Ort von internationaler Wertschätzung Masterplan Innenstadt: "Minden bürgerlich" zwischen guter Nachbarschaft und Tourismus im ehemaligen Gefängnis Von Hans-Jürgen Amtage Minden (mt). Die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements und des Wohnens in der City hat sich das Innenstadtforum auf die Fahne geschrieben. Als "Minden bürgerschaftlich" schreibt das Forum diese Zielsetzung im Mitte Februar vorgelegten Masterplan fest. Ob Martinikirchhof, das alte Gefängnis an der Kampstraße oder die Querung Simeonstraße/Schwichowwall, ob bürgerliches Engagement für Frieden und Eine Welt oder die Nahversorgung, "Minden bürgerschaftlich" soll nach dem Willen der 30 Innenstadtforums-Mitglieder mehr sein als nur zwei Worte.Denn die Vertreter aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Bürgerschaft sind sich einig, in der Oberen Altstadt gibt es noch funktionierende Sozialgefüge, die aber verbessert werden können. "Hier finden wir ein hohes bürgerschaftliches Engagement mit lokaler, regionaler und internationaler Wertschätzung vor, das im Vergleich mit anderen Städten als ein Alleinstellungsmerkmal der Stadt Minden gelten kann", heißt es im Masterplan Innenstadt.Rund 50 kulturelle und soziale Initiativen finden sich im Bereich der Oberstadt. Nachbarschaftliche Kommunikation und Kooperation wird hier seit Jahrzehnten gelebt.Die Schulen im Bereich des angrenzenden Glacisgürtels bieten hochwertige Bildungsangebote. Wohnungsnahe Freizeitnutzungen könnten hier zudem entwickelt werden.So schlagen die Mitglieder des Innenstadtforums im Masterplan vor, den Bereich zwischen der Fußgängerzone und dem Königswall als baulich und sozial attraktiven, sowie intakten Stadtbereich zu entwickeln und vor allem zu pflegen. Beispielhafte Bauvorhaben und Projekte könnten hier eine Realisierung finden. Darunter die Idee des wandelbaren Hauses, das sich an die unterschiedlichen Lebensbedürfnisse anpasst. Ohnehin könnte das Mehrgenerationenwohnen in der Oberen Altstadt im Mittelpunkt stehen.Als eine attraktivitätssteigernde Maßnahme betrachtet das Forum die funktionale Neuordnung und Gestaltung des Martinikirchhofes. Dieser Platz - vor allem als Abstellfläche für Autos - erscheint nicht nur dem Bonner Forumsmoderator und Stadtplaner Ralf Thielecke suspekt.Entwicklungsmöglichkeiten sehen die Masterplan-Entwickler aber auch an Königswall und Pöttcherstraße. Von einem "Shared space", von einem gemeinsam genutzten (Straßen-)Raum wird hier gesprochen, der nicht nur allen Verkehrsteilnehmern sondern auch anderen Nutzern zur Verfügung steht. In Bohmte bei Osnabrück wurde so ein Shared space bereits realisiert. Rund ein Dutzend mal wurde ein solches Projekt in den Niederlanden umgesetzt.Allerdings stößt dieser gemeinsame Straßenraum nicht nur auf Vorliebe. Die Mindener CDU-Fraktion äußert arge Bedenken, wie Christdemokrat Karl-Heinz Gerold betont. Ein solches Verkehrs- und Platzmodell vor dem Schulzentrum hält er mit Blick auf die Hunderten Schüler, die diesen Raum queren, für äußerst gefährlich.Deutliche Entwicklungspotenziale sieht das Forum in der Aufwertung der Übergänge und Bezüge zum Simeonsplatz an der Kreuzung Simeonstraße/Schwichowwall - bislang eine Barriere für Fußgänger. Aber auch die Lebensmittelversorgung wird betrachtet. Ein Nahversorger nach dem CAP-Markt-Prinzip, in dem Menschen mit Behinderungen (mit HandiCAP) tätig sind, könnte nach den Vorstellungen des Forums seinen Platz im sogenannten Allianzhochhaus an der Königstraße finden. Bleibt eine ausgefallene Übernachtungsmöglichkeit, die noch fehlt: Nach der Devise "Rast im Knast" wäre die Nutzung des Gefängnisses an der Kampstraße möglich.

Ort von internationaler Wertschätzung

Minden (mt). Die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements und des Wohnens in der City hat sich das Innenstadtforum auf die Fahne geschrieben. Als "Minden bürgerschaftlich" schreibt das Forum diese Zielsetzung im Mitte Februar vorgelegten Masterplan fest.

Der Königswall umgestaltet zum „Shared space“ - zum gemeinsam genutzten (Straßen-)Raum für alle Verkehrsteilnehmer und andere Nutzer? Die CDU ist hier skeptisch. - © MT-Foto: Otto
Der Königswall umgestaltet zum „Shared space“ - zum gemeinsam genutzten (Straßen-)Raum für alle Verkehrsteilnehmer und andere Nutzer? Die CDU ist hier skeptisch. - © MT-Foto: Otto

Ob Martinikirchhof, das alte Gefängnis an der Kampstraße oder die Querung Simeonstraße/Schwichowwall, ob bürgerliches Engagement für Frieden und Eine Welt oder die Nahversorgung, "Minden bürgerschaftlich" soll nach dem Willen der 30 Innenstadtforums-Mitglieder mehr sein als nur zwei Worte.

Denn die Vertreter aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Bürgerschaft sind sich einig, in der Oberen Altstadt gibt es noch funktionierende Sozialgefüge, die aber verbessert werden können. "Hier finden wir ein hohes bürgerschaftliches Engagement mit lokaler, regionaler und internationaler Wertschätzung vor, das im Vergleich mit anderen Städten als ein Alleinstellungsmerkmal der Stadt Minden gelten kann", heißt es im Masterplan Innenstadt.

Rund 50 kulturelle und soziale Initiativen finden sich im Bereich der Oberstadt. Nachbarschaftliche Kommunikation und Kooperation wird hier seit Jahrzehnten gelebt.

Die Schulen im Bereich des angrenzenden Glacisgürtels bieten hochwertige Bildungsangebote. Wohnungsnahe Freizeitnutzungen könnten hier zudem entwickelt werden.

So schlagen die Mitglieder des Innenstadtforums im Masterplan vor, den Bereich zwischen der Fußgängerzone und dem Königswall als baulich und sozial attraktiven, sowie intakten Stadtbereich zu entwickeln und vor allem zu pflegen. Beispielhafte Bauvorhaben und Projekte könnten hier eine Realisierung finden. Darunter die Idee des wandelbaren Hauses, das sich an die unterschiedlichen Lebensbedürfnisse anpasst. Ohnehin könnte das Mehrgenerationenwohnen in der Oberen Altstadt im Mittelpunkt stehen.

Als eine attraktivitätssteigernde Maßnahme betrachtet das Forum die funktionale Neuordnung und Gestaltung des Martinikirchhofes. Dieser Platz - vor allem als Abstellfläche für Autos - erscheint nicht nur dem Bonner Forumsmoderator und Stadtplaner Ralf Thielecke suspekt.

Entwicklungsmöglichkeiten sehen die Masterplan-Entwickler aber auch an Königswall und Pöttcherstraße. Von einem "Shared space", von einem gemeinsam genutzten (Straßen-)Raum wird hier gesprochen, der nicht nur allen Verkehrsteilnehmern sondern auch anderen Nutzern zur Verfügung steht. In Bohmte bei Osnabrück wurde so ein Shared space bereits realisiert. Rund ein Dutzend mal wurde ein solches Projekt in den Niederlanden umgesetzt.

Allerdings stößt dieser gemeinsame Straßenraum nicht nur auf Vorliebe. Die Mindener CDU-Fraktion äußert arge Bedenken, wie Christdemokrat Karl-Heinz Gerold betont. Ein solches Verkehrs- und Platzmodell vor dem Schulzentrum hält er mit Blick auf die Hunderten Schüler, die diesen Raum queren, für äußerst gefährlich.

Deutliche Entwicklungspotenziale sieht das Forum in der Aufwertung der Übergänge und Bezüge zum Simeonsplatz an der Kreuzung Simeonstraße/Schwichowwall - bislang eine Barriere für Fußgänger. Aber auch die Lebensmittelversorgung wird betrachtet. Ein Nahversorger nach dem CAP-Markt-Prinzip, in dem Menschen mit Behinderungen (mit HandiCAP) tätig sind, könnte nach den Vorstellungen des Forums seinen Platz im sogenannten Allianzhochhaus an der Königstraße finden. Bleibt eine ausgefallene Übernachtungsmöglichkeit, die noch fehlt: Nach der Devise "Rast im Knast" wäre die Nutzung des Gefängnisses an der Kampstraße möglich.

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