Nicht im Plan: Weniger neue Wohnungen und Häuser in Minden als erwartet Monika Jäger Minden. In Minden sind weniger neue Häuser und Wohnungen entstanden, als die Planer vor 15 Jahren erwartet haben. Das ist eine Erkenntnis aus dem Baulandbericht von 2020, in dem nicht nur der aktuelle Stand festgehalten ist, sondern der auch einen Überblick der Entwicklung der vergangenen Jahre gibt. Insgesamt ist aber genug Fläche für weitere Bautätigkeit vorhanden und auch schon als solche ausgewiesen. In den Grundsätzen, die in Minden dazu vor 15 Jahren beschlossen wurden, geht es auch um Nachhaltigkeit und kompakte Siedlungsstruktur. Denn wo neue Häuser und Gewerbeflächen entstehen, ist kein Zufall, und die Stadt wächst nicht einfach wild. Industrie, Gewerbe und Wohnen sollen in unterschiedlichen Bereichen der Stadt liegen – das ist einerseits selbstverständlich, andererseits ändern sich hier auch immer mal wieder gesetzliche Vorgaben. Eines der wesentlichen Ziele: Bevor neue Flächen verbraucht und baufertig gemacht werden, sollten lieber erst einmal Baulücken genutzt werden. Insgesamt versuchen die Stadtplaner deswegen, erst einmal diese sogenannten Potenzialflächen zu entwickeln. Doch ganz ohne neue Baugebiete geht es nicht. Denn meist gehören die Flächen, die sich für solch eine Verdichtung eignen würden, Privatleuten – und die müssen zum Verkauf bereit sein. Damit liegt die Entscheidung darüber, ob hier neue Wohnungen gebaut werden sollen, nicht in den Händen der Stadtplaner. So gibt es eine Diskrepanz: Obwohl theoretisch noch viele Gebiete als Bauland bestehen, werden neue Areale entwickelt. 2020 gab es hier allerdings eine Abweichung vom bisherigen Trend. In dem Jahr stieg der Verbrauch von Baulücken erstmals auf rund 42 Prozent der gesamten Baulandnutzung an. Insgesamt wurden hier sechs Hektar verbaut. 2005 erwarteten die Planer, dass bis 2020 rund 120 Hektar, also 1,2 Quadratkilometer, Flächenverbrauch benötigt würden. Der durchschnittliche Bedarf würde pro Jahr bei 8,6 Hektar liegen, so die Vermutung 2005. Das war zuviel, wie man heute weiß. Durchschnittlich wurde jedes Jahr nur auf 5,1 Hektar gebaut – und so sind am Ende bisher erst 81,8 Hektar der Fläche verbraucht worden, die vor 15 Jahren in Aussicht gestellt worden war. 2005 war dabei mit 10,9 Hektar tatsächlich der absolute Ausreißer. Direkt im Jahr darauf war die Zahl mit 3,1 Hektar am niedrigsten. 2020 wurden sechs Hektar benötigt. Ende 2020 gab es in Minden rein rechnerisch 165 Hektar, auf denen Wohnungen gebaut werden könnten. Verschiedene weitere Entwicklungen eingerechnet, stellt der Baulandbericht für 2020 fest: Bei einem durchschnittlichen Flächenansatz von rund 700 Quadratmeter für ein Baugrundstück stünden rein planerisch etwa 1.370 Baugrundstücke baureif zur Verfügung. Auch künftig werde Bauland neu entwickelt werden müssen, so das Fazit. Seit 2008 wird auch festgehalten, wie viel Platz es für Industrie und Gewerbe gibt. Im Jahresdurchschnitt waren das 3,6 Hektar. 2020 lag der Verbrauch aber nur bei 2,7 Hektar – und das war hauptsächlich das Seitz-Enzinger-Noll- Gelände, auf dem aktuell die Stadtwerke entstehen. Ohne den Regioport wurden seit 2008 46,9 Hektar an Gewerbeflächen verbraucht. Der Regioport (19 Hektar) wird extra ausgewiesen, da er mit der besonderen Ausrichtung Hafen nur sehr speziellen Bereichen zur Verfügung steht. Für anderes Gewerbe liegt das Potenzial bei 109 Hektar. Hier wird es weitere Entwicklungen geben. Denn die Planungen für Gewerbegebiete nördlich der Karlstraße und der Erweiterung des Areals in Dützen stehen hier ebenso an wie für ein kleines Gebiet südlich der Hans-Böckler-Straße.

Nicht im Plan: Weniger neue Wohnungen und Häuser in Minden als erwartet

Insgesamt wurde in Minden weniger gebaut als 2005 erwartet. MT-Archivfoto: Jan Henning Rogge

Minden. In Minden sind weniger neue Häuser und Wohnungen entstanden, als die Planer vor 15 Jahren erwartet haben. Das ist eine Erkenntnis aus dem Baulandbericht von 2020, in dem nicht nur der aktuelle Stand festgehalten ist, sondern der auch einen Überblick der Entwicklung der vergangenen Jahre gibt. Insgesamt ist aber genug Fläche für weitere Bautätigkeit vorhanden und auch schon als solche ausgewiesen.

In den Grundsätzen, die in Minden dazu vor 15 Jahren beschlossen wurden, geht es auch um Nachhaltigkeit und kompakte Siedlungsstruktur. Denn wo neue Häuser und Gewerbeflächen entstehen, ist kein Zufall, und die Stadt wächst nicht einfach wild. Industrie, Gewerbe und Wohnen sollen in unterschiedlichen Bereichen der Stadt liegen – das ist einerseits selbstverständlich, andererseits ändern sich hier auch immer mal wieder gesetzliche Vorgaben. Eines der wesentlichen Ziele: Bevor neue Flächen verbraucht und baufertig gemacht werden, sollten lieber erst einmal Baulücken genutzt werden. Insgesamt versuchen die Stadtplaner deswegen, erst einmal diese sogenannten Potenzialflächen zu entwickeln.

Doch ganz ohne neue Baugebiete geht es nicht. Denn meist gehören die Flächen, die sich für solch eine Verdichtung eignen würden, Privatleuten – und die müssen zum Verkauf bereit sein. Damit liegt die Entscheidung darüber, ob hier neue Wohnungen gebaut werden sollen, nicht in den Händen der Stadtplaner.


So gibt es eine Diskrepanz: Obwohl theoretisch noch viele Gebiete als Bauland bestehen, werden neue Areale entwickelt. 2020 gab es hier allerdings eine Abweichung vom bisherigen Trend. In dem Jahr stieg der Verbrauch von Baulücken erstmals auf rund 42 Prozent der gesamten Baulandnutzung an. Insgesamt wurden hier sechs Hektar verbaut.

2005 erwarteten die Planer, dass bis 2020 rund 120 Hektar, also 1,2 Quadratkilometer, Flächenverbrauch benötigt würden. Der durchschnittliche Bedarf würde pro Jahr bei 8,6 Hektar liegen, so die Vermutung 2005. Das war zuviel, wie man heute weiß. Durchschnittlich wurde jedes Jahr nur auf 5,1 Hektar gebaut – und so sind am Ende bisher erst 81,8 Hektar der Fläche verbraucht worden, die vor 15 Jahren in Aussicht gestellt worden war.

2005 war dabei mit 10,9 Hektar tatsächlich der absolute Ausreißer. Direkt im Jahr darauf war die Zahl mit 3,1 Hektar am niedrigsten. 2020 wurden sechs Hektar benötigt.

Ende 2020 gab es in Minden rein rechnerisch 165 Hektar, auf denen Wohnungen gebaut werden könnten. Verschiedene weitere Entwicklungen eingerechnet, stellt der Baulandbericht für 2020 fest: Bei einem durchschnittlichen Flächenansatz von rund 700 Quadratmeter für ein Baugrundstück stünden rein planerisch etwa 1.370 Baugrundstücke baureif zur Verfügung. Auch künftig werde Bauland neu entwickelt werden müssen, so das Fazit.

Seit 2008 wird auch festgehalten, wie viel Platz es für Industrie und Gewerbe gibt. Im Jahresdurchschnitt waren das 3,6 Hektar. 2020 lag der Verbrauch aber nur bei 2,7 Hektar – und das war hauptsächlich das Seitz-Enzinger-Noll- Gelände, auf dem aktuell die Stadtwerke entstehen.

Ohne den Regioport wurden seit 2008 46,9 Hektar an Gewerbeflächen verbraucht. Der Regioport (19 Hektar) wird extra ausgewiesen, da er mit der besonderen Ausrichtung Hafen nur sehr speziellen Bereichen zur Verfügung steht. Für anderes Gewerbe liegt das Potenzial bei 109 Hektar. Hier wird es weitere Entwicklungen geben. Denn die Planungen für Gewerbegebiete nördlich der Karlstraße und der Erweiterung des Areals in Dützen stehen hier ebenso an wie für ein kleines Gebiet südlich der Hans-Böckler-Straße.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Minden