"Nur die Spitze des Eisbergs": Sieben-Tage-Inzidenz durchbricht in Minden-Lübbecke erstmals die 500er-Marke Patrick Schwemling,Malina Reckordt,Sebastian Radermacher Minden. Mit großer Sorge blickt das Gesundheitsamt des Kreises auf die aktuelle Entwicklung der Corona-Fallzahlen. Das machte Amtsleiterin Dr. Elke Lustfeld in der Sitzung des Kreis-Gesundheitsausschusses deutlich. Die Fallzahlen hatten in den vergangenen Tagen und auch heute wieder neue Höchstwerte erreicht – „und wir befürchten, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist", sagte Lustfeld. Erstmals in der Pandemie hat die Sieben-Tage-Inzidenz einen Wert von 500 überschritten. Die Omikron-Variante verbreite sich rasant, das sei auch im Kreis Minden-Lübbecke zu spüren. Um die rasante negative Entwicklung der vergangenen Monate deutlich zu machen, nannte Lustfeld der Politik einige Zahlen. Demnach lag die Sieben-Tage-Inzidenz im vergangenen Oktober bei knapp über 200 („das war schon besorgniserregend"), es gab insgesamt 18.700 laborbestätigte Corona-Infektionen, 301 Menschen waren im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Mit den heute vom Kreis veröffentlichten 289 Neuinfektionen steigt die Inzidenz nach MT-Berechnungen auf exakt 500,5. Mittlerweile gibt es in Minden-Lübbecke 30.840 bestätigte Corona-Fälle und 373 Todesfälle zu verzeichnen. Minden mit der höchsten Inzidenz im Kreis Den höchsten Inzidenzwert im Kreisgebiet weist die Stadt mit den meisten Einwohnern auf - Minden. Dort liegt die Inzidenz nach 89 neuen Fällen inzwischen bei 600,5. Es folgen Bad Oeynhausen (589,3), Espelkamp (571,4) und Lübbecke (527,9). Den niedrigsten Wert im Kreis hat Petershagen (271,5), während die Inzidenz in Hille 487,7 und in Porta Westfalica 472,9 beträgt. In den heimischen Krankenhäusern werden im Vergleich zum Vortag wieder mehr Menschen intensivmedizinisch betreut. Waren es gestern noch 14, sind es heute 16. Insgesamt liegen 35 Corona-Patienten in den Kliniken. An den Standorten der Mühlenkreiskliniken in Minden und Lübbecke werden 26 vom ihnen behandelt, davon zehn auf der Intensivstation des Universitätsklinikums Minden. Fünf Personen werden künstlich beatmet. Im Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen werden die weiteren neuen Patienten versorgt, sechs befinden sich auf der Intensivstation. Omikron-Anteil in NRW bei mehr als 75 Prozent Laut Angaben des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen gab es in den letzten sieben Tagen 577 Omikron-Fälle bei 1.471 Tests. Dabei ist zu beachten, dass der Anteil der Omikron-Variante deutlich höher liegen dürfte. Wie ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums auf MT-Anfrage mitteilte, handele es sich bei den 1.471 um alle durchgeführten Tests - jedoch vor einer Sequenzierung. Die 577 Omikron-Fälle wurden allesamt nach einer Sequenzierung bestätigt. Insofern ist der Anteil der Omikron-Variante im Mühlenkreis auch deutlich höher als 33 Prozent, wie zunächst vom MT berichtet. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) liegt der Anteil in NRW inzwischen bei 75,8 Prozent, bundesweit sind es 73,3. Eine exakte Aufschlüsselung für den Kreis Minden-Lübbecke lag dem MT am Freitag noch nicht vor. Lustfeld versicherte unterdessen, dass das Personal im Gesundheitsamt sein Bestmögliches gebe, um alle Fälle schnell abzuarbeiten und an die übergeordneten Stellen zu melden – auch wenn das mit großem Aufwand verbunden sei und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter belaste. Die Meldungen seien erforderlich, obwohl sie sich schon frage, warum das Robert-Koch-Institut noch nicht selbst auf das Meldesystem „Demis" zugreifen könne, um die Daten zu erlangen. „Das ist eine politische Frage." Der Kreis gibt neue Impftermine bekannt In der kommenden Woche wird wegen der aktuell niedrigeren Nachfrage in den dezentralen Impfzentren jeweils nur an einem Tag geimpft, lässt Kreis-Pressesprecherin Sabine Ohnesorge wissen. Ein Überblick über die Impf-Aktionen des Kreises und im Impfzentrum Unterlübbe. Mittwoch, 19. Januar: Kreissporthalle Lübbecke (BioNTech) von 14 bis 18 Uhr und ohne Termin Freitag, 21. Januar: Kampa-Halle Minden (BioNTech) von 14 bis 18 Uhr und ohne Termin Samstag, 22. Januar: Werre-Park Bad Oeynhausen (BioNTech) von 14 bis 18 Uhr ohne Termin Impfzentrum in Unterlübbe wird zu folgenden Zeiten geimpft: Dienstag, 18. Januar: 14 bis 19.30 Uhr - BioNTech mit Termin Mittwoch, 19. Januar: 14 bis 19.30 Uhr - Kinderimpfungen 1.+2. Impfung BioNTech mit Termin und Moderna ohne Termin Donnerstag, 20. Januar: 14 bis 19.30 Uhr - BioNTech mit Termin Freitag, 21. Januar: 14 bis 19.30 Uhr - Moderna ohne Termin Samstag, 22. Januar: 8 bis 13 Uhr Kinderimpfungen 1.+2. Impfung BioNTech mit Termin und Moderna ohne Termin

"Nur die Spitze des Eisbergs": Sieben-Tage-Inzidenz durchbricht in Minden-Lübbecke erstmals die 500er-Marke

Nach 289 nachgewiesenen neuen Corona-Infektionen in den letzten 24 Stunden ist im Kreis Minden-Lübbecke erstmals die Inzidenz über einen Wert von 500 gestiegen. Symbolfoto: © imago images/CTK Photo

Minden. Mit großer Sorge blickt das Gesundheitsamt des Kreises auf die aktuelle Entwicklung der Corona-Fallzahlen. Das machte Amtsleiterin Dr. Elke Lustfeld in der Sitzung des Kreis-Gesundheitsausschusses deutlich. Die Fallzahlen hatten in den vergangenen Tagen und auch heute wieder neue Höchstwerte erreicht – „und wir befürchten, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist", sagte Lustfeld. Erstmals in der Pandemie hat die Sieben-Tage-Inzidenz einen Wert von 500 überschritten. Die Omikron-Variante verbreite sich rasant, das sei auch im Kreis Minden-Lübbecke zu spüren.

Um die rasante negative Entwicklung der vergangenen Monate deutlich zu machen, nannte Lustfeld der Politik einige Zahlen. Demnach lag die Sieben-Tage-Inzidenz im vergangenen Oktober bei knapp über 200 („das war schon besorgniserregend"), es gab insgesamt 18.700 laborbestätigte Corona-Infektionen, 301 Menschen waren im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Mit den heute vom Kreis veröffentlichten 289 Neuinfektionen steigt die Inzidenz nach MT-Berechnungen auf exakt 500,5. Mittlerweile gibt es in Minden-Lübbecke 30.840 bestätigte Corona-Fälle und 373 Todesfälle zu verzeichnen.

Minden mit der höchsten Inzidenz im Kreis

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Den höchsten Inzidenzwert im Kreisgebiet weist die Stadt mit den meisten Einwohnern auf - Minden. Dort liegt die Inzidenz nach 89 neuen Fällen inzwischen bei 600,5. Es folgen Bad Oeynhausen (589,3), Espelkamp (571,4) und Lübbecke (527,9). Den niedrigsten Wert im Kreis hat Petershagen (271,5), während die Inzidenz in Hille 487,7 und in Porta Westfalica 472,9 beträgt.

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In den heimischen Krankenhäusern werden im Vergleich zum Vortag wieder mehr Menschen intensivmedizinisch betreut. Waren es gestern noch 14, sind es heute 16. Insgesamt liegen 35 Corona-Patienten in den Kliniken. An den Standorten der Mühlenkreiskliniken in Minden und Lübbecke werden 26 vom ihnen behandelt, davon zehn auf der Intensivstation des Universitätsklinikums Minden. Fünf Personen werden künstlich beatmet. Im Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen werden die weiteren neuen Patienten versorgt, sechs befinden sich auf der Intensivstation.

Omikron-Anteil in NRW bei mehr als 75 Prozent

Laut Angaben des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen gab es in den letzten sieben Tagen 577 Omikron-Fälle bei 1.471 Tests. Dabei ist zu beachten, dass der Anteil der Omikron-Variante deutlich höher liegen dürfte. Wie ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums auf MT-Anfrage mitteilte, handele es sich bei den 1.471 um alle durchgeführten Tests - jedoch vor einer Sequenzierung. Die 577 Omikron-Fälle wurden allesamt nach einer Sequenzierung bestätigt. Insofern ist der Anteil der Omikron-Variante im Mühlenkreis auch deutlich höher als 33 Prozent, wie zunächst vom MT berichtet. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) liegt der Anteil in NRW inzwischen bei 75,8 Prozent, bundesweit sind es 73,3. Eine exakte Aufschlüsselung für den Kreis Minden-Lübbecke lag dem MT am Freitag noch nicht vor.

Lustfeld versicherte unterdessen, dass das Personal im Gesundheitsamt sein Bestmögliches gebe, um alle Fälle schnell abzuarbeiten und an die übergeordneten Stellen zu melden – auch wenn das mit großem Aufwand verbunden sei und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter belaste. Die Meldungen seien erforderlich, obwohl sie sich schon frage, warum das Robert-Koch-Institut noch nicht selbst auf das Meldesystem „Demis" zugreifen könne, um die Daten zu erlangen. „Das ist eine politische Frage."

Der Kreis gibt neue Impftermine bekannt

In der kommenden Woche wird wegen der aktuell niedrigeren Nachfrage in den dezentralen Impfzentren jeweils nur an einem Tag geimpft, lässt Kreis-Pressesprecherin Sabine Ohnesorge wissen. Ein Überblick über die Impf-Aktionen des Kreises und im Impfzentrum Unterlübbe.

  • Mittwoch, 19. Januar: Kreissporthalle Lübbecke (BioNTech) von 14 bis 18 Uhr und ohne Termin
  • Freitag, 21. Januar: Kampa-Halle Minden (BioNTech) von 14 bis 18 Uhr und ohne Termin
  • Samstag, 22. Januar: Werre-Park Bad Oeynhausen (BioNTech) von 14 bis 18 Uhr ohne Termin

Impfzentrum in Unterlübbe wird zu folgenden Zeiten geimpft:

  • Dienstag, 18. Januar: 14 bis 19.30 Uhr - BioNTech mit Termin
  • Mittwoch, 19. Januar: 14 bis 19.30 Uhr - Kinderimpfungen 1.+2. Impfung BioNTech mit Termin und Moderna ohne Termin
  • Donnerstag, 20. Januar: 14 bis 19.30 Uhr - BioNTech mit Termin
  • Freitag, 21. Januar: 14 bis 19.30 Uhr - Moderna ohne Termin
  • Samstag, 22. Januar: 8 bis 13 Uhr Kinderimpfungen 1.+2. Impfung BioNTech mit Termin und Moderna ohne Termin
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