Noch kein grünes Licht für den Mindener Weihnachtsmarkt Claudia Hyna Minden. Zwischen den Buden herrscht nur wenig geschäftige Betriebsamkeit. Hier und da stehen Schausteller zusammen, erledigen letzte Arbeiten an ihren Ständen. Normalerweise wäre mehr los, bestätigt Karl-Heinz Osthold, der einen Glühweinstand auf dem Marktplatz betreibt. Doch die Lage ist ungewiss. Alle checken permanent die Nachrichten und warten ungeduldig auf das Ergebnis des Krisenstabes. Darauf erstmal einen Kümmerling. „Aus Frust“, kommentiert eine Schaustellerin, die zur Runde dazukommt. Eigentlich hätte die Entscheidung, ob der Weihnachtsmarkt am Dienstag wie geplant eröffnet wird, Freitag verkündet werden sollen. Doch von der Minden Marketing kommt – zumindest für die Presse – noch kein grünes Licht. „Wir wollen den Markt verantwortbar durchführen“, sagt Dr. Jörg-Friedrich Sander auf Anfrage. Dazu sei es aber nötig, noch verschiedene Maßnahmen abzuklopfen und Stellen zu befragen. Am Montag wollen sie der Öffentlichkeit die Lösung präsentieren. Bis dahin habe man Stillschweigen vereinbart. Für Karl-Heinz Osthold und seinen Kollegen Lothar Lohmeyer ist diese Zeit des Wartens eine „blöde Situation“. Wenn der Markt wirklich abgesagt wird, hätte man das besser vor zwei Monaten schon gemacht, sagt Karl-Heinz Osthold (62). Der Weihnachtsmarkt steht mittlerweile komplett. Schwer vorstellbar, dass er in wenigen Tagen wieder abgebaut werden könnte. „Das würde an unsere Existenz gehen“, meint Lothar Lohmeyer. Ihren Humor haben die Schausteller nicht verloren. „Wir sind jetzt fast mit allem fertig“, sagt Osthold. „Und wenn wir nicht aufmachen, dann sind wir auch fertig.“Die Alternative Simeonsplatz ist für die Schausteller keine Option, wie sie sagen. Das hätte man ja beim Weserpark gesehen, was so ein eingezäuntes Gelände mit dem Besucheraufkommen macht – nämlich es zunichte. In diesem Jahr sei ein Ausweichen auf den Platz vor dem Preußenmuseum aber gar nicht besprochen worden, kommentiert Jörg Sander. Das habe man nur im vergangenen Jahr ins Auge gefasst.„Wir sind hier durchaus in der Lage, das organisatorische Konzept in dieser besonderen Situation umzusetzen“, sagt Karl-Heinz Osthold. Er ist wie seine Kollegen auch für eine Bändchenlösung, wie sie einige Städte praktizieren. Die sollten überall erhältlich sein und Ordner könnten diese leicht kontrollieren. Im übrigen sei die Gefahr, sich anzustecken, draußen sehr viel geringer als drinnen. Auch der NRW-Ministerpräsident plädiere dafür, die Menschen aus den Innenräumen herauszuhalten, meint Osthold. Im Hauptausschuss hieß es dazu, dass die ein oder andere Lücke zwischen den Ständen gelassen wurde. Die Engstelle an der Martinitreppe ist geblieben, da vor dem Rathaus noch eine Baustelle ist. Andere Städte machten vor, dass es funktioniert, meint Osthold und verweist auf Dortmund, Essen und Bielefeld, wo die Märkte bereits eröffnet hätten. Es laufe gut. Das hätte man auch bei der Mindener Messe gesehen, die noch nie so erfolgreich gewesen sei wie in diesem Jahr. „Die Leute wollen raus“, sagt Osthold. „Und wir wollen den Weihnachtsmarkt.“ Ein Standbetreiber hat den Aufbau gestoppt, weil er nicht vergebliche Arbeitszeit investieren wollte – und am Ende wäre alles umsonst. Andere sind zuversichtlicher. Mike Osthold ist mit dem Weihnachtsmarkt aufgewachsen und betreibt den „Kartoffelkult“. Seine Frau begann dort am Freitag mit der weihnachtlichen Dekoration. Optimistisch ist auch Jasmin Osthold (48), die ihren Stand mit gebrannten Mandeln und Schaumküssen vorbereitet. „Merry Christmas wünscht Familie Osthold“, steht oben auf dem Wagen. Sie selbst ist seit 30 Jahren im Geschäft, hat den Stand von ihrer Schwiegermutter übernommen. Sie sei gerne auf dem Markt und drücke die Daumen, dass er über die Bühne gehen kann. Und wenn doch eine Absage kommt? „Die Gesundheit für uns alle steht an erster Stelle“, sagt sie diplomatisch.

Noch kein grünes Licht für den Mindener Weihnachtsmarkt

Noch kein grünes Licht für den Weihnachtsmarkt. © Alex Lehn

Minden. Zwischen den Buden herrscht nur wenig geschäftige Betriebsamkeit. Hier und da stehen Schausteller zusammen, erledigen letzte Arbeiten an ihren Ständen. Normalerweise wäre mehr los, bestätigt Karl-Heinz Osthold, der einen Glühweinstand auf dem Marktplatz betreibt. Doch die Lage ist ungewiss. Alle checken permanent die Nachrichten und warten ungeduldig auf das Ergebnis des Krisenstabes.

Darauf erstmal einen Kümmerling. „Aus Frust“, kommentiert eine Schaustellerin, die zur Runde dazukommt. Eigentlich hätte die Entscheidung, ob der Weihnachtsmarkt am Dienstag wie geplant eröffnet wird, Freitag verkündet werden sollen. Doch von der Minden Marketing kommt – zumindest für die Presse – noch kein grünes Licht. „Wir wollen den Markt verantwortbar durchführen“, sagt Dr. Jörg-Friedrich Sander auf Anfrage. Dazu sei es aber nötig, noch verschiedene Maßnahmen abzuklopfen und Stellen zu befragen. Am Montag wollen sie der Öffentlichkeit die Lösung präsentieren. Bis dahin habe man Stillschweigen vereinbart.

- © Alex Lehn
© Alex Lehn

Für Karl-Heinz Osthold und seinen Kollegen Lothar Lohmeyer ist diese Zeit des Wartens eine „blöde Situation“. Wenn der Markt wirklich abgesagt wird, hätte man das besser vor zwei Monaten schon gemacht, sagt Karl-Heinz Osthold (62). Der Weihnachtsmarkt steht mittlerweile komplett. Schwer vorstellbar, dass er in wenigen Tagen wieder abgebaut werden könnte. „Das würde an unsere Existenz gehen“, meint Lothar Lohmeyer. Ihren Humor haben die Schausteller nicht verloren. „Wir sind jetzt fast mit allem fertig“, sagt Osthold. „Und wenn wir nicht aufmachen, dann sind wir auch fertig.“

Die Alternative Simeonsplatz ist für die Schausteller keine Option, wie sie sagen. Das hätte man ja beim Weserpark gesehen, was so ein eingezäuntes Gelände mit dem Besucheraufkommen macht – nämlich es zunichte. In diesem Jahr sei ein Ausweichen auf den Platz vor dem Preußenmuseum aber gar nicht besprochen worden, kommentiert Jörg Sander. Das habe man nur im vergangenen Jahr ins Auge gefasst.

„Wir sind hier durchaus in der Lage, das organisatorische Konzept in dieser besonderen Situation umzusetzen“, sagt Karl-Heinz Osthold. Er ist wie seine Kollegen auch für eine Bändchenlösung, wie sie einige Städte praktizieren. Die sollten überall erhältlich sein und Ordner könnten diese leicht kontrollieren. Im übrigen sei die Gefahr, sich anzustecken, draußen sehr viel geringer als drinnen. Auch der NRW-Ministerpräsident plädiere dafür, die Menschen aus den Innenräumen herauszuhalten, meint Osthold. Im Hauptausschuss hieß es dazu, dass die ein oder andere Lücke zwischen den Ständen gelassen wurde. Die Engstelle an der Martinitreppe ist geblieben, da vor dem Rathaus noch eine Baustelle ist.

Malina Reckordt

Gendern bei MT - überflüssig oder überfällig?

Nehmen Sie jetzt an der Umfrage zum Thema Gendern teil

- © Alex Lehn
© Alex Lehn

Andere Städte machten vor, dass es funktioniert, meint Osthold und verweist auf Dortmund, Essen und Bielefeld, wo die Märkte bereits eröffnet hätten. Es laufe gut. Das hätte man auch bei der Mindener Messe gesehen, die noch nie so erfolgreich gewesen sei wie in diesem Jahr. „Die Leute wollen raus“, sagt Osthold. „Und wir wollen den Weihnachtsmarkt.“

Ein Standbetreiber hat den Aufbau gestoppt, weil er nicht vergebliche Arbeitszeit investieren wollte – und am Ende wäre alles umsonst. Andere sind zuversichtlicher. Mike Osthold ist mit dem Weihnachtsmarkt aufgewachsen und betreibt den „Kartoffelkult“. Seine Frau begann dort am Freitag mit der weihnachtlichen Dekoration. Optimistisch ist auch Jasmin Osthold (48), die ihren Stand mit gebrannten Mandeln und Schaumküssen vorbereitet. „Merry Christmas wünscht Familie Osthold“, steht oben auf dem Wagen. Sie selbst ist seit 30 Jahren im Geschäft, hat den Stand von ihrer Schwiegermutter übernommen. Sie sei gerne auf dem Markt und drücke die Daumen, dass er über die Bühne gehen kann. Und wenn doch eine Absage kommt? „Die Gesundheit für uns alle steht an erster Stelle“, sagt sie diplomatisch.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Minden