Obermarktpassage: Investor plant Hotel und stellt sich der Politik vor Monika Jäger Minden. Die erste Sitzung des neuen Ausschusses für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr am Mittwoch bringt gleich ein großes Thema auf die Tagesordnung: Die Obermarktpassage. Robert Maier, Geschäftsführer der AIM Center GmbH mit Sitz in Passau, wird seine aktuellen Planungen vorstellen. Die Passage steht seit Jahren leer, und die Stadt Minden hofft darauf, dass dieser neue Besitzer nun Wege für eine Neubelebung finden wird. Maier hatte in Werbevideos sein Konzept bereits ausführlich vorgestellt. Dabei sagte er im Sommer, hier könnten ein Hotel mit Restaurant und Tagungsbereich entstehen, ebenso Freizeitangebote wie eine Bowlinganlage, eine Sportsbar und ein Fitness-Studio mit Rehabereich. Darüber hinaus sprach er von Studentenwohnen und einer Stadt-Kita. Der bisherige Einzelhandelsbereich werde „zu einem guten Teil reduziert“. Mindens Bau-Beigeordneter Lars Bursian sagte am Dienstag im MT-Gespräch : „Es ist gut, dass jetzt jemand da ist, der das Ganze mutig angehen möchte und auch nicht mehr den Fokus vollständig auf Einzelhandel legt.“ Das wäre aus Sicht der Stadt auch nicht mehr der richtige Weg. Hier müsse künftig auf Vielfältigkeit gesetzt werden. „Das wollen wir versuchen, positiv zu begleiten.“ Unter anderem wird die Politik entscheiden müssen, ob die Stadthalle für die Planungen mit verkauft wird. Maier wird Mittwoch kein bis ins Feinste ausgearbeitetes Konzept vorstellen, sondern die Politik über seine Gesamtplanungen informieren. „Er geht sehr offen da dran und ist auch mit vielen Menschen in Minden in Kontakt“, so Bursian weiter. Nicht in Konkurrenz zu anderen in Minden zu stehen, sei offenbar einer der Grundgedanken bei der Entwicklung gewesen. Einer, mit dem Maier in Kontakt ist, ist Bernd Niemeier, dem Inhaber des Vier-Sterne-Hotels Lindgart. Ein preisgünstigeres Drei-Sterne-Budget-Hotel direkt neben dem ZOB habe dort genau den richtigen Standort, so der Mindener, der auch Präsident des nordrhein-westfälischen Hotel- und Gaststättenverbandes ist. Sorgen macht er sich wegen eines Konkurrenten offenbar nicht. „Man muss doch jedem frei lassen, ein Hotel zu planen. Ob er das hinterher finanziert bekommt, und ob er auch Betreiber bekommt, ist eine ganz andere Frage.“ Der neue Eigentümer brauche einen langen Atem: Im Moment, zu Corona-Zeiten „finden Sie keinen seriösen Investor, der in Hotels investiert.“ „So ein Hotel ist gut in der Innenstadt, wenn der Markt dafür da ist“, sagt auch Bursian. Aber ist ein Markt dafür da? Niemeier sagt, Belegungszahlen habe die Minden Marketing. Deren Erkenntnisse: „Wenn es ein neues Produkt in der Innenstadt gäbe, würde nicht automatisch die Gesamtzahl der Übernachtungen in der Innenstadt steigen. Aber sie würden sich verlagern.“ Hotels und Pensionen in der Peripherie würden das zu spüren bekommen, denn Gäste bevorzugten immer neuere Produkte; zweitens sei die Innenstadt-Lage ein klarer Vorteil, so der Mindener Hotelbesitzer. Mit der Werbegemeinschaft habe Maier bisher noch nicht geredet, so Vorsitzende Daniela Drabert, die auch Geschäftsführerin des Hauses Hagemeyer ist („Bei mir hat noch niemand angerufen“). Sie sehe auf jeden Fall positiv, wenn es ein funktionierendes Konzept gibt, das die Innenstadt bereichert. „Wichtig ist die Vielfalt und keine Verlagerung. Und dass es neu ist.“ Bursian ergänzt: „Ich finde, man muss Herrn Maier unterstützten, weil er ein Projekt mit so viel Teileigentum dahinter, mit so viel Komplexität anpackt.“ Schon viele hätten da über Pläne geredet, aber nichts erreicht. Er fände gut, dass jetzt jemand versuche, das wirklich umzusetzen, was er sich vorstellt. Die Präsentation steht gleich am Anfang der Tagesordnung des Städtebau-Ausschusses. Dieser kommt Mittwoch, 18. November, ab 16.30 Uhr im Ständersaal des Preußenmuseums zusammen.

Obermarktpassage: Investor plant Hotel und stellt sich der Politik vor

Obermarktpassage, Foto vom Juli 2020 Foto: Ales Lehn © Ales Lehn

Minden. Die erste Sitzung des neuen Ausschusses für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr am Mittwoch bringt gleich ein großes Thema auf die Tagesordnung: Die Obermarktpassage. Robert Maier, Geschäftsführer der AIM Center GmbH mit Sitz in Passau, wird seine aktuellen Planungen vorstellen. Die Passage steht seit Jahren leer, und die Stadt Minden hofft darauf, dass dieser neue Besitzer nun Wege für eine Neubelebung finden wird.

Maier hatte in Werbevideos sein Konzept bereits ausführlich vorgestellt. Dabei sagte er im Sommer, hier könnten ein Hotel mit Restaurant und Tagungsbereich entstehen, ebenso Freizeitangebote wie eine Bowlinganlage, eine Sportsbar und ein Fitness-Studio mit Rehabereich. Darüber hinaus sprach er von Studentenwohnen und einer Stadt-Kita. Der bisherige Einzelhandelsbereich werde „zu einem guten Teil reduziert“.

Mindens Bau-Beigeordneter Lars Bursian sagte am Dienstag im MT-Gespräch : „Es ist gut, dass jetzt jemand da ist, der das Ganze mutig angehen möchte und auch nicht mehr den Fokus vollständig auf Einzelhandel legt.“ Das wäre aus Sicht der Stadt auch nicht mehr der richtige Weg. Hier müsse künftig auf Vielfältigkeit gesetzt werden. „Das wollen wir versuchen, positiv zu begleiten.“

Unter anderem wird die Politik entscheiden müssen, ob die Stadthalle für die Planungen mit verkauft wird. Maier wird Mittwoch kein bis ins Feinste ausgearbeitetes Konzept vorstellen, sondern die Politik über seine Gesamtplanungen informieren. „Er geht sehr offen da dran und ist auch mit vielen Menschen in Minden in Kontakt“, so Bursian weiter. Nicht in Konkurrenz zu anderen in Minden zu stehen, sei offenbar einer der Grundgedanken bei der Entwicklung gewesen.

Einer, mit dem Maier in Kontakt ist, ist Bernd Niemeier, dem Inhaber des Vier-Sterne-Hotels Lindgart. Ein preisgünstigeres Drei-Sterne-Budget-Hotel direkt neben dem ZOB habe dort genau den richtigen Standort, so der Mindener, der auch Präsident des nordrhein-westfälischen Hotel- und Gaststättenverbandes ist. Sorgen macht er sich wegen eines Konkurrenten offenbar nicht. „Man muss doch jedem frei lassen, ein Hotel zu planen. Ob er das hinterher finanziert bekommt, und ob er auch Betreiber bekommt, ist eine ganz andere Frage.“ Der neue Eigentümer brauche einen langen Atem: Im Moment, zu Corona-Zeiten „finden Sie keinen seriösen Investor, der in Hotels investiert.“

„So ein Hotel ist gut in der Innenstadt, wenn der Markt dafür da ist“, sagt auch Bursian. Aber ist ein Markt dafür da? Niemeier sagt, Belegungszahlen habe die Minden Marketing. Deren Erkenntnisse: „Wenn es ein neues Produkt in der Innenstadt gäbe, würde nicht automatisch die Gesamtzahl der Übernachtungen in der Innenstadt steigen. Aber sie würden sich verlagern.“ Hotels und Pensionen in der Peripherie würden das zu spüren bekommen, denn Gäste bevorzugten immer neuere Produkte; zweitens sei die Innenstadt-Lage ein klarer Vorteil, so der Mindener Hotelbesitzer.

Mit der Werbegemeinschaft habe Maier bisher noch nicht geredet, so Vorsitzende Daniela Drabert, die auch Geschäftsführerin des Hauses Hagemeyer ist („Bei mir hat noch niemand angerufen“). Sie sehe auf jeden Fall positiv, wenn es ein funktionierendes Konzept gibt, das die Innenstadt bereichert. „Wichtig ist die Vielfalt und keine Verlagerung. Und dass es neu ist.“

Bursian ergänzt: „Ich finde, man muss Herrn Maier unterstützten, weil er ein Projekt mit so viel Teileigentum dahinter, mit so viel Komplexität anpackt.“ Schon viele hätten da über Pläne geredet, aber nichts erreicht. Er fände gut, dass jetzt jemand versuche, das wirklich umzusetzen, was er sich vorstellt.

Die Präsentation steht gleich am Anfang der Tagesordnung des Städtebau-Ausschusses. Dieser kommt Mittwoch, 18. November, ab 16.30 Uhr im Ständersaal des Preußenmuseums zusammen.

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