem Treffen auf dem Raddampfer "Wappen von Minden" nicht verschwiegen. Die Bürgerinitiative Containerhafen (Bicon) zieht seit mehr als fünf Jahren gegen den Regioport ins Feld (Berichte im MT[hier klicken]). Zum Stichwort Lärm kritisiert die Initiative: "Im Containerhafen soll 24 Stunden am Tag, an 365 Tagen, ein Umschlag der Waren erfolgen. Dann ist es vorbei mit der Ruhe, auch an Sonn- und Feiertagen und in jeder Nacht." Darüber hinaus fürchten Anwohner den zunehmenden Verkehr und bezweifeln die Wirtschaftlichkeit.Bei allem Verständnis für die Skepsis der Anwohner glaubt Minister Michael Groschek doch, dass die Vorteile überwiegen werden. Er wirbt dafür, gerade bei älteren Menschen Überzeugungsarbeit für neue Infrastrukturprojekte zu leisten: "Denken Sie auch an Ihre Enkel." Die Region brauche eine gescheite logistische Perspektive: "Alles andere hieße zu kapitulieren vor dem Reparaturstau."Erneut pochte Inge Howe darauf, dass die Bahntrasse Hannover - Haste - Minden ausgebaut wird, weil sonst unnötige Umwege in Kauf genommen werden müssten. Darüber hinaus dürfe die Mittelweser im Zuge der Neuqualifizierung der Wasserstraße nicht in ihrer Bedeutung herabgestuft werden.

Ortstermin: NRW-Bauminister Michael Groschek unterstützt Großprojekt Regioport

Minden (mt). Ein roter Regenschirm hier, eine rote Krawatte dort: Stilecht setzten die Mindener Gastgeber gestern farbige Akzente vor der grauen Kulisse des Containerhafens. Anlass war der Besuch des NRW-Bauministers Michael Groschek (SPD), Parteifreund aus Düsseldorf, im verregneten OWL.

"Das Tor zu den Nordseehäfen" - © MINDEN
"Das Tor zu den Nordseehäfen" - © MINDEN

Er hatte in Minden zuletzt für einige Irritationen gesorgt mit der Aussage, das Land wolle das Preußen-Museum "einmotten" (Berichte im MT[hier klicken]). Davon war gestern keine Rede mehr. Stattdessen sehe er "gute Perspektiven" für das Museum am Simeonsplatz, so Groschek. Gemeinsam mit der heimischen Landtagsabgeordneten Inge Howe und dem Bundestagsabgeordneten Steffen Kampeter (CDU) wolle er sich für den Fortbestand einsetzen.

Inge Howe war es auch, die den Bauminister nach Minden eingeladen hatte. Zentrales Thema der knapp einstündigen Stippvisite: der Regioport Weser. Erwartungsgemäß gibt es bei diesem Thema keine Irritationen. Im Gegenteil: Groschek sagte den rund 20 Gästen aus Politik und Verwaltung seine Unterstützung für das Millionenprojekt zu. "Der Regioport kann das zentrale Tor zu den Nordseehäfen werden", meint der NRW-Bauminister. Auch die Bremer Hafenlandschaft werde deutlich vom Ausbau der Mindener Infrastruktur profitieren. Er verspricht sich von dem Projekt, dass es dazu beiträgt, Verkehrs-, Umwelt- und Wirtschaftsprobleme zu lösen: Waren, die auf den Wasserwegen transportiert werden, entlasten die Autobahnen. Darüber hinaus soll der Regioport neue Arbeitsplätze schaffen.

Stippvisite am Mindener Containerhafen (vorne von links): die SPD-Landtagsabgeordnete Inge Howe, Bürgermeister Michael Buhre, NRW-Bauminister Michael Groschek sowie Landtagsabgeordneter Ernst-Wilhelm Rahe. - © Foto: Alex Lehn
Stippvisite am Mindener Containerhafen (vorne von links): die SPD-Landtagsabgeordnete Inge Howe, Bürgermeister Michael Buhre, NRW-Bauminister Michael Groschek sowie Landtagsabgeordneter Ernst-Wilhelm Rahe. - © Foto: Alex Lehn

Der Bund fördert den Bau des Regioports mit 16,9 Millionen Euro. Der Förderbescheid war Mitte Dezember bei der Stadt eingetroffen. Für die Initiatoren ein wichtiges Signal, das Projekt voranzutreiben. Bürgermeister Michael Buhre geht davon aus, dass der Rat im Februar den Grundsatzbeschluss fassen wird. Der erste Spatenstich sei für 2014 vorgesehen. Im ersten Bauabschnitt wird am Kanal in Päpinghausen ein neues Containerterminal entstehen.

Vor Reparaturstau nicht kapitulieren

Dass das Großprojekt von Anwohnern äußerst kritisch gesehen wird, wurde bei dem Treffen auf dem Raddampfer "Wappen von Minden" nicht verschwiegen. Die Bürgerinitiative Containerhafen (Bicon) zieht seit mehr als fünf Jahren gegen den Regioport ins Feld (Berichte im MT[hier klicken]). Zum Stichwort Lärm kritisiert die Initiative: "Im Containerhafen soll 24 Stunden am Tag, an 365 Tagen, ein Umschlag der Waren erfolgen. Dann ist es vorbei mit der Ruhe, auch an Sonn- und Feiertagen und in jeder Nacht." Darüber hinaus fürchten Anwohner den zunehmenden Verkehr und bezweifeln die Wirtschaftlichkeit.

Bei allem Verständnis für die Skepsis der Anwohner glaubt Minister Michael Groschek doch, dass die Vorteile überwiegen werden. Er wirbt dafür, gerade bei älteren Menschen Überzeugungsarbeit für neue Infrastrukturprojekte zu leisten: "Denken Sie auch an Ihre Enkel." Die Region brauche eine gescheite logistische Perspektive: "Alles andere hieße zu kapitulieren vor dem Reparaturstau."

Erneut pochte Inge Howe darauf, dass die Bahntrasse Hannover - Haste - Minden ausgebaut wird, weil sonst unnötige Umwege in Kauf genommen werden müssten. Darüber hinaus dürfe die Mittelweser im Zuge der Neuqualifizierung der Wasserstraße nicht in ihrer Bedeutung herabgestuft werden.

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